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14.10.2026 Kurzinformation

Der wichtigste Moment einer Norm: der, in dem sie noch keine ist

Wer eine Norm als fertiges Dokument kennt, hält meist das Ergebnis in den Händen. Das Ergebnis eines Prozesses mit relevanten Meilensteinen: Diskussionen, Stellungnahmen, Überarbeitungen und der kontinuierlichen Suche nach tragfähigen Lösungen. Was genau in diesen Prozess geschieht, zeigt, wie offen Normung funktioniert und wie wichtig Mitsprache dabei ist.

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DKE Deutsche Kommission

Normung lebt nicht von technischem Wissen allein. Sie lebt von Beteiligung. Wer einen konkreten Verbesserungsvorschlag hat, kann technische Regeln mitentwickeln, noch bevor sie veröffentlicht ist. Gerade diese Auseinandersetzung macht eine Norm belastbar. 

Selbstverständlich.

Dinge in unserem Alltag funktionieren fast selbstverständlich: Produkte sind sicher, Technologien kompatibel und Innovationen finden ihren Weg. Hinter dieser Selbstverständlichkeit stehen Menschen, die vorausdenken. Begleiten Sie mit uns eine junge Frau durch ihren Alltag, in dem die Wirkung von Normung sichtbar wird.

Die Präsentation vor einer Gruppe im Konferenzraum. Auf der Projektion an der Wand ist ihr Thema „Verantwortungsvolle Anwendung Künstlicher Intelligenz“ zu lesen. Unter dem Titel ist ein Wort zu sehen, das leicht übersehen werden kann:

Entwurf.

Dieses Wort beschreibt einen entscheidenden Schritt im Normungsprozess. Denn Normen werden nicht einfach beschlossen. Bevor eine Norm veröffentlicht wird, durchläuft sie ein offenes, transparentes und anspruchsvolles Verfahren, in dem Vorschläge eingebracht, geprüft, diskutiert und weiterentwickelt werden. 

Ein Normungsgremium arbeitet Inhalte aus und veröffentlicht diese zunächst als Norm-Entwurf. Damit beginnt die öffentliche Kommentierungsphase. Ziel ist es, Erfahrungen, Fachwissen und mögliche Einwände aus der Praxis einzubeziehen, bevor aus dem Entwurf eine verbindliche Grundlage wird.

Mitreden ist ausdrücklich erwünscht

Jeder Entwurf einer Norm wird veröffentlicht und kann von der Fachöffentlichkeit eingesehen werden. Wer Verbesserungspotenzial erkennt, kann eine Stellungnahme einreichen. Dies ist für jede Person möglich; eine Mitgliedschaft in einem Normungsgremium ist nicht erforderlich.

Entscheidend ist dabei nicht, wer einen Vorschlag einreicht, sondern welchen fachlichen Mehrwert dieser bietet. Stellungnahmen werden anhand ihrer technischen Argumentation bewertet. Damit fließen Praxiserfahrungen unterschiedlicher Akteure in die Weiterentwicklung von Normen ein.

In vier Schritten zur Stellungnahme

1. Den Entwurf finden: Neue Norm-Entwürfe werden veröffentlicht und können von Interessierten eingesehen werden. 

2. Die Frist beachten: Für Stellungnahmen stehen mindestens zwei Monate zur Verfügung. 

3. Fachlich begründen: Vorschläge sollten konkret formuliert und technisch nachvollziehbar begründet werden. 

4. Einreichen: Die Stellungnahme wird an das zuständige Normungsgremium weitergeleitet und dort behandelt.

1. Den Entwurf finden: Neue Norm-Entwürfe werden veröffentlicht und können von Interessierten eingesehen werden. 

2. Die Frist beachten: Für Stellungnahmen stehen mindestens zwei Monate zur Verfügung. 

3. Fachlich begründen: Vorschläge sollten konkret formuliert und technisch nachvollziehbar begründet werden. 

4. Einreichen: Die Stellungnahme wird an das zuständige Normungsgremium weitergeleitet und dort behandelt.


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Jede Stellungnahme wird geprüft

Ein zentraler Grundsatz der Normung lautet: Jeder eingegangene Kommentar wird behandelt. Alle Stellungnahmen werden dem zuständigen Normungsgremium vorgelegt und beraten. Die Gremien entscheiden anschließend, ob ein Vorschlag übernommen werden kann oder nicht. Führt die Auswertung zu wesentlichen Änderungen, wird ein neuer Entwurf veröffentlicht. Das Verfahren beginnt dann erneut und bietet wiederum die Möglichkeit zur Beteiligung. Diese Offenheit ist kein Nebenaspekt des Verfahrens. Sie ist eine seiner wichtigsten Stärken.

