- Klares Signal dank etablierter Technik
- Koordinierte Show für kollektive Begeisterung
- Kommunikation funktioniert trotz Stadionlautstärke
Kick-off im Wohnzimmer: Wie moderne Technik und Standards den Super Bowl erlebbar machen
Es ist das Rematch aus dem Jahr 2015: Die New England Patriots treffen im Super Bowl XL auf die Seattle Seahawks. Mit 28:24 ging die Trophäe vor elf Jahren an die New England Patriots. Ob am Sonntag der siebte Titel für die Patriots folgt, oder die Trophäe zum zweiten Mal überhaupt an die Seahawks geht, ist völlig offen.
Für das Team aus Seattle, das die Buchmacher aktuell vorne sehen, spricht die starke Defensivleistung in dieser Saison. Manch einer sieht bereits Parallelen zur legendären „Legion of Boom“ aus den 2010er Jahren. Im Finale wartet mit den New England Patriots eine Mannschaft, mit der zu Beginn der Saison kaum jemand gerechnet hatte. „Players Coach“ Mike Vrabel jedoch hat eindrucksvoll bewiesen, warum man ihn in New England unbedingt verpflichten wollte. Beste Voraussetzungen also, damit sich die Fans im Stadion und an den Bildschirmen auf ein ausgeglichenes und vor allem spannendes Spiel freuen können.
Auf dem Weg in den Super Bowl unterlagen die San Francisco 49ers den Seattle Seahawks mit 6:41. Und damit hat das Team aus der Bay Area die Chance vertan, den Titel im eigenen Stadion zu gewinnen. Quarterback Brock Purdy und Runningback Christian McCaffrey werden am kommenden Sonntag also genau das Gleiche tun wie knapp 180 Millionen andere Menschen: zuschauen, wenn die beiden Quarterbacks Drake Maye und Sam Darnold ihre Teams zum Sieg führen wollen.
Je nach Spielverlauf haben Purdy und McCaffrey dann vielleicht ein wenig Zeit, um einen genaueren Blick auf das zu werfen, was links und rechts von Spielgeschehen passiert. Denn damit eine globale Großveranstaltung wie der Super Bowl vor Ort, aber vor allem auch im Live-Stream, problemlos abläuft, ist eine Menge Technik erforderlich.
Klares Signal dank etablierter Technik
Wenn Brock Purdy, Christian McCaffrey und etwa 180 Millionen Fans weltweit es sich mit Snacks und kalten Getränken vor dem Bildschirm gemütlich machen und den Fernseher einschalten, kommen die Live-Bilder leicht verzögert, aber gestochen scharf, bei ihnen an. Und je nach Streaminganbieter (und natürlich Abo-Modell) können die Zuschauer*innen zu Hause dann nicht nur jeden Touchdown und jede Interception, sondern auch jedes Holding und jede Pass Interference auf Knopfdruck in der Wiederholung sehen. Warum das funktioniert? Das Zauberwort lautet: Content Delivery Networks (CDN).
Wenn die Live-Übertragung des Super Bowls von nur einem einzigen Server abhängen und über 180 Millionen Menschen gleichzeitig das Spiel sehen wollen würden, bliebe der Bildschirm daheim schwarz. Zuletzt ist das dem Streaminganbieter Netflix passiert, als er die letzte Folge der Serie „Stranger Things“ veröffentlicht hat. Denn unabhängig vom Ausgang des Staffelfinales, gab es aufgrund von massiven Übertragungsproblemen bei vielen Fans lange Gesichter.
Damit genau das aber am Sonntag nicht passiert, werden unzählige Kopien des Live-Signals auf tausende CDN-Server auf der ganzen Welt verteilt. Wenn dann Fans in Frankfurt, Sydney oder Rio de Janeiro den Super Bowl schauen, verbinden sie sich mit dem jeweiligen CDN-Knoten, der sich geografisch am nächsten von ihnen befindet.
Es sind Standards wie diese, die in diesem Moment nicht nur für technische Zuverlässigkeit sorgen – sie schaffen auch soziale Teilhabe in einer zunehmend digitalen Welt. Dahinter stecken wiederum hochmoderne Rechenzentren, die mit redundanten Speichersystemen und leistungsstarken Datenbanken für eine fast verzögerungsfreie Übertragungsqualität sorgen. Und das dank der Normung mit Systemen, die eine unterbrechungsfreie Stromversorgung ermöglichen, aber auch die Klimatisierung und Kühlung der Serverräume absichern.
