Sprechblasen mit Frage- und Ausrufezeichen
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16.04.2019 Seite 3091 0

Fragen und Hilfe

Im FAQ Bereich der DKE finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die elektrotechnische Normung und Standardisierung auf einen Blick.

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DKE-Redaktion

Verwandte VDE-Themen

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Im Folgenden finden Sie ausführliche Antworten in sowohl Video- als auch in Textform.
Die Inhalte sind mit den entsprechenden Symbolen gekennzeichnet.

Die häufigsten Fragen und Antworten

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Was sind Normen und Standards?

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Normen und Standards sind Dokumente, die technische Regeln für Produkte, Anlagen, Dienstleistungen oder Technologien enthalten. Es gibt verschiedene Normungsorganisationen, die Normen und Standards für unterschiedliche Anwendungsbereiche erarbeiten. Die DKE erarbeitet beispielsweise Normen und Standards für den elektrotechnischen Bereich, also für elektrische Anlagen und Maschinen, die Elektronik und die zugehörige Informations- und Kommunikationstechnologie, für Produkte ebenso wie für Verfahren und die Arbeitssicherheit. Normen und Standards sind zur freiwilligen Anwendung und stellen somit Handlungsempfehlungen anerkannter Experten dar.

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Was bedeutet "Normung"?

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Normung ist die planmäßige, durch die interessierten Kreise gemeinschaftlich im Konsens durchgeführte Vereinheitlichung von materiellen und immateriellen Gegenständen zum Nutzen der Allgemeinheit (vgl. DIN 820-3:2014-06, 3.1.3.1). Wegen ihrer bewährten Prozesse verfügt die Normung über hohe Legitimation und ist kartellrechtlich unbedenklich.

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Wie kann ich bei der Normung mitmachen?

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Alle Möglichkeiten der Teilnahme an der Normung finden Sie unter

Mitmachen
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Warum wird die Normung in Zukunft gebraucht?

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Normen und Standards sind ein Must-have. Für uns und andere Organisationen und ganz besonders für Kunden! Erfahren Sie, warum.

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Welche Überraschungen gibt es in der Normung?

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Die Normung kann mit vielen besonderen Eigenschaften punkten und durchaus den einen oder anderen Überraschungsmoment hervorrufen. Glauben Sie nicht? Wir beweisen es Ihnen!

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Was bringt einem Unternehmen die Normung?

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Die Vorteile der Normung liegen auf der Hand. Gerade in Unternehmen erleichtern Sie langfristig verschiedene Prozesse oder den Umgang mit einem oder mehreren Kunden.

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Was bedeutet "Standardisierung"?

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Unter Standardisierung versteht man technische Regelsetzung ohne zwingende Einbeziehung aller interessierten Kreise und ohne die Verpflichtung zur Beteiligung der Öffentlichkeit (vgl. DIN 820-3:2014-06, 3.1.3.2). Im Gegensatz zur Normung sind somit der Konsens aller Beteiligten, die Einbeziehung aller interessierten Kreise sowie eine Entwurfs-Veröffentlichung nicht zwingend erforderlich.

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Wer erarbeitet Normen und Standards?

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In Deutschland werden Normen durch DIN und DKE erarbeitet. Geregelt ist das in einem Vertrag von 1975 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und DIN. Konkret durchgeführt wird die Normungs- und Standardisierungsarbeit bei DIN und DKE von Experten aus den daran interessierten Bereichen, wie Industrie und Wirtschaft, Verbraucher, Dienstleister, Wissenschaft oder staatliche Organisation. Sie werden also von denen erstellt, die später einmal die Normen und Standards selbst anwenden. Diese Experten bringen ihr Wissen in die Normungsarbeit ein, um möglichst aktuelle und von allen mitgetragene Ergebnisse in den Dokumenten zu veröffentlichen. Im Dialog berücksichtigen sie sämtliche Anliegen und Einwände, immer darauf bedacht, alle Interessen zu berücksichtigen. Das gemeinsame Ziel sind konsensbasierte, allgemein anerkannte, marktorientierte, technisch aktuelle Regeln und Richtlinien.

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Sind Normen Pflicht?

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Die Anwendung einer Norm ist grundsätzlich freiwillig. Dass Normen in ihrer Anwendung nicht grundsätzlich verpflichtend sind, hat eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs von 1998 näher ausgeführt. Danach gelten Normen als eine private technische Regelung mit Empfehlungscharakter, die die allgemein "anerkannten Regeln der Technik" nicht verbindlich bestimmen. Das bedeutet, man kann grundsätzlich von den technischen Vorgaben einer Norm abweichen. Wird eine andere Lösung als der in der Norm beschriebene Sachverhalt umgesetzt, liegt im Schadensfall die Beweislast bei dem Verantwortlichen. Er muss darlegen können, dass die von ihm gewählte technische Ausführung gleich oder besser als die Festlegungen der Norm ist.

