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28.01.2020 Fachinformation

Alles rund um die Normungsgremien

Mitarbeit in den mit der Normerarbeitung beauftragten Normenausschüssen steht prinzipiell für jeden offen. Allerdings wird darauf geachtet, dass die Gremien ausgewogen besetzt sind. Diese Forderung an die Zusammensetzung der Normgremien dient dem Interessenausgleich bzw. dass alle „interessierten Kreise" entsprechend eingebunden sind.

Kontakt

Dr. Konstantin Petridis

Arbeitsgremien als Treffpunkt für Normungsexperten

Normung und die damit verbundenen Vorteile sind durch die eigene Mitarbeit gestaltbar. Erfolgreiche Normen und Standards entstehen durch die Kräfte des Marktes. Unternehmen, die sich aktiv an der Erarbeitung von Normen und Standards beteiligen, gewinnen demnach schon frühzeitig Kenntnisse von künftigen Entwicklungen und sind in der Lage, rechtzeitig mit eigenen Strategien zu agieren. Die Chance zur Durchsetzung eigener Lösungen auf internationaler Ebene ist nur durch aktive Mitarbeit im Normungsprozess gegeben. Wer die Norm hat, hat den Markt. Dagegen ist ein späterer Zwang, proprietäre Lösungen zu verlassen und auf international akzeptierte Lösungen umzusteigen, ein unkalkulierbares Risiko.

Die Arbeitsgremien der DKE sind Komitees (K), Unterkomitees (UK) und Arbeitskreise (AK). Damit die Komitees und Unterkomitees der DKE arbeitsfähig sind, wurde die Mitarbeiterzahl in diesen Gremien begrenzt auf 15 berufene Technische Experten. Ausnahmefälle sind möglich, beispielsweise wenn es eine große Anzahl interessierter Fachkreise gibt. Darüber hinaus bestehen Gemeinschaftskomitees (GK) und Gemeinschafts-Unterkomitees (GUK), die aus einem oder mehreren Arbeitsgremien der DKE zusammen mit einem oder mehreren anderen Gremien des DIN gebildet wurden.

Die Arbeitsgremien werden als deutsche „Spiegelgremien" den entsprechenden Technischen Komitees der IEC (bzw. des CENELEC) zugeordnet, so dass nur ein einziges deutsches Gremium für die gesamte nationale, europäische und internationale Arbeit bzw. Mitarbeit auf dem jeweiligen Fachgebiet zuständig ist.

Auch die Normung selbst ist genormt

DIN 820-1, Abschnitt 4

Durch die Normung wird eine planmäßige, durch die interessierten Kreise gemeinschaftlich durchgeführte Vereinheitlichung von materiellen und immateriellen Gegenständen zum Nutzen der Allgemeinheit erreicht. Sie darf nicht zu einem wirtschaftlichen Sondervorteil Einzelner führen.

DIN 820-1, Abschnitt 5.4

Die fachliche Arbeit wird von externen Mitarbeitern geleistet, die dabei von hauptamtlichen Bearbeitern des DIN und seiner Normenausschüsse unterstützt werden.

Die externen Mitarbeiter sind Fachleute aus den interessierten Kreisen (z. B. Anwender, Behörden, Berufs-, Fach- und Hochschulen, Handel, Handwerkswirtschaft, gesetzliche Unfallversicherungen, industrielle Hersteller, Prüfinstitute, Sachversicherer, selbstständige Sachverständige, Technische Überwacher, Umweltschutzverbände, Verbraucher, Wissenschaft, gesellschaftspolitische Interessensverbände).

Die externen Mitarbeiter müssen von den sie entsendenden Stellen (z. B. Ausbildungs- und Forschungsinstitutionen, Behörden, Unternehmen, Instituten, Verbänden, Vereinen) für die Arbeit in den Arbeits- und Lenkungsgremien autorisiert und entscheidungsbefugt sein. Der Fortbestand der Autorisierung muss auf Anforderung des Geschäftsführers des jeweiligen Normenausschusses nachgewiesen werden. Bei der Zusammensetzung der Arbeitsausschüsse ist der Grundsatz zu berücksichtigen, dass die interessierten Kreise in einem angemessenen Verhältnis zueinander vertreten sind. (…)

Zusammensetzung von Normungsgremien

Jeder hat das Recht, neue Ideen und Vorschläge in die Normung einzubringen. Aber nicht jeder kann Mitglied eines Normungsgremius werden - diese Aufgabe ist ausschließlich technischen Experten vorbehalten. Damit die Normungsergebnisse zielorientiert im Konsens erarbeitet werden können, gibt es für die Zusammensetzung der Normungsgremien einige Vorgaben:

Zusammensetzung von Normungsgremien

Regeln für die Facharbeit von Normungsgremien

Normung ist ein komplexer Prozess und die Arbeitsergebnisse der einzelnen Gremien haben einen wesentlichen Einfluss auf unseren Alltag. Umso wichtiger ist es, konkrete Regeln festzulegen, nach denen innerhalb der Komitees und Arbeitskreise gearbeitet wird.

  1. Die Normungsarbeit wird von technischen Experten durchgeführt.
  2. Die Fachleute werden von Fachkreisen autorisiert, die an der Normungsarbeit interessiert sind (Fachkreise werden durch Verbände, Behörden, Hochschulen usw. repräsentiert).
  3. Die Fachkreise müssen in den Normungsgremien angemessen vertreten sein. Dies gilt besonders bei der Erarbeitung von Sicherheitsnormen.
  4. Die Arbeitsergebnisse müssen der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
  5. Die Stellungnahmen der Öffentlichkeit sind Teil der Normungsarbeit und dementsprechend zu berücksichtigen.
  6. Unterschiedliche Auffassungen zu Norm-Entwürfen von Stellungnehmenden und Arbeitsgremien können im Rahmen einer Schlichtung und wenn diese misslingt, in einem Schiedsverfahren geklärt werden.
  7. Für die Realisierung all dieser Voraussetzungen und die Kontrolle der Einhaltung aller Verfahrensregeln ist die Existenz einer dazu fähigen und anerkannten Institution notwendig.
Normung in Zahlen Stand 2019

DKE Technology: Eine der drei organisatorischen Säulen der DKE

DKE
28.05.2020

DKE Technology verbindet klassische Normungsarbeit mit innovativer Projektarbeit, die der konkreten Normungsarbeit vorausgeht, sie begleitet, unterstützt oder evaluiert. In der Synergie aus beidem – Projekt- und Gremienarbeit – sehen wir die Basis für eine zukunftswirksame Normung und Standardisierung sowie für die Weiterentwicklung unseres Dienstleistungsportfolios.

DKE Technology fächert sich in sieben Themengebiete auf. Ihnen sind thematisch die Normungsgremien zugeordnet, ebenso die spezifischen Projekte.

Zu den Arbeitsbereichen und Gremien der DKE

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