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Ausrüstung und Rohre in Industriekraftwerk
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Seite 11943 0

Installationstechnik, Anlagen, Geräte und Maschinen

Verlautbarung zu DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2016-02 Abschnitt 421.7

„Besondere Maßnahmen zum Schutz gegen die Auswirkungen von Lichtbögen in Endstromkreisen bis 16 A Bemessungsstrom“

02.11.2017

„Besondere Maßnahmen zum Schutz gegen die Auswirkungen von Lichtbögen in Endstromkreisen bis 16 A Bemessungsstrom“

02.11.2017

Das für die Norm DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2016-02 „Errichten von Niederspannungs­anlagen – Teil 4-42: Schutzmaßnahmen – Schutz gegen thermische Auswirkungen (IEC 60364-4-42:2010, modifiziert + A1:2014); Deutsche Übernahme HD 60364-4-42:2011 + A1:2015“ zuständige DKE-Unterkomitee 221.2 „Schutz gegen thermische Auswirkungen/Sachschutz“ gibt als Hilfe für die Anwendung folgende Hinweise zur Norm. Diese gelten bis zum Abschluss der international begonnenen Überarbeitung dieses Normenteils und dessen Übernahme in Deutschland.

1.) Von den Anforderungen kann abgewichen werden, wenn eine andere Lösung in gleicher Weise das vorgesehene Schutzziel „Vermeidung der Entstehung eines Brandes durch Fehlerlichtbogen“ erreicht und auf Basis einer Risikobeurteilung ein anderer mindestens gleichwertiger Schutz sichergestellt wird.
Für öffentliche Gebäude hat der Arbeitskreis Maschinen und Elektrotechnik staatlicher und kommunaler Verwaltungen (AMEV) eine Ergänzung „Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtung (AFDD)“ zur AMEV-Empfehlung „EltAnlagen 2015“ veröffentlicht.

2.) DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2016-02 ist gültig für Neuanlagen und bei Erweiterung oder Änderung von bestehenden Anlagen. Die Vorgängerausgabe DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2013-02 ist mit dem Erscheinen der Neuausgabe zurückgezogen worden; auf Grund der festgelegten Übergangsfrist bleibt sie aber bis 18.12.2017 anwendbar. Somit können für elektrische Anlagen, die bis zum 18.12.2017 errichtet werden, beide Normen herangezogen werden.

Mit der Neuausgabe von DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2016-02 ist eine Anpassung bestehender Anlagen nicht gefordert, solange sich die Betriebs- und/oder Nutzungsbedingungen nicht ändern.

Ab dem 19.12.2017 ist allein DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2016-02 anwendbar. Eine Anlage, die sich in Planung/im Bau befindet, aber erst nach dem 18.12.2017 fertig gestellt wird, muss somit den Anforderungen der Ausgabe 2016-02 entsprechen.

3.) Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen (Arc Fault Detection Devices, kurz AFDD) werden nach DIN EN 62606 (VDE 0665-10):2014-08 nach folgenden Ausführungsformen unterschieden:

  • AFDD als kompakte Einrichtung bestehend aus einer AFD-Erfassungseinheit und
    einer Ausschaltvorrichtung, oder
    einer Überstrom- und/oder Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD);
  • AFD-Erfassungseinheit, die vor Ort nach Herstellerangaben mit einer Schutzeinrichtung zusammengebaut wird.

4.) Für Abschnitt 421.7, Aufzählungspunkt a) gilt:

Bei der Planung bzw. Errichtung einer elektrischen Anlage ist nach den Regeln von DIN VDE 0100-100 (VDE 0100-100):2009-06, Abschnitt 131.3 (Schutz gegen thermische Auswirkungen) die elektrische Anlage so zu errichten, dass das Risiko einer Gefahr durch Entzündung brennbarer Materialien infolge hoher Temperatur oder eines elektrischen Lichtbogens möglichst klein ist. Zusätzlich darf während des normalen Betriebs der elektrischen Betriebsmittel für Personen und Nutztiere ein Risiko durch Verbrennungen nicht bestehen.

Dieser grundsätzlichen Anforderung wird unter anderem Rechnung getragen durch die Anwendung von DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2016-02; Abschnitt 421.7 a).

Die Einstufung nach 422.3, 422.4 oder 422.6 liegt in der Verantwortung des Bauherren/ Eigentümers der elektrischen Anlage ggf. unter Hinzuziehung einer nach Baurecht geeigneten Person, die für ihre Aufgabe über die erforderliche Sachkunde und Erfahrung verfügt. Die Einstufung ist im Rahmen der Planung und Errichtung schriftlich zu fixieren.

4.1 Ist dies gegeben, sind die Anforderungen der zutreffenden Abschnitte anzuwenden und zusätzlich die Endstromkreise in einphasigen Wechselspannungssystemen mit einem Betriebsstrom nicht größer als 16 A nach 421.7 mit Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen (AFDDs) auszustatten.

4.2 Endstromkreise in einphasigen Wechselspannungssystemen mit einem Betriebsstrom nicht größer als 16 A, die elektrische Betriebsmittel in den angesprochenen Bereichen versorgen oder diese Bereiche durchqueren, sind nach 421.7 mit Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen (AFDDs) zu versehen. Hiervon ausgenommen sind durchquerende, nicht unterbrochene Kabel-/Leitungsführungen, wenn diese zusätzlich gegen mechanische Beschädigungen geschützt sind und somit das Risiko von Fehlerlichtbögen reduziert ist.

4.3 Der Einsatz von AFDDs zum Schutz von dreiphasigen Wechselspannungssystemen (Drehstromkreise) wird nach der Norm nicht gefordert.

4.4 In den Geltungsbereich von Abschnitt 421.7 a) fallen Räume oder Orte mit Gefährdungen für unersetzbare Güter. Dies können Bereiche sein, die Kulturgüter beinhalten, die nach einer Zerstörung unwiederbringlich verloren sind oder die einen besonders hohen Wert darstellen, wie z. B.

  • Museen,
  • Galerien,
  • Archive,
  • Baudenkmäler, die gesetzlich geschützt und in Denkmalbüchern/Denkmallisten eingetragen sind.

4.5 Laboratorien fallen grundsätzlich nicht in den Geltungsbereich des Abschnitts 421.7 a), da üblicherweise in Laboratorien keine unersetzbaren Güter vorgehalten werden. Für die Laboratorien, für die das ausnahmsweise zutrifft, gilt die Norm DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2016-02. Für diese Ausnahmen ist die Anwendung der DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420) vom Bauherren/Eigentümer als Anforderung zu formulieren.

5.) DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2016-02, Abschnitt 421.7 enthält keine Anforderungen an elektrische Anlagen, die in den Anwendungsbereich (Abschnitt 710.1) der DIN VDE 0100-710 (VDE 0100-710):2012-10 „Errichten von Niederspannungsanlagen Teil 7-710: Anforderungen für Betriebsstätten, Räume und Anlagen besonderer Art – Medizinisch genutzte Bereiche“ fallen.

Medizinisch genutzte Bereiche in Senioren- und Pflegeheimen, in denen Patienten einer ärztlichen Behandlung unterzogen werden, fallen somit nicht in den Geltungsbereich von DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2016-02, Abschnitt 421.7.

6.) Für die Durchführung von Erst‐ und Wiederkehrenden Prüfungen von elektrischen Anlagen, die mit Fehlerlichtbogen‐Schutzeinrichtungen (AFDDs) ausgestattet sind, sind die entsprechenden Angaben der Hersteller der Fehlerlichtbogen‐Schutzeinrichtungen (AFDDs) zu beachten.

Für Fehlerlichtbogen‐Schutzeinrichtungen (AFDDs) ist in der Produktnorm eine Selbstüberwachung vorgesehen.

7.) Auf Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen (AFDDs) kann verzichtet werden für Stromkreise, die elektrische Verbrauchsmittel versorgen, bei denen eine unvorhergesehene Unterbrechung der Stromversorgung eine Gefahr oder einen Schaden verursacht.

Dies gilt z. B.

  • für IT-Systeme, die zur Verbesserung der Versorgungssicherheit installiert wurden, oder
  • für elektrische Anlagen für Sicherheitszwecke nach DIN VDE 0100-560 (VDE 0100-560), insbesondere in Sicherheitsbeleuchtungssystemen.

8.) Mit dem Verweis auf 422.4 werden Räume und Orte mit brennbaren Baustoffen angesprochen. Hieraus ergibt sich keine pauschale Anforderung, Holzhäuser mit Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen (AFDDs) auszustatten, sondern nur dann, wenn sie hauptsächlich aus brennbaren Baustoffe hergestellt sind. Die Klassifizierung der verwendeten Baustoffe bezüglich ihrer Brennbarkeit obliegt dem Hersteller des Holzhauses.

Es ist vorgesehen, Abschnitt 422.4 in der anstehenden Überarbeitung wie folgt zu ändern (kursiv => geplante Streichung):

Die Bedingungen dieses Abschnitts gelten für Gebäude, die hauptsächlich aus  brennbaren Baustoffen hergestellt sind, z. B. Holzhäuser (CA2 nach DIN VDE 0100-510 (VDE 0100-510):2014-10, Tabelle ZA.1).

 

Das zuständige Normungsgremium DKE/UK 221.2 behält sich vor, nach Bedarf weitere Interpretationshilfen zu veröffentlichen.

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Dirk Barthel

DIN VDE 1000-10 „Anforderungen an die im Bereich der Elektrotechnik tätigen Personen“ – Abgrenzung des Begriffs "Verantwortliche Elektrofachkraft"

Ausgehend von den vielfältigen Diskussionen in den unterschiedlichsten Fachkreisen zu der Verantwortlichen Elektrofachkraft (VEFK) hat das DKE/K 224 als Herausgeber der DIN VDE 1000-10 „Anforderungen an die im Bereich der Elektrotechnik tätigen Personen“ passend zu dem Abschnitt „4.3. Organisation“ einen Kommentar erstellt.

29.03.2017

Ausgehend von den vielfältigen Diskussionen in den unterschiedlichsten Fachkreisen zu der Verantwortlichen Elektrofachkraft (VEFK) hat das DKE/K 224 als Herausgeber der DIN VDE 1000-10 „Anforderungen an die im Bereich der Elektrotechnik tätigen Personen“ passend zu dem Abschnitt „4.3. Organisation“ einen Kommentar erstellt.

29.03.2017

In der DIN VDE 0105‐100 wird der Begriff der VEFK bewusst nicht verwendet, weil die Norm sich grundsätzlich nicht mit aufbauorganisatorischen Festlegungen befasst. Hier sind die Verantwortlichkeiten und Rollen für das sichere Arbeiten und den Betrieb elektrischer Anlagen durch die Begriffe „Anlagenbetreiber; Anlagenverantwortlicher; Arbeitsverantwortlicher“ geregelt.

Der Begriff der „Elektrofachkraft“ ist seit mehreren Jahrzehnten fester Bestandteil der Normenreihe VDE 0105 und anderer Regelwerke. Die Elektrofachkraft ist von zentraler Bedeutung für den sicheren Betrieb von elektrischen Anlagen und wird in Abschnitt 3.2.4 ausführlich beschrieben. Sie trägt die Fachverantwortung für das ordnungsgemäße und sichere Ausführen der ihr übertragenen Aufgaben.

Dieses spiegelt sich z. B. in der verantwortungsvollen Rolle des Anlagenverantwortlichen wieder. Für die Wahrnehmung dieser arbeitsbezogenen Rolle ist die Qualifikation als Elektrofachkraft erforderlich.

Seit Mitte der neunziger Jahre findet zunehmend der Begriff „Verantwortung“ Einzug ins Arbeitsschutzrecht und die technischen Regelungen. So werden im Arbeitsschutzgesetz die Pflichten der Arbeitgeber, auch Unternehmerpflichten genannt, wie folgt auszugsweise beschrieben: 

  • die Arbeiten sicher – nach den Schutzbestimmungen und nach dem neuesten Stand der Erkenntnisse – planen und organisieren,
  • mit geeigneten Schutzmaßnahmen alle gefährlichen Umstände berücksichtigen, Gefahren möglichst an der Quelle beseitigen und alle Maßnahmen den sich ändernden Verhältnissen anpassen,
  • regelmäßig die Gefährdung der Mitarbeiter beurteilen und die nötigen Gegenmaßnahmen ermitteln,
  • bei der Übertragung von Aufgaben sicherstellen, dass die Mitarbeiter befähigt sind, die für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Aufgabenerfüllung zu beachtenden Bestimmungen und Maßnahmen einzuhalten,
  • die nötigen Anweisungen geben und die Mitarbeiter in der nötigen Anwendung der Maßnah­men und Regeln einweisen und unterweisen,
  • dafür sorgen, dass die nötigen Maßnahmen bei allen Tätigkeiten beachtet und in die betriebliche Praxis eingebunden werden,
  • dafür sorgen, dass die Beschäftigten ihren eigenen Pflichten nachkommen und
  • eine geeignete Sicherheitsorganisation schaffen.

Viele der oben genannten Pflichten können nicht allein durch arbeitsbezogene Verantwortungen übernommen werden, sondern müssen von der Aufbauorganisation des Unternehmens sichergestellt werden. Diese originären Pflichten, Organisations-, Fürsorge-, Auswahl- und Kontrollpflicht, gelten für alle Unternehmen und sind durch die Unternehmensleitung / Führungskräfte entsprechend zu beachten und umzusetzen.

Für die Führungskräfte in der Elektrobranche, die eine spezielle Ausbildung und Erfahrung auf dem Gebiet der Elektrotechnik haben, sind die Voraussetzungen gegeben die Unternehmerpflichten mit der notwendigen elektrotechnischen Fachexpertise wahrzunehmen.

Vielfach ist es aber auch so, dass Unternehmensleitung und/oder Führungskräfte nicht eine entspre­chende Ausbildung auf dem Gebiet der Elektrotechnik besitzen und dadurch den speziellen Anforde­rungen der Elektrotechnik hinsichtlich der Organisation-,Fürsorge-, Auswahl- und Kontrollverantwortung nicht vollumfänglich nachkommen können. Insbesondere für solche Fälle wurde der Begriff der „VEFK“ in die DIN VDE 1000-10 aufgenommen.

Wie in der Norm beschrieben kann eine verantwortliche Elektrofachkraft mit der entsprechenden Ausbildung auf dem Gebiet der Elektrotechnik (Meister, Techniker, Diplomingenieur, Bachelor, Master) vom Unternehmer beauftragt werden um die Fach- und Aufsichtsverantwortung für die betreffenden Mitarbeiter zu übernehmen.

Unabhängig von dieser Empfehlung in der DIN VDE 1000-10 zur Organisation der Verantwortlichkeiten eines Betriebes ist immer wieder der „Gesunde Menschenverstand“ gefragt.

Ist zum Beispiel die Führungskraft in einem Unternehmensbereich keine Elektrofachkraft, hat aber in seinem Bereich auch Elektrofachkräfte beschäftigt, kann eine Elektrofachkraft (Meister o.ä. Ausbildung) aus einem anderen Bereich die fachliche Verantwortung übernehmen.

Für solche Fälle kann die Beauftragung einer “VEFK“ sinnvoll und hilfreich sein. Grundsätzlich geht eine Weisungsbefugnis aber nicht aus der Beauftragung allein hervor. Die Aufgaben / Weisungsbefugnisse müssen explizit beschrieben und allen Beteiligten bekannt gemacht werden. Wichtig ist, dass neben der Weisungsbefugnis auch weitere Aufgaben wie fachliche Fortbildung, fachliche Abnahme von Arbeiten etc. geregelt sind. Das bloße Benennen als „VEFK“ ist nicht ausreichend.

Ist eine Stellenbeschreibung vorhanden oder liegt ein Alleinstellungsmerkmal wie Elektromeister als Werkstattleiter vor, ist eine zusätzliche Benennung als VEFK auf Grund der Eindeutigkeit der fachlichen Verantwortung nicht notwendig. Ein klares Organigramm mit einer Qualifikations- und Stellenanforderung ist in vielen Fällen ausreichend.

Ergänzend der Hinweis, dass in einzelnen Branchen auch andere Bezeichnungen für ähnliche oder sogar gleiche Aufgaben installiert sind, unter anderem für Netzbetreiber beispielsweise die „Techni­sche Führungskraft“ nach VDE-AR-N 4001. Eine Doppelbenennung ist nicht erforderlich und sollte vermieden werden.

In Unternehmen oder Unternehmensbereichen mit nur einer EFK ist keine zusätzliche VEFK erforderlich.

In Unternehmen mit mehreren VEFKs muss eine geeignete Organisation gefunden und definiert werden um die Verantwortlichkeiten in elektrotechnischen Bereichen klar zu regeln.

Unberührt davon bleibt die Fachverantwortung jeder Elektrofachkraft!

