Monitor mit Herzrate während einer OP
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01.03.2021 Fachinformation

Unterstützung bei der Visualisierung von Schallmessungen

Schall nehmen wir als ganz selbstverständlich wahr. In vielen Branchen ist es erforderlich, Akustik zu visualisieren. Die Norm IEC 60263 beschreibt bereits seit 1982 spezifische Anforderungen. 2020 wurde die Norm vollständig überarbeitet, um sie inhaltlich an die digitale Welt anzupassen.

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IEC

Von Catherine Bischofberger

Für die meisten von uns ist ein „Plot“ etwas, das uns einen Krimi gebannt bis zum Ende lesen lässt. Aber wie die entsprechende deutsche Bezeichnung „Diagramm“ zeigt, gibt es noch eine weitere, eher technische Bedeutung, die allen ein Begriff ist, die in Bereichen tätig sind, in denen es um Schall und Hören geht.

Es handelt sich in dem Fall um eine übersichtliche Aufstellung von Informationen, in der Schalldaten detailliert visualisiert sind – eine grafische Darstellung mit zwei Achsen, in der unterschiedliche Variablen, z. B. Dezibel (dB), verwendet werden.

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Dr. Renate Förch
Zuständiges Gremium
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Ein solches Schallpegeldiagramm muss so exakt wie möglich sein, da es sich um ein Dokument handelt, das Ingenieuren und Technikern in zahlreichen mit Schall arbeitenden Branchen helfen kann, die Leistung von Mikrofonen, Lautsprechern und sogar EarPods einzuschätzen. Die Diagramme werden daher mit spezifischen, von der IEC genormten, Seitenverhältnissen erstellt. Ein Seitenverhältnis ist eine Option für Grafiken und zugehörige Funktionen, die dabei das Verhältnis von Höhe und Breite für ein Diagramm festlegt.

Neue Norm für das digitale Zeitalter

Eine neue Ausgabe der Norm IEC 60263, die im TC 29 von IEC erarbeitet wird, bringt die Spezifikationen für diese Seitenverhältnisse und Diagramme auf den neuesten Stand. IEC/TC 29 (DKE/K 821) veröffentlicht Normen zu Messinstrumenten und -verfahren im Bereich der Elektroakustik.

Christopher J. Struck leitet die Arbeitgruppe, die die Veröffentlichung in IEC/TC 29 erarbeitet hat, und erläutert: „Die vorherige Ausgabe stammt aus dem Jahr 1982. Der Kontext hat sich seitdem stark verändert. Damals wurden Diagramme auf Endlospapier-Rollen in Standardgröße mit einem festen Seitenverhältnis gedruckt. Heute leben wir jedoch in einer weitgehend papierlosen Gesellschaft, und grafische Darstellungen von Schallmessungen haben den Weg auf den Computerbildschirm bzw. das Mobiltelefon gefunden. Auf Bildschirmen und Displays können grafische Darstellungen gestreckt oder gestaucht erscheinen, sodass sie ungenau werden und schwierig zu interpretieren sind. Es war an der Zeit, die Norm zu aktualisieren und sie an die digitale Welt anzupassen.“

Struck weiter: „TC 29 ist ein stark praxisbezogen arbeitendes technisches Komitee. Wir sehen unsere Aufgabe darin, anderen Branchen die Herstellung und Prüfung spezifikationsgemäßer Produkte zu ermöglichen – egal, ob es sich um Telekommunikationsprodukte, Prüfinstrumente oder Unterhaltungselektronik handelt. Die Mitglieder anderer TCs innerhalb der IEC sind auch unsere Kunden. Das gilt zum Beispiel für IEC/TC 100, das Normen für den audiovisuellen Bereich entwickelt. Wir stehen mit den Experten aus TC 100 in Verbindung, und sie beziehen sich auf unsere Normen.“


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Ein Werkzeug für andere Technische Komitees

Die Anwendung der neuen Ausgabe deckt folgende Bereiche ab:

  • Elektronische Dateien
  • Wissenschaftliche Veröffentlichungen
  • Grafische Darstellungen (Diagramme) in anderen Normen
  • Bildschirmanzeigen in Programmen und Software-Anwendungen (Apps)

Struck ergänzt: „IEC 60263 ist ein Referenzdokument, ähnlich den IEC-Terminologienormen. Es ist eine grundlegende Veröffentlichung, die alle anderen IEC-Normen in Bezug nehmen können.“ Struck ist darüber hinaus Mitglied in einer der Arbeitsgruppen von IEC/TC 29, die sich mit Messmikrofonen, Hörgeräten, Ohrsimulatoren und modularer Instrumentierung befasst.

Er ist zudem aktives Mitglied von IEC/TC 43, das sich mit der Normung von Verfahren zur Messung akustischer Phänomene beschäftigt. „Die Zusammenarbeit mit ISO und anderen Technischen Komitees der IEC ist wichtig, um sich nicht nur auf sein Spezialgebiet zu konzentrieren, sondern übergreifend zu denken. Auf diese Weise vermeiden wir, bei jeder neuen Veröffentlichung das Rad immer wieder neu zu erfinden.“

Die Prozesse, die es uns ermöglichen, Schall wahrzunehmen, sind sehr komplex. Der Informationsaustausch im Bereich Schall und akustische Messungen sollte so präzise wie möglich erfolgen. Die systematische Nutzung genormter Verfahren vermeidet Fehlinterpretationen und minimiert auf diese Weise die Fehlerzahl. Und genau deshalb ist die Arbeit von Christopher J. Struck und seinen Expertenkollegen von so entscheidender Bedeutung.


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