Vielfalt als Voraussetzung für Vertrauen und Sicherheit
DKE: Die IEC positioniert sich offensiv als internationale Institution dar, die aufgrund verschiedener Faktoren wie Vielfalt oder Konsensprinzip weltweit Vertrauen genießt. Welches Thema ist aus Ihrer Sicht zentral, um Vertrauen zu gewinnen?
Schönhof: Zentrale Aufgabe einer Normungsorganisation ist es aus meiner Sicht, Stakeholdern aus verschiedenen Branchen eine Plattform zum Austausch zu bieten. Auf dieser Basis kann zu zentralen Fragestellungen eine gute, vereinheitlichte Lösung gefunden werden. Vielfalt ist die Voraussetzung dafür, dass diese Lösung für Märkte und Gesellschaft gleichermaßen bedeutsam ist.
Ayaz: Ich sehe Vielfalt ebenfalls als Schlüssel für Vertrauen, denn nur so lassen sich Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit erlangen. Vielfalt ist für mich regional, kulturell, industriell und regulatorisch zu sehen. Die IEC als verbindendes Element hat die Aufgabe, alle Perspektiven zusammenzuführen, damit Normen entstehen, die den Menschen dienen, für Sicherheit und Qualität sorgen und für Offenheit und technnologische Weiterentwicklung stehen.
Hayes: Dem schließe ich mich an, und zwar mit ganz konkreten Beispielen: Was es heißt, wenn Vielfalt fehlt, zeigt sich am Zuschnitt von Crash Test Dummys und anderem Sicherheitsequipment auf den durchschnittlichen, in der nordwestlichen Hemisphäre lebenden Mann. Der Körper von Frauen oder von Menschen aus anderen Regionen, wo Männer und Frauen vielleicht kleiner und zierlicher oder größer und stämmiger sind, findet nicht statt. Die Konsequenz ist mangelnde Sicherheit für große Teile der Bevölkerung weltweit. Das bedeutet, wir als IEC brauchen Diversität in jeder Hinsicht, um global funktionierende, vertrauenswürdige Normen zu entwickeln.