Dieser Kommentar ist Teil der kommenden Ausgabe des Buchs VDE-Schriftenreihe Band 13 Betrieb von elektrischen Anlagen - Erläuterungen zu DIN VDE 0105-100:2015-10 und DIN VDE 0105-100:2017-06 A1

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Dominik Nied

Verlautbarung des DKE/UK 221.3 „Bauliche Anlagen für Menschenansammlungen“

Aktueller Stand der normativen Regelung zur Errichtung von Sicherheitsbeleuchtungsanlagen

27.01.2017

Aktueller Stand der normativen Regelung zur Errichtung von Sicherheitsbeleuchtungsanlagen

27.01.2017

Einigung besteht zwischen ARGEBAU, DIN und DKE, dass hinsichtlich der Sicherheitsbeleuchtung das Arbeitsschutzrecht und das Bauordnungsrecht der Länder regeln, wo die Notwendigkeit einer Sicherheitsbeleuchtung besteht und der Normensetzer Anforderungen aufstellt, wie die Sicherheitsbeleuchtung auszuführen ist.
Die aktuellen elektrotechnischen Anforderungen an das „Wie“ der Sicherheitsbeleuchtungsanlagen sind in folgenden VDE-Vorschriften wiedergegeben:

  • DIN EN 50172 (VDE 0108-100):2005-01 Sicherheitsbeleuchtungsanlagen
    Die Überarbeitung der Europäischen EN 50172:2004, die dieser Deutschen Norm zugrunde liegt, befindet sich derzeit in Vorbereitung.
  • DIN V VDE V 0108-100 (VDE V 0108-100):2010-08 Sicherheitsbeleuchtungsanlagen
    Diese Vornorm ist ausdrücklich als Absichtserklärung für das deutsche Vorgehen zur Änderung der in Europa noch immer geltenden EN 50172:2004 vorgesehen.
  • DIN VDE 0100-560 (VDE 0100-560):2013-10 Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 5-56: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel – Einrichtungen für Sicherheitszwecke

Das DKE-Gremium UK 221.3 „Bauliche Anlagen für Menschenansammlungen“ empfiehlt die Anwendung der Vornorm DIN V VDE V 0108-100 (VDE V 0108-100):2010-08 solange bis der Abgleich mit DIN EN 50172 (VDE 0100-108):2005-01 und DIN VDE 0100-560 (VDE 0100-560):2013-10 erfolgt ist.

Aus vertragsrechtlicher Sicht sollte die Anwendung der Vornorm DIN V VDE V 0108-100 (VDE V 0108-100):2010-08 zwischen Bauherrn und Errichter jedoch explizit vereinbart werden.
Liegt dieses Einverständnis zur Anwendung von DIN V VDE V 0108-100 (VDE V 0108-100):2010-08 zwischen den Vertragspartnern nicht vor, ist DIN EN 50172 (VDE 0108-100):2005-01 anzuwenden. Dabei ist die konkrete Situation vor Ort zu berücksichtigen, die über DIN EN 50172 (VDE 0108-100):2005-01 hinausgehende Maßnahmen erforderlich machen kann.

Die lichttechnischen Vorgaben für die Sicherheitsbeleuchtung werden in DIN EN1838:2013-10 Angewandte Lichttechnik – Notbeleuchtung geregelt, die für Rettungszeichenleuchten im Netzbetrieb in DIN 4844-1:2012-06 Graphische Symbole – Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen – Teil 1: Erkennungsweiten und farb- und photometrische Anforderungen sowie für Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen in DIN EN ISO 7010:2012-10 Graphische Symbole – Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen – Registrierte Sicherheitszeichen.

Verlautbarung zu DIN VDE 0100-718 (VDE 0100-718):2014-06 Hinweis des DKE Normengremiums UK 221.3 „Bauliche Anlagen für Menschenansammlungen“ zu Anforderungen an Umhüllungen von Verteilern

07.12.2015

07.12.2015

Im Abschnitt 718.512.2.1 dieser Norm wird gefordert, dass zum Schutz bei mechanischer Gefährdung die Umhüllungen der Verteiler aus Stahlblech bestehen müssen.

Für den mechanischen Schutz unter Beibehaltung des Schutzzieles eines Verteilers ist jedoch nicht der Werkstoff der Umhüllung, sondern vielmehr die mechanische Stabilität ausschlaggebend.

Das zuständige DKE Gremium UK 221.3 „Bauliche Anlagen für Menschenansammlungen“ hat deshalb eine Korrektur des Abschnitts 718.512.2.1 im Teil 718 beschlossen und diese Änderung bereits an das europäische Komitee für elektrotechnische Normung (CENELEC) zur Korrektur des aktuellen Harmonisierungsdokumentes (HD) 60364-7-718:2013 eingereicht.

Die zukünftige Anforderung wird – wie auch schon in der Vorgängernorm DIN VDE 0100-718 (VDE 0100-718):2005-10; 718.482.3.2 wiedergegeben – somit wie folgt lauten:

718.512.2.1 Zum Schutz vor mechanischen Beschädigungen müssen Verteiler in separaten Räumen untergebracht werden oder durch zusätzliche Maßnahmen entsprechend mechanisch geschützt werden. Die Verteiler müssen dem Zugriff unbefugter Personen entzogen sein.

Die eingesetzten Betriebsmittel müssen die Anforderungen der folgenden Normen erfüllen:

  • Verteiler nach den Normen der Reihe DIN EN 61439 (VDE 0660),
  • Installationskleinverteiler nach DIN VDE 0603-1 (VDE 0603-1) oder DIN EN 60670-24 (VDE 0606-24),
  • Gehäuse für zentrale Stromversorgungssysteme nach DIN EN 50171 (VDE 0558-508).

In Deutschland ist die Veröffentlichung einer Berichtigung zu diesem Abschnitt für 2016 geplant.

Da die Übergangsfrist der Vorgängernorm DIN VDE 0100-718 (VDE 0100-718):2005-10 noch bis Mai 2016 gilt, ist es jetzt und auch in Zukunft zulässig, wie bisher Verteiler aus Isolierstoff in Übereinstimmung mit der Norm einzusetzen.

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Dirk Barthel

Einsatz von elektrischen Ausrüstungen von Maschinen

nach DIN EN 60204-1 (VDE 0113-1):2007-06 in feuergefährdeten Betriebsstätten nach DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2013-02, Abschnitt422.3

Verlautbarung des DKE/K 225 und des DKE/UK 221.2

12.10.2015

nach DIN EN 60204-1 (VDE 0113-1):2007-06 in feuergefährdeten Betriebsstätten nach DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2013-02, Abschnitt422.3

Verlautbarung des DKE/K 225 und des DKE/UK 221.2

12.10.2015

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(wird gerade aktualisiert)

1. Gesetzliche Anforderungen im EWR Bereich

Zur Erfüllung der Anforderungen der EG-Maschinen-Richtlinie (2006/42/EG) spielt die im Amtsblatt der EU gelistete Norm EN 60204-1 “Sicherheit von Maschinen - Elektrische Ausrüstung von Maschinen - Teil 1: Allgemeine Anforderungen für die elektrische Ausrüstung an Maschinen“ eine entscheidende Rolle. Sie sichert innerhalb ihres Anwendungsbereichs dem Normanwender die Konformitätsvermutung mit den im Anhang ZZ der Norm beschriebenen Anforderungen der EG-Maschinenrichtlinie.

Des Weiteren ist auch die Einhaltung der Elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) gegeben, auf die in der DIN EN 60204-1 (VDE 0113-1):2007-06 „Sicherheit von Maschinen - Elektrische Ausrüstung von Maschinen - Teil 1: Allgemeine Anforderungen (IEC 60204-1:2005, modifiziert)“ der deutschen Fassung von EN 60204-1:2006, verwiesen wird, siehe dort 4.4.2 und 8.2.8, wenn die in 4.4.2 genannten EMV-Normen eingehalten sind. Generell sind zur Einhaltung der EMV-Richtlinie die darunter gelisteten Grundnormen zu berücksichtigen, da sie den Stand der Technik enthalten.

2. Normative Anforderungen

Für elektrische Anlagen, die fester Bestandteil von Gebäuden sind, gilt die Reihe der Normen DIN VDE 0100 (VDE 0100) (deutsche Übernahme der Normen der Reihe HD 60364/HD 384). Darin verwendete elektrische Betriebsmittel werden nur insoweit behandelt, wie deren Auswahl und Verwendung in der Anlage davon betroffen ist.

Die elektrische Ausrüstung von Maschinen, die von der Norm DIN EN 60204-1 (VDE 0113-1):2007-06 abgedeckt wird, beginnt an der Netzanschlussstelle der elektrischen Ausrüstung der Maschine.

Festlegungen aus der Reihe DIN VDE 0100 (VDE 0100) gelten nicht grundsätzlich für die elektrische Ausrüstung von Maschinen nach DIN EN 60204-1 (VDE 0113-1):2007-06.

3. Brandschutzaspekte aus Sicht der Reihe DIN VDE 0100 (VDE 0100)

Die Anforderungen der DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2013-02 (entspricht HD 60364-4-42:2011) „Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 4-42: Schutzmaßnahmen – Schutz gegen thermische Auswirkungen“, Abschnitt 422.3 „Räume oder Orte mit besonderem Brandrisiko – Feuergefährdete Betriebsstätten“ sind dann von Bedeutung, wenn eine Betriebsstätte als feuergefährdete Betriebsstätte einzustufen ist. In Deutschland enthält die Richtlinie VdS 2033 „Feuergefährdete Betriebsstätten und diesen gleichzustellende Risiken“ entsprechende Fallbeispiele. Danach können z. B. Gebäudebereiche innerhalb von Druckereien, wie das Rollenpapierlager oder auch Sägewerke zu den feuergefährdeten Bereichen gezählt werden.

4. Problembeschreibung

Stand der Technik ist, dass die meisten der in Maschinen eingesetzten elektrischen Antriebe als frequenzgeregelte oder frequenzgesteuerte Antriebe in Halbleitertechnik ausgeführt werden. Bedingt durch steile Schaltflanken würde die Verwendung solcher Antriebe ohne den Einsatz von EMV-Maßnahmen (Filtertechnik, geschirmte Leitungen, etc.) zu Netzrückwirkungen und EMV-Störungen führen. Marktübliche Antriebsbaugruppen sind daher i. d. R. mit solchen EMV-Maßnahmen ausgestattet.

Durch die drehzahlgeregelten Antriebe in Halbleitertechnik und die dafür notwendigen EMV-Maßnahmen steigt infolge von Schutzleiterströmen (Ableitströmen) die Strombelastung des Schutzleiters stark an. Ein signifikanter Anteil dieser betriebsmäßigen Ableitströme wird durch parasitäre Kapazitäten, z. B. in geschirmten Motorleitungen, verursacht.

Eine Forderung der Norm DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2013-02 besteht darin, dass in TN- und TT-Systemen zum Schutz von Kabel- und Leitungsanlagen bei Isolationsfehlern grundsätzlich Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) nach DIN VDE 0100-530 (VDE 0100-530):2011-06, Anhang A, mit einem Bemessungsdifferenzstrom I∆N ≤ 300 mA eingesetzt werden, die Außenleiter und Neutralleiter vom Netz trennen.

Die zuvor beschriebenen Ableitströme können eine Auslösung von solchen Schutzeinrichtungen bewirken, obwohl kein Isolationsfehler vorliegt.

Die Reduzierung von derartigen Ableitströmen, die in signifikanter Höhe auftreten, ist mit marktgängigen Maßnahmen technisch und wirtschaftlich oftmals nicht sinnvoll umsetzbar.

5. Vorgeschlagene Vorgehensweise

Falls die Kombination einer Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) insbesondere mit einem oder mehreren elektronischen Betriebsmittel(n) der elektrischen Ausrüstung der Maschine unverträglich ist und dies durch den Hersteller der Maschine schriftlich bestätigt wird, z. B. wenn aus den oben beschriebenen Gründen der Gesamtableitstrom zu hoch ist oder die Art der Fehlerströme so beschaffen ist, dass die Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) in ihrer Funktion beeinträchtigt wird, kann alternativ zum Einsatz von o. g. Schutzeinrichtungen folgende Maßnahme gewählt werden:

In der elektrischen Anlage des Gebäudes müssen die Kabel und Leitungen bis zur Netzanschlussstelle der jeweiligen Maschine kurzschluss- und erdschlusssicher (nach DIN VDE 0100-520 (VDE 0100-520)) verlegt werden.

Maschinenseitig muss ab einschließlich der Netzanschlussstelle die elektrische Ausrüstung einer Maschine entsprechend den Anforderungen der DIN EN 60204-1 (VDE 0113-1) ausgeführt sein. Dabei kann auch auf die in DIN VDE 0100-520 (VDE 0100-520) beschriebenen Maßnahmen zum kurzschluss- und erdschlusssicheren Verlegen von Kabeln und Leitungen zurückgegriffen werden. Bei einem Einsatz einer Maschine in feuergefährdeten Betriebsstätten sind ggf. Zusatzmaßnahmen notwendig, die von der Risikobewertung nach DIN EN 60204-1 (VDE 0113-1):2007-06, 4.1 abhängig sind.

Hinsichtlich der maximal zulässigen dauernden Berührungsspannung gilt DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410).

Kontakt

Peter Täubl

Kennzeichnung von Leiterenden nach DIN EN 60204-1 (VDE 0113 Teil 1)

02.03.2015

02.03.2015

Fordert die Norm DIN EN 60204-1 (VDE 0113 Teil 1) die Kennzeichnung von Leiterenden?
DIN EN 60204-1 (VDE 0113 Teil 1):2007-06

Nach Abschnitt 13.2.1 der DIN EN 60204-1 (VDE 0113 Teil 1):2007-06 müssen Leiter an jedem Anschluss in Übereinstimmung mit der Technischen Dokumentation identifizierbar sein. Das Wort "Kennzeichnung" wird ausdrücklich vermieden. Eine Adereinzelkennzeichnung ist durchaus eine Möglichkeit der Leiteridentifizierung, jedoch lässt sich aus dem Normentext keine generelle Forderung nach einer Adereinzelkennzeichnung ableiten.

Um solche Diskussionen bei Abnahme einer Maschine zu vermeiden, ist in der Norm ein Fragebogen als Anhang B enthalten. Dieser Fragebogen sollte vor Auftragsvergabe zur vertraglichen Abstimmung zwischen Betreiber und Lieferant genutzt werden.

Kontakt

Peter Täubl

Elektroinstallationsrohrsysteme

Interpretation sheet zu DIN VDE 0100-520 (VDE 0100-520):2013-06 "Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 5-52: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel – Kabel- und Leitungsanlagen"

03.12.2014

Interpretation sheet zu DIN VDE 0100-520 (VDE 0100-520):2013-06 "Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 5-52: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel – Kabel- und Leitungsanlagen"

03.12.2014

Schaltanlagen – Verlautbarung des DKE/K 225 zur Anwendung der DIN EN 60204-1 sowie DIN EN 61439-1 und DIN EN 61439-2 für die Errichtung elektrischer Ausrüstungen von Maschinen.

03.11.2014

03.11.2014

Anwendungsbereiche von DIN EN 60204-1 sowie DIN EN 61439-1 und DIN EN 61439-2

Die Sicherheitsgrundnorm DIN EN 60204-1 “Sicherheit von Maschinen – Elektrische Ausrüstung von Maschinen – Teil 1: Allgemeine Anforderungen für die elektrische Ausrüstung an Maschinen“ ist im Amtsblatt der EU unter der Richtlinie 2006/95/EG (Niederspannungsrichtlinie) und der Richtlinie 2006/42/EG (Maschinenrichtlinie) gelistet. Weitere Listungen der Normen unter anderen Direktiven (wie z. B. EMV-Richtlinie) wurden in Hinblick auf Errichtungsanforderungen nicht betrachtet.

DIN EN 60204-1 enthält umfangreiche Anforderungen für elektrische, elektronische und programmierbare elektronische Ausrüstungen und Systeme von Maschinen. Dies beinhaltet ebenfalls den Einbau elektrischer Komponenten und Betriebsmittel in Schaltanlagen und somit die Errichtung von Schaltgerätekombinationen (z.B. Schaltkästen, Schaltschränke und Bedienpulte) als Bestandteile der elektrischen Ausrüstung von Maschinen. Zusätzlich zu den Anforderungen der DIN EN 60204-1 und abhängig von der Maschine, ihrer bestimmungsgemäßen Verwendung und ihrer elektrischen Ausrüstung, kann der Konstrukteur Teile der elektrischen Ausrüstung der Maschine auswählen, die in Übereinstimmung mit den relevanten Teilen der DIN 61439 Serie sind.

Die Normen DIN EN 61439-1 „Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen – Teil 1: Allgemeine Festlegungen“ und DIN EN 61439-2 „Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen – Teil 2: Energie-Schaltgerätekombinationen“ sind ausschließlich unter der Niederspannungsrichtlinie gelistet und enthalten keine spezifischen Anforderungen für die elektrische Ausrüstung von Maschinen.

Diese Normen lösen somit nicht die Vermutungswirkung aus, dass bei deren Anwendung die relevanten Anforderungen der Maschinenrichtlinie erfüllt werden.

Zusammenfassung

Die Anwendung der DIN EN 60204-1 erlaubt die Konformität mit den entsprechenden grundlegenden Anforderungen der Maschinenrichtlinie oder Niederspannungsrichtlinie zu erklären (Vermutungswirkung für die im Anhang ZZ aufgeführten Anforderungen des Anhangs I der Maschinenrichtlinie).
Als Ergebnis der Risikobewertung kann der Hersteller der Schaltgerätekombination technische Regeln z. B. die der DIN EN 61439-1 oder DIN EN 61439-2 als ergänzende Konstruktionshilfe (z.B. Erwärmungs-und Kurzschlussbetrachtung) verwenden.

