Mann laedt E-Auto auf
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09.11.2021 Fachinformation

Ladeinfrastruktur Elektromobilität: Der Technische Leitfaden für Installation und Betrieb in der Praxis

Was ist bei der Planung, Errichtung und dem Betrieb einer Ladeinfrastruktur zu beachten? Welche Normen und Vorschriften sind von Bedeutung? Und welche Rolle spielen intelligente Stromnetze?

Antworten darauf gibt die vierte Version des „Technischen Leitfadens für die Ladeinfrastruktur der Elektromobilität“ – ein gemeinsames Projekt von DKE, BDEW, ZVEH, ZVEI, VDE FNN und VDA.

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Gürkan Balcioglu

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Die Elektromobilität in Deutschland ist ganz klar auf dem Vormarsch, was vor allem an der steigenden Anzahl der Neuzulassungen von Elektroautos in den vergangenen Jahren zu erkennen ist. Die Bundesregierung hat sich eine Zulassung von sieben bis zehn Millionen Elektroautos in Deutschland bis zum Jahr 2030 zum Ziel gesetzt. Um die Elektromobilität in Deutschland weiter zu fördern, hat sie daher ein klares Maßnahmenpaket festgelegt:

  • Erhöhung der Kaufprämie
  • Weitere Steuerbefreiungen
  • Ausbau der Ladeinfrastruktur

Zur Förderung des Ausbaus der Ladeinfrastruktur hat das Bundeskabinett am 18. November 2019 den Masterplan Ladesäuleninfrastruktur beschlossen. Im Masterplan Elektromobilität ist unter anderem festgehalten, dass bis zum Jahr 2030 insgesamt eine Million öffentlich zugängliche Ladepunkte deutschlandweit zur Verfügung stehen sollen. Damit sind aber nicht nur Ladestationen im öffentlichen Bereich gemeint, sondern auch im Eigenheim und in sonstigen Immobilien. Das Errichten von Ladestationen im öffentlichen wie auch im privaten Bereich sowie der Ausbau einer Ladeinfrastruktur werden durch das Vorhandensein einer gut ausgebauten elektrischen Infrastruktur maßgeblich erleichtert.

Eine anwenderfreundliche, sichere, flächendeckende und leistungsfähige Ladeinfrastruktur hat einen erheblichen Einfluss auf den sicheren und zuverlässigen Ladebetrieb von Elektrofahrzeugen und stellt eine der Grundvoraussetzungen für mehr Akzeptanz der Elektromobilität dar.

Was beinhaltet der Leitfaden?

Der Technische Leitfaden zeigt auf, welche Aspekte bei der fachkundigen Planung, Errichtung und dem Betrieb der Ladeinfrastruktur zu beachten sind und gibt Hinweise zur Vermeidung von Gefahren oder kostspieligen Fehlinvestitionen.

Darüber hinaus bietet der Leitfaden einen Überblick über wichtige und zu beachtende Normen und Vorschriften, kann jedoch nur als eine Empfehlung dienen und ersetzt nicht die Unterstützung von Fachpersonal zur Installation der Ladeinfrastruktur.

Ziel des Leitfadens ist es, die Vorteile der Elektromobilität verständlich zu kommunizieren sowie Berührungsängste und Vorurteile gegenüber dieser neuen Art von Antriebstechnik abzubauen.

Zudem stellt der Leitfaden die Bedeutung des Systems „Ladeinfrastruktur" heraus. Nur wenn es gelingt, die Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität anwenderfreundlich, sicher und flächendeckend zu etablieren, wird die Elektromobilität langfristig akzeptiert.

Zusammenfassend gibt der Leitfaden Handlungsempfehlungen und Hinweise zu folgenden Fragestellungen:

  • Was ist bei der Planung, Errichtung und dem Betrieb einer Ladeinfrastruktur zu beachten?
  • Wie lassen sich mögliche Gefahren oder kostspielige Fehlinvestitionen vermeiden?
  • Welche Normen und Vorschriften sind im Rahmen der Ladeinfrastruktur relevant?
  • Welche Rolle spielen zukünftig intelligente Stromnetze und das induktive Laden?

