Dreidimensionales Bild einer Stadt demonstriert Vernetzung
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09.01.2023 Fachinformation

Daten unterstützen die Zusammenarbeit im Bereich von Normen und Standards für Smart Cities

In einer Smart City wirken Bereiche wie Energie, Mobilität, Gebäude und Sicherheit intelligent zusammen. Aufgrund der fortschreitenden IKT-Entwicklung werden intelligente Lösungen in diesen Bereichen durch die Verknüpfung von Einzellösungen realisiert. Diese zusammenzuführen bedeutet einem hohen Bedarf an das Schnittstellenmanagement. Die Normung von Beginn an in den Entwicklungsprozess mit einzubeziehen bedeutet, ihre positiven Effekte zu nutzen.

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Ein Artikel von Natalie Mouyal

Normen sind für Städte von grundlegender Bedeutung. IEC-Normen helfen Städten, sicherzustellen, dass kritische Infrastrukturen wie Verkehrs- und Stromnetze ordnungsgemäß und sicher funktionieren.

Mehr als 2.000 IEC-Veröffentlichungen haben direkte Auswirkungen auf das Thema der sicheren und nachhaltigen Urbanisierung.

Die breite Verfügbarkeit neuer Technologien, die das Sammeln, Speichern und die Analyse von Daten ermöglichen, kann Städten dabei helfen, die Bedürfnisse ihrer Einwohner besser zu verstehen und entsprechend zu handeln. Um die Vorteile dieser Technologien jedoch vollumfänglich nutzen zu können, ist ein Systemansatz erforderlich. Ein solcher Ansatz trägt dem Umstand Rechnung, dass Städte aus einzelnen, aber miteinander verbundenen Systemen bestehen, die ganzheitlich betrachtet werden müssen.

Kontakt

Janina Laurila-Dürsch
Zuständiges Gremium
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2016 hat die IEC das Systems Committee (SyC) for Smart Cities (DKE/K 201) gegründet, um dazu beizutragen, der Systemkomplexität von Städten gerecht zu werden. SyC Smart Cities arbeitet im Rahmen seines Auftrags gemeinsam mit den technischen Komitees der IEC daran, ein Verständnis dafür zu schaffen, wie verschiedene Komponenten verwendet werden und innerhalb eines Systems zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass IEC-Normen den Anforderungen der Nutzer entsprechen. Das Systemkomitee arbeitet auch mit anderen Normungsorganisationen (en: standards development organizations, SDOs) zusammen, um Lösungen bereitzustellen, die das Wissen der einzelnen Organisationen nutzen und Überschneidungen vermeiden können.

Um einen besseren Einblick in die Arbeit der SyC Smart Cities Advisory Group (AG) 10 on Cooperation zu erhalten, hat IEC e-tech mit deren Convenor Wei Sun gesprochen, die gleichzeitig stellvertretende Vorsitzende von SyC Smart Cities ist.

Interview mit Wei Sun

e-tech: Welche Ziele verfolgt SyC Smart Cities AG 10 on Collaboration?

Wei Sun: AG 10 zum Thema „Zusammenarbeit“  wurde im Juli 2021 mit dem Ziel gegründet, auf Basis des IEC-Systemansatzes Richtlinien, Methoden und Verfahren vorzuschlagen, um die Zusammenarbeit innerhalb der technischen Komitees und Systemkomitees der IEC sowie mit anderen Normungsorganisationen, die gemeinsame Interessen im Bereich der Normung von intelligenten Städten („Smart Cities“) verfolgen, zu unterstützen. Dies umfasst das Sammeln und die Analyse von Informationen und Dokumenten, wie zum Beispiel die Berichte der Liaison-Verantwortlichen, sowie die Entwicklung und regelmäßige Aktualisierung der Liaison-Datenbank, die mit dem Mapping Tool verknüpft ist.

e-tech: Was hat die AG 10 seit ihrer Gründung Mitte 2021 erreicht?

Wei Sun: Da es sich bei einer intelligenten Stadt um ein komplexes System einzelner Systeme handelt, muss SyC Smart Cities Verbindungen („Liaisons“) zu anderen technischen Komitees (TCs), Subkomitees (SCs), Systemkomitees (SyCs) und Beratergruppen (en: advisory groups, AGs) der IEC sowie zur ISO und anderen Normungsorganisationen aufbauen und pflegen. IEC SyC Smart Cities hat bislang 15 Liaisons mit IEC-Komitees (TCs/SCs/SyCs), 12 Liaisons mit ISO-Komitees sowie verschiedene Liaisons mit der ITU aufgebaut.

Um einen aktiveren Austausch von Informationen und Arbeit zu erleichtern, ist für Systemkomitees eine neue Art von Mitgliedschaft möglich – als „Registered Member“ („R-member“). Wir haben im IEC-Systemkomitee Smart Cities Liaisons mit drei Registered Members aufgebaut: dem Center for Human Geography and Urban Development der Guangzhou Universität, dem Nanjing Land and Resources Information Center und Ping An International Smart City Technology.