Die ausschließliche Anwendung der DIN EN 61439-1 und DIN EN 61439-2 ist für die Sicherheit von Maschinen jedoch nicht ausreichend.

Für die Konformitätserklärung von Schaltgerätekombinationen, die Teil der elektrischen Ausrüstung von Maschinen sind, ist die Berücksichtigung der DIN EN 60204-1 ausreichend.

Die Verlautbarung in englischer Sprache können Sie rechts herunterladen.

"Lampen und Leuchten" - Informationsbroschüre des Komitees DKE/K 521

29.09.2014

29.09.2014

Diese Broschüre gibt einen Überblick über Normen und Richtlinien der elektrotechnischen Welt der Leuchten, der elektrischen Lichtquellen sowie des notwendigen Zubehörs von Betriebsgeräten und Sockel-/Fassungssystemen.

Sofern eine der Normen der Niederspannungsrichtlinie oder anderen Richtlinien zugeordnet ist, ist das entsprechend gekennzeichnet. Weitere Richtlinien, zugehörige Verordnungen und Mandate der Europäischen Union, die für Lampen und Leuchten auch zu beachten sind, sind aufgeführt.

Relevante Links zu den Seiten des DIN, der DKE, von CENELEC, zur Europäischen Kommission sowie zur Plattform EUR-Lex zur Einsichtnahme der jeweilig referenzierten Unterlagen sind zum schnellen Aufruf des jeweiligen Dokuments aktiv in den Text eingebunden und separat aufgeführt.

Verschiedene Prüfzeichen für Lampen, Leuchten und Geräte, die die Konformität des Produktes mit Sicherheitsnormen und zur „Arbeitsweise“ von „dritter Stelle“ bestätigen, werden beispielhaft vorgestellt.

Sie erhalten die Broschüre kostenfrei rechts unter "Downloads und Links". Eine Aktualisierung ist im Halbjahresturnus vorgesehen.

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Hans Finke
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Windenergieanlagen – Neuerscheinung: Literatur zum Thema Windenergieanlagen normgerecht errichten, betreiben, herstellen und konstruieren

08.09.2014

Frequenzumrichter und USV-Anlagen

Hinweis des DKE-Normengremiums UK 221.1 „Schutz gegen elektrischen Schlag“

17.02.2014

Hinweis des DKE-Normengremiums UK 221.1 „Schutz gegen elektrischen Schlag“

17.02.2014

Prüfen des Schutzes gegen elektrischen Schlag bei Einsatz von Frequenzumrichtern und USV-Anlagen

In elektrischen Anlagen, die Betriebsmittel wie Frequenzumrichter oder Unterbrechungsfreie Stromversorgungssysteme (USV) enthalten, ist der Schutz gegen elektrischen Schlag für das Gesamtsystem sicherzustellen. Hierzu gehört auch die Last- bzw. Verbraucherseite des Frequenzumrichters oder der USV-Anlage.

Dieser Hinweis beschreibt die Anforderungen an die Prüfung vorgenannter Einrichtungen.

Der Hersteller des Frequenzumrichters bzw. der USV-Anlage beschreibt die Maßnahmen zur Sicherstellung der Schutzmaßnahmen gegen elektrischen Schlag nach DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410) für die Last- bzw. Verbraucherseite des Frequenzumrichters oder der USV-Anlage sowie die hierfür notwendigen Vorkehrungen bei der Errichtung.

Der Prüfer kontrolliert die Übereinstimmung der getroffenen Vorkehrungen mit der Dokumentation des Herstellers und prüft die Durchgängigkeit des Schutzleiters nach DIN VDE 0100-600 (VDE 0100-600):2008-06, Abschnitt 61.3.2.

Liegen vom Hersteller entsprechende Informationen nicht vor, wird dies bei der Prüfung als Mangel gewertet.

Verantwortlich ist das DKE/UK 221.1 „Schutz gegen elektrischen Schlag“. Die genannten Normen können beim VDE VERLAG bezogen werden.

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Dirk Barthel

Spannungstoleranz von Wechselstrommotoren

Erläuterung zur Bemessungsspannung sowie deren Toleranzen und Angabe des Wirkungsgrades von drehenden elektrischen Maschinen

10.02.2014

Erläuterung zur Bemessungsspannung sowie deren Toleranzen und Angabe des Wirkungsgrades von drehenden elektrischen Maschinen

10.02.2014

Die nachfolgenden Angaben beziehen sich insbesondere auf dreiphasige Drehstrom-Asynchronmotoren. Für anderen Arten von elektrischen Maschinen können sich im Detail Abweichungen ergeben.

Stempelung des Leistungsschildes mit einer festen Bemessungsspannung (z. B. 400 V)
In der Norm DIN EN 60034-1 (VDE 0530-1):2011-02, Abschnitt 7.3 wird festgelegt, wie sich ein Motor bei abweichender Klemmenspannung verhalten muss.

Dabei wird unterschieden zwischen Bereich A (+/- 5 %) und Bereich B (+/- 10 %).

Im Bereich A darf der Motor dauerhaft mit dem Bemessungsdrehmoment betrieben werden. Es kann allerdings zu einer erhöhten Erwärmung kommen.

Die sonstigen Kenngrößen (Wirkungsgrad, Anlauf- und Kippdrehmomente, Leistungsfaktor) können leicht von den gestempelten Werten bei Bemessungsspannung abweichen.

Im Bereich B muss der Motor ebenfalls mit Bemessungsdrehmoment zu betreiben sein. Allerdings gibt es größere Abweichungen in den sonstigen Kenngrößen, und ein Dauerbetrieb, insbesondere an den äußeren Grenzen des Bereichs B, ist nicht empfohlen.

Stempelung des Leistungsschildes mit einem Spannungsbereich (z. B. 380 V - 420 V)
Mit dieser Angabe wird der Bemessungsbetrieb auf den angegebenen Spannungsbereich ausgeweitet. Somit sind alle weiteren expliziten und impliziten Leistungsschildangaben (Dauerdrehmoment, Anlauf- und Kippdrehmoment, Wirkungsgrad bzw. Wirkungsgradklasse, Leistungsfaktor, …) im gesamten Spannungsbereich (im Beispiel 380 V - 420 V) einzuhalten.

Die Definition der Bereiche A und B ändert sich nicht, d. h. auf die Grenzen des gestempelten Spannungsbereichs kommt ein 5 %iger Bereich A und ein 10 %iger Bereich B. Für beide gelten die gleichen Einschränkungen hinsichtlich Dauerbetrieb und Erwärmung, wie oben angegeben.

Im Beispiel (380 V - 420 V) reicht der Bereich A also von 361 V bis 379 V und von 421 V bis 441 V. Der Bereich B reicht von 342 V bis 360 V und von 442 V bis 462 V. 

Stempelung des Leistungsschildes mit einer Spannungstoleranz (z. B. 400 V +/- 10 %)
Die Angabe einer Spannungstoleranz unterscheidet sich im Wesentlichen nicht von der Angabe eines Spannungsbereichs. Somit sind die Stempelungen "400V +/- 10 %" und "360 - 440 V“ in ihrer Wirkung identisch. In beiden Fällen müssen alle Eigenschaften des Motors im Dauerbetrieb von 360 V bis 440 V eingehalten werden, der Bereich A reicht von 342 V - 359 V und von 441 V bis 462 V, der Bereich B reicht von 324 V bis 341 V und von 463 V bis 484 V.

Bei der Stempelung mit Spannungstoleranz gibt es jedoch eine Ausnahme hinsichtlich der Einhaltung des Wirkungsgrades bzw. der Ermittlung der Wirkungsgradklasse (IE-Klasse). 

Nach Abschnitt 5.1.2 der Norm DIN EN 60034-30 (VDE 0530-30):2009-08 braucht der Wirkungsgrad bei Angabe einer Spannungstoleranz nur bei der Mittenspannung nachgewiesen und eingehalten zu werden. Somit ist bei Stempelung von beispielsweise „400 V +/- 10 %“ der Wirkungsgrad nur bei 400 V nachzuweisen. Dies stellt eine Erleichterung für die Hersteller gegenüber der Stempelung eines Spannungsbereichs dar, bei welcher der Wirkungsgrad bis zu den Grenzen des Spannungsbereichs nachgewiesen werden muss, also im Beispiel von 360 V bis 440 V.

Angabe eines erweiterten Bereichs A (z.B. +/- 10 % statt +/- 5 %)
Die Größe des Bereichs A ist in der Norm DIN EN 60034-1 (VDE 0530-1) ausdrücklich auf +/- 5 % in Bezug auf die gestempelte Spannung bzw. die Grenzen des gestempelten Spannungsbereichs festgelegt. Diese Festlegung kann nicht durch irgendeine Stempelung verändert werden.

Zuständig für diese Normen ist das K 311 „Drehende elektrische Maschinen“ der DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE. Die genannten Normen können beim VDE VERLAG bezogen werden.

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Peter Haß

Gefahren durch Einspeisung in Endstromkreise

Hinweise des DKE Normengremiums UK 221.1 „Schutz gegen elektrischen Schlag“

Einspeisung elektrischer Energie in Endstromkreise von Kundenanlagen durch steckerfertige Erzeugungsanlagen

23.04.2013

Hinweise des DKE Normengremiums UK 221.1 „Schutz gegen elektrischen Schlag“

Einspeisung elektrischer Energie in Endstromkreise von Kundenanlagen durch steckerfertige Erzeugungsanlagen

23.04.2013

Bestehende Anlagen zur elektrischen Energieversorgung in Gebäuden sind auf eine zentrale Einspeisung elektrischer Energie über den Hausanschluss des zuständigen Netzbetreibers ausgelegt. Ausgehend von diesem Hausanschluss wird die Energie strahlenförmig über entsprechende Schutzeinrichtungen bis zu den Steckdosen für elektrische Verbrauchsgeräte verteilt. Dadurch ist der Energiefluss in einer vorgegebenen Richtung von der Einspeisung zum Verbraucher festgelegt, worauf die existierenden Schutzkonzepte beruhen (z.B. für Endstromkreise mit Steckdosen).

Zum Erreichen der elektrischen Sicherheit sind in jeder elektrischen Niederspannungsanlage nach den einschlägigen Sicherheitsnormen des VDE, z. B. der Normen der Reihe DIN VDE 0100 (VDE 0100),  folgende Maßnahmen gefordert:

  • Schutz gegen elektrischen Schlag
  • Schutz gegen thermische Auswirkungen
  • Schutz von Kabeln und Leitungen bei Überstrom
  • Schutz bei Fehlerströmen
  • Schutz bei Überspannungen
  • Schutz bei Unterbrechung der Stromversorgung

Die Wirksamkeit der vorgenannten Maßnahmen ist bei der parallelen Einspeisung elektrischer Energie über Steckdosen in bestehende Endstromkreise derzeit nicht sichergestellt.

In Deutschland ist nach DIN VDE 0100-551 (VDE 0100-551):2011-06, Abschnitt 551.7.1 für Anlagen, bei denen ein Parallelbetrieb der Stromerzeugungseinrichtung mit anderen Stromquellen einschließlich einem Stromverteilungsnetz erfolgt, eine Einspeisung in Endstromkreise nicht zulässig und nachfolgendes gefordert:

„Mit Ausnahme von unterbrechungsfreien Stromversorgungen, die zur Versorgung von bestimmten elektrischen Verbrauchsmitteln in einem Endstromkreis eingesetzt werden, müssen Stromerzeugungseinrichtungen auf der Versorgungsseite aller Schutzeinrichtungen der Endstromkreise angeschlossen werden.“

Weiterhin wird in Abschnitt 551.7.4 für den sicheren Betrieb gefordert:

„Mittel zur automatischen Abschaltung der Stromerzeugungseinrichtung vom Stromverteilungsnetz müssen vorgesehen werden, wenn die Versorgung unterbrochen ist oder die Spannung oder die Frequenz an den Anschlussklemmen von den zulässigen Werten, die für einen Normalbetrieb erforderlich sind, abweicht.

Die Art der Schutzeinrichtungen, die Empfindlichkeit und die Ansprechzeiten hängen von der Schutzmaßnahme des Stromverteilungsnetzes und der Zahl der angeschlossenen Stromerzeugungseinrichtungen ab und müssen vom Versorgungsunternehmen zugelassen sein.“

In der VDE-AR-N 4105:2011-08 in Abschnitt 5.5 wird ergänzend gefordert:

„Für die technische Ausführung des Anschlusses der Erzeugungsanlage bzw. der Kundenanlage mit einer Erzeugungsanlage sind die technischen Anschlussbedingungen des Netzbetreibers zu beachten. Der Anschluss an einen Endstromkreis ist vorläufig in keinem Fall zulässig. Der Anlagenerrichter muss dabei auch eine besondere Sorgfalt auf die Prüfung der Elektroinstallation hinsichtlich Leitungsdimensionierung und Schutz legen.“

Für Stromerzeuger, die parallel mit dem versorgenden Netz betrieben werden, sind die nachfolgenden Anforderungen zu erfüllen:

  • Stromerzeuger sind auf der Versorgungsseite aller Schutzeinrichtungen anzuschließen - niemals an Endstromkreisen.
  • Es darf durch den Betrieb von kundeneigenen Stromerzeugern nicht zu negativen Auswirkungen auf das Stromverteilungsnetz kommen.
  • Es müssen Mittel zur automatischen Trennung der Stromerzeuger vom öffentlichen Stromverteilungsnetz unter vorgegebenen Bedingungen vorgesehen werden.
  • Es sind Mittel vorzusehen, um die Verbindung von Stromerzeugern mit dem öffentlichen Stromverteilungsnetz zu verhindern, wenn die Versorgung unterbrochen ist oder die Spannung oder die Frequenz an den Anschlussklemmen von den zulässigen Werten, die für einen Normalbetrieb erforderlich sind, abweicht.
  • Es muss ein Trennen der Stromerzeuger vom öffentlichen Stromverteilungsnetz möglich sein. Die Zugänglichkeit dieser Trennein­richtungen muss den Anforderungen des Netzbetreibers entsprechen.
  • Stromerzeuger sind immer fest oder über eine besondere Steckvorrichtung anzuschließen - der Anschluss an eine handelsübliche Steckdose (insbesondere Schuko-Steckdose) eines beliebigen Stromkreises ist nicht zulässig.

Weitere Bedenken ergeben sich zurzeit bzgl. möglicher Gefährdung durch elektrischen Schlag, da die Kontaktstifte dieser Stecker berührbar sind und somit keine gefährliche Spannung annehmen dürfen, solange sie nicht berührungssicher mit dem Gegenstück (Kupplung, Steckdose) verbunden sind.

In DIN VDE 0100-550 (VDE 0100-550): 1988-04 wird gefordert:

„4.6 Steckdosen und Stecker müssen im Leitungszug in einer solchen Reihenfolge angebracht sein, dass die Steckerstifte in nicht gestecktem Zustand nicht unter Spannung stehen.“

Hinweis der DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE:

Der VDE Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik e.V. ist selbstverständlich daran interessiert, kurzfristig zukunftsträchtige sichere Lösungen auch für neue Möglichkeiten der Energieerzeugung, in diesem Fall für steckerfertige Erzeugungsanlagen, zu finden, um diese innovativen Produkte für den Verbraucher sicher auf den Markt zu bringen. Hierzu müssen jedoch Regelungen erarbeitet werden, die alle relevanten sicherheitsgefährdenden Aspekte berücksichtigen.

Die Bearbeitung eines solchen Regelwerks wird aktuell im VDE bzw. der DKE im Dialog mit Betroffenen angestrebt.

Zur Risikomeidung, insbesondere aus Gründen des Personen- und Sachschutzes, empfiehlt der VDE dringend, alle Elektroinstallationen ausschließlich durch fachkundige Elektroinstallateure durchführen zu lassen.

Kontakt

Dirk Barthel

Errichtung von elektrischen Betriebsmitteln in Hohlwänden

Klarstellung zum Ersatzvermerk der DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2013-02 „Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 4-42: Schutzmaßnahmen – Schutz gegen thermische Auswirkungen“

09.04.2013

Klarstellung zum Ersatzvermerk der DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2013-02 „Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 4-42: Schutzmaßnahmen – Schutz gegen thermische Auswirkungen“

09.04.2013

Aufgrund einer Divergenz zwischen Ersatzvermerk und erfolgter Zurückziehung wird zu o. g. Norm klargestellt:

Die Angabe im Ersatzvermerk "Teilweiser Ersatz für DIN VDE 0100-482 (VDE 0100-482):2003-06" der im Februar 2013 veröffentlichten DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420) ist richtig, denn aus DIN VDE 0100-482 (VDE 0100-482):2003-06 werden mit DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2013-02 lediglich alle Abschnitte außer deren Abschnitt 482.2.2 ersetzt. Nicht richtig ist deswegen die bereits schon 2013-02 versehentlich erfolgte vollständige Zurückziehung der DIN VDE 0100-482 (VDE 0100-482):2003-06 im VDE-Vorschriftenwerk und dem DIN-Normenwerk.

