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DKE
21.02.2020 Projekt

DiTraNo

Die digitale Transformation der Normung – Schaffung informationstechnischer Voraussetzungen, um die zukünftigen Herausforderungen der Normung erfüllen zu können.

Laufzeit: 01.01.2020 – 31.03.2021

Projektträger: Jülich (PtJ); Förderrichtlinie WIPANO (BMWI)

Projektkonsortium: DKE, Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS, ICMS GmbH

Weitere Partner: plusmeta GmbH, Qualicen GmbH

Kontakt

Damian Czarny

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Projektmotivation

Studien belegen den Nutzen Technischer Regeln (z. B. Normen) für die deutsche Wirtschaft, jedoch entspricht die Anwendung solcher Dokumente in Zeiten der Digitalisierung nicht mehr den Erwartungen der Nutzer. Diese stehen zunehmend vor der Herausforderung, ihre Produkte und Dienstleistungen immer schneller und individueller am Markt bereitzustellen. Informationen jeder Art – auch das in Technischen Regeln niedergeschriebene Wissen – müssen sich daher in Unternehmensprozesse und Engineering-Systeme schneller und einfacher integrieren lassen. Bisher erfolgt die Übernahme solchen Wissens in unternehmensinterne Systeme und Prozesse weitgehend intellektuell-manuell durch Mitarbeiter. Der größte Nutzen und gleichzeitig die Herausforderung besteht nun darin, den Inhalt Technischer Regeln maschineninterpretierbar und für den Menschen weiterhin verständlich zu machen. Da im Gegensatz zur intellektuellen Auswertung von Papier- oder PDF-Dokumenten durch Menschen die maschinelle Auswertung Technischer Regeln eindeutige Formatfestlegungen und Schnittstellenbeschreibungen benötigt, müssen die Bedarfe und Anforderungen zwischen den Unternehmen als Anwender und den Normungsorganisationen als Ersteller Technischer Regeln abgeglichen werden.

Projektziel

DiTraNo ist ein WIPANO-Projekt mit dem Ziel der strukturierten Erschließung, der semantischen Anreicherung und der standarisierten Bereitstellung anwendungsrelevanter und selektiv zusammenstellbarer Inhalte Technischer Regeln. Hiermit soll eine optimierte, maschinelle Weiterverarbeitung und automatisierbare Integration in Unternehmensprozesse herbeigeführt werden.

Folgende Teilziele sind dazu erforderlich:

  • Identifizierung von anwendungsrelevanten Inhalten Technischer Regeln und die Überführung in bestehende (NISO-STS) oder neu zu entwerfende Strukturen.
  • Klassifizierung der Inhalte Technischer Regeln, damit jederzeit erkennbar ist, ob es sich beispielsweise um Anforderungen, erklärenden Text, Bilder, Grenzwerte usw. handelt, was die Grundlage für eine semantische bzw. facettierte Suche darstellt.
  • Anreicherung Technischer Regeln um zusätzliche Informationen, damit der Anwendungskontext und die Weiterverwendung der Inhalte auch losgelöst vom eigentlichen Dokument erfolgen kann.
  • Bereitstellung und Entwicklung von Werkzeugen und Algorithmen, die eine automatisierbare Anreicherung, Klassifizierung und Überführung bestehender Technischer Regeln ermöglichen, um die große Datenmenge zu bewältigen.
  • Beschreibung der Ergebnisse des Vorhabens (die Klassifikation, semantische Anreicherungsformen und das standardisierte Austauschformat) in der (den) zu erstellenden VDE-Anwendungsregel(n), um diese der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Da Anforderungen in Technischen Regeln für den Anwender von besonderem Interesse sind, wird dieser Inhaltstyp in diesem Vorhaben fokussiert und als primäres und durchgängiges Beispiel behandelt. Die erarbeiteten Ergebnisse werden an diesem Beispiel prototypisch demonstriert: konkrete Anforderungen aus einer Technischen Regel werden automatisiert extrahiert und dem Anwender zur Verfügung gestellt.

Die Arbeitschritte von DiTraNo im Überblick

Schritt 1: Bestandsaufnahme und Anwenderbefragung

  • Analyse vorhandener Metadatenmodelle, Klassifikationsschemata und semantischer Methode
  • Anwenderbefragung zur Nutzung von Norminhalten in Engineering-Systemen (Identifizierung relevanten Inhalten und Formaten)

Schritt 2: Analyse semantischer Methoden

  • Konzepte zur semantischen Anreicherung, Text-Analyse, Klassifikation, Ontologie-Modellierung, Metadaten-zuordnung und zur Auslieferung
  • Analyse und Erweiterung des NISO-STS-Templates

Schritt 3: Automatisierte Anforderungserkennung

  • Anforderungen mittels Textanalyse erkennen
  • Anforderungen anhand der aus AP2 entwickelten Klassifikationsschemata auszeichnen
  • Verfahrens zur redaktionellen Überprüfung der Ergebnisse (Integration ins Normanalyse-Tool)

Schritt 4: Austauschformat für Norminhalte

  • Analyse und Adaption bereits existierender Austausch-formate (z. B. iiRDS)
  • Erweiterungen zur Beschreibung domänen-spezifischer Konzepte (z.B. eCl@ss)
  • VDE-Anwendungsregel oder VDE-Spec für die Definition von Austauschformaten für Norminhalte

Schritt 5: Prototypische Umsetzung & Test-Datenaufbereitung

  • Testdaten Bereitstellung und Vorbereitung für die Verfahren aus AP 3 (Bereinigung und manuelle Auszeichnung)
  • Integration der Ergebnisse von AP 2 – AP 4 ins Normanalyse-Tool der DKE (Klassifikationsschema, Semantische Methoden, automatisierte Klassifizierung, Auslieferungsformat)

Schritt 6: Projektkoordination und Öffentlichkeitsarbeit

  • Administrative Aufgaben, sowie Vor- und Nachbereitung von Präsenztreffen, Sitzungen und Webmeetings
  • Veröffentlichung von Publikationen, Vorträgen und Organisation eines Workshops zur Dissemination der Ergebnisse
  • Beobachtung, Begleitung und Einbringung der hier erzielten Ergebnisse zur Entwicklung national und international standardisierter Lösungsansätze (CCMC/IEC Digital Transformation und STS4I)

Digitalisierung der Normung

Vor rund fünf Jahren wurde das Programm Normung 2020 für die Identifizierung und Initiierung erster Digitalisierungsprojekte ins Leben gerufen.

Mit dem erfolgreichen Programmabschluss ist das Thema der Digitalisierung der Normung für die DKE noch lange nicht abgeschlossen – im Gegenteil!

Wir haben eine klare Vision zur Rolle der DKE bei der Digitalisierung der Normung. Unsere digitale Agenda ist der Kompass auf unserem Weg durch den weiteren Transformationsprozess.

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