Mit der Entwicklung des Data Center Maturity Models – dem Reifegradmodell – haben Expertinnen und Experten darüber hinaus auf europäischer Ebene ein Werkzeug erarbeitet, das bei der Entstehung von Rechenzentren Orientierung und Vergleichsmöglichkeiten bietet. Energieeffiziente Systeme sowohl in den Stadien als auch in den Rechenzentren belegen, dass technische Standards zum Erfüllen einer ökologischen Verantwortung beitragen.
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Koordinierte Show für kollektive Begeisterung
American-Football-Fans warten schon jetzt gespannt auf die inszenierte Eröffnungszeremonie mit lauten Klängen und spektakulären Lichteffekten. Diese werden nicht nur den Gig der Punkrocker von Green Day beim Auftritt in ihrer kalifornischen Heimat auf ein anderes Level heben, sondern auch Menschen weltweit in ihren Bann ziehen. Schließlich haben die Betreiber des Levi’s Stadiums in der jüngeren Vergangenheit stark in die Infrastruktur investiert: Seit September 2025 verfügt die Sportstätte der San Francisco 49ers über neue 4k-Videowände, digitale Anzeigetafeln und eine moderne LED-Sportbeleuchtung.
Letztere ermöglicht nicht nur ein intensiveres – und von der Tageszeit unabhängiges – Sporterlebnis, sondern schafft vor allem vor den Spielen und in der Halbzeitpause eine besondere Atmosphäre. Absolutes Highlight eines jeden Super Bowls – neben dem eigentlichen Spiel und den extra für dieses Event produzierten Werbespots – ist für viele Fans vor allem die Halbzeitshow: In die lange Reihe großer Namen wie Bruce Springsteen, Madonna und Lady Gaga reiht sich in diesem Jahr der Künstler Bad Bunny ein.
Ein nicht unwesentlicher Teil seiner Performance wird begleitet von elektrotechnischen Normen. Diese bieten zum Beispiel den Herstellern von LED-Leuchtmittel Vorgaben und Festlegungen bei der Produktion – vor allem in Hinblick auf die Aspekte Sicherheit und Nachhaltigkeit. Normen sorgen dabei zum Beispiel für effektiven Schutz vor elektrischen Schlägen oder elektrothermischer Brandgefahr, was sowohl die Menschen als auch das eingesetzte Equipment schützt.
Warum Drake Maye genau versteht, was sein Coach von ihm erwartet
„Spider 2 Y Banana“, „Pro Right, Twins Left, 362 F-Shallow“ oder auch einfach „OMAHA!“ – typische Namen für Spielzüge auf dem Feld. Letzterer geprägt von Quarterback-Legende Peyton Manning. Diese und weitere Anweisungen finden ihren Weg via On-Field-Kommunikation den Weg vom Head Coach zum Quarterback. Wenn am Sonntag Mike Vrabel seine Anweisungen an Drake Maye weitergibt, wird dies reibungslos funktionieren – und das, obwohl es an dem Tag nicht viele Orte auf der Welt geben dürfte, die lauter sind als das Levi’s-Stadium in Santa Clara.
Damit die Verbindungen auf dem Feld und andere drahtlose Kommunikationsabläufe äußeren Einflussfaktoren standhalten, wurden dafür in der Normung klare Anforderungen an Funksysteme festgelegt. Im Rahmen von Normungs- und Standardisierungsprozessen werden Testumgebungen erarbeitet, in denen die Funktionalität dieser Verbindungen unter erschwerten Bedingungen – wie etwa mechanische oder thermische Belastungen – überprüft wird. Außerdem müssen sie sich gegen Feuchtigkeit oder Störungen durch elektromagnetische Effekte, zum Beispiel durch eine hohe Gerätedichte, beweisen. Diese Modelle entstehen in der Normungsarbeit und werden im Anschluss von spezialisierten Dienstleistern überprüft.
Wenn Drake Maye am kommenden Sonntag also den möglicherweise entscheidenden Spielzug von Head Coach Vrabel auf das Ohr bekommt, stehen dahinter klar geregelte Sendeleistungen, definierte Frequenzbereiche und genormte Übertragungsfenster, die einen guten Gedanken in einen sehr gut verständlichen Ton verwandeln können – verlustfrei und in Echtzeit.
Unsichtbare Technik für ein sichtbares Spektakel
Wenn wir uns dann die Millionen von Fans, Brock Purdy und Christian McAffrey, ausgerüstet mit Snacks und Drinks, auf der Couch vorstellen, werden sie mit Sicherheit einen packenden Fight um den 60. Super Bowl verfolgen. Und während auf dem Rasen und auf den Bildschirmen Hochleistungssportler um den Erfolg kämpfen, sind es im Hintergrund die Normen, die wie so häufig im Stillen ihren Beitrag zum Erfolg des großen Ganzen leisten. Und ein lokales Sportereignis in ein weltweites Phänomen verwandeln.
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