Denn es gilt weiterhin noch Abschnitt 482.2.2 "Auswahl und Errichtung von elektrischen Betriebsmitteln in Hohlwänden" der DIN VDE 0100-482 (VDE 0100-482):2003-06, der erst mit der Überführung in die künftige DIN VDE 0100-520 (VDE 0100-520), die voraussichtlich in 2013-06 herauskommen wird, ersetzt werden wird. Erst zu diesem Zeitpunkt wird DIN VDE 0100-482 (VDE 0100-482):2003-06 vollständig ersetzt sein.

Grund für die dargelegte Divergenz ist, dass die Folgeausgabe DIN VDE 0100-520 (VDE 0100-520) nicht wie vorgesehen bereits 2013-02 gleichzeitig mit DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420) veröffentlicht wurde, sondern erst später, voraussichtlich 2013-06, erscheinen wird.

Die Normanwender werden um Entschuldigung und Berücksichtigung dieser Klarstellung gebeten.

Verantwortlich zeichnet das DKE/UK 221.2. Die DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2013-02 kann beim VDE VERLAG bezogen werden.

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Dirk Barthel

Verlautbarung zu DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410):2007-06

411.3.2 Automatische Abschaltung im Fehlerfall

Hinweise zu Abschaltzeiten in Verteilungsnetzen außerhalb von Gebäuden und für die Auslegung von Verteilungsstromkreisen in Gebäuden für Hauptstromver-sorgungssysteme sowie für Verteilungsstromkreise, die an einer Unterverteilung enden.

22.05.2012

411.3.2 Automatische Abschaltung im Fehlerfall

Hinweise zu Abschaltzeiten in Verteilungsnetzen außerhalb von Gebäuden und für die Auslegung von Verteilungsstromkreisen in Gebäuden für Hauptstromver-sorgungssysteme sowie für Verteilungsstromkreise, die an einer Unterverteilung enden.

22.05.2012

Das für die Norm DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410):2007-06 „Errichten von Nieder­spannungsanlagen -Teil 4-41: Schutzmaßnahmen - Schutz gegen elektrischen Schlag (IEC 60364-4-41:2005, modifiziert); Deutsche Übernahme HD 60364-4-41:2007“ zuständige DKE/UK221.1 „Schutz gegen elektrischen Schlag“ gibt als Hilfe für die Anwender folgende Hinweise zur Norm.

Verteilungsnetze außerhalb von Gebäuden

Abweichend von den Abschaltzeiten nach 411.3.2 ist in Verteilungsnetzen, die als Freileitungen oder als im Erdreich verlegte Kabel ausgeführt sind, ausreichend, wenn am Anfang des zu schützenden Leitungsabschnittes eine Überstrom-Schutzeinrichtung vorhanden ist und wenn im Fehlerfall mindestens der Strom zum Fließen kommt, der eine Auslösung der Schutzeinrichtung unter den in der Gerätebestimmung für den Überlastbereich festgelegten Bedingungen (großer Prüfstrom) bewirkt.

Verteilungsstromkreise in Gebäuden

Für

  • Verteilungsstromkreise, die Bestandteil eines Hauptstromversorgungssystems nach DIN 18015-1 sind,
  • sowie Verteilungsstromkreise, die an einer Unterverteilung enden,

darf die Schutzmaßnahme „Doppelte oder verstärkte Isolierung“ nach 412 angewendet werden, wenn am Anfang des zu schützenden Leitungsabschnittes eine Überstrom-Schutzeinrichtung vorhanden ist, und wenn im Fall eines Kurzschlusses mindestens der Strom zum Fließen kommt, der eine Auslösung der Schutzeinrichtung unter den in der Gerätebestimmung für den Überlastbereich festgelegten Bedingungen (großer Prüfstrom) bewirkt.

Diese Schutzmaßnahme darf in den aufgeführten Verteilungsstromkreisen nicht angewendet werden wenn davon auszugehen ist, dass ein Anwender ohne Berechtigung gemäß NAV §13 Betriebsmittel oder Teile von Betriebsmitteln der Schutzklasse II durch solche der Schutzklasse I ersetzen kann und damit die Wirksamkeit dieser Maßnahme aufgehoben wird.

Diese Schutzmaßnahme darf ebenfalls nicht alleine angewendet werden für Endstromkreise, die fest angeschlossene elektrische Verbrauchsmittel oder Steckdosen enthalten.

Die in 412.1.3 geforderte wirksame Überwachung für Stromkreise oder Teile der elektri­schen Anlage im normalen Betrieb darf unter den oben genannten Voraussetzungen als erfüllt angesehen werden.

Die vorgenannten Erläuterungen schließen nicht die Notwendigkeit aus, die Stromversorgung aus anderen Gründen abzuschalten, z. B. aus Gründen des Brandschutzes, der thermischen Überbeanspruchung eines Betriebsmittels usw.

 Zusätzliche Anforderungen können für besondere Bereiche (siehe den entsprechenden Teil 7 der Gruppe 700 der Normen der Reihe DIN VDE 0100 (VDE 0100)), Normen der Reihe DIN VDE 0165 (VDE 0165) oder DIN VDE 0100-482 (VDE 0100-482) notwendig sein.

Verantwortlich zeichnet das DKE/UK 221.1. Die genannten Normen können im VDE VERLAG bezogen werden.

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Dirk Barthel

Die neuen Blitzschutznormen

der Reihe DIN EN 62305 (VDE 0185-305)

19.10.2011

der Reihe DIN EN 62305 (VDE 0185-305)

19.10.2011

Nach der Erstausgabe der Internationalen Normen der Reihe IEC 62305 im Jahr 2006 wurde die überarbeitete Ausgabe der Reihe IEC 62305 im Dezember 2010 veröffentlicht. Die europäische Übernahme dieser Norm erforderte noch einige Modifikationen, sodass zunächst die Teile 1, 3 und 4 im Januar 2011 ratifiziert werden konnten.

Für die Verabschiedung der EN 62305-2 fand man europäisch zunächst keine Einigung. Nach einer weiteren Bearbeitung auf europäischer Ebene wurde nun die Schlussfassung in Europa zur Umfrage verteilt. Mit der Veröffentlichung der EN 62305-2 kann erst im ersten Quartal 2012 gerechnet werden.

Die nationalen Ausgaben der EN 62305-1, EN 62305-3 und EN 62305-4 liegen nun als Normen der Reihe DIN EN 62305 (VDE 0185-305) vor.

Es gibt weder Einrichtungen noch Verfahren, mit denen die natürlichen Wettererscheinungen so beeinflusst werden können, dass Blitzentladungen verhindert werden können. Blitzeinschläge in oder in der Nähe von baulichen Anlagen (oder in Versorgungsleitungen, die in bauliche Anlagen eingeführt sind), sind gefährlich für Menschen, für die baulichen Anlagen selbst, für ihre Einrichtungen und Installationen sowie für die Versorgungsleitungen. Deshalb ist die Anwendung von Blitzschutzmaßnahmen wesentlich.

Die Notwendigkeit des Schutzes, die wirtschaftlichen Vorteile der Installation von Schutzmaßnahmen und die Auswahl angemessener Schutzmaßnahmen sollten mittels Risiko-Management bestimmt werden. Das Verfahren für das Risiko-Management wird in der EN 62305-2 (Veröffentlichung in Vorbereitung) behandelt.

Die Wirksamkeit der in der Reihe EN 62305 bzw. DIN EN 62305 (VDE 0185-305) betrachteten Schutzmaßnahmen zur Reduzierung des Risikos ist nach­gewiesen.

Alle Maßnahmen zum Blitzschutz bilden zusammen das gesamte Blitzschutzsystem. Aus praktischen Gründen werden die Kriterien für Planung, Errichtung und Instandhaltung von Blitzschutzmaßnahmen in zwei getrennten Gruppen betrachtet:

  • die erste Gruppe betrifft Schutzmaßnahmen zur Verringerung von physikalischen Schäden und der Lebensgefahr in einer bauliche Anlage und wird in der EN 62305-3 bzw. DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3) beschrieben;
  • die zweite Gruppe betrifft Schutzmaßnahmen zur Verringerung des Ausfalls von elektrischen und elektroni­schen Systemen in einer baulichen Anlage und wird in der EN 62305-4 bzw. DIN EN 62305-4 (VDE 0185-305-4) beschrieben.

DIN EN 62305-1 (VDE 0185-305-1) Blitzschutz – Teil 1: Allgemeine Grundsätze
(IEC 62305-1:2010, modifiziert); Deutsche Fassung EN 62305-1:2011

DIN EN 62305-1 (VDE 0185-305-1) vermittelt einen Überblick über die gesamte Normenreihe. Sie erläutert die Vorgehensweise und die Schutzprinzipien, die den folgenden Teilen zugrunde liegen und gibt Informationen über die Gefährdung durch den Blitz, die Schadensarten, die Notwendigkeit von Blitzschutz und die möglichen Schutzmaßnahmen.

In den Anhängen findet man für den Blitzstrom die Parameter und Gefährdungspegel, die Zeitfunktion und ihre Nachbildung für Prüfzwecke ebenso wie die Prüfparameter für Blitzschutz-Komponenten und die Ermittlung der vom Blitz erzeugten Stoßwellen an verschiedenen Einbauorten.

Teil 2 der Normenreihe verwendet eine Risikoanalyse, um zuerst die Notwendigkeit des Blitzschutzes für bauliche Anlagen zu ermitteln und dann die technisch und wirtschaftlich optimalen Schutzmaßnahmen auszuwählen, die in den eigentlichen Schutznormen ausführlich beschrieben sind. Abschließend wird das verbleibende Risiko bestimmt.

In den Anhängen zu Teil 2 findet man die Abschätzung der Häufigkeit der gefährlichen Ereignisse durch Blitzeinschläge NX, die Schadenswahrscheinlichkeiten für bauliche Anlagen PX und die Verluste LX. Die Kosten-Nutzen-Rechnung für wirtschaftliche Verluste wird dargestellt. Fallstudien für bauliche Anlagen werden durchgeführt.

Teil 3 behandelt den Schutz von baulichen Anlagen gegen materielle Schäden und Lebensgefahr infolge von direkten Blitzeinschlägen durch ein Blitzschutzsystem (LPS = Lightning Protection System). Es besteht aus dem äußeren Blitzschutz (Fangeinrichtung, Ableitungen, Erdungsanlage) und aus dem inneren Blitzschutz (Blitzschutzpotentialausgleich, Trennungsabstand). Die Kennwerte des LPS werden durch seine Blitzschutzklasse festgelegt, die auf dem entsprechenden Gefährdungspegel (LPL = Lightning Protection Level) basiert.

Die Anhänge zu Teil 3 behandeln die Anordnung von Fangeinrichtungen, den Mindestquerschnitt von Kabelschirmen zur Vermeidung von gefährlicher Funkenbildung und die Aufteilung des Blitzstroms auf die Ableitungen zur Abschätzung des Trennungsabstandes. Es gibt ergänzende Informationen für den Blitzschutz von explosionsgefährdeten Anlagen und Hinweise zur Auslegung, Konstruktion, Wartung und Prüfung von Blitzschutzsystemen.

Teil 4 behandelt den Schutz von baulichen Anlagen mit elektrischen und elektronischen Systemen gegen die Wirkungen des elektromagnetischen Blitzimpulses (LEMP) durch Schutzmaßnahmen gegen LEMP (SPM = Surge Protective Measures). Diese beinhalten eine individuelle Kombination aus folgenden Schutzmaßnahmen: Erdung und Potentialausgleich, räumliche Schirmung, Leitungsführung und -schirmung, koordiniertes SPD-System (SPD = Surge Protective Device). Die Kennwerte der Schutzmaßnahmen müssen dem gewählten Gefährdungspegel (LPL) entsprechen. Die Basis für den Aufbau der SPM ist das Blitzschutzzonen-Konzept.

Die Anhänge zu Teil 4 bieten die Grundlagen zur Bestimmung der elektromagnetischen Umgebung in einer Blitzschutzzone. Man findet dort ergänzende Hinweise für die Schutzmaßnahmen gegen LEMP in bestehenden baulichen Anlagen und die Koordination von Überspannungsschutzgeräten sowie die Regeln zur Installation eines koordinierten SPD-Systems.

DIN EN 62305-2 (VDE 0185-305-2) Blitzschutz – Teil 2: Risiko-Management
(IEC 62305-3:2010, modifiziert); Deutsche Fassung EN 62305-3

DIN EN 62305-2 (VDE 0185-305-2):2012-XX befindet sich noch in der Vorbereitung. In der Übergangszeit ist DIN EN 62305-2 (VDE 0185-305-2):2006-10 anzuwenden.

DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3) Blitzschutz – Teil 3: Schutz von baulichen Anlagen und Personen
(IEC 62305-3:2010, modifiziert); Deutsche Fassung EN 62305-3:2011

DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3) behandelt den Schutz gegen physikalische Schäden und vor Verletzungen von Lebewesen durch Berührungs- und Schrittspannungen in und in unmittelbarer Nähe einer baulichen Anlage.

Als hauptsächlichstes und wirkungsvollstes Mittel zum Schutz von baulichen Anlagen gegen physikalische Schäden wird das Blitzschutzsystem (LPS) betrachtet. Es besteht gewöhnlich sowohl aus einem äußeren als auch einem inneren Blitzschutz­system.

Ein äußeres Blitzschutzsystem wird vorgesehen, um:

a) einen Blitzeinschlag in die bauliche Anlage abzufangen (mit einer Fangeinrichtung);

b) den Blitzstrom sicher in Richtung Erde abzuleiten (unter Verwendung einer Ableitungseinrichtung);

c) den Blitzstrom in der Erde zu verteilen (unter Verwendung einer Erdungsanlage).

Ein inneres Blitzschutzsystem verhindert eine gefährliche Funkenbildung innerhalb der baulichen Anlage ent­weder durch Anwendung des Potentialausgleichs oder eines Trennungsabstands (und damit einer elektrischen Trennung) zwi­schen den Bauteilen eines äußeren Blitzschutzsystems und anderen elektrisch leitenden Elemen­ten innerhalb der baulichen Anlage.

Hauptsächlich werden Schutzmaßnahmen gegen Verletzungen von Lebewesen durch Berührungs- und Schrittspannungen vorgesehen, um:

1) den gefährlichen Stromfluss durch Körper durch Isolierung freiliegender leitender Teile und/oder durch Erhöhung des spezifischen Widerstands der oberen Bodenschicht zu verringern;

2) das Auftreten gefährlicher Berührungs- und Schrittspannungen durch physikalische Absperrungen und/oder Warnhinweise zu verringern.

Bereits in der Entwurfsphase einer neuen baulichen Anlage sollten Art und Anordnung eines Blitzschutzsys­tems sorgfältig berücksichtigt werden, dabei sollte der größte Nutzen aus elektrisch leitenden Teilen der bauli­chen Anlage gezogen werden. Das erleichtert die Konstruktion und die Ausführung einer integrierten Installa­tion, der ästhetische Gesamteindruck wird verbessert und die Wirksamkeit des Blitzschutzsystems kann mit geringsten Kosten und geringstem Aufwand erhöht werden.

Wenn die Bauausführung auf dem Baugelände begonnen hat, kann der Zugang zum Erdboden und eine ge­eignete Nutzung der Stahlbewehrung des Fundamentes zur Schaffung einer wirksamen Erdung bereits nicht mehr möglich sein. Deshalb sollten der spezifische Bodenwiderstand und die Bodenbeschaffenheit auf einer möglichst frühen Projektierungsstufe berücksichtigt werden. Diese Informationen sind für die Konstruktion einer Erdungs­anlage grundlegend und können die Projektierung des Fundaments der baulichen Anlage beeinflussen.

DIN EN 62305-4 (VDE 0185-305-4) Blitzschutz – Teil 4: Elektrische und elektronische Systeme in baulichen Anlagen
(IEC 62305-4:2010, modifiziert); Deutsche Fassung EN 62305-4:2011

DIN EN 62305-4 (VDE 0185-305‑4) behandelt den Schutz von baulichen Anlagen mit elektrischen und elektronischen Systemen gegen die Wirkungen des elektromagnetischen Blitzimpulses (LEMP) durch Schutzmaßnahmen gegen LEMP (SPM = Surge Protection Measures). Diese beinhalten eine individuelle Kombination aus folgenden Schutzmaßnahmen: Erdung und Potentialausgleich, räumliche Schirmung, Leitungsführung und -schirmung, koordiniertes SPD-System (SPD = Surge Protective Device). Die Kennwerte der Schutzmaßnahmen müssen dem gewählten Gefährdungspegel (LPL) entsprechen. Die Basis für den Aufbau der SPM ist das Blitzschutzzonen-Konzept.

Weil isolierte oder nicht integrierte Einzelmaßnahmen keinen wirksamen Schutz bieten, wird ein solches Schutzsystem aus einer individuell angepassten Kombination aus folgenden Schutzmaßnahmen aufgebaut:

  • Erdung und Potentialausgleich,
  • räumliche Schirmung,

  • Leitungsführung und -schirmung,

  • koordiniertes SPD-System,

  • isolierende Schnittstellen.

