Peaksaver Schriftzug
DKE
28.07.2026 Projekt

Peaksaver – Projekt zur Strommarktintegration von E-Fahrzeugen auf Basis von Fahrzeugdaten

Schon jetzt übersteigt das Angebot an Energie aus erneuerbaren Anlagen lokal regelmäßig den Bedarf. Ziel des Projekts ist die energiewirtschaftliche Nutzung von Fahrzeugdaten, damit Fahrzeuge gezielt als verteilte Verbraucher unabhängig vom Ladeort bewirtschaftet werden können.

Projektlaufzeit:    01.04.2026 bis 30.09.2028

Konsortialführer:     decarbon1ze GmbH

Konsortialpartner:

  • decarbon1ze GmbH
  • AUDI AG
  • VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V.

Projektträger:   TÜV Rheinland Forschungs- und Innovationsmanagement GmbH

Kontakt
Dennis Heusser
Volker Rothe

Projektmotivation

Schon jetzt übersteigt das Angebot an Energie aus erneuerbaren Anlagen lokal regelmäßig den Bedarf. Nur wenn ökonomische Anreize das Elektrofahrzeug möglichst direkt erreichen, werden Ladevorgänge in Zeiten des Energieüberschusses verschoben.

  • Die Nutzung von Fahrzeugdaten zur Belieferung und Beschaffung von Fahrstrom bietet eine skalierungsfähige Lösung zur Aktivierung des Flexibilitätspotentials der Fahrzeugbatterien mit Standardkomponenten.
  • Die Weiterentwicklung von Fahrzeugdaten zu bilanzierungsfähigen Verbrauchszeitreihen erfüllt die EU-Anforderung an spezielle Messgeräte (DMD) und ermöglicht eine standardisierungsfähige Einbindung von E-Fahrzeugen – unabhängig von nationalen Messsystemen.  
  • Die Verknüpfung von Verbrauchsdaten und Ladeanforderungen des Fahrzeugs mit Prognosen lokaler und regionaler Erzeugung verbessern die Planungsgrundlage der Beschaffung für und Tarifierung von E-Fahrzeugen und leistet durch das Laden von Überschussstrom einen Beitrag zur verbesserten Energiesystemintegration. 
  • Bereits vor flächendeckender Energiesystemdigitalisierung können so die Flexibilitätspotentiale der Fahrzeugbatterien zeitnah aktiviert werden.
  • Durch eine direkte Kommunikation mit den Fahrzeugen können deren immer besser werdende Bedarfsprognosen im Energiesystem wirksam werden, auch ohne Verbindung des Fahrzeugs mit dem elektrischen Netz. Dadurch kann eine zusätzlich verbesserte Prognose der Balance von Erzeugung und Verbrauch im Energiesystem erreicht werden.

Projektbeschreibung

Der Schwerpunkt der Projektarbeit liegt in der Beschreibung der Anforderungen an die Aufbereitung von Fahrzeugdaten für deren Einbindung als Daten eines speziellen Messgeräts im Sinne der Richtline, das heißt zur energiewirtschaftlichen Nutzung in Standardprozessen der Marktkommunikation. Die Partner planen darauf aufbauend die Entwicklung und Demonstration eines normierungsfähigen Vorschlags für die entsprechende fahrzeugseitige Datenbereitstellung. 

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der umfassenden Erprobung und Validierung mit realen Fahrzeugen in verschiedenen praxisnahen Anwendungsszenarien. Durch diese aufwändige Test- und Evaluierungsphase sollen die Anforderungen nicht nur theoretisch abgeleitet, sondern praktisch überprüft und optimiert werden.

Folgende Arbeitspakete wurden definiert:

  • Analyse und Konzeption in AP 1
  • Pilotierung (praktische Umsetzung) in AP 2
  • Belastbare, praxistaugliche Spezifikation in AP 3
  • Daraus abgeleitete Vorschläge für die Standardisierung in AP 4.

Damit wird eine hohe Umsetzungsreife erreicht, die eine zügige Überführung der Ergebnisse in die energiewirtschaftliche Praxis ermöglicht.

Projektziele

Ziel des Projekts ist die Ermöglichung der energiewirtschaftlichen Nutzung von Fahrzeugdaten. So können Fahrzeuge gezielt als verteilte Verbraucher unabhängig vom Ladeort bewirtschaftet werden. Kunden soll somit ermöglicht werden, an flexiblen, günstigen Stromtarifen teilzuhaben und lokale Erzeugungsüberschüsse mittels einheitlicher Technik und Prozesse deutschland- und europaweit in E-Fahrzeugen nutzen zu können.

Die Fahrzeuge übernehmen dabei eine doppelte Rolle als „PeakSaver“: Die Aktivierung flexiblen Verbrauchs mit lokalem Energiesystembezug dient der Aufnahme lokaler und regionaler Erzeugungsspitzen („Peaks“) zur Vermeidung der Abregelung. Gleichzeitig profitieren E-Fahrzeugnutzer von günstigen Preisen – ein finanzielles Saving zusätzlich zur positiven Energiewendewirkung.

Das angestrebte Projektergebnis ist die Beschreibung der Anforderungen an Fahrzeugdaten, sodass Fahrzeuge als spezielles Messgerät im Sinne des Artikel 7b der Strombinnenmarktverordnung anerkannt und die resultierenden Werte energiewirtschaftlich bilanziert werden können.

Die Projektpartner beabsichtigen, die Projekterkenntnisse in nationale und europäische Normungsgruppen der Elektromobilität sowie in energiewirtschaftliche Fachausschüsse zur Integration kleiner, verteilter Flexibilitäten einzubringen. Die Anbindung an bereits standardisierte Datenformate und -prozesse wird die energiewirtschaftliche Integration bundesweit anschlussfähig machen.

Mobilität und Strommarkt sind gleichermaßen grenzüberschreitend und europäisch ausgerichtet. Ziel des Vorhabens ist es daher auch, das entworfene System hinsichtlich seiner Eignung als Standard über den deutschen Energiemarkt hinaus zu bewerten. Damit hat die zu untersuchende Lösung das Potential zur zukunftweisenden, europaweiten Standardisierungsgrundlage.


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