DKE_jahresbericht_2016_Health
05.05.2017 Publikation 122 0

Wearables

Nah am Körper getragene elektronische Geräte, sogenannte Wearables, sind ein aktuelles Thema im Technikbereich. Die bekanntesten Vertreter sind in Deutschland bisher Fitnessarmbänder und Smartwatches. Doch es gibt Wearables in vielen Formen: Von Schmuck, über Socken, Einlegsohlen, Pflaster und mit Sensoren versehene Kleidungsstücke existieren schon jetzt eine Vielzahl von Wearable-Typen. Dabei ist die Idee nicht neu: Schon lange gibt es Mikrocomputer als Uhr am Handgelenk oder als Hörgerät hinter dem Ohr. Jüngst entwickeln sich die Techniken zur Miniaturisierung und zur kabellosen Kommunikation so rapide und ermöglichen damit ganz neue Gerätetypen, deren Einsatzmöglichkeiten von Lifestyle und Gesundheit bis zu Arbeit und Sicherheit reichen.

Ziel von Wearables ist in der Regel die aktive oder passive Unterstützung des Nutzers durch Daten, die die Sensoren des Gerätes erfassen. Bei einem Fitnessarmband besteht die Unterstützung beispielsweise darin, dass das Gerät Daten zum Bewegungsprofil des Nutzers sammelt, die dann entweder im Gerät selbst oder in einer Anwendung auf einem anderen Gerät, häufig einem Smartphone, ausgewertet werden. Anhand gewählter Vorgaben erhält der Nutzer dann durch Benachrichtigungsfunktionen Informationen über seinen Bewegungsstatus. Zum Beispiel kann der Nutzer aufgefordert werden, ein paar Schritte zu gehen, wenn die Schrittzahl unter den festgelegten Sollschritten liegt.

Anders als Geräte, die eine Interaktion des Nutzers mit dem Gerät voraussetzen, können Wearables den Nutzer auch dann unterstützen, wenn er nicht mehr selbst in der Lage ist zu handeln. So können Wearables beispielsweise ein Signal an designierte Dritte senden, wenn ein Nutzereinen Herzinfarkt erleidet oder ein Feuerwehrmann im Einsatz bewusstlos wird.

Die Funktionalität, anhand von Daten Ereignisse frühzeitig zu erkennen, die der Nutzer selbst nicht oder nur bedingt wahrnimmt, ist gerade im Hinblick auf Prävention und Management von Erkrankungen vielversprechend. So gibt es Wearables zur Früherkennung von epileptischen Anfällen und Asthmaattacken oder intelligente Socken, die Patienten mit Diabetes Mellitus helfen können, dem Diabetischen Fußsyndrom vorzubeugen.

Um das Potential von Wearables voll auszunutzen, müssen neben der Gerätesicherheit auch die Verlässlichkeit und Qualität der Daten sowie der Datenschutz gewährleistet sein. Hinzu kommen neue Herausforderungen, wie beispielsweise die Waschbarkeit von mit Sensoren und elektrischen Komponenten ausgestatteten Textilien. Den hier vorliegenden Normungs- und Standardisierungsbedarf hat die Internationale Elektrotechnische Kommission (IEC) erkannt und bereits im Sommer 2015 eine Strategiegruppe zum Thema Smart Wearable Devices gegründet. Das Ergebnis ihrer Aktivität war die Empfehlung, ein neues Technisches Komitee zur internationalen Normung von „Wearable Electronic Devices“ zu gründen. Auf der 80. Generalversammlung der IEC, vom 10. bis 14. Oktober 2016 in Frankfurt, wurde dieser Empfehlung entsprochen und die Gründung dieses neuen Technischen Komitees in die Wege geleitet.

Gesundheitsapp auf einer Smart Watch
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Kontakt

Dr. Cord Schlötelburg

Normungserfolge