Die Kennwerte der Schutzmaßnahmen müssen dem gewählten Gefährdungspegel LPL entsprechen. Die Basis für den Aufbau des Schutzsystems von elektrischen und elektronischen Einrichtungen ist das Blitz­schutzzonen-Konzept.

Die Anhänge zu dieser Norm zeigen die Grundlagen zur Bestimmung der elektromagnetischen Umgebung in einer Blitzschutzzone, ergänzende Hinweise für den SPM-Schutz in bestehenden baulichen Anlagen, Regeln zur Auswahl und Installation eines koordi­nier­ten SPD-Systems und Kennwerte, die bei der Auswahl von SPDs zu beachten sind.

Im Abschnitt 9 wird für die Planung, Errichtung und Prüfung von LEMP-Schutzsystemen eine Blitzschutz-Fachkraft gefordert, die nach Tabelle 2 auch über fundierte Kenntnisse der EMV und der Installationspraxis verfügt.

Der Begriff der Blitzschutz-Fachkraft wurde im Text der Internationalen Norm IEC 62305-4 nicht festgelegt. Aus diesem Grund hat das für die nationale Norm zuständige Komitee K 251 eine Erläuterung für den Begriff der Blitzschutz-Fachkraft verabschiedet, in der die Bereiche der Planung, Prüfung und Errichtung berücksichtigt werden.

Auch für die zweite Ausgabe der Normenreihe DIN EN 62305 (VDE 0185-305) „Blitzschutz“ werden neue und überarbeitete Beiblätter veröffentlicht, die eine praxisbezogene Unterstützung bei der Anwendung der Normen bieten. Diese neuen Beiblätter sollen im ersten Quartal 2012 veröffentlicht werden.

Für die Normenreihe ist das K 251 „Blitzschutzanlagen und Blitzschutzbauteile“ der DKE zuständig.

Die Publikationen erhalten Sie beim VDE VERLAG.

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Rudolf Brandner

Not- und Sicherheitsbeleuchtung

Literaturhinweis Neuerscheinung

26.09.2011

Literaturhinweis Neuerscheinung

26.09.2011

 

 Im Mittelpunkt des Buches "Not- und Sicherheitsbeleuchtung" stehen die lichttechnischen und elektrotechnischen Anforderungen an die Not- und Sicherheitsbeleuchtung.

Ein großer Bereich gilt den vielfältigen Normen und Vorschriften zu diesem Thema. Sowohl die europäische als auch die nationale Gesetzgebung in diesem Bereich werden erläutert. Es werden die Anforderungen an die Sicherheitsbeleuchtung aus der Normung in Bezug auf gesetzliche Vorschriften des Arbeitsschutzes und des Baurechts dargestellt.

Der Leser erhält so eine gute Übersicht über alle zu berücksichtigenden Normen und Vorschriften.

In einem umfangreichen Kapitel werden alle Grundbegriffe der Lichttechnik, wie z.B. Lichtstrom, Adaption und Blendung erläutert.

Ein weiterer Abschnitt beschäftigt sich mit der Lampen- und Leuchtentechnik, es wird u. a. auf Rettungszeichenleuchten, Einzelbatterieleuchten sowie LED in der Notbeleuchtung eingegangen. 

 

Abgerundet wird das Buch durch Abschnitte zum Betrieb der Anlagentechnik und einige praktische Anwendungshinweise, die dem Leser die Umsetzung erleichtern.

Das Buch kann über den VDE VERLAG bezogen werden.

Planung und Ausführung von Neubauten

Verlautbarung des DKE/K 712 "Sicherheit von Anlagen der Informations- und Kommunikationstechnik einschließlich Potentialausgleich und Erdung"

15.06.2011

Verlautbarung des DKE/K 712 "Sicherheit von Anlagen der Informations- und Kommunikationstechnik einschließlich Potentialausgleich und Erdung"

15.06.2011

Für die Planung und Ausführung neuer Bauten sind bezüglich der Elektroinstallation selbstverständlich die einschlägigen Normen der Reihe DIN VDE 0100 (VDE 0100) „Errichtung von Niederspannungsanlagen“ einzuhalten.

Um die äußerst wichtigen EMV‑Belange bei der zunehmen­den Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnik zu gewährleisten, sind zur Erfüllung der Anforderungen aus DIN VDE 0100‑100 (VDE 0100‑100):2009‑06, Abschnitt 33 sowie DIN VDE 0100‑510 (VDE 0100‑510):2011‑03, Abschnitt 512.1.5 insbesondere folgende Normen, die diesbezüglich den aktuellen Stand wiedergeben, zu berücksichtigen:

    • DIN VDE 0100‑444 (VDE 0100‑444):2010-10
    • DIN EN 50310 (VDE 0800‑2‑310):2011-05

Für eine geeignete Potentialausgleichs- und Erdungsanlage sind folgende Normen zusätzlich zu berücksichtigen:

    • DIN VDE 0100‑540 (VDE 0100‑540)
    • DIN 18014
    • DIN 18015

Bei der Erstellung von Ausschreibungen und Leistungsver­zeichnissen sollten die oben genannten Normen herangezogen werden, damit den anbietenden und ausführenden Unternehmen unmissverständlich klar gemacht wird, worauf Wert zu legen ist.

Die erwähnten Normen können im VDE VERLAG bzw. Beuth Verlag bezogen werden.

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Antonio Monaco

Verlautbarung zu DIN VDE 0100-740 (VDE 0100-740):2007-10

Vorübergehend errichtete elektrische Anlagen für Aufbauten, Vergnügungseinrichtungen und Buden auf Kirmesplätzen, Vergnügungsparks und für Zirkusse

18.05.2011

Vorübergehend errichtete elektrische Anlagen für Aufbauten, Vergnügungseinrichtungen und Buden auf Kirmesplätzen, Vergnügungsparks und für Zirkusse

18.05.2011

Das für die Norm DIN VDE 0100-740 (VDE 0100-740):2007-10 „Errichten von Niederspannungsanlagen -Teil 7-740: Anforderungen für Betriebsstätten, Räume und Anlagen besonderer Art - Vorübergehend errichtete elektrische Anlagen für Aufbauten, Vergnügungseinrichtungen und Buden auf Kirmesplätzen, Vergnügungsparks und für Zirkusse“ zuständige DKE-Unterkomitee 221.2 „Schutz gegen thermische Auswirkungen/Sachschutz“ gibt, als Hilfe für die Anwender, folgende Hinweise zur Norm.

Zu 740.1.1 "Anwendungsbereich"

DIN VDE 0100-740 (VDE 0100-740):2007-10 enthält Anforderungen für die vorübergehend errichtete  

a) Anlage ab Speisepunkt bis zum Beginn der Aufbauten / Fliegenden Bauten (siehe Abschnitt 740.1.1, Anmerkung Z1, 2. Satz), also bis zu deren Netzanschluss-Stelle, und

b) elektrische Anlage von Aufbauten / Fliegende Bauten, sofern sie vor Ort errichtet werden. Für die Aufbauten gelten die allgemeinen Anforderungen der DIN VDE 0100 (VDE 0100) und ggf. zutreffende Teile der Gruppe 700 der DIN VDE 100 (VDE 0100) einschließlich DIN VDE 0100-740 (VDE 0100-740), z. B. nachfolgende Abschnitte 740.55.01.03, 740.55.07, 740.55.09 und 740.6.

Die elektrischen Anlagen von Vergnügungseinrichtungen mit Netzanschluss-Stelle fallen nicht in den Anwendungsbereich dieser Norm.



Zur Klarstellung der Begriffe „Speisepunkt“ und „Einbauort“ der Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD), wie in den Anmerkungen Z1 und Z2 im Anhang ZA angesprochen, gilt Folgendes:

Variante 1: Wenn der speisende Verteiler zur festen elektrischen Anlage gehört, sind die Anschlussstellen (z. B. Abgangsklemmen, Steckdosen) des Verteilers als Speisepunkt für die vorübergehend errichtete elektrische (;

Variante 2: andernfalls sind die Anschlussstellen (z. B. Abgangsklemmen, Steckdosen) in vorübergehend errichteten Verteilern als Speisepunkt zu betrachten.

Abhängig davon darf die Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) mit einem Bemessungsdifferenzstrom nicht größer als 300 mA in den Verteiler der festen elektrischen Anlage oder in den Verteiler der vorübergehend errichteten elektrischen Anlage eingebaut werden.

Bei in Reihe geschalteten Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) ist die Auswahl der Schutzeinrichtungen unter dem Aspekt Selektivität nach DIN VDE 0100-530 (VDE 0100-530) zu treffen.

Wenn bei bestimmten Anwendungsfällen Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) nicht eingesetzt werden können, z. B.

  • weil der Betriebsstrom des zu schützenden Stromkreises größer ist als der größte Bemessungsstrom der Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) nach DIN VDE 0100-530 (VDE 0100-530) oder
  • der betriebsbedingte Schutzleiterstrom der elektrischen Anlage zu Fehlauslösungen führen könnte,

ist alternativ anwendbar:

Schutz durch Verwendung von Betriebsmitteln der Schutzklasse II oder durch gleichwertige Isolierung nach DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410).

Das DKE/UK 221.2 empfiehlt in Fällen, wo diese Schutzmaßnahme als alleinige Schutzmaßnahme angewendet wird, dafür zu sorgen, z. B. durch organisatorische Maßnahmen, dass ein Anwender ohne Berechtigung Teile von Betriebsmitteln nicht auswechseln kann.

Diese Schutzmaßnahme ist als alleinige Schutzmaßnahme nicht geeignet für Stromkreise oder Teile der elektrischen Anlage, die Steckdosen enthalten.

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Dirk Barthel

Verwendung von Fehlerstrom-Überwachungseinheiten (RCMUs)

in Solar-Photovoltaik (PV) Stromversorgungssystemen

Verlautbarung des UK 221.1 zu DIN VDE 0100-712 (VDE 0100-712):2006-06

28.04.2011

in Solar-Photovoltaik (PV) Stromversorgungssystemen

Verlautbarung des UK 221.1 zu DIN VDE 0100-712 (VDE 0100-712):2006-06

28.04.2011

Das für die Norm DIN VDE 0100-712 (VDE 0100-712):2006-06 „Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 7-712: Anforderungen für Betriebsstätten, Räume und Anlagen besonderer Art – Solar-Photovoltaik-(PV)- Stromversorgungssysteme (IEC 60364-7-712: 2002, modifiziert); Deutsche Übernahme HD 60364-7-712: 2005 + Corrigendum: 2006“ zuständige DKE-Unterkomitee 221.1 „Schutz gegen elektrischen Schlag“ gibt als Hilfe für die Anwender folgende Hinweise zur Norm.

Nach DIN VDE 0100-712 (VDE 0100-712):2006-06, Abschnitt 712.413.2, soll der Schutz gegen elektrischen Schlag nach DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410) durch die Anwendung der Schutzmaßnahme: „Doppelte oder verstärkte Isolierung“ auf der Gleichspannungsseite bevorzugt angewendet werden. Dafür dient die Verwendung von Betriebsmitteln der Schutzklasse II oder die Verwendung von Betriebsmitteln mit einer gleichwertigen Isolierung auf der Gleichspannungsseite.

Nach DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410):2007-06 „Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 4-41: Schutzmaßnahmen – Schutz gegen elektrischen Schlag (IEC 60364-4-41: 2005, modifiziert); Deutsche Übernahme HD 60364-4-41: 2007“ ist in Abschnitt 412.1.3 gefordert, dass in Fällen, wo diese Schutzmaßnahme als alleinige Schutzmaßnahme angewendet wird, nachgewiesen werden muss, dass sich dieser Stromkreis oder der Teil der Anlage im normalen Betrieb unter wirksamer Überwachung befindet, so dass keine Änderung gemacht werden kann, die die Wirksamkeit der Schutzmaßnahme beeinträchtigt.

Bei Verwendung von Wechselrichtern ohne einfache Trennung erfüllt eine Fehlerstrom-Überwachungseinheit (RCMU) nach DIN V VDE V 0126-1-1 (VDE V 0126-1-1):2006-02 „Selbsttätige Schaltstelle zwischen einer netzparallelen Eigenerzeugungsanlage und dem öffentlichen Niederspannungsnetz“ die wirksame Überwachung der Gleichspannungsseite eines Solar-Photovoltaik ( PV) Stromversorgungssystems.

Eine Fehlerstrom-Überwachungseinheit (Residual Current Monitoring Unit – RCMU) ist eine Einrichtung, die bei Wechselrichtern ohne einfache Trennung zwischen Netz und Photovoltaik-Generator zur Erfassung und Abschaltung auftretender Gleich-, Puls- und Wechselfehlerströmen dient.

Die Fehlerstrom-Überwachungseinheit (RCMU) erfüllt nicht die Anforderungen, die an eine Schutzeinrichtung für den Fehlerschutz und/oder für den zusätzlichen Schutz nach DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410):2007-06 und DIN VDE 0100-530 (VDE 0100-530) „Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 530: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel – Schalt- und Steuergeräte“ bei Anwendung der Schutzmaßnahme „Schutz durch automatische Abschaltung der Stromversorgung“ gestellt werden.

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Dirk Barthel

Brandbekämpfung im Bereich von Photovoltaikanlagen

VDE|DKE Empfehlungen

13.04.2011

VDE|DKE Empfehlungen

13.04.2011

Die DKE  Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE gibt in Abstimmung mit Experten von Berufsgenossenschaften, Feuerwehren, Forschungsinstituten, Netzbetreibern und der Industrie Empfehlungen zum richtigen Verhalten beim Brand von Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen). Brennende PV-Anlagen beziehungsweise Brände in der Umgebung von PV-Anlagen können von Feuerwehren bedenkenlos gelöscht werden, wenn die Sicherheitsabstände zu unter Spannung stehenden Teilen nach DIN VDE 0132 eingehalten werden. Die Norm DIN VDE 0132 „Brandbekämpfung im Bereich elektrischer Anlagen“ gibt Sicherheitsabstände vor, die Personen, die für die Brandbekämpfung und Rettungsmaßnahmen in elektrischen Anlagen und in deren Nähe zuständig sind, einhalten müssen, um sich und andere Personen nicht in Gefahr zu bringen.

Generell sind die Abstände zu offenen, beschädigten Leitungen einzuhalten. Im Niederspannungsnetz beträgt der Sicherheitsabstand zu unter Spannung stehenden Teilen einen Meter und beim Einsatz von Strahlrohren, also löschwasserführenden Armaturen der Feuerwehr, für Sprühstrahl einen Meter und für Vollstrahl fünf Meter. Bei Dunkelheit können Photovoltaikanlagen im Mondlicht, auch bei Vollmond, und bei künstlichem Licht (z. B. Halogenscheinwerfer) für Einsatzkräfte weder gefährliche Spannungen noch gefährliche Ströme erzeugen. Somit gehen bei Dunkelheit keine elektrischen Gefahren von PV-Anlagen aus. Dies wurde durch unabhängige Prüfungen bestätigt.

Entgegen weit verbreiteter Meinungen, dass Einsatzkräfte zunächst den Gleichspannung (DC)-Lasttrennschalter von PV-Anlagen betätigen müssen, bevor sie mit dem Löschen von Bränden beginnen dürfen, ist anzumerken, dass Einsatzkräfte bedenkenlos mit dem sofortigen Löschen beginnen können, wenn die Vorsichtsmaßnahmen und insbesondere die Sicherheitsabstände nach DIN VDE 0132 zu unter Spannung stehenden Teilen eingehalten werden. Bei dem „DC-Schalter“ handelt es sich um einen an der Umrichtereinheit sitzenden Schalter, der für Wartungsmonteure vorgesehen ist, wenn diese Arbeiten am Umrichter durchführen müssen.

Ein Expertenkreis der DKE arbeitet momentan daran, weitergehende bauliche oder schaltungstechnische Maßnahmen bei der Errichtung des DC-Bereiches einer PV-Anlage festzulegen. Ein entsprechender Entwurf soll der Fachöffentlichkeit 2011 vorgestellt werden.

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Dr. Gerhard Imgrund

Zugänglichkeit von ISVs und von EIFs

ISV = Installationssteckverbinder

EIF = elektrische Verbinder für Fertigbauteile

Verlautbarung des UK 221.2 „Schutz gegen thermische Auswirkungen/Sachschutz“ 2006-03-10

- aktualisiert -

04.11.2010

ISV = Installationssteckverbinder

EIF = elektrische Verbinder für Fertigbauteile

Verlautbarung des UK 221.2 „Schutz gegen thermische Auswirkungen/Sachschutz“ 2006-03-10

- aktualisiert -

04.11.2010

Für

  • Installationssteckverbinder (ISVs) nach DIN EN 61535 (VDE 606-200):2010-05 „Installationssteckverbinder für dauernde Verbindung in festen Installationen“ und
  • elektrische Verbinder für Fertigbauteile (EIFs) nach dem zum 1. Januar 2005 ermächtigten Entwurf VDE 0606-201 (VDE 0606-201):2004-09 „Installationsmaterial für dauernde Verbindung in festen Installationen - Teil 201: Elektrische Verbinder für Fertigbauteile“

ist in der gültigen Norm DIN VDE 0100-520 (VDE 0100-520):2003-06 „Errichten von Niederspannungsanlagen - Teil 5: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmitteln - Kapitel 52: Kabel- und Leitungsanlagen (IEC 60364-5-52:1993, modifiziert); Deutsche Fassung HD 384.5.52 S1:1995 + A1:1998“, Abschnitt 526.3, eine Ausnahme von den Forderungen nach Zugänglichkeit nicht ausdrücklich genannt.

