Operator mit Headset, der in einem modernen Büro arbeitet
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06.09.2021 Fachinformation

Beleuchtung im Home Office: Normung schützt Beschäftigte und steigert die Energieeffizienz

Mobiles Arbeiten ist für viele Menschen zur neuen Realität geworden – mit all seinen Vorteilen und Nachteilen. Ein wichtiger, aber häufig unterschätzter Aspekt: die Arbeitssicherheit in den eigenen vier Wänden. Darunter fällt auch das Thema der Beleuchtung.

Eine nicht für den eigentlichen Arbeitszweck passende Beleuchtung kann langfristig nicht nur die Augengesundheit negativ beeinflussen. Die Normung liefert wesentliche Anforderungen, an denen sich Hersteller von Produkten orientieren können.

Fragen zur Gestaltung von „Arbeitsplätzen“ im Home Office sind spätestens seit Covid-19 für viele Unternehmen präsent geworden.

Zwar obliegt die Gestaltung des Arbeitsplatzes beim „mobilen Arbeiten“ in den eigenen vier Wänden primär den Beschäftigten – dennoch haben auch Arbeitgeber grundsätzlich ein Interesse daran, dass Richtlinien und Verordnungen, die für den eigentlichen Arbeitsplatz gelten, auch bei der „mobilen Arbeit“ zum Tragen kommen. Der Grund ist einfach: Für das Home Office gelten in den meisten Fällen dieselben ergonomischen Anforderungen wie bei Präsenz im Büro.

Exemplarisch kann hierbei die Beleuchtung als ein wesentlicher Aspekt betrachtet werden – sind es Themen wie die Augengesundheit, die Leistungsfähigkeit und Sicherheit, die zu Hause gleichermaßen bedeutsam sind. Das stellt die Beschäftigten, die Arbeitgeber*innen und besonders auch die Hersteller der entsprechenden Produkte vor zahlreiche Herausforderungen.

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Welche Kriterien spielen bei der Beleuchtung im Home Office eine Rolle?

Wie der eigentliche Arbeitsplatz im Büro muss auch der Platz im Home Office über Licht in ausreichendem Maße verfügen. Dabei geht es aber nicht ausschließlich um die Helligkeit einer Leuchte. Gute Lichtverhältnisse beinhalten Kriterien, die die Güte der Beleuchtung bestimmen. Darunter fallen die Beleuchtungsstärke und deren Verteilung im Raum bzw. am Arbeitsplatz. Diese wird als Helligkeit der beleuchteten Flächen wahrgenommen. Das heißt, es kommt auf die Lichtverteilung der Leuchte an. Die Beleuchtung im Home Office sollte deshalb so gut wie möglich optimiert werden, um folgende Faktoren erfüllen zu können:

  • Arbeitseffizienz und Leistungsfähigkeit
  • Augengesundheit
  • Sicherheit

Arbeitseffizienz und Leistungsfähigkeit

Die Beleuchtung hat auch im Home Office einen wesentlichen Einfluss auf die Qualität der Arbeit und die allgemeine Leistungsfähigkeit. Einschränkungen ergeben sich schnell, wenn die Gütekriterien der Beleuchtung nicht beachtet werden. Dazu gehören:

  • Direktblendung – übersteigt die Leuchtdichte im Blickfeld einen nach DIN EN 12464-1 festgelegten UGR-Wert von 19, wird die zu erwartende Blendung durch die Leuchte als störend empfunden. Eine zu starke Direktblendung entsteht beispielsweise durch ungeeignete oder falsch ausgerichtete Leuchten. Dabei sollte zusätzlich beachtet werden, dass ein ähnlicher Effekt auftaucht, wenn ein „Arbeitsplatz mit Blickrichtung Fenster ausgerichtet ist“.
  • Reflexblendungen – Spiegelungen von Leuchten oder Fensterflächen auf dem Bildschirm führen potenziell zu weiteren Blendeffekten. Diese können vor allem durch die Reduktion von spiegelnden Oberflächen vermieden werden. Das gilt für die Wahl der Bildschirme, aber ebenso für Oberflächen der Möblierung bis hin zur Verwendung von matten Klarsichthüllen und anderen Büromaterialien.
  • Flimmern und Stroboskopeffekt, im Fachjargon „Temporal Light Artefact“ (TLA) – hier geht es weniger um offensichtliches Flackern der Beleuchtung, sondern eher um feine, nur sehr unterschwellig wahrnehmbare Schwankungen der Lichtstärke. Flackern tritt vor allem auf, wenn die Lichtquelle und das Betriebsgerät nicht zusammenpassen bzw. die Eingangsspannung nicht stabil ist. Farbtemperatur und Beleuchtungsstärke – diese Parameter sind wesentlich bei der Beurteilung der künstlichen Beleuchtung. In Heft 21 der Heftreihe licht.wissen werden folgende Werte empfohlen:
    tagsüber: „Beleuchtungsstärken von 300 bis 500 lx am Auge über den gesamten Arbeitstag halten, Lichtniveau soll der Tageslichtqualität entsprechen, Farbtemperatur soll bis zum frühen Nachmittag mindestens 5.500 K aufweisen.“
    abends: „biologisch wirksame Blauanteile auf ein Minimum reduzieren, warmweißes Licht mit 2.700 K oder maximal 3.000 K verwenden.“

Augengesundheit

Hierbei geht es zunächst um die Verteilung der Leuchtdichte und um die Kontraste innerhalb des Raums, in dem sich der Arbeitsplatz befindet – das gilt auch für das Home Office.

Starke Blendungen im Bereich des konkreten Arbeitsplatzes sind besonders ungünstig, wenn der Rest des Raumes schlecht ausgeleuchtet und dunkel ist. Dies wird zusätzlich durch zu helle Bildschirmeinstellungen verstärkt und kann die Augen bei längeren Arbeitsphasen deutlich überlasten, da das Auge nicht in der Lage ist, auf die stark unterschiedlich beleuchteten Flächen zu adaptieren.


HCL-Systeme können zum Beispiel per App eingestellt werden
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Beleuchtung: Prüfung und Zertifizierung im VDE Institut

Der Markt für Lichtprodukte ist komplex. Seit der Einführung von LEDs scheint nichts unmöglich. Doch wie unterscheiden sich Qualitätsprodukte und woran erkennt man sie? Und was ist überhaupt mit dem Begriff "Qualität" gemeint?

Das VDE Institut prüft und zertifiziert Beleuchtung nach aktuellen Normen und Standards und zeichnet sie mit Prüfsiegeln für den nationalen und internationalen Markt aus.

Dienstleistungen für Beleuchtung beim VDE Institut

LED-Revolution und die Austauschbarkeit von Lichtquellen

Moderne LED-Technik verdrängt ältere Lichtquellen zunehmend. Die Gründe dafür sind zahlreich. Zum einen sind LED-Leuchten im Betrieb deutlich kosteneffizienter, da die moderne Lichtquelle wesentlich langlebiger ist im Vergleich zu herkömmlichen „alten“ Lichtquellen wie Glühlampen, Halogenlampen oder auch Leuchtstofflampen, wenn sie richtig betrieben werden.

Im Hinblick auf die Kosten, die auch im Home Office ein wesentlicher Faktor sind, hat die LED-Lichtquelle ebenfalls einen entscheidenden Vorteil: die Energieeffizienz. Eine LED-Retrofitlampe, die eine 60-W-Glühlampe mit einem Lichtstrom von ca. 720 lm ersetzen soll, benötigt nur ca. 10 W elektrische Leistung, um die gleiche Helligkeit zu erzeugen.

Darüber hinaus entwickeln diese Leuchtmittel nur geringe Wärme und erreichen sofort nach dem Einschalten die volle Lichtstärke. Im Bereich der Innenraumbeleuchtung sind streng genommen alle Vorgängertechnologien mittlerweile veraltet.

Beleuchtung mit Retrofitlampen und Konversionslampen

Bei LED muss zwischen Retrofitlampen und Konversionslampen unterschieden werden.