Infografiken aus dem Leitfaden

Wer gibt den Leitfaden heraus?

Der Technische Leitfaden ist aus der Zusammenarbeit eines Projektteams entstanden, bei der alle interessierten Fachkreise in die Kommentierungsphase eingebunden wurden. Das Projektteam besteht aus den folgenden Organisationen und Verbänden:

  • DKE – Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE
  • BDEW – Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft
  • ZVEH – Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke
  • ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie
  • VDE FNN – Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE
  • VDA – Verband der Automobilindustrie

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Warum wurde der Leitfaden überarbeitet?

Die Überarbeitung des Leitfadens war notwendig, weil es zu rasanten technologischen Fortschritten und Weiterentwicklungen auf dem Gebiet der E-Mobilität gekommen ist. Seit Veröffentlichung der letzten Auflage hat sich auch die Ladetechnologie kontinuierlich weiterentwickelt.

Hinzukommen die Erlassung neuer Anwendungsregeln und Richtlinien sowie die Weiterentwicklung von Normen und Standards, welche eine Anpassung des Leitfadens erforderlich machen. Den geänderten technischen sowie rechtlichen Rahmenbedingungen entsprechend wurden ebenso die Anwendungsbeispiele für öffentliche und private Ladeinfrastrukturen angepasst und erweitert.

Dabei hat der Leitfaden selbst seine Berechtigung in der wachsenden Bedeutung der Elektromobilität und dem Wunsch, die Technologie der breiten Öffentlichkeit näherzubringen. Daher soll die Elektromobilität für alle verständlich und greifbar gemacht werden, indem Vorurteile gegenüber der Elektromobilität abgebaut und ihre Vorteile kommuniziert werden.

Welche Neuerungen beinhaltet die vierte Version vom Leitfaden?

Eine wesentliche Änderung ist unter anderem die 2021 aktualisierte Ladesäulenverordnung (LSV) des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Sie legt standardisierte gesetzliche Anforderungen an Technik und Positionierung von Ladestationen im öffentlichen Raum sowie Mindestanforderungen an das verwendete Bezahlsystem fest.

VDE-AR-E 2532-100 ergänzt diese aktualisierten Anforderungen um einheitliche Standards bei Abrechnungs- und Authentifizierungsvorgängen an Ladesäulen und definiert die Mindestanforderungen an verlässliche und datenschutzkonforme Systeme zur Erkennung der Autorisierung an Ladesäulen. Ziel dieser neuen VDE Anwendungsregel ist es zu gewährleisten, dass die ab Juli 2023 geltenden Mindeststandards der LSV mit höchstmöglicher Sicherheit eingehalten werden können.

Relevant ist auch der Entwurf der Bundesregierung für ein Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG). Der Gesetzesentwurf setzt eine Vorgabe der EU-Gebäuderichtlinie zum Aufbau von Lade- und Leitungsinfrastruktur für die Elektromobilität in Gebäuden um und legt die Installation von Schutzrohren ab einer gewissen Anzahl an Stellplätzen fest.

Auch technischen Weiterentwicklungen in den Bereichen Leistungsmanagement, Ladebetriebsarten, Combined Charging System (CCS), Schnellladepunkten (DC und HPC) sowie induktivem Laden wird im überarbeiteten Technischen Leitfaden Rechnung getragen. Im Ausblick werden erstmals auch die sich aktuell in Erarbeitung befindenden Lösungen für das Laden schwerer elektrischer Nutzfahrzeuge umrissen.

Außerdem wurden neue Grafiken erstellt und bestehende Grafiken überarbeitet, um sie an den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik anzupassen. Neu hinzugekommen ist beispielsweise eine Übersichtsgrafik, welche Normen und Standards im Bereich des Ladens von Elektrofahrzeugen anschaulich aufzeigt.


Mann bezahlt fuer das Aufladen eines E-Autos
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Das Bezahlsystem an der Ladesäule: Investitionssicherheit durch Normen und Standards

Obwohl die Lade- und Entladeinfrastruktur zuletzt stetig ausgebaut wurde, herrscht auf Betreiber- und Endkundenseite noch immer Unsicherheit. Insbesondere das Bezahlsystem an der Ladesäule ist aktuell vielerorts uneinheitlich geregelt.