Das für diese Errichtungsnorm zuständige Unterkomitee 221.2 „Schutz gegen thermische Auswirkungen/Sachschutz“ verweist hinsichtlich der Fragestellung der Zugänglichkeit auf den Norm-Entwurf DIN IEC 60364-5-52 (VDE 0100 Teil 520):2004-07 „Errichten von Niederspannungsanlagen - Teil 5: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel - Kapitel 52: Kabel- und Leitungsanlagen (IEC 64/1373/CD:2003)“, in welchem unter Abschnitt 526.3 die „Verbindungen, die Teil eines einer Produktnorm entsprechenden Betriebsmittels sind“, mit Aufzählungsstrich 5 von der Forderung nach Zugänglichkeit ausgenommen sind. ISVs und EIFs können als Verbindungen, die Teil eines einer Produktnorm entsprechenden Betriebsmittels sind, angesehen werden.

Die Anwendung des Norm-Entwurfs DIN IEC 60364-5-52 (VDE 0100 Teil 520):2004-07 ist zwischen dem Auftraggeber und dem Errichter der Anlage für die Auswahl der Betriebsmittel besonders zu vereinbaren.

Unter dieser Bedingung ist der Einsatz der ISVs und EIFs nach der gesamten Norm und den gesamten ermächtigten Entwürfen nach Ansicht des DKE UK 221.2 „Schutz gegen thermische Auswirkungen/Sachschutz“ in Fertighausbauten möglich.

Für den Einsatz der ISVs in nicht zugänglichen Bereichen sind ausschließlich nicht lösbare Verbindungen, wie z. B.: Crimp, Löt- IDC- sowie Federkraftanschlüsse zu verwenden. Schraubverbindungen sind ausdrücklich hiervon ausgenommen.

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Dirk Barthel

Blitzschutz bei einem Flachdach

Anwendung der DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3):2006-10

29.07.2010

Anwendung der DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3):2006-10

29.07.2010

Folgende Fragestellung zur Anwendung der DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3):2006-10:

Ist es ausreichend und normgerecht im Bereich eines Flachdaches, die durchverbundene Bewehrung als äussere Fangeinrichtung zu verwenden oder müssen Fangleitungen oder Fangpilze sichtbar auf der Dachfläche installiert werden?

Die Bewehrung von Sichtbetonplatten, die aus optischen Gründen zur Verblendung der Flachdachbereiche verwendet werden und die auf die Isolierschicht mit Abstandhaltern aufgebracht werden, sollen untereinander mit geeigneten Klemmen verbunden werden.

Nach DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3), 5.2.5 b) dürfen „metallene Bestandteile der Dachkonstruktion (Träger, durchverbundene Bewehrung usw) unter einer nicht metallenen Dachdeckung, sofern diese Teile der Dachdeckung nicht zu der zu schützenden baulichen Anlage gehören, als natürliche Fangeinrichtung und Teil eines Blitzschutzsystems betrachtet werden.

Dieser Abschnitt der Norm nennt gleichzeitig das Schutzziel bei der Nutzung metallener Bestandteile der Dachkonstruktion.

Befinden sich oberhalb dieser metallenen Bestandteile des Daches Bauteile (z.B. die Dacheindeckung), die schützenswert sind, oder kann durch einen Blitzeinschlag in diese darüber befindliche Teile eine Beeinträchtigung der Sicherheit und/oder der Funktion auftreten, dann sind diese Bauteile mit Fangeinrichtungen zu versehen.

Das könnte in der Praxis so aussehen, dass Fangstangen montiert werden, die dann mit den metallenen Bestandteilen des Daches (z.B. Trapezbleche, durchverbundene Bewehrunsgseisen) verbunden werden. Die darunter liegenden metallenen Bestandteile der Dachkonstruktion können dann als Verbindungsleitungen genutzt werden.

Nähere Hinweise können im Anhang E den Bildern E.10, E.24 und E.28 sowie im Beiblatt 1 zur DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3) den Bildern 101 bis 105 und dem Bild E.102 entnommen werden.

Im vorliegenden Fall müssen noch weitere Fragen geklärt werden:

  • Ist eine Schädigung der Betonplatten zulässig, auch wenn dadurch Sicherheits- und/oder Funktionsprobleme auftreten können?
  • Ist es zulässig, wenn die Bewehrungen der Betonplatten nach einem Blitzschlag freiliegen?
  • Sind dadurch Auswirkungen auf die Bausicherheit möglich?

Diese Liste der Fragen erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Die Normenreihe zum Blitzschutz spiegelt nicht eine "Bauanleitung" oder ein "Rezeptbuch" wieder. Die in den Normen genannten Lösungen stellen jeweils Beispiele dar, die nicht alle Anwendungsfälle abdecken können. Sie müssen deshalb auf den jeweiligen Anwendungsfall angepasst werden. Das setzt entsprechende Fachkenntnisse einer Blitzschutz-Fachkraft im Bereich der Planung, Errichtung und Wartung voraus (siehe hierzu die Ausführungen zur Blitzschutz-Fachkraft im Vorwort der Norm).

Bezugsquelle: VDE VERLAG

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Rudolf Brandner

Bestehende elektrische Anlagen nach früheren Ausgaben

der DIN VDE 0100

Der Archivbereich der VDE-DVD hilft, Fehler zu vermeiden.

- aktualisiert -

15.06.2010

der DIN VDE 0100

Der Archivbereich der VDE-DVD hilft, Fehler zu vermeiden.

- aktualisiert -

15.06.2010

Bei Arbeiten an bestehenden elektrischen Anlagen ist es wichtig, die bei der Errichtung der Anlage geltenden VDE-Bestimmungen zu kennen. Denn nach diesen müssen sie errichtet worden sein. Anpassungsforderungen nach DIN VDE 0100 für bestehende elektrische Anlagen sind mit Angabe des Fundorts der ursprünglichen Anpassungsforderung in Beiblatt 2 zu DIN VDE 0100 (Beiblatt 2 zu VDE 0100):2001-05, Anhang C, zusammengefasst.

Insbesondere müssen die Unterschiede gegenüber den aktuellen Bestimmungen bekannt sein.

Deshalb ist es wichtig, die seinerzeit geltenden VDE-Bestimmungen zur Hand zu haben.

Nutzer des VDE-Vorschriftenwerks auf DVD haben diese früheren Ausgaben der DIN VDE 0100 (ab 1973) und die in der Reihe DIN VDE 0100 aufgegangenen DIN VDE 0107, Reihe DIN VDE 0108 und DIN VDE 0190 im Bereich "zurückgezogene Normen" jederzeit verfügbar.

Beim Neuabschluss eines Abonnements der VDE-DVD erhält der Abonnent dieses "Normen-Archiv" kostenlos.

Abonnenten der Papierversion können ihr bestehendes Abonnement beim VDE VERLAG ohne nochmalige Berechnung des Grundwerks - oder der auf der DVD zusätzlich enthaltenen zurückgezogenen Normen - auf die elektronische Fassung umstellen.

Weitere Informationen, Nutzungsbedingungen und Bestellunterlagen siehe www.vde-verlag.de oder fragen Sie den

VDE VERLAG GMBH
Bismarckstr. 33
10625 Berlin

Tel: 0 30 / 34 80 01-220
Fax: 0 30 / 34 80 01-88
E-Mail: normenverlag@vde-verlag.de

Fragen zu Blitzschutz bei Photovoltaikanlagen:

Wie muss der Blitzschutz bei Photovoltaikanlagen nach den anerkannten Regeln der Technik ausgeführt sein?

Muss ein innerer Überspannungsschutz sowohl wechsel- als auch gleichstromseitig vorhanden sein?

20.05.2010

Wie muss der Blitzschutz bei Photovoltaikanlagen nach den anerkannten Regeln der Technik ausgeführt sein?

Muss ein innerer Überspannungsschutz sowohl wechsel- als auch gleichstromseitig vorhanden sein?

20.05.2010

Es gibt aus der Sicht der Normung keine Vorgabe für Photovoltaikanlagen sondern nur für bauliche Anlagen. Die zugehörige Normenreihe ist DIN EN 62305 (VDE 0185-305) die aus vier Teilen besteht. Teil 3 behandelt den Blitzschutz von baulichen Anlagen und Teil 4 den inneren Blitzschutz (Überspannungsschutz).

Wenn Ihre Anlagen auf einem Gebäude errichtet werden, das bereits mit einem Blitzschutzsystem (innerer und äußerer Blitzschutz) ausgestattet wurde, müssen die PV-Anlagen natürlich in das vorhandene System eingebunden werden. Dazu ist die Mithilfe der Errichterfirma für den Blitzschutz erforderlich.
Hat das Gebäude kein Blitzschutzsystem, gibt es aus Sicht der Normung keine Festlegung, dass eine PV-Anlage einen Blitz- oder Überspannungsschutz benötigt.

Der Einsatz von Überspannungsschutzgeräten ist heute bei baulichen Anlagen sowohl bei Gebäuden mit wie ohne Blitzschutz erforderlich, wenn darin befindliche elektrische und elektronische Systeme vor schädlichen Überspannungen geschützt werden sollen oder müssen. Die Forderung danach stammt in der Regel vom Betreiber/Eigentümer selbst oder vom Sachversicherer.

Einen informativen Überblick erhalten Sie durch das Beiblatt DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3) Beiblatt 5:2009-10 mit dem Titel: Blitzschutz - Teil 3: Schutz von baulichen Anlagen und Personen - Beiblatt 5: Blitz- und Überspannungsschutz für PV-Stromversorgungssysteme.

Die Normen der Reihe DIN EN 62305 (VDE 0185-305) können beim VDE VERLAG bezogen werden.

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Rudolf Brandner
Dr. Kerstin Sann-Ferro

Räume mit Badewanne oder Dusche

Fragen und Antworten zu DIN VDE 0100-701 (VDE 0100 Teil 701):2008-10

20.01.2010

Fragen und Antworten zu DIN VDE 0100-701 (VDE 0100 Teil 701):2008-10

20.01.2010

Im Folgenden finden Sie häufig gestellte Fragen und Antworten zu

Errichten von Niederspannungsanlagen –
Teil 7-701: Anforderungen für Betriebsstätten, Räume und Anlagen besonderer Art –
Räume mit Badewanne oder Dusche
(IEC 60364-7-701:2006, modifiziert); Deutsche Übernahme HD 60364-7-701:2007

Müssen metallene Bade- oder Duschwannen noch in den zusätzlichen Schutzpotentialausgleich einbezogen werden?

Nach Abschnitt 701.415.2 muss ein zusätzlicher Schutzpotentialausgleich nur noch durchgeführt werden, wenn ein „Schutzpotentialausgleich über die Haupterdungsschiene“ (früher: „Hauptpotentialausgleich“) für die gesamte elektrische Anlage nicht vorhanden ist.

Der zusätzliche Schutzpotentialausgleich muss dann nach 701.415.2 durchgeführt werden.

Metallene Wannen müssen – wie schon nach der früheren Norm DIN VDE 0100-701 (VDE 0100 Teil 701):2002-02 mit Änderung DIN VDE 0100-701/A1 (VDE 0100 Teil 701/A1):2004-02  – nicht mehr in den zusätzlichen Schutzpotentialausgleich des Raums mit Badewanne oder Dusche einbezogen werden.

Begründung:

Metallene Wannen sind in der Auflistung des Abschnitts 701.415.2 nicht als anzuschließende fremde leitfähige Teile genannt.

Metallene Wannen können ein elektrisches Potential von irgendwoher in den Raum mit Badewanne oder Dusche nicht einführen, da sie nur in diesem einen Raum sind; sie gehören daher nicht zu den "fremden leitfähigen Teilen"; siehe hierzu DIN VDE 0100-200 (VDE 0100 Teil 200):2006-05, Abschnitt 826-12-11:

fremdes leitfähiges Teil
leitfähiges Teil, das nicht zur elektrischen Anlage gehört, das jedoch ein elektrisches Potential, im Allgemeinen das einer örtlichen Erde, einführen kann

Hinweis:

Es ist zulässig, metallene Wannen in den Schutzpotentialausgleich einzubeziehen, auch wenn dies nicht mehr gefordert ist. Es ist außerdem zulässig, eine Schutzpotentialausgleichsanlage zu errichten, auch wenn sie nicht gefordert ist.

Gibt es keine besondere Regelung für "Verbrauchsmittel" (Abschnitt 701.55) im Bereich 2?

Für den Bereich 2 gibt es keine Einschränkung bezüglich der Auswahl elektrischer Verbrauchsmittel; siehe Abschnitt 701.55, dort wird der Bereich 2 nicht behandelt.

Hinweise:

Im Abschnitt 701.512.2, „Äußere Einflüsse“ wird festgelegt, dass im Bereich 2 nur elektrische Betriebsmittel – und damit auch nur elektrische Verbrauchsmittel – mit mindestens der Schutzart IPX4 angewendet (errichtet) werden dürfen.

Einige Maßnahmen wirken sich generell auch auf elektrische Verbrauchsmittel in Bereich 2 aus, wie

  • Schutztrennung mit mehreren elektrischen Verbrauchsmitteln nicht zulässig nach 701.413.1,
  • Basisschutz bei Schutz durch Kleinspannung SELV oder PELV nach 701.414.2,
  • zusätzlicher Schutz durch Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) mit einem Bemessungsdifferenzstrom nicht größer als 30 mA für alle Stromkreise, abgesehen von den Ausnahmen in 701.415.1,
  • zusätzlicher Schutzpotentialausgleich  –  soweit noch gefordert – nach 701.415.2,
  • Anforderungen an versorgende Kabel- und Leitungsanlagen nach 701.512.3 a).

Wieso gibt es in Räumen mit Dusche ohne Wanne keinen Bereich 2?

Die vergleichbaren Bereiche 1 und 2 bei Duschen mit Wanne wurden für das Nichtvorhandensein einer Wanne in einen vergrößerten Bereich 1 integriert (siehe 701.30.4, letzter Satz).

Was ist in Räumen mit Badewanne oder Dusche außerhalb der Bereiche 0, 1 und 2 zu beachten?

Außerhalb der Bereiche, jedoch noch im Raum mit Badewanne oder Dusche, sind vor allem folgende spezielle Anforderungen zu beachten:

  • zusätzlicher Schutz der Stromkreise mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) mit 30 mA nach 701.415.1, soweit es sich nicht um die dort genannten Ausnahmen handelt,
  • zusätzlicher Schutzpotentialausgleich nach 701.415.2, wenn ein Schutzpotentialausgleich über die Haupterdungsschiene (früher: „Hauptpotentialausgleich“) für die gesamte elektrische Anlage nicht vorhanden ist,
  • Schutzarten höher als IPX0, wenn mit Spritzwasser, Strahlwasser (öffentliche Bäder) zu rechnen ist,
  • Anforderungen an Kabel- und Leitungsanlagen nach 701.512.3 z. B. bezüglich zulässiger Stromkreise und der Restwanddicke.
  • Errichtung von Schaltgeräten, Steuergeräten und Installationsgeräten, z. B. auf der Rückseite von Wänden, die den Raum mit Badewanne oder Dusche begrenzen, nach 701.512.3 b) und 701.512.4.

Gibt es Anforderungen zu Steckdosen?

Steckdosen sind Installationsgeräte, so dass für sie 701.512.4 "Errichten von Schaltgeräten, Steuergeräten und Installationsgeräten unter Berücksichtigung äußerer Einflüsse" mit restriktiven Anforderungen gilt.

Sind im Bereich 1 Abluftgeräte zulässig?

Sie dürfen als „Verbrauchsmittel für Lüftung“ im Bereich 1 nur errichtet werden, wenn sie fest angeschlossen sind. Sie müssen für die Errichtung nach Herstellerangaben für die Verwendung und Montage im Bereich 1 geeignet sein.

Wo werden weitere Praxisprobleme zur Anwendung der DIN VDE 0100-701 (VDE 0100 Teil 701):2008-10 behandelt?

VDE-Schriftenreihe Band 67a
Hörmann, W./Schröder, B./Schulze, B.
Errichten elektrischer Anlagen in Räumen mit Badewanne oder Dusche
Kommentar der DIN VDE 0100-701 (VDE 0100 Teil 701):2008-10
3., komplett überarbeitete Auflage 2010, 260 Seiten, DIN A5, kartoniert,
ISBN 978-3-8007-3134-3, Preis: 24,-- EUR

Bezugsquelle: VDE VERLAG

Interpretation zu Elektrische Betriebsmittel

für gasexplosionsgefährdete Bereiche

Mitteilung des DKE/UK 966.1 „Mess- und Warngeräte für gefährliche Gase“

04.12.2009

für gasexplosionsgefährdete Bereiche

Mitteilung des DKE/UK 966.1 „Mess- und Warngeräte für gefährliche Gase“

04.12.2009

Die Teilprüfung in 5.4.14 der DIN EN 60079-29-1 (VDE 0400-1):2008-07 „Explosionsfähige Atmosphäre - Teil 29-1: Gasmessgeräte - Anforderungen an das Betriebsverhalten von Geräten für die Messung brennbarer Gase (IEC 60079-29-1:2007, modifiziert); Deutsche Fassung EN 60079-29-1:2007“ behandelt die Fallprüfung von tragbaren und transportablen Geräten zur Messung brennbarer Gase.

