Nahaufnahme vom Laptop mit einem USB-Anschluss Type-C
cronislaw / stock.adobe.com
07.02.2022 Fachinformation

Austauschbare Ladelösung für sämtliche Unterhaltungselektronikgeräte

Das Laden von Unterhaltungselektronikgeräten wird zunehmend einheitlicher. Möglich macht das unter anderem die Norm IEC 63002, von der kürzlich eine neue Version veröffentlicht wurde. Eine höhere Interoperabilität ermöglicht es, eine Vielzahl neuer Geräte zu laden und führt ebenso zu einer Reduzierung von Elektromüll, da ein Ladekabel universeller verwendet werden kann.

IEC-Logo
IEC

Die IEC hat die einheitliche, interoperable Ladelösung (IEC 63002, basierend auf neuesten USB-Technologien), aktualisiert.

Sie unterstützt den zunehmenden Einsatz bei einer noch größeren Anzahl an elektronischen Geräten.

Nach der erfolgreichen Einführung einer einheitlichen Lösung zum Laden von Smartphones (basierend auf USB-Technologien) im Jahr 2011 veröffentlichte die IEC 2016 eine einheitliche, interoperable Ladelösung, die neben Smartphones auch für andere elektronische Geräte wie Tablets und bestimmte Laptops geeignet ist.

Kontakt

Gerhard Henninger
Zuständiges Gremium
Downloads + Links

Verwandte VDE Themen

Austauschbare Ladelösung

Austauschbare Ladelösung

| USB Implementers Forum

Diese Ladelösung findet bereits weltweit Anwendung und trägt zur Umsetzung der politischen Ziele der Vermeidung von Elektronikabfall sowie der Erhöhung der Verbraucherfreundlichkeit bei.

Die IEC hat ein Update der IEC 63002 herausgegeben. Die aktualisierte Version wird dazu beitragen, dass die einheitliche, interoperable Ladelösung bei noch mehr elektronischen Geräten Anwendung findet. Damit können unterschiedliche Produktladegeräte, die die Lösung nutzen, mit jedem elektronischen Gerät verwendet werden, das diese Ladelösung ebenfalls nutzt.

Die Technologie ist sowohl aufwärts- als auch abwärtskompatibel, ist sicher und unterstützt auch zukünftige Innovationen, die sicherstellen, dass die Menge an Elektronikabfall reduziert und eine langfristige Verbraucherfreundlichkeit gewährleistet wird.

Zu viel Elektronikabfall und zu wenig Verbraucherfreundlichkeit

Einer im Dezember 2019 vom Fraunhofer Institut durchgeführten und von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebenen Studie zufolge hatten Verbraucher bisher Schwierigkeiten, zu erkennen, welches das richtige Ladegerät für verschiedene elektronische Geräte ist. Da jedes Gerät ein anderes Ladegerät hatte, wurde das jeweilige Ladegerät zudem nutzlos, sobald ein Gerät nicht mehr verwendet wurde. In der Folge wanderte das Ladegerät zu den anderen alten Ladegeräten in Schubladen und Schränken.

Durch neue USB-Technologien zum Laden elektronischer Geräte ist dieses Problem bereits kleiner geworden. Eine weitere deutliche Reduzierung des von Ladegeräten verursachten Elektronikabfalls lässt sich für eine wachsende Zahl von verschiedenen elektronischen Geräten prognostizieren.


Bodenverschmutzung durch Elektroschrottrecycling
Fevziie / stock.adobe.com

Globale Bemühungen zur Bewältigung des Elektroschrottproblems

Elektroschrott ist ein großes Problem, das durch die technologische Weiterentwicklung stetig zunimmt. Es bedarf daher globaler Ansätze, um dieses Problem zielgerichtet zu adressieren.

Die elektrotechnische Normung investiert viele Ressourcen in die Erarbeitung von Normen, Standards und Richtlinien, um die anfallende Menge an Elektroschrott zu verringern.

Mehr erfahren

Einheitliche Lösungen, mehr Leistung und höhere Sicherheitsanforderungen

Im Jahr 2011 veröffentlichte die IEC die Norm IEC 62684 (zuletzt aktualisiert 2018) auf der Basis von USB-Technologien (Normenreihe IEC 62680), die bei vielen datenübertragungsfähigen Telefonen Anwendung fand. IEC 62684 wird nun weltweit bei datenübertragungsfähigen Telefonen und anderen Geräten verwendet. Die Norm legt die Interoperabilitätsanforderungen einheitlicher Ladelösungen externer Netzteile (en: external power supplies, EPS) für den Gebrauch mit datenübertragungsfähigen Smartphones bis zu 7,5 Watt fest. EPS für Smartphones, die nach diesen Normen hergestellt werden, finden weltweit Anwendung.

Der Erfolg war Anstoß zur Entwicklung neuer Spezifikationen auf der Grundlage von USB-Technologien, die die Interoperabilitätsanforderungen einheitlicher Ladelösungen für leistungsstärkere Geräte im Detail festlegen. Diese Aufgabe war wesentlich komplexer, da leistungsstärkere Geräte, zum Beispiel Laptops oder Monitore, strengere Anforderungen hinsichtlich Sicherheit, Zuverlässigkeit, elektromagnetischer Störung der Ladeleistung und Energieeffizienz haben.

Fachleute auf der ganzen Welt haben zusammengearbeitet, um die neuestens USB-Spezifikationen zu erarbeiten, die diese Anforderungen erfüllen:

  • IEC 62680-1-3 (USB Typ C®) und
  • IEC 62680-1-2 (USB-Stromversorgung) und
  • die einheitliche, interoperable Ladelösung, die jetzt in Form von IEC 63002:2021* veröffentlicht wurde.

