NR SmartGrid V2 DE S1
23.01.2017 Publikation 438 0

Deutsche Normungsroadmap "E-Energy/Smart Grids 2.0"

Status, Trends und Perspektiven der Smart Grid-Normung

NR SmartGrid V2 DE S1

Der Umbau der deutschen Energieversorgung „am offenen Herzen“ bringt gewaltige Herausforderungen mit sich:

  • Ausbau und die Integration der erneuerbaren Energien
  • Neuordnung der Märkte

Das Smart Grid, die Verbindung von Energietechnik mit Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), spielt dabei eine Schlüsselrolle: Die Automatisierung der Verteilungsnetze zur intelligenten Synchronisierung von Stromerzeugung und -verbrauch und der Ausbau des Stromnetzes ist für die Energiewende entscheidend. Eine notwendige Voraussetzung für die technische Umsetzung und für die erforderliche Investitionssicherheit beim Aufbau des Smart Grid ist die Normung. Mit der zweiten Version der deutschen Normungsroadmap „E-Energy/Smart Grid“ wurde nun ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Smart Grid gesetzt.

Aufgaben der Normungsroadmap 2.0


Die Normungsroadmap 2.0 übernimmt nicht nur eine Pionierrolle auf dem Gebiet E-Energy/Smart Grid. Vielmehr wurde eine neue Herangehensweise an die Normung an sich etabliert, die den vielfältigen Herausforderungen in komplexen Systemen gewachsen ist. Wesentlich ist dabei die Integration von unterschiedlichsten Teilgebieten und Fachkreisen. Dies wird über die Ausrichtung der Aktivitäten auf die gewünschten oder geforderten Dienste erreicht, die das komplexe System Smart Grid anbieten soll. Mithilfe eines generischen Modells (Smart Grid Architecture Model – SGAM) werden dann die Umsetzungsmöglichkeiten untersucht. Dabei wird durch die Beschreibung der Dienste und die zunehmende Detaillierung in „Use Cases“ (Anwendungsfällen) auf Funktions-, Informations-, Kommunikations- und Komponentenebene die Voraussetzung für die Zusammenarbeit der unterschiedlichsten beteiligten Normungsgremien geschaffen.

Die in der Roadmap entwickelten Verfahren werden heute schon in vergleichbar komplexen Aufgabenstellungen genutzt, so auf den Feldern E-Mobility, Ambient Assisted Living (AAL) und Smart Home.

Dabei geht es stets um die gemeinsame Erarbeitung von Themen:

  • Definitionen von Anforderungen für Anwendungen (Requirements)
  • Komplexitätsreduktion
  • gemeinsames Verständnis
  • Konsensbildung

Eine besondere Aufgabe stellen die nationalen und regionalen Regulierungsanstrengungen dar, die teilweise sehr detaillierte Vorgaben definieren. Hier die Roadmap der bewährte Ansatz, die Ausformulierung der technischen Details den etablierten Normungsgremien zu überlassen. Durch dieses Vorgehen kann die Basis für Konsensbildung so auch bei sehr unterschiedlichen Interessengruppen gewahrt werden.

Zukünftige Entwicklungen


Auch auf europäischer und internationaler Ebene haben die deutschen Arbeiten großen Anklang gefunden. So folgen die Aktivitäten zur Umsetzung des Smart-Grid-Normungsmandates M/490 der EU-Kommission und die Tätigkeiten auf IEC-Ebene der dargestellten Methodik. Allerdings sind die Akteure verstärkt auf die Mitarbeit von Industrie, Politik sowie der gesamten Öffentlichkeit angewiesen, damit die komplexe Normungsarbeit schnell Früchte trägt. Die gestarteten Arbeiten müssen stärker detailliert beschrieben und in bestehenden Gremien umgesetzt werden. Dabei gilt es auch, die im Bereich der Energie-, Industrie- und Gebäudeautomatisierung bestehenden international anerkannten Normen zu beachten, zu nutzen und bekannt zu machen.
Damit Deutschland auch künftig die strategisch wichtige Vorreiterrolle in der Normung übernehmen und ausfüllen kann, ist eine verstärkte Mitarbeit auf nationaler und internationaler Ebene notwendig. Deutsche Unternehmen sollten sich aus Sicht von VDE|DKE deshalb intensiver in die deutsche, europäische und die internationale Normung einbringen. Dies eröffnet große Chancen sowohl für die beteiligten Unternehmen selbst als auch für den Industriestandort Deutschland.

Unseren Arbeitsbereiche mit ihren Gremien