Zu der Anforderung "Das Gerät hat die Prüfung nicht bestanden, wenn nach der Prüfung ein Funktionsverlust (z. B. Alarm, Pumpenfunktion, Bedienung, Anzeige) eingetreten ist." ist folgender Klärungsbedarf entstanden:

Ist ein Ausschalten des Gerätes bei der Prüfung (zum Beispiel durch kurzzeitige Spannungsunterbrechung wegen Abheben der Batteriekontakte) bereits als "Nicht bestanden" zu bewerten, auch wenn die ordnungsgemäße Funktion durch Einschalten des Gerätes einfach wieder hergestellt werden kann?

Das für die IEC 60079-29-1 zuständige Gremium IEC/TC 31 MT 60079-29 hat dazu folgende Interpretation verabschiedet, die somit auch für DIN EN 60079-29-1 (VDE 0400-1):2008-07 anzuwenden ist:
Jeder Funktionsverlust nach der Prüfung einschließlich eines beliebigen Wechsels der Betriebsart wird als Versagen betrachtet, weil eine ununterbrochene Abhängigkeit von dem Leben schützenden Gerät auch unter ungünstigen Einflüssen wie einem versehentlichen Fallenlassen des Geräts während des Betriebs besteht. Automatischer oder manueller Neustart sind nicht akzeptabel.

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Jürgen Schütz

Errichtungsnormen für Überspannung-Schutzeinrichtungen

10.09.2009

10.09.2009

Der zum Herunterladen bereitgestellte Beitrag

Errichtungsnormen für Überspannung-Schutzeinrichtungen
Autoren: Dr. Peter Zahlmann und Dipl.-Ing. Josef Birkl, Dehn + Söhne GmbH + Co. KG, Neumarkt

wurde der DKE zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.

Die Erläuterungen geben die Auffassung der Autoren wieder. Maßgebend für das Anwenden der Normen sind deren Fassungen mit dem neuesten Ausgabedatum, die beim VDE VERLAG (mit Sicherheitsfestlegungen) oder beim Beuth Verlag (ohne elektrotechnische Sicherheitsfestlegungen)  erhältlich sind.

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Dirk Barthel

Qualifikation für das Errichten und Betreiben elektrischer Anlagen

- aktualisiert -

24.07.2009

- aktualisiert -

24.07.2009

Die Frage nach der Qualifikation, die erforderlich ist, um Arbeiten an elektrischen Anlagen durchzuführen, elektrische Anlagen zu installieren oder zu prüfen, wird immer wieder gestellt. Festlegungen hierzu sind in verschiedenen Richtlinien, Gesetzen und Verordnungen getroffen und in den Normen des VDE-Vorschriftenwerkes aufgegriffen.

Verbände, Institutionen und Organisationen der Elektrotechnik haben gemeinsam mit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sowie dem VDE VERBAND DER ELEKTROTECHNIK ELEKTRONIK INFORMATIONSTECHNIK e. V. und der DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE zu dieser Fragestellung im März 2006 eine Stellungnahme herausgegeben. Die "Gemeinsame Erklärung zum sicheren Umgang mit Elektrizität" weist auf die erforderliche Qualifikation für Tätigkeiten im Umfeld der Elektrotechnik und auf die Folgen bei Nichtbeachtung dieser Festlegungen hin. Sie ist dieser Seite als PDF-Datei zum Herunterlagen beigefügt.

Das Errichten elektrischer Niederspannungsanlagen ist insbesondere in den Normen der Reihe
DIN VDE 0100 (VDE 0100) "Errichten von Niederspannungsanlagen" (z. T. noch "Errichten von Starkstromanlagen mit Nennspannungen bis 1000 V" und "Elektrische Anlagen von Gebäuden") behandelt.

Das Betreiben elektrischer Anlagen ist in den Normen der Reihe DIN VDE 0105 (VDE 0105) "Betrieb von elektrischen Anlagen" bzw. "Betrieb von Starkstromanlagen" festgelegt.

Die Benennungen

  • Elektrofachkraft,
  • elektrotechnisch unterwiesene Person und
  • Laie

sind in DIN VDE 0100-200 (VDE 0100 Teil 200):2006-06, Abschnitt 826-18 erklärt.

Anforderungen an die im Bereich der Elektrotechnik tätigen Personen sind in DIN VDE 1000-10 (VDE 1000 Teil 10):2009-01 festgelegt.

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Dirk Barthel
Dominik Nied

Elektrofachkraft und EuP (Elektrotechnisch unterwiesene Person)

24.07.2009

24.07.2009

Die Frage nach der Qualifikation, die erforderlich ist, um als Elekrofachkraft benannt werden zu können, wird häufig gestellt. Diese Frage lässt sich aus den Festlegungen der DIN VDE 1000-10 (VDE 1000 Teil 10):2009-01 beantworten.

Elektrofachkraft: Person, die aufgrund ihrer fachlichen Ausbildung, Kenntnisse und Erfahrungen sowie Kenntnis der einschlägigen Normen die ihr übertragenen Arbeiten beurteilen und mögliche Gefahren erkennen kann.
ANMERKUNG - Zur Beurteilung der fachlichen Ausbildung kann auch eine mehrjährige Tätigkeit auf dem betreffenden Arbeitsgebiet herangezogen werden.*

Dabei bleibt festzustellen: „Die Elektrofachkraft“ gibt es nicht. Mit einer abgeschlossenen Lehre/Meisterprüfung/Studium usw. ist man nur Elektrofachkraft auf dem ausgebildeten Gebiet. Ein Nachrichtentechniker kann nicht als Elektrofachkraft für eine Hausinstallation angesehen werden (und umgekehrt!).

Der Begriff Elektrofachkraft ist im Normenwerk wiederholt definiert. Die ausführlichste Darlegung ist in DIN VDE 1000-10 (VDE 1000 Teil 10):2009-01 enthalten.

Rechtswirksam maßgebend sind im Allgemeinen aber zunächst die gesetzlichen Vorschriften u. ä. Verordnungen. So sind die Betriebssicherheitsverordnung (Betr.SichV) sowie die TRBS 1203 Teil 3 „Befähigte Personen – Besondere Anforderungen – Elektrische Gefährdungen“, die die Anforderungen der Betr.SichV konkretisiert zu beachten.

Die Berufsgenossenschaftliche Unfallverhütungsvorschrift BGV A3 (früher VBG 4) ist im Sinne des Arbeitsrechts verbindlich und enthält die gleiche Definition wie das VDE-Vorschriftenwerk.

Die Gesamtverantwortung für die Personalauswahl trägt nach dem Arbeitsschutzrecht in jedem Fall der Unternehmer. Er muss im Rahmen einer Risikobewertung entscheiden, ob die von ihm hierfür vorgesehene Person die o. g. Anforderungen an eine Elektrofachkraft erfüllt.

Eine weitere häufig gestellte Frage lautet: Wer darf sich eine elektrotechnisch unterwiesene Person (EuP) nennen?

elektrotechnische unterwiesene Person (EuP): Person, die durch eine Elektrofachkraft über die ihr übertragenen Aufgaben und die möglichen Gefahren bei unsachgemäßem Verhalten unterrichtet und erforderlichenfalls angelernt sowie über die notwendigen Schutzeinrichtungen, persönlichen Schutzausrüstung und Schutzmaßnahmen unterwiesen wurde. **

Die elektrotechnisch unterwiesene Person (EuP) wird also von einer Elektrofachkraft eingewiesen und erhält eine ganz konkrete Aufgabe. Daher kann als EuP niemals eine allgemein angelernte Person gelten.

Elektrotechnisch unterwiesene Personen sind definiert in 3.3 von DIN VDE 1000-10 (VDE 1000 Teil 10):2009-01 und in DIN VDE 0105-100 (VDE 0105 Teil 100):2005-06.

Nach dieser Definition müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein, um als elektrotechnisch unterwiesene Person tätig werden zu können:

  • Unterrichtung durch eine Elektrofachkraft,
  • Unterrichtung für die übertragenen Aufgaben,
  • Unterrichtung über mögliche Gefahren bei unsachgemäßem Verhalten,
  • Information über notwendige Schutzeinrichtungen und Schutzmaßnahmen,
  • Anlernen, soweit erforderlich.

Die Inhalte der Unterrichtungen sind in jedem Fall aufgabenbezogen, sodass eine allgemeine Festlegung nicht gegeben werden kann.

Die genannten Normen können beim VDE VERLAG bezogen werden.

* Quelle: 3.2 in DIN VDE 1000-10 (VDE 1000 Teil 10):2009-01
** Quelle: 3.3 in DIN VDE 1000-10 (VDE 1000 Teil 10):2009-01

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Dominik Nied

Verlautbarung zu DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410):2007-06

15.05.2009

15.05.2009

Das für die Norm DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410):2007-06 „Errichten von Niederspannungsanlagen -Teil 4-41: Schutzmaßnahmen - Schutz gegen elektrischen Schlag (IEC 60364-4-41:2005, modifiziert); Deutsche Übernahme HD 60364-4-41:2007“ zuständige DKE-Unterkomitee 221.1 „Schutz gegen elektrischen Schlag“ gibt als Hilfe für die Anwender folgende Hinweise zur Norm.

DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410):2007-06 gilt für neu zu errichtende Anlagen. Aus den normativen Anforderungen ist eine Nachrüstpflicht für bestehende Anlagen nicht abzuleiten. Änderungen und Erweiterungen von bestehenden Anlagen sind nach DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410):2007-06 auszuführen.

Im gewerblichen und industriellen Bereich kann es nach Auffassung des UK 221.1 gemäß Abschnitt 2.3 von VDE 0022:2008-08 vertretbar sein, dass von den normativen Festlegungen der DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410):2007-06 abgewichen wird, wenn durch Planer/Auftraggeber und Errichter einer elektrischen Anlage im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung ein anderer mindestens gleichwertiger Schutz sichergestellt wird. Das durch das Arbeitsschutzgesetz vorgegebene Schutzziel muss nach der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) auch während der Betriebsphase dauerhaft sichergestellt sein.

Die Forderungen in Abschnitt 411.3.3 „Zusätzlicher Schutz für Endstromkreise für den Außenbereich und Steckdosen“, Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) mit einem Bemessungsdifferenzstrom, der 30 mA nicht überschreitet, nach Abschnitt 415.1 einzusetzen, gelten für ein- oder mehrphasige Wechselspannungssysteme.

Normativ ist festgelegt, dass in Wechselspannungssystemen ein zusätzlicher Schutz durch Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) nach 415.1 vorgesehen werden muss für:

  • Steckdosen mit einem Bemessungsstrom nicht größer als 20 A, die für die Benutzung durch Laien und zur allgemeinen Verwendung bestimmt sind;
  • Endstromkreise für im Außenbereich verwendete tragbare Betriebsmittel mit einem Bemessungsstrom nicht größer als 32 A.

Der zusätzliche Schutz durch eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) mit einem Bemessungsdifferenzstrom, der 30 mA nicht überschreitet, soll die Gefahr des elektrischen Schlages (Körperdurchströmung) beim Gebrauch von steckerfertigen elektrischen Geräten/Verbrauchsmitteln/Betriebsmitteln herabsetzen. Die Gefahr entsteht durch Beschädigungen und unerkannte Fehler an einem elektrischen Gerät/Verbrauchsmittel/Betriebsmittel oder an der Zuleitung, aber auch durch den nicht bestimmungsgemäßen Gebrauch von elektrischen Geräten/Verbrauchsmitteln/Betriebsmitteln.

In der Anmerkung (informativ) zum 1. Spiegelstrich des normativen Textes wird erläutert, für welche Steckdosen diese Forderung nach zusätzlichem Schutz nicht besteht:

ANMERKUNG: Eine Ausnahme darf gemacht werden für:

  • Steckdosen, die durch Elektrofachfachkräfte oder elektrotechnisch unterwiesene Personen überwacht werden, wie z. B. in einigen gewerblichen oder industriellen Anlagen, oder
  • Steckdosen, die jeweils für den Anschluss nur eines bestimmten Betriebsmittels errichtet werden.

Zu dieser Anmerkung gibt das zuständige UK 221.1 folgende Hinweise:

Gemäß dieser Anmerkung können somit von der Forderung ausgenommen werden

  • Steckdosen, die ausschließlich durch Elektrofachkräfte oder elektrotechnisch unterwiesene Personen überwacht werden und für die gleichzeitig sichergestellt werden kann, dass Laien diese Steckdosen nicht benutzen können (z. B. in elektrischen Betriebsstätten nach DIN VDE 0100-731 (VDE 0100-731)),
  • Steckdosen, die zur Benutzung durch Laien und zur allgemeinen Verwendung bestimmt sind, unter der Voraussetzung, dass diese ständig messtechnisch überwacht werden (z. B. RCMs) und das rechtzeitige Erkennen von Fehlern und Schäden sichergestellt ist. Es muss sichergestellt sein, dass das sofortige Beheben von Fehlern/Schäden durch eine Elektrofachkraft, auch an den angeschlossenen elektrischen Geräten/Verbrauchsmitteln/Betriebsmitteln, gegeben ist. Dies erfordert organisatorische Maßnahmen zur Fehlerbehebung.

Eine Steckdose, die für den Anschluss nur eines „bestimmten Gerätes/Verbrauchsmittels/Betriebsmittels“ errichtet wird, kann von der Forderung eines zusätzlichen Schutzes durch Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) ausgenommen werden, wenn sichergestellt ist, dass diese Steckdose dauerhaft über die gesamte Nutzungsdauer der Anlage nur für dieses „bestimmte Betriebsmittel“ genutzt wird.

Alternativ kann ein elektrisches Betriebsmittel, das von dem zusätzlichen Schutz ausgenommen werden soll, fest angeschlossen werden.

Steckdosen in überwachten IT-Systemen nach 411.6

Die Kommentierung b) des UK 221.1 ist auch für das IT-System zutreffend, da in diesem mit Isolationsüberwachungseinrichtungen ständig messtechnisch überwacht wird.

Ein IT-System wird geplant, weil es vorteilhaft ist, dass beim Auftreten des ersten Fehlers eine Unterbrechung der Stromversorgung von angeschlossenen elektrischen Verbrauchsmitteln nicht erfolgt. Dieser „erste Fehler“ soll so schnell wie praktisch möglich beseitigt werden.

Die Berührungsspannung bleibt beim ersten Fehler signifikant unterhalb der zulässigen Berührungsspannung. Der sachgerechte Einsatz von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) in IT-Systemen ist daher immer nur dann sinnvoll, wenn deren Funktion durch Messung oder Berechnung nachgewiesen wird.

Da es aufgrund der Komplexität und der schwierigen Beurteilung der Struktur und der Ausdehnung eines IT-Systems nicht sichergestellt ist, dass die bestimmungsgemäße Funktion von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) erfolgt, sollte deren Einsatz in Steckdosenstromkreisen die Ausnahme bleiben.
Die Normen können beim VDE VERLAG bezogen werden.

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Dirk Barthel

Verwendung geeigneter Leitungen auf Baustellen

15.12.2008

15.12.2008

Aus aktuellem Anlass hat das zuständige DKE/UK 411.2 "Isolierte Starkstromleitungen" auf Anfrage des Fachausschuss "Elektrotechnik" Stellung dazu bezogen, welche Leitungsbauarten zur Verwendung auf Baustellen in Deutschland geeignet sind.

Einzelheiten enthält das beigefügte Informationsblatt aus dem Fachausschuss "Elektrotechnik" der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.

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Jürgen Schütz
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Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs)

- aktualisierte Version -

06.11.2008

- aktualisierte Version -

06.11.2008

Das Komitee K 221 "Elektrische Anlagen und Schutz gegen elektrischen Schlag" der DKE hat entschieden, für die verschiedenen Arten von Fehlerstrom-Schutzschaltern, -Schutzgeräten und -Schutzeinrichtungen (früher teilweise allgemein mit "RCDs" in den Normen der Reihe DIN VDE 0100 (VDE 0100) benannt) folgende einheitliche Benennung in den vorgenannten Errichtungsbestimmungen anzuwenden:

"Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD)" (in der Einzahl),
"Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs)" (in der Mehrzahl).

Für den Zweck der Normen der Reihe DIN VDE 0100 (VDE 0100) sind Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) nach DIN VDE 0100-530 (VDE 0100-530):2005-06 auszuwählen.

Bezugsquelle: VDE VERLAG

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Dirk Barthel

Anforderungen beim Errichten von Niederspannungsanlagen von Baustellen

24.04.2008

24.04.2008

Das für die Norm DIN VDE 0100-704 (VDE 0100-704):2007-10 „Errichten von Niederspannungsanlagen - Teil 7-704: Anforderungen für Betriebsstätten, Räume und Anlagen besonderer Art – Baustellen“ zuständige DKE/UK 211.1 „Schutz gegen elektrischen Schlag“ gibt, als Hilfe für die Anwender, folgende Interpretationen zur Norm.

