Glasfaserkabel bis zur Hauswand verlegt - Breitbandanschluss
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08.05.2020 Fachinformation

Fibre-to-the-Home ist die Zukunft

Normen für die Standortverkabelung gibt es bereits sei mehr als 25 Jahren. Im Übergang von der Netzebene 3 zur Netzebene 4 existiert jedoch ein Graubereich. Unklar ist hierbei nämlich, ob die vorhandenen Normen und Standards ausreichend sind. Klarheit soll zukünftig ein Praxisleitfaden für die Wohnungs- und Gebäudeverkabelung schaffen.

Dieser Artikel ist Bestandteil unserer Artikelserie „Breitbandausbau in Deutschland“.

Hausanschlüsse sind nur unzureichend standardisiert

Standortverkabelung ist in den Normen der Reihen DIN EN 50173 (VDE 0800-173) und DIN EN 50174 (VDE 0800-174) seit über 25 Jahren standardisiert. Die Normungsexperten des VDE DKE Gremiums GUK 715.3 erarbeiten unter anderem diese wichtigen europäischen Normenreihen. Für die FTTH-Verkabelung an Standorten wurde bereits 2014 die DIN EN 50700 (VDE 0800-700) erarbeitet und veröffentlicht.

Kontakt

Thomas Sentko
Zuständiges Gremium

Von der Netzebene 3 (Baubereich) hin zur Netzebene 4 (Schnittstelle von der Ortsvermittlung bis zur Inhouse-Verkabelung) existiert ein Graubereich: Hier ist es so, dass es für die Übergänge – also beispielsweise die einfache Hauseinführung oder auch die Durchführung sowie Abdichtung – Standards gibt, aber nicht klar ist, ob diese Standards ausreichend sind. Weiterhin müssen ankommende Röhrchen und Fasern in speziellen Verteilergehäusen aufgelegt werden, die im Inhouse-Bereich noch nicht üblich sind. Häufig kommen an dieser Stelle noch immer proprietäre Lösungen zum Einsatz, die bei der Inhouse-Verkabelung durch einheitliche, anerkannte oder bereits vorhandene Standards ersetzt werden müssen.

Als Voraussetzung für die Installation von Breitband-Glasfaser im Inhouse-Bereich werden geeignete Leitungsführungswege benötigt. Diese sind in der Normenreihe DIN 18015 „Elektrische Anlagen in Wohngebäuden“ standardisiert. Trotzdem fehlen in vielen Bestandsgebäuden aber geeignete Leerrohre für die Verlegung von Glasfaser Leitungen vom Hausübergabepunkt bis zur Wohnung. Hier müssen die vorhandenen Normen ggf. noch erweitert werden.


Schaltkabel und Netzwerkschalter
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Expertengremium DKE/GUK 715.3 Informationstechnische Verkabelung von Gebäudekomplexen

Das Gremium DKE/GUK 715.3 befasst sich u. a. mit folgenden Themen:

  • Erarbeitung harmonisierter Normen auf dem Gebiet der informationstechnischen Verkabelung von Gebäudekomplexen
  • Erarbeitung deutscher Beiträge zu den relevanten internationalen Normungsvorhaben der WG 3 des ISO/IEC JTC 1/SC 25 und Wahrnehmung von Aufgaben des nationalen Spiegelgremiums für die Vorhaben aus SC 25/WG 3 im Auftrag des DKE/GK 715
Zum Expertengremium DKE/GUK 715.3

Praxisleitfaden für die Wohnungs- und Gebäudeverkabelung

Die Arbeitsgruppe Digitale Netze (AG Digitale Netze) wird vom Verkehrsministerium geleitet und arbeitet an genau diesen Problemen.

In der AG Digitale Netze finden sich alle relevanten Institutionen in Deutschland wieder: Bundesamt für Straßenbau, Bundesnetzagentur, Bund der kommunalen Arbeitgeber Behörden – und somit Instanzen, die auch für den Breitbandausbau in Deutschland zuständig sind.

So wie unter anderem die Deutsche Bahn, die Deutsche Telekom und Vodafone in dieser Arbeitsgruppe vertreten sind, ist auch VDE DKE in der AG Digitale Netze vertreten. Ziel von VDE DKE ist es, die bereits vorhandenen Dokumente gemeinsam mit den Fachexperten im Normungsgremium „DKE/GAK 412.0.3 Praxisleitfaden Wohnungs-Verkabelung“ zu konsolidieren und zu vereinheitlichen – als Bestandteil des gemeinsamen Handbuchs für den Breitbandausbau oder als weiterführende, normenergänzende VDE Anwendungsregeln.


Breitbandausbau Osnabrück: So kommt die Glasfaserleitung ins Haus

In Osnabrück startet der geförderte Breitbandausbau: Rund 600 Adressen, die noch als „weiße Flecken“ gelten, erhalten moderne FTTH (Fibre-to-the-Home)-Glasfaseranschlüsse und so auch die Möglichkeit, Bandbreiten im Gigabitbereich zu nutzen. Aber wie kommt die Glasfaserleitung eigentlich ins Haus? Die Stadtwerke Osnabrück AG hat hierzu ein sehr verständliches und anschauliches Video erstellt, das die einzelnen Schritte aufzeigt – von der Planung bis zur Inbetriebnahme.

Quelle: youtube.com / Stadtwerke Osnabrück AG


Artikelserie: Breitbandausbau in Deutschland

Ortsschild Glasfaser Kupfer
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Förderung der digitalen Infrastruktur durch einheitliche Standards

Glasfaserkabel machen bis dato nur einen sehr geringen Anteil am gesamten Breitbandnetz aus.

Neue Kommunikationstechnologien nutzen hohe Bandbreiten aus, um Daten zu übertragen – mit den bisher verwendeten Kupferkabeln ist das aber praktisch kaum möglich.

In der DKE arbeiten zahlreiche Experten gemeinsam an Lösungen für die Herausforderungen des Breitbandausbaus.

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