Retrofit bedeutet, dass die Leuchte, die ursprünglich für ältere konventionelle Leuchtmittel ausgelegt wurde, unverändert mit einer LED-Lichtquelle betrieben werden kann. Konversionslampen nach IEC 62776 verlangen Umrüstungen an der „alten Leuchte“.

Da bei Konversionslampen grundsätzlich der Aufbau der Leuchte geändert wird – ggf. durch neue Verdrahtung und Betriebsgerät, Entfernung des Starters etc. –, verliert die Konformitätserklärung des Herstellers ihre Gültigkeit und der Umbauende tritt in die Fußstapfen des Inverkehrbringers mit allen Konsequenzen. Diese machen Prüfungen nach der relevanten Leuchten-Grundnorm DIN EN 60598-1 erforderlich.

Die folgenden Infoblätter des ZVEI Fachverband Licht liefern hierzu weitere Informationen:

Lichtverteilung der Leuchte

Wird eine Leuchtstofflampe gegen eine LED-Lichtquelle ausgetauscht, ändert sich meist auch die Lichtverteilung der Leuchte. Das bedeutet, die erforderliche Lichtverteilung bei der Ausleuchtung des Arbeitsplatzes im Büro oder im Home Office muss durch eine „einfache“ Neuausrichtung der Leuchte sichergestellt werden. Oder, die sehr viel aufwendigere Variante, die Leuchtenoptik, bestehend aus reflektierenden Flächen, beziehungsweise das Leuchtenglas müssen angepasst werden.

Ziel muss es immer sein: Die Gütekriterien der Beleuchtung dürfen sich durch diesen Umbau nicht verändern. Die elektrotechnische Sicherheit, für die der Leuchtenhersteller durch seine Konformitätserklärung ursprünglich die Verantwortung übernommen hatte, muss auch im Home Office gewährleistet sein.


LED-Beleuchtungstechnik

LED-Beleuchtungstechnik

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LED-Beleuchtungstechnik: Grundwissen für Planung, Auswahl und Installation

Die LED-Leuchte ist heute der Industriestandard für die Beleuchtung und verdrängt zunehmend alle anderen Lichterzeugungstechniken vom Markt. LED-Leuchten sind jedoch komplexe Systeme, die Elemente aus Elektronik, Thermodynamik und Lichttechnik in sich vereinen.

Dieses Buch stattet Praktiker mit dem Wissen aus, das im Hinblick auf die Planung, Installation und Wartung von LED-Beleuchtungsanlagen zwingend erforderlich ist. Ein besonderer Schwerpunkt wird außerdem auf die Umrüstung von konventionellen zu LED-Beleuchtungslösungen gelegt.

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Anforderungen durch die europäischen Zielsetzungen zur Ressourceneffizienz

Seit 1. Oktober 2019 gilt die EU-Verordnung zur Festlegung von Ökodesign-Anforderungen an Lichtquellen und separaten Betriebsgeräten. Diese verlangt von allen neu zugelassenen Leuchten eine Austauschbarkeit der Lampen und hängt mit den EU-politischen Zielsetzungen zur Ressourceneffizienz im Sinne einer Circular Economy (Kreislaufwirtschaft) zusammen.

Für Verbraucher*innen soll sichergestellt werden, dass auch nach Jahren der Nutzung noch Lichtquellen erworben werden können, die zum Austausch geeignet sind. Bei speziellen Anwendungen, auf die der Leuchtenhersteller aber gesondert hinweisen muss, gilt diese Regel nicht.

Redaktioneller Hinweis:

Die im Text aufgeführten Normen können Sie nach Veröffentlichung beim VDE VERLAG erwerben.

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Weiterführende Informationen


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Bei Home & Building geht es um die Integration und Nutzung von Informations- und Telekommunikationstechnologien in der heimischen Umgebung, die eine neue Erfahrungswelt ermöglichen und bekannte Aktivitäten bei Unterhaltung, Komfort, Energiemanagement, Sicherheit und Gesundheit kosteneffizienter oder bequemer machen. Weitere Inhalte zu diesem Fachgebiet finden Sie im

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