Großstadt bei Nacht
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25.10.2017 Seite 987 0 TOP

Smart Cities

Eine Stadt, in der die verschiedenen Bereiche wie z. B. Gebäude, Sicherheit und Schutz, Mobilität sowie Energie intelligent zusammenwirken, nennt man „Smart City“.

Die Definition Smart City ist bewusst allgemein und umfassend formuliert, um der derzeitigen Dynamik des Themas Rechnung tragen zu können. Sie soll dazu dienen, ein gemeinsames Verständnis und eine Vision zu schaffen, was „Smart Cities“ sind, welche Motivation hinter dem Konzept Smart Cities steht, welche Bereiche betroffen sind und was die übergeordneten Ziele sind.

Kontakt

Alexander Nollau

Motivation

Die weltweite Urbanisierung einerseits und die damit verbundene Entleerung ländlicher Regionen andererseits führen zu neuen Herausforderungen an die Struktur-, Angebots- und Ressourcenentwicklung von Siedlungsräumen (in Deutschland und weltweit).

Durch die IKT-Entwicklung und die damit verbundene Integrationsfähigkeit werden neue intelligente Lösungen in den unterschiedlichen Bereichen durch Verknüpfung von Einzellösungen möglich.

Dies führt zu neuen integrierten Technologie-, Service- und/oder Prozesslösungen mit einem hohen Bedarf an das Schnittstellenmanagement.

Eingrenzung

Smart City bezeichnet einen Siedlungsraum, in dem systemisch (ökologisch, sozial und ökonomisch) nachhaltige Produkte, Dienstleistungen, Technologien, Prozesse und Infrastrukturen eingesetzt werden, in der Regel unterstützt durch hochintegrierte und vernetzte Informations- und Kommunikationstechnologien.

Ziele

  • Lebensqualität und Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe der Bürger und Bürgerinnen zu verbessern
  • Nutzung von endlichen Ressourcen zu verringern und die Nutzung erneuerbarer Ressourcen zu etablieren
  • Daseinsvorsorge langfristig zu sichern und zu optimieren
  • Überlebens-, Anpassungs- und Widerstandsfähigkeit (Resilienz) des Siedlungsraums stärken
  • transparente Entscheidungskultur und Wissensgesellschaft schaffen
  • Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes dauerhaft erhalten oder erhöhen

Zusammenfassend wird die Zukunftsfähigkeit des Siedlungsraums verbessert und dabei negative Folgen der Urbanisierung gemindert oder vermieden.

Berücksichtigte Bereiche

  • Daseinsvorsorge
  • Energie
  • stoffliche Ver- und Entsorgung (Wasser, Abfall)
  • natürliche Umwelt
  • Mobilität und Verkehr
  • Gebäude und bauliche Infrastrukturen
  • Information und Kommunikation
  • Sicherheit und Schutz
  • Produktion und Logistik
  • Handel und Dienstleistungen
  • Soziale Infrastruktur (Bildung, Gesundheit, Kultur)
  • Stadtentwicklungs- und Stadtplanung
  • Politik und Verwaltung (Governance)

Zentraler Baustein

Elementares Kennzeichen von Smart Cities ist die Weiterentwicklung der Integration und Vernetzung der zuvor genannten Bereiche, um Effizienz, Effektivität und Widerstandsfähigkeit des Gesamtsystems zu steigern und die so erzielbaren ökologischen und sozialen Verbesserungspotenziale zu realisieren.

Wesentliche Prozessbedingungen

  • das Leitbild der "integrierten Stadtentwicklung"
  • Innovationsfähigkeit
  • enge Kooperation und Akzeptanz der Akteure sowie ein partizipativer Zugang zur Schaffung einer Beteiligungskultur
  • umfassende Integration sozialer Aspekte der Stadtgesellschaft.

Fazit

Die Definition „Smart City“ wird regelmäßig überprüft und ggf. angepasst.

(Die Definition zeigt nicht den Normungsbedarf auf, dieser wird gesondert im Zuge der Erarbeitung der gemeinsamen DIN/DKE-Normungs-Roadmap geprüft und festgelegt.)

Internationale und nationale Normungsaktivitäten

Übersicht internationale und nationale Smart City Gremien

DKE-Arbeitsschwerpunkte Smart City