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03.03.2020 Fachinformation

Ladeinfrastruktur Elektromobilität: Der technische Leitfaden für Installation und Betrieb in der Praxis

Was ist bei der Planung, Errichtung und dem Betrieb einer Ladeinfrastruktur zu beachten und welche Normen und Vorschriften sind hierbei von Bedeutung? Antworten darauf gibt die dritte Version des technischen Leitfadens für die Ladeinfrastruktur der Elektromobilität – ein Projekt von DKE, BDEW, ZVEH, ZVEI und VDE|FNN.

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Ninmar Lahdo

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Die Elektromobilität in Deutschland ist ganz klar auf dem Vormarsch, was nicht zuletzt auch an der steigenden Anzahl der Neuzulassungen von Elektroautos in den vergangenen Jahren zu erkennen ist. Ein großes Ziel der Bundesregierung im Rahmen der Klimaschutz-Debatte ist es, dass bis zum Jahr 2030 ca. sieben bis zehn Millionen Elektroautos auf den Straßen zugelassen sind. Um die Elektromobilität in Deutschland weiter zu fördern, hat die Bundesregierung ein klares Maßnahmenpaket festgelegt:

  • Erhöhung der Kaufprämie
  • Weitere Steuerbefreiungen
  • Ausbau der Ladeinfrastruktur

Zur Förderung des Ausbaus der Ladeinfrastruktur hat das Bundeskabinett am 18. November 2019 den Masterplan Ladesäuleninfrastruktur beschlossen. Im Masterplan Elektromobilität ist unter anderem festgehalten, dass bis zum Jahr 2030 insgesamt eine Million Ladepunkte deutschlandweit zur Verfügung stehen sollen. Damit sind aber nicht nur Ladestationen in öffentlichen Bereichen gemeint, sondern auch im Eigenheim und in sonstigen Immobilien. Das Errichten von Ladestationen im öffentlichen wie auch im privaten Bereich sowie der Ausbau einer Ladeinfrastruktur werden durch das Vorhandensein einer gut ausgebauten elektrischen Infrastruktur maßgeblich erleichtert.

Eine sichere Ladeinfrastruktur hat maßgeblichen Einfluss auf den sicheren Ladebetrieb eines Elektrofahrzeuges, da die Lademöglichkeit für Elektrofahrzeuge entweder direkt an das Versorgungsnetz oder an die elektrische Anlage des Anschlussnehmers eines solchen Versorgungsnetzes angebunden ist.

Was beinhaltet der Leitfaden?

Der technische Leitfaden zeigt auf, welche Aspekte bei der fachkundigen Planung, Errichtung und dem Betrieb der Ladeinfrastruktur zu beachten sind und gibt Hinweise zur Vermeidung von Gefahren oder kostspieligen Fehlinvestitionen. Der technische Leitfaden bietet darüber hinaus einen Überblick über wichtige und zu beachtende Normen und Vorschriften, kann jedoch nur als eine Empfehlung dienen und ersetzt nicht die Unterstützung von Fachpersonal zur Installation der Ladeinfrastruktur.

Ziel des Leitfadens ist es, die Vorteile der Elektromobilität verständlich zu kommunizieren sowie Berührungsängste und Vorurteile gegenüber dieser neuen Art von Antriebstechnik abzubauen. Der Leitfaden stellt zudem die Bedeutung des Systems „Ladeinfrastruktur" heraus. Nur wenn es gelingt, die Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität anwenderfreundlich, sicher und flächendeckend zu etablieren, wird die Elektromobilität langfristig akzeptiert.

Zusammenfassend gibt der Leitfaden Handlungsempfehlungen und Hinweise zu folgenden Fragestellungen:

  • Was ist bei der Planung, Errichtung und dem Betrieb einer Ladeinfrastruktur zu beachten?
  • Wie lassen sich mögliche Gefahren oder kostspielige Fehlinvestitionen vermeiden?
  • Welche Normen und Vorschriften sind im Rahmen der Ladeinfrastruktur relevant?
  • Welche Rolle spielen zukünftig intelligente Stromnetze und das induktive Laden?

Wer gibt den Leitfaden heraus?

Der Leitfaden ist aus der Zusammenarbeit eines Projektteams entstanden, bei der alle interessierten Fachkreise in die Kommentierungsphase eingebunden wurden. Das Projektteam besteht aus den folgenden Organisationen und Verbänden:

  • DKE – Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE
  • BDEW – Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft
  • ZVEH – Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke
  • ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie
  • VDE|FNN – Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE

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Warum wurde der technische Leitfaden überarbeitet?

Technischer Leitfaden für die Ladeinfrastruktur der Elektromobilität

Technischer Leitfaden für die Ladeinfrastruktur der Elektromobilität

| VDE|DKE

Die Überarbeitung des Leitfadens geht einher mit dem rasanten technologischen Fortschritt und den Weiterentwicklungen auf dem Gebiet der Elektromobilität.

Konkrete Veränderungen innerhalb der letzten Jahre seit Veröffentlichung der ersten Auflage, die eine umfassende Anpassung erforderlich gemacht haben, vollzogen sich sowohl auf technischer Seite als auch im Bereich der Erlassung von Anwendungsregeln und Richtlinien.

Entscheidende Punkte sind die marktreife Entwicklung und Standardisierung des Combined Charging Systems CCS und dessen Festschreibung als zukünftiger europäischer Standard in der EU-Richtlinie 2014/94/EU und in VDE-Anwendungsregeln.

Diese 2014 erlassene EU-Richtlinie verfolgt das Ziel, eine europaweit einheitliche Ladeinfrastruktur mit standardisierten Lade- bzw. Steckersystemen zu etablieren und wurde dabei im Zuge der

Verordnung über technische Mindestanforderungen an den sicheren und interoperablen Aufbau und Betrieb von öffentlich zugänglichen Ladepunkten für Elektromobile („Ladesäulenverordnung“ – LSV)

in deutsches Recht überführt.

Der Leitfaden selbst hat seine Berechtigung in der wachsenden Bedeutung der Elektromobilität und dem Wunsch, die Technologie der breiten Öffentlichkeit näherzubringen. Daher soll die Elektromobilität für alle verständlich und greifbar gemacht werden, indem Vorurteile gegenüber der Elektromobilität abgebaut und ihre Vorteile kommuniziert werden.

Die Ladeinfrastruktur hat somit einen maßgeblichen Einfluss auf den zuverlässigen Ladebetrieb eines Elektrofahrzeuges. Bei Beachtung einiger weniger, aber wichtiger Sicherheitsaspekte ist Elektromobilität einfach und problemlos für alle Anwender zu nutzen.

An welche Zielgruppen richtet sich der Leitfaden?

Der technische Leitfaden für die Ladeinfrastruktur der Elektromobilität richtet sich vorrangig an folgende Zielgruppen:

  • Immobilienverwalter und Parkhausbetreiber
  • Architekten und Städteplaner
  • Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung
  • Netzbetreiber und Energielieferanten
  • Elektroplaner und -installateure

Letztere nehmen gegenüber den anderen Zielgruppen eine Dienstleisterrolle ein. Investoren, Städteplaner und Betreiber fordern beispielsweise Dienstleistungen an, während Netzbetreiber und Energielieferanten sowie Elektroplaner und -installateure diese Anforderungen bedienen können.

Hinweis: Informationen für den Endnutzer finden sich im HEA-Leitfaden „Ladeinfrastruktur in Wohngebäuden“.


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