IT-System

Zu Abschnitt 704.411.6.3.1 der DIN VDE 0100-704 (VDE 0100-704):2007-10:

  • Die Übersetzung "Generatoren" in dieser Norm kann präzisiert werden, da im englischen Originaltext von "generating sets", also Stromerzeugungseinrichtungen, die Rede ist. Der Begriff „Stromerzeugungseinrichtungen“ bezeichnet die Kombination von Antriebsmaschine (z. B. Hubkolbenverbrennungsmotor) und Generator. Der Begriff „tragbare Stromerzeugungseinrichtungen“ bedeutet, dass die vorgenannte Kombination tragbar ist. Die Erlaubnis dieses Abschnitts gilt somit, wenn Antriebsmaschine und Generator – als ein Betriebsmittel oder auch als Kombination – tragbar sind. Die Anschlussmöglichkeit für die elektrische Anlage kann durch Klemmen oder Steckdosen gegeben sein.
  • Abschnitt 704.411.6.3.1 besagt, dass tragbare Stromerzeugungseinrichtungen ohne Isolationsüberwachungseinrichtungen ausgewählt werden dürfen. Trotzdem ist darauf zu achten, dass in Deutschland unabhängig von der Art der Einspeisung (Generator fest installiert, ortsveränderlich oder tragbar) die Anlage mit einer Isolationsüberwachungseinrichtung nach DIN VDE 0100‑410 (VDE 0100‑410):2007-06 „Errichten von Niederspannungsanlagen - Teil 4-41: Schutzmaßnahmen - Schutz gegen elektrischen Schlag“, Abschnitt 411.6.3.1, ausgerüstet sein muss.

Schutztrennung

Bei Stromversorgung mit tragbaren Generatorsätzen (in der Regel kleiner Leistung), die ungeerdet sind, wird in der Praxis überwiegend die Schutzmaßnahme Schutztrennung angewendet.

  • Abschnitt 704.413 der DIN VDE 0100‑704 (VDE 0100‑704):2007-10 enthält Angaben zur Anwendung der Schutztrennung mit nur einem Verbrauchsmittel.
  • Nur wenn die elektrische Anlage der Baustelle durch Elektrofachkräfte oder elektrotechnisch unterwiesene Personen betrieben und überwacht wird, ist die Anwendung der Schutztrennung mit mehr als einem Verbrauchsmittel nach DIN VDE 0100‑410 (VDE 0100‑410):2007-06, C.3, zulässig.

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Dirk Barthel

Weiterbetrieb von explosionsgeschützten 380 V-Motoren

20.02.2008

20.02.2008

Im Zuge der Bearbeitung der Technischen Regeln zur Betriebssicherheitsverordnung wurde erneut die Frage des Weiterbetriebs von explosionsgeschützten 380 V-Motoren am 400 V-Netz aufgeworfen. Das K 235 „Errichten elektrischer Anlagen in explosions­gefährdeten Bereichen“ der DKE hat sich erneut damit befasst und folgende Empfehlung verabschiedet:

1. Zu den rechtlichen Konsequenzen der Umstellung von 380 V auf die neue Normspannung 400 V wurde vom damaligen Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung am 22. März 1995 (Az.: III b 6-35472 vom 22.3.1995) ein klarstellendes Schreiben an die Auf­sichts­behörden der Länder, den Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften und dem „Deutschen Ausschuss für explosionsgeschützte elektrische Anlagen“ (DExA) gerichtet; der Inhalt dieser Empfehlung basierte auf dem Ergebnis der Beratungen des DExA. Dort wurde in einem speziell zu diesem Thema ins Leben gerufenen Arbeitskreis folgendes Ergebnis erarbeitet:

Mit der Umstellung der Normspannung nach DIN IEC 38 [jetzt DIN IEC 60038 (VDE 0175)] können im Geltungsbereich der Verordnung über elektrische Anlagen in explosions­gefährdeten Bereichen (ElexV) sicherheitstechnische Bedenken auftreten. Die Norm­spannungsumstellung hat hinsichtlich des elektrischen Explosionsschutzes vor allem für Elektromotoren der Zündschutzart „e“ Bedeutung.

Die aufgrund der Normspannungsänderung für Elektromotoren der Zündschutzart „Erhöhte Sicherheit ‚e’ “ geschilderten Konsequenzen waren auf die damals geltende ElexV gestützt. Da diese inzwischen außer Kraft gesetzt wurde, gilt für die jetzt noch durchzuführende Betriebsspannungsänderung auf die neue Normspannung die BetrSichV.

2. Motoren, die in explosionsgefährdeten Bereichen betrieben werden, sind überwachungs­bedürftige Anlagen im Sinne des § 1 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 der Betriebssicherheitsverordnung. Der Betreiber hat daher im Rahmen einer sicherheitstechnischen Bewertung zu ermitteln, welche Maßnahmen notwendig sind.

3. Für die sicherheitstechnische Bewertung empfiehlt es sich, grundsätzlich den Hersteller ein­zuschalten und entsprechende Unterlagen heranzuziehen.

4. Wenn das Ergebnis der sicherheitstechnischen Bewertung ergibt, dass der Motor mit 400 V weiterbetrieben werden kann, ist die Umstellung problemlos möglich.

5. Wenn der Weiterbetrieb nach der Umstellung nicht möglich ist und eine Umwicklung auf die neue, nicht zugelassene Bemessungsspannung 400 V vorgenommen werden soll, liegt eine erhebliche Modifikation im Sinne der Richtlinie 94/9/EG vor. In diesem Fall wäre die 11. Ver­ordnung zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (11. GPSGV) anzuwenden.

6. Zeitpunkt: Die vorgenannte sicherheitstechnische Bewertung muss vor der Betriebs­spannungs­änderung auf die neue Normspannung erfolgen.

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Peter Haß

Beiblätter zur Normenreihe DIN EN 62305 (VDE 0185-305):2006-10 – „Blitzschutz“ unterstützen bei der Anwendung der Normen

15.10.2007

15.10.2007

Bereits vor der Veröffentlichung der neuen Normen der Reihe DIN EN 62305 im November 2006 hat das für diese Normen zuständige Komitee DKE/K 251 „Blitzschutzanlagen und Blitzschutzbauteile“ beschlossen, ergänzende Informationen und Bilddarstellungen, sowie neue Erkenntnisse, die sich aus der Anwendung der Vornormen ergeben haben, in informativen Beiblättern thematisch zu ordnen, zusammenzufassen und zu veröffentlichen. Diese Beiblätter unterstützen die Anwendung dieser Normen.

Im Januar 2007 wurden die folgenden Beiblätter veröffentlicht:

DIN EN 62305-2 Bbl 1 (VDE 0185-305-2 Bbl 1)
Blitzschutz – Teil 2: Risiko-Management: Abschätzung des Schadensrisikos für bauliche Anlagen – Beiblatt 1: Blitzgefährdung in Deutschland

Dieses Beiblatt ergänzt DIN EN 62305-2 (VDE 0185-305-2):2006-10.

Zur Abschätzung der jährlichen Häufigkeit von gefährlichen Ereignissen in einem Gebiet, in dem sich ein zu schützendes Objekt befindet, benötigt man nach DIN EN 62305-2 (VDE 0185-305-2) einen Wert für die lokale/regionale Erdblitzdichte.

Dieses Beiblatt gibt die Erdblitzdichten in einer farbigen kartographischen Darstellung für die Kfz-Kennzeichengebiete in Deutschland an.

DIN EN 62305-3 Bbl 1 (VDE 0185-305-3 Bbl 1)
Blitzschutz – Teil 3: Schutz von baulichen Anlagen und Personen – Beiblatt 1: Zusätzliche Informationen zur Anwendung der DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3)

Ein technisch und wirtschaftlich optimierter Entwurf eines Blitzschutzsystems ist nur möglich, wenn die Schritte während der Planung und Errichtung des Blitzschutzsystems mit den Schritten der Planung und Errichtung der zu schützenden baulichen Anlage abgestimmt sind. Insbesondere empfiehlt es sich, die mög­liche Nutzung metallener Elemente der Gebäudestruktur als Teil des Blitzschutzsystems bei der Planung der baulichen Anlage zu berücksichtigen. Bei der Planung eines Blitzschutzsystems für bestehende bauliche Anlagen sind im Einzelfall die besonderen Gegebenheiten vor Ort zu berücksichtigen.

Nur die sorgfältige Planung eines Blitzschutzsystems unter Berücksichtigung aller notwendigen und hin­reichenden Informationen, kann zu einer korrekten und vollständigen Ausführung der geplanten Arbeit führen.

Zu den erforderlichen Planungsunterlagen eines Blitzschutzsystems gehören Zeichnungen und Beschreibun­gen, aus denen alle wesentlichen Einzelheiten der zu schützenden Anlage und des äußeren und inneren Blitzschutzsystems entnommen werden können.

Dieses Beiblatt enthält nützliche Hinweise und Beispiele aus der Praxis des Blitzschutzes, die die Anwendung erleichtern.

Zur besseren Anpassung an die Norm entsprechen die Abschnittsbezeichnungen in diesem Beiblatt den Abschnitts­be­zeichnungen der DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3). Hinzugefügte Unterabschnitte, Tabellen und Bilder haben eine abweichende Nummerierung erhalten.

DIN EN 62305-3 Bbl 2 (VDE 0185-305-3 Bbl 2)
Blitzschutz – Teil 3: Schutz von baulichen Anlagen und Personen – Beiblatt 2: Zusätzliche Informationen für besondere bauliche Anlagen

Dieses Beiblatt berücksichtigt besondere bauliche Anlagen, für die es international keine normativen Vorgaben gibt. Da sich Gebäudetechnik und Gebäudenutzung in den letzten Jahren weiterentwickelt haben, werden auch moderne bauliche Anlagen wie Biogas-, Photovoltaik-Anlagen, etc. berücksichtigt. Beachtung finden auch neuere wissenschaftliche Erkenntnisse z. B. für weich gedeckte Dächer.

Neben allgemeinen Informationen sind auch zusätzliche Angaben zu Anwendungen und Materialien enthalten, die sich bewährt haben.

DIN EN 62305-3 Bbl 3 (VDE 0185-305-3 Bbl 3)
Blitzschutz – Teil 3: Schutz von baulichen Anlagen und Personen – Beiblatt 3: Zusätzliche Informationen für die Prüfung und Wartung von Blitzschutzsystemen

Dieses Beiblatt enthält alle In­formationen, die für die Prüfung und Wartung eines Blitzschutzsystems notwendig sind.

Werden von den nationalen Behörden regelmäßige Prüfungen der Installation der elektrischen Energie­ver­sorgung der baulichen Anlage vorgeschrieben, sollte das Blitzschutzsystem gleichzeitig geprüft werden.

Blitzschutzsysteme werden bei folgenden Gelegenheiten geprüft:

während des Einbringens der Bauteile, die so verdeckt in der baulichen Anlage eingebaut werden, dass sie später unzugänglich werden,

nach Beendigung der Installation des Blitzschutzsystems.

Blitzschutzsysteme werden nach Fertigstellung in regelmäßigen Zeitabständen geprüft.

Tabelle – Größte Zeitabstände zwischen den Prüfungen von Blitzschutzsystemen

TABELLE

Vor einer Prüfung wird der Bestandsschutz der Blitzschutzanlage nach folgenden Kriterien mit dem Betreiber oder dem Eigentümer der baulichen Anlage geklärt:

Bestandsschutz hat ein Blitzschutzsystem, wenn es die zum Zeitpunkt der Errichtung geltenden Normen erfüllt.

Der Bestandsschutz entfällt, sobald vorschriftswidrige Änderungen am Blitzschutzsystem vorgenommen werden oder äußere Bedingungen sich verändern.

Ein wichtiger Bestandteil der Planungsunterlagen ist die Ausführungs­zeichnung. Diese ist nach Fertigstellung der Anlage auf Übereinstimmung zu prüfen, gegebenenfalls zu ergänzen und dem Betreiber als Revisions­zeichnung (Bestandsplan) zu übergeben.

Im Februar 2007 wurde das folgende Beiblatt veröffentlicht:

DIN EN 62305-2 Bbl 2 (VDE 0185-305-2 Bbl 2)
Blitzschutz — Teil 2: Risiko-Management — Beiblatt 2: Berechnungshilfe zur Abschätzung des Schadensrisikos für bauliche Anlagen

Die Abschätzung des Schadensrisikos nach DIN EN 62305-2 (VDE 0185-305-2):2006-10 erfolgt so­wohl für den Schutz von baulichen Anlagen und Personen als auch für elekt­rische und elektronische Systeme in baulichen Anlagen. Die Risikoanalyse wird dabei zur Bestim­mung der Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen, zu ihrer technischen und wirtschaftlichen Optimierung und zur Bestimmung des verblei­benden Risikos bei Einsatz eines Blitzschutzsystems angewandt.

Zur Abschätzung der Risiko-Komponenten und zur Durchführung der Risikoanalyse ist die Eingabe einer großen Anzahl von Parametern und deren Verknüpfung in den Gleichungen der Norm erforderlich. Ohne eine Software-Unterstützung werden diese Berechnungen schwierig und fehleranfällig.

Das Beiblatt bietet auf der Basis einer EXCEL®-Tabellenkalkulation eine geeignete Berechnungshilfe zur besseren Anwendung der DIN EN 62305-2 (VDE 0185-305-2).

Der Nutzen dieser Berechnungshilfe liegt in der stark vereinfachten Erfassung der Parameter und der durch die Tabellenkalkulation selbsttätigen Verknüpfung und gleichzeitigen Berechnung der entsprechenden Gleichungen der Norm. Die Kalkulations-Software bietet die Möglichkeit, schnell und ohne großen Aufwand eine Vielzahl von Varianten bei geplanten und angewandten Schutzkonzepten durchzurechnen und anschließend zu ver­gleichen.

Voraussetzungen zur Nutzung dieser Berechnungshilfe auf einem PC sind entsprechende Anwendungs­kenntnisse im Umgang mit Tabellenkalkulationen und eine vorhandene Installation des Microsoft®-Anwen­dungsprogramms EXCEL®.

Ein weiteres Beiblatt wurde 2008 veröffentlicht:

DIN EN 62305-3 Bbl 4 (VDE 0185-305-3 Bbl 4)

Blitzschutz – Teil 3: Schutz von baulichen Anlagen und Personen – Beiblatt 4:
Verwendung von Metalldächern in Blitzschutzsystemen

Metalldächer können als natürlicher Bestandteil eines Blitzschutzsystems verwendet werden. Dieses Beiblatt enthält zusätzliche Informationen für die Nutzung von Metalldächern als natürlicher Be­standteil eines Blitzschutzsystems nach DIN EN 62305 (VDE 0185-305) und vermittelt Einzelheiten in der praktischen Anwendung von Metalldächern in einem Blitzschutzsystem. Es ergänzt damit die Ausführungen in DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3), 5.1.3 und E.5.2.5. Die Anwendung dieses Bei­blattes muss zwischen den Vertragsparteien gesondert vereinbart werden.

4) Im Zusammenhang mit den Informationen zur Nutzung von Metalldächern als natürlicher Be­standteil eines Blitzschutzsystems wurde eine Vornorm vorbereitet, deren Veröffentlichung ebenfalls Anfang 2008 geplant ist:

DIN V VDE V 0185-600 (VDE V 0185-600)

Blitzschutz – Teil 600: Prüfung der Eignung von beschichteten Metalldächern als natürlicher Bestandteil des Blitzschutzsystems

Diese Vornorm legt die Anforderungen an die Prüfung von Metalldächern als natürliche Bestandteile eines Blitzschutzsystems fest, wenn die Verbindungsstellen der Elemente aus Metallblech keine dauerhaft leitende Verbindung sicherstellen.

Solche Verbindungen entstehen durch loses Einhängen oder Überdecken der Elemente eines Metalldachs. Auch eine Verbindung durch Pressen, Falzen, Klemmen, Bördeln gilt als nicht dauerhaft leitend, wenn die Bleche im Bereich der Verbindung beschichtet sind.

Für die Normen und die Beiblätter zu den Normen ist das K 251 „Blitzschutzanlagen und Blitzschutzbauteile“ der DKE zuständig.

Die Publikationen erhalten Sie beim VDE VERLAG.

Kontakt

Rudolf Brandner

Rettungszeichenleuchten – Sicherheitsbeleuchtung – aktueller Normenstand

21.09.2005

21.09.2005

Der zum Herunterladen bereitgestellte Beitrag

Rettungszeichenleuchten - Sicherheitsbeleuchtung
Autoren: Prof. Dr. Ing. Bruno Weis (Adolf Schuch GmbH) und Dipl.-Ing. (FH) Hans Finke (Dr. Ing. Willing GmbH)

wurde der DKE zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.

Die Erläuterungen geben die Auffassung der Autoren wieder. Maßgebend für das Anwenden der Normen sind deren Fassungen mit dem neuesten Ausgabedatum, die beim VDE VERLAG (mit Sicherheitsfestlegungen) oder beim Beuth Verlag (ohne Sicherheitsfestlegungen) erhältlich sind.

Kontakt

Dirk Barthel

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