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Wann sind Normen verbindlich?

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Eine Anwendungspflicht für Normen und Standards kann sich nur aufgrund von Rechts- oder Verwaltungsvorschriften oder aufgrund von geschlossenen Verträgen ergeben. Allerdings schreiben staatliche Stellen selten die Anwendung von Normen direkt vor, sondern geben meist Sicherheitsziele vor, die man auch auf andere Weise erreichen kann. Durch das Anwenden von Normen entzieht sich niemand der Verantwortung für sein eigenes Handeln. Auch wenn bei sicherheitstechnischen Festlegungen in DIN- bzw. DIN-VDE-Normen juristisch eine tatsächliche Rechtsvermutung dafür besteht, dass sie fachgerecht, das heißt, dass sie "anerkannte Regeln der Technik" sind, muss sich der Hersteller von Produkten oder Errichter einer Anlage über neue technische Entwicklungen informieren und sein handeln darauf einrichten.

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Was bedeutet "Stand der Technik"?

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Der "Stand der Technik" ist ein entwickeltes Stadium der technischen Möglichkeiten zu einem bestimmten Zeitpunkt, soweit Produkte, Prozesse und Dienstleistungen betroffen sind, basierend auf den diesbezüglichen gesicherten Erkenntnisse von Wissenschaft, Technik und Erfahrung (siehe DIN EN 45020:2007-03, 1.4).
Wichtig: "Stand der Technik" ist nicht identisch mit dem "aktuellen Stand der Technik" oder dem "Stand von Wissenschaft und Technik"!

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Was bedeutet "Anerkannte Regel der Technik"?

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Eine "anerkannte Regel der Technik" ist eine technische Festlegung, die von einer Mehrheit repräsentativer Fachleute als Wiedergabe des Standes der Technik angesehen wird (siehe DIN EN 45020:2007-03, 1.5).
Wichtig: Eine "Regel der Technik" hat nicht immer die Anerkennung der Mehrheit der Fachleute!

Wie werden Normen richtig zitiert?

VDE

Zur richtigen Anwendung und Handhabung von Normen, haben DIN und VDE zur schnellen Übersicht für Anwender DIN-VDE-Merkblätter herausgegeben. Wie werden Normen und Standards richtig zitiert? Wie werden sie richtig übersetzt? Diese Fragen und mehr werden an dieser Stelle geklärt.

Merkblätter ansehen

Fragen und Antworten zu Funktionaler Sicherheit

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Was bedeutet dabei "demand" (Anforderung)?

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Dies ist die Anforderung der Funktion aufgrund einer Gefährdung.

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Was ist „low demand“ (niedrige Anforderung)?

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Aufgrund von selten auftretenden Gefährdungen wird die Funktion selten angefordert (weniger als 1 x im Jahr). Z. B. wird dies für die oben beschriebene Übertemperaturüberwachung des Motors angenommen. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Überwachung durch eine SPS mit kurzer Zykluszeit geschieht oder durch Relais, die nur selten schalten.

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Was ist "high demand" (hohe Anforderung)?

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Aufgrund von häufig auftretenden Gefährdungen wird die Funktion häufig angefordert (öfters als 1 x im Jahr).
Zum Beispiel wird die Schutztür während der Betriebszeit der Säge ständig geöffnet und geschlossen und die damit verbundene Sicherheitsfunktion angefordert.
Ebenso wird angenommen, dass der NOT-AUS-Taster mehr als einmal im Jahr gedrückt wird.
Diese beiden Sicherheitsfunktionen haben daher eine hohe Anforderungsrate.

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Was bedeutet "Low demand" und "High demand" (Betriebsart mit niedriger und hoher Anforderungsrate)? Hat das etwas mit der Betriebsart der beteiligten Gerätetechnik zu tun?

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Nein, damit hat es nichts zu tun. Wie aus den Benennungen hervorgeht, wird damit die Häufigkeit ausgedrückt, mit der eine Sicherheitsfunktion angefordert wird. Wie die ausführende Gerätetechnik organisiert ist, spielt dabei keine Rolle.

Der Begriff „Betriebsart“ ist in DIN EN 61508-4 (VDE 0803-4):2010, 3.5.16 definiert. Eine weitergehende Erläuterung finden Sie in dem Aufsatz von Mitarbeitern des DKE GK 914, das für die DIN EN 61508 (VDE 0803) zuständig ist.. Diesen können Sie sich mit dem Link rechts herunterladen.