Michael Teigeler, DKE Geschäftsführer

Michael Teigeler, DKE Geschäftsführer

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„Normung lebt vom Austausch. Jede Stellungnahme, jede Anmerkung und jede fachliche Diskussion trägt dazu bei, dass technische Regeln in unterschiedlichen Märkten und Anwendungsbereichen funktionieren. Die Kommentierungsphase ist deshalb weit mehr als ein formaler Schritt. Sie ist ein wichtiger Beitrag zu belastbaren und anschlussfähigen Normen.“

Michael Teigeler, DKE Geschäftsführer Internationales

Mitgestaltung findet jederzeit statt

Stellungnahmen zu Normentwürfen sind ein wichtiger Bestandteil des Normungsprozesses. Wer darüber hinaus Verantwortung übernehmen möchte, kann sich in Normungsgremien und -projekten engagieren oder neue Normungsvorhaben durch einen Normungsantrag anstoßen.

In den Komitees und Unterkomitees, die von der DKE organisiert werden, engagieren sich rund 10.000 ehrenamtliche Fachleute aus Unternehmen, Hochschulen, Behörden, Verbänden, Instituten und vielen weiteren interessierten Kreisen. Sie bringen ihr vielfältiges Wissen und ihre Praxiserfahrung in die Entwicklung von Normen ein. 

Der öffentliche Normentwurf ist nur ein sichtbarer Abschnitt eines wesentlich größeren Prozesses. Davor stehen die Initiierung neuer Themen, die Organisation nationaler und internationaler Gremienarbeiten sowie die Abstimmungen zwischen unterschiedlichsten Interessengruppen. Auch diese Arbeit lebt davon, dass Fachleute ihr Engagement einbringen und Verantwortung übernehmen.

Mit besonderem Augenmerk entwickelt sich die Normung rund um Künstliche Intelligenz. Für die Deutsche Normungsroadmap KI haben mehr als 570 Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft Handlungsbedarfe in verschiedenen Themenfeldern identifiziert. Aus diesen Impulsen entstehen neue Normungsvorhaben, die anschließend denselben offenen Prozess durchlaufen wie jedes andere Projekt. 
 


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Normung lebt vom Mitmachen!

Die Möglichkeiten mit Normung die Zukunft zu gestalten sind vielfältig:

  • Normen sind im Entwurf? Stellung nehmen und Kommentare einsenden!
  • Normen sind lückenhaft oder fehlen? Einen Normenantrag stellen!
  • Sie wollen mitentscheiden? Kostenfreie Mitgliedschaft als Expertin oder Experte beantragen!

Wir freuen uns, Sie in den Normungsgremien der DKE begrüßen zu dürfen.

Jetzt in der Normung mitmachen

Was eine Norm stark macht

Der öffentliche Normentwurf ist nur ein Abschnitt eines wesentlich größeren Prozesses. Doch kaum ein anderer Schritt macht so deutlich, wie Normung funktioniert. Hier werden Entwürfe hinterfragt, Erfahrungen eingebracht und Vorschläge diskutiert. Hier wird sichtbar, dass Normen nicht einfach beschlossen werden, sondern durch fachlichen Austausch entstehen.

Die Kommentierungsphase zeigt, wie aus unterschiedlichen Anforderungen, Erfahrungen und Perspektiven Schritt für Schritt eine gemeinsame Grundlage für technische Regeln entsteht.

Wer einen Normentwurf kommentiert, verbessert deshalb nicht nur ein Dokument. Er trägt dazu bei, dass aus vielen Stimmen eine Norm entsteht, die in der Praxis funktioniert und von unterschiedlichen Interessengruppen getragen werden kann.


IEC General Meeting 2026

Die DKE fühlt sich geehrt, Gastgeberin des Jahresevents der internationalen elektrotechnischen Normung zu sein. Unter dem Titel "Global Development. Driven by Standards." werden im November 2026 rund 3.500 Gäste in Hamburg erwartet.

Offizielle Webseite

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