Mit der Ladesäulenverordnung und der neuen VDE Anwendungsregel VDE-AR-E 2532-100 ist zukünftig eine umfassende Standardisierung sowie ein einheitliches Bezahlsystem an der Ladesäule möglich.

Mehr erfahren

An welche Zielgruppen richtet sich der Leitfaden?

Der Technische Leitfaden für die Ladeinfrastruktur der Elektromobilität richtet sich vorrangig an folgende Zielgruppen:

  • Immobilienverwalter und Parkhausbetreiber
  • Architekt*innen und Städteplaner*innen
  • Mitarbeitende der öffentlichen Verwaltung
  • Netzbetreiber und Energielieferanten
  • Elektroplanende und Elektroinstallateure bzw. Elektroinstallateurinnen

Letztere nehmen gegenüber den anderen Zielgruppen eine Dienstleisterrolle ein. Investierende Personen oder Gesellschaften, Städteplaner*innen und Betreiber fordern Dienstleistungen an, während Netzbetreiber und Energielieferanten sowie Elektroplanende und Elektroinstallateure bzw. Elektroinstallateurinnen diese Anforderungen bedienen können.

Hinweis: Informationen für den Endnutzer finden sich im HEA-Leitfaden „Ladeinfrastruktur in Wohngebäuden“.

Redaktioneller Hinweis:

Die im Text aufgeführten Normen können Sie nach Veröffentlichung beim VDE VERLAG erwerben.

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Über den Inhalt

Das Thema der Elektromobilität, einschließlich der erforderlichen Infrastruktur zum Laden der Fahrzeuge, ist durch eine hohe Vielfalt gekennzeichnet.

Dieses Buch gibt dem Fachhandwerker eine Hilfestellung für die Beratung, die Auswahl des richtigen Ladepunktes beziehungsweise der Ladestation und die Installation dieser Komponenten – jeweils unter Beachtung der Normenreihe DIN VDE 0100.

Der Autor beantwortet Fragen zu den erforderlichen Sicherheitseinrichtungen, untersucht die zur Verfügung stehende Leistung an den Ladepunkten und führt Beispiele zu den Ladezeiten auf. Er gibt darüber hinaus relevante Hinweise zur Wartung der Infrastruktur und beschäftigt sich mit der Einbindung in die erneuerbaren Energien. Fachhandwerker und Betreiber finden hier alle notwendigen Informationen zur optimalen Vorgehensweise.

An wen richtet sich das Buch?

  • Elektroplaner
  • Elektroinstallateure

Autor/Herausgeber:

Klinger, Jürgen

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VDE Schriftenreihe Band 175

Elektroinstallation und Ladeinfrastruktur der Elektromobilität

Band 175 aus der VDE-Schriftenreihe

VDE Schriftenreihe Band 175

Band 175 aus der VDE-Schriftenreihe

Über den Inhalt:

Der Ausbau der Elektromobilität wird in naher Zukunft eine große Bedeutung erhalten, denn er ist politisch gewollt und wird finanziell gefördert.

Ladeinfrastruktur benötigt im Hintergrund eine gut errichtete Elektroinstallation, die auch in der Lage ist, den angeschlossenen Elektrofahrzeugen vom Netz Energie in die Akkus zu speisen.

Das Buch soll allerdings kein Wegbereiter für die eine oder andere technisch-wissenschaftliche Tendenz sein, vielmehr werden der Elektrofachkraft viele Informationen über technische und normative Sachverhalte zum Thema Elektromobilität und Ladeinfrastruktur vermittelt, um bei der Arbeit in der Praxis eine Unterstützung zu bieten.

An wen richtet sich das Buch?

  • Elektroingenieure, Elektromeister, Elektroniker
  • Fachplaner von Ladestationen und Ladeinfrastrukturen
  • Elektrofachkräfte, die sich im Themengebiet „Ladetechnik für E-Fahrzeuge" orientieren müssen
  • Kraftfahrzeugmechatroniker mit dem Schwerpunkt System- und Hochvolttechnik

Autor/Herausgeber:

Cichowski, Rolf Rüdiger


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