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Wie ist die Testung der Schutzeinrichtung zu berücksichtigen?

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Die Testung geht in die Berechnung der PFD ein, hat aber keine Auswirkung auf die Betriebsart. Wenn die Anforderung der Funktion aufgrund einer Gefährdung selten ist, bleibt die Betriebsart diejenige mit niedriger Anforderungsrate (low demand), auch wenn häufig getestet wird.
Wenn elektromechanische Bauteile wie Schütze zu Testzwecken häufig geschalten werden, haben Fehler wie Verschleiß und Verschweißen der Kontakte den höchsten Fehleranteil. Deshalb ist die Ausfallrate Lambda über den B10-Wert zu ermitteln. Die Betriebsart bleibt aber diejenige mit der niedrigen Anforderungsrate (low demand), für die der PFD-Wert maßgebend ist.

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Wie unabhängig muss ein Gutachter für funktionale Sicherheit sein?

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Gibt es in der DIN EN 61508 (VDE 0803) eine Vorschrift, die ab einem bestimmten SIL die Einschaltung einer dritten Stelle fordert?

DIN EN 61508-1 (VDE 0803-1):2011 fordert, dass diejenige Person oder Organisation, die die funktionale Sicherheit beurteilt, unabhängig von denjenigen sein muss, die das sicherheitsbezogene System oder "konforme Objekt" herstellen oder an dessen Herstellung mitwirken. Nähere Anforderungen befinden sich im Unterabschnitt 8.2.15 der oben genannten Norm. Sie hängen von der Schwere der Auswirkungen eines Versagens des sicherheitsbezogenen Systems (nicht vom SIL) und dessen Neuigkeitsgrad und Komplexität ab.

Unabhängigkeit bedeutet aber nicht notwendigerweise die Einbeziehung einer Drittstelle. Auch eine hausinterne Stelle, die mit ausreichenden Vollmachten und der notwendigen Unabhängigkeit ausgestattet ist, kann die Anforderung erfüllen (siehe hierzu DIN EN 61508-1(VDE 0803-1):2011, 8.2.16, Anmerkung 1). Dies gilt auch für Anwendungen, in denen eine Sicherheitsfunktion den Sicherheitsintegritätslevel (SIL) 3 oder höher erfüllen muss.

Bestimmte EU-Richtlinien können - in Form ihrer Umsetzung in ein deutsches Gesetz oder eine Verordnung - eine weitergehende Unabhängigkeit von Gutachtern fordern. Sie werden dort "benannte Stellen" genannt.

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Muss zur Erreichung der funktionalen Sicherheit auch die IT-Sicherheit beachtet werden?

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DIN EN 61508-1 (VDE 0803-1):2011 gibt hierzu im Unteranschnitt 7.4 „Gefährdungs- und Risikoanalyse“ folgende Empfehlung:

Wenn die Gefährdungsanalyse feststellt, dass eine böswillige oder nicht autorisierte Handlung, die eine Bedrohung der IT-Sicherheit darstellt, als vernünftigerweise vorhersehbar gilt, sollte eine Bedrohungsanalyse zur IT-Sicherheit durchgeführt werden.

und in der zugehörigen Anmerkung 3 folgende Aussage:

Für eine Anleitung zur Risikoanalyse im Rahmen der IT-Sicherheit siehe die Normenreihe IEC 62443.

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Welche Rolle spielen zufällige Fehler bei elektromechanischen Bauteilen in der Betriebsart mit niedriger Anforderungsrate?

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In der Betriebsart mit niedriger Anforderung (low demand) ist der Anteil systematischer Fehler sehr dominant, bis zu 100 %. Deshalb ist eine Berechnung der PFD nebensächlich. Viel wichtiger ist es, systematische Fehler durch z. B. richtige Projektierung der Anlage, zu vermeiden.
Geeignete Maßnahmen sind u.a.

  • systematische Entwicklung
  • Qualitätsgesicherte Produktion
  • Überdimensionieren
  • Betriebsbewährung nachweisen

FAQ zum Frankfurt Agreement

CENELEC und IEC bieten Einblicke in ihr gemeinsames Arbeiten

Die beiden Normungsorganisationen haben eine Liste der "Frequently Asked Questions" zu dieser Vereinbarung herausgegeben. Sie soll die Umsetzung des Frankfurt Agreement unterstützen und der Öffentlichkeit eine Vorstellung von der Art und Weise der Zusammenarbeit zwischen CENELEC und IEC geben.

FAQ Frankfurt Agreement

FAQ Frankfurt Agreement

CENELEC
Veröffentlichungsdatum 21.06.2017
PDF: 392 KB

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