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e-tech: Durch die vielen Liaisons wurde eine große Menge an Daten generiert. Wie können Nutzer Zugriff auf diese Daten erhalten und diese Verbindungen verstehen?

Wei Sun: Die AG 10 hat Liaison-Berichte gesammelt und eine Liaison-Datenbank auf Basis der Angaben in den Liaison-Berichten erstellt. Dazu gehören Informationen über die TCs/SCs/SyCs und/oder Organisationen der IEC, die erarbeiteten Normen, die laufenden Projekte, die wichtigsten Experten und relevante Meetings.

Wir entwickeln zurzeit ein Mapping Tool das die Daten dieser Datenbank nutzt, mit dem Ziel, die Verbindungen zwischen SyC Smart Cities und den zugehörigen TCs/SCs/SyCs der IEC und SDOs sowie deren Umfang, Roadmap, Expert*innen usw. darzustellen. Die mit dem Mapping Tool verknüpfte Liaison-Datenbank wird auf die Kooperationsplattform der IEC hochgeladen und sämtlichen Expert*innen und Vertreter*innen der Liaisons zugänglich gemacht.

e-tech: Wie arbeiten andere TCs/SCs/SyCs der IEC bzw. Normungsorganisationen mit IEC SyC Smart Cities zusammen?

Wei Sun: Innerhalb von IEC SyC Smart Cities unterstützen wir die Normungsarbeit im Bereich Elektrotechnik, um die Integration, Interoperabilität und Effektivität von städtischen Systemen voranzutreiben. Dieses Ziel lässt sich durch die Förderung der Zusammenarbeit und eines Systemdenkens von TCs/SCs/SyCs der IEC, dem SyC on Smart Cities und anderen Normungsorganisationen in Bezug auf Normen für städtische Systeme erreichen.

Ausgehend von den bisherigen Erfahrungen ist eine Zusammenarbeit in verschiedenen Formen möglich, darunter als Partnerorganisationen zur Erarbeitung von Normen, bei der Einreichung öffentlich verfügbarer Spezifikationen (en: publicly available specifications, PAS)/Fast Track, als Liaisons, Convenors, gemeinsame Arbeitsgruppen (en: joint working groups, JWGs), Co-Herausgeber, bei Horizontal Publications/Deliverables usw. Diese Kooperationsmodelle haben ihren Nutzen und ihre Wirksamkeit in unterschiedlichen Kontexten unter Beweis gestellt.

Um eine verstärkte Zusammenarbeit zu fördern und die Effizienz zu verbessern, erstellt AG 10 aktuell ein Dokument, das als Rahmen für eine systembasierte Zusammenarbeit im Bereich Smart-City-Normen dienen soll. Ziel des Dokuments ist es, einen allgemeinen Kooperationsrahmen vorzuschlagen, damit Expertinnen und Experten der IEC oder anderer Normungsorganisationen ein besseres Verständnis hinsichtlich der Bereiche für eine Zusammenarbeit und der Art der Zusammenarbeit mit SyC Smart Cities erhalten können.


SDG 11

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Wie lassen sich die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen erreichen?

Die DKE leistet direkt und indirekt, einen bedeutenden Beitrag, diese Ziele mit Normen und Standards, Fachleuten und Fachgremien, Positionspapieren, Roadmaps sowie Veranstaltungen und Seminaren zu erreichen.

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e-tech: Welchen Nutzen bringt eine Zusammenarbeit mit IEC SyC Smart Cities?

Wei Sun: IEC SyC Smart Cities konzentriert sich auf die Nachfrageseite, um die Anforderungen aller Interessengruppen, die von elektrotechnischen Normen profitieren können, zu erfassen. Die Arbeit von AG 10 besteht darin, in Zusammenarbeit mit den entsprechenden TCs/SCs/SyCs von IEC einen Arbeitsplan zu entwickeln, aufrechtzuerhalten und umzusetzen, um die Normen bereitzustellen, die notwendig sind, um Smart Cities zu unterstützen. Wir arbeiten auch eng mit anderen Normungsorganisationen zusammen, um sicherzustellen, dass die IEC-Normen in die Normenpakete passen, die erforderlich sind, um die Anforderungen von Smart Cities zu erfüllen.

Ein Großteil der Normen, die sich aus unserer Arbeit ergeben, wird in Zusammenarbeit mit anderen TCs/SCs/SyCs von IEC und SDOs entwickelt. AG 10 plant, einen Kommunikationskanal einzurichten, der die Interessen und Bedenken von Normungsorganisationen im Hinblick auf Smart Cities erfassen und analysieren kann. Durch die Arbeit von AG 10 haben wir beispielsweise festgestellt, dass die Normung im Hinblick auf digitale Zwillinge von Städten, ökologische Wirtschaft und Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes Gegenstand von Diskussionen bei der IEC, ISO und ITU ist.

AG 10 gibt den Anstoß, mit der Normungsarbeit in IEC SyC Smart Cities zu beginnen und mit den jeweiligen Normungsorganisationen zusammenzuarbeiten. Konsens und effiziente Arbeitsverfahren können durch Zusammenarbeit sowie die Entwicklung einschlägiger und qualitativ hochwertiger Normen erreicht werden.


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