USB - Common Charging Interoperability Solution

Das Video erläutert die Vorteile von IEC 63002.

Es wurde gemeinsam von den Expert*innen von IEC/TC 100 und USB-IF erarbeitet.

Quelle: USB Implementers Forum


Interoperable Ladelösung ist abwärts- und aufwärtskompatibel

Die Norm IEC 63002 ist vollständig abwärtskompatibel mit IEC 62684. Die Vorteile der Interoperabilität einheitlicher Ladelösungen kommen damit auch Tablets, Notebooks und einer Vielzahl weiterer Geräte mit 100 Watt und mehr zugute. Sie enthält einen Leitfaden zu Interoperabilität sowie einen technischen Leitfaden und Spezifikationen für Kabel, Steckverbinder, Adapter sowie für Daten- und Stromversorgungsprotokolle. IEC 63002 legt ferner die Mindestanforderungen für externe Netzteile hinsichtlich Interoperabilität, Hardwaresicherheit und Zuverlässigkeit fest, aber erkennt die Autorität bestehender behördlicher Vorschriften an.

Die einheitliche, interoperable Ladelösung ermöglicht es Verbrauchern, ihre Ladegeräte für Tablets, Laptops, Bildschirme, Telefone, E-Reader, Kameras und andere kleine Elektronikgeräte zu verwenden bzw. wiederzuverwenden und beendet damit die Zeiten, in denen sich alte, nicht mehr kompatible Ladegeräte in Schubladen stapelten.

Drei Arten von Ladeszenarien:

  • Ein Ladegerät zum Aufladen verschiedener Geräte

Dasselbe Ladegerät kann zum Aufladen von Geräten verschiedener Hersteller sowie zum Aufladen verschiedener Gerätekategorien verwendet werden. So kann beispielsweise das Ladegerät eines Tablets auch zum Laden einer Kamera oder eines Mobiltelefons genutzt werden.

  • Verwendung eines Geräts zum Laden eines anderen Geräts

Ein Laptop kann unter anderem zum direkten Aufladen eines Tablets genutzt werden oder ein Mobiltelefon kann auch dazu verwendet werden, eine elektrische Zahnbürste oder einen Elektrorasierer aufzuladen.

  • Direktes Aufladen von Geräten über einer Steckdose oder Powerbank

Tablets, Laptops oder Telefone können direkt über eine Steckdose oder andere externe Stromquellen (z. B. USB-Netzsteckdosen, die an Möbeln, Geräten usw. angebracht sind) aufgeladen werden.


Newsletter in Tablet liegt auf einer Tastatur
Coloures-Pic / stock.adobe.com

Mit dem DKE Newsletter sind Sie immer am Puls der Zeit!

In unserem monatlich erscheinenden Newsletter ...

  • fassen wir die wichtigsten Entwicklungen in der Normung kurz zusammen
  • berichten wir über aktuelle Arbeitsergebnisse, Publikationen und Entwürfe
  • informieren wir Sie bereits frühzeitig über zukünftige Veranstaltungen
Ich möchte den DKE Newsletter erhalten!

Anforderungen an Umwelt- und Verbraucherfreundlichkeit

Ein Gerät muss nicht mehr entsorgt werden, weil das externe Netzteil kaputt ist, nicht mehr hergestellt wird oder verloren gegangen ist. Verbraucher können so ihre Geräte länger nutzen, da externe Netzteile mit einheitlicher Ladelösung sowohl abwärts- als auch aufwärtskompatibel mit verschiedenen Generationen von USB-Technologien sind.

Die globale Markteinführung von IEC 63002 ermöglicht:

  • Designern, externe Netzteile zu entwickeln, die perfekt auf die Bedürfnisse neuer Geräte im Hinblick auf System- und Ladeleistung, Zuverlässigkeit und Energieeffizienz abgestimmt sind und die gleichzeitig in der Lage sind, andere Arten von Geräten von unterschiedlichen Herstellern aufzuladen;
  • Herstellern, fortlaufende Innovationen zu unterstützen und gleichzeitig Interoperabilität, Qualität und Produktsicherheit zu gewährleisten;
  • Konsumenten, zu erkennen, welche Ladegeräte für die Verwendung mit dem jeweiligen Gerät optimiert sind (basierend auf der angegebenen maximalen Leistung), aber auch dasselbe Ladegerät einfach und sicher für verschiedene Geräte zu verwenden. Verbraucher können ihre Geräte länger nutzen und damit zur ökologischen Nachhaltigkeit beitragen.

*IEC 63002 legt die Anforderungen für die Interoperabilität einheitlicher Ladelösungen externer Netzteile fest, die für Computer und Unterhaltungselektronikgeräte verwendet werden, die IEC 62680-1-3 (Spezifikation von USB-Typ-C®-Kabeln und Steckverbindern) und IEC 62680-1-2 (USB-Stromversorgung) anwenden.


Interessiert an weiteren Inhalten zu Home & Building?

Fokusbild Home & Building

Bei Home & Building geht es um die Integration und Nutzung von Informations- und Telekommunikationstechnologien in der heimischen Umgebung, die eine neue Erfahrungswelt ermöglichen und bekannte Aktivitäten bei Unterhaltung, Komfort, Energiemanagement, Sicherheit und Gesundheit kosteneffizienter oder bequemer machen. Weitere Inhalte zu diesem Fachgebiet finden Sie im

DKE Arbeitsfeld Home & Building

Relevante News und Hinweise zu Normen