Haussteuerung per Tablet im Smart Home
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30.04.2019 Fachinformation 890 0

Energieeffizienz – Transformation der Energiewelt

Oft liegt der energiepolitische Fokus auf dem Ausbau erneuerbarer Energien. Damit die Energiewende im Sinne der deutschen Energie- und Klimapolitik ein Erfolg wird, muss jedoch ein effizienter Umgang mit Energie sichergestellt werden. Eine sektorenübergreifend gedachte Energieeffizienz wird die Transformation des Energiesystems beschleunigen und Kosten minimieren.

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Frank Steinmüller

Obwohl der Ausbau der erneuerbaren Energien stetig voranschreitet, steigt der Ausstoß klimaaktiver Emissionen weiter an. Kraft dieser Zahlen gewinnt das Thema der Energieeffizienz, das vom DKE/TBINK.EEE koordiniert wird, immer mehr an Bedeutung.

Fast im Verborgenen konnte die Energiewende durch die sachgerechte Bearbeitung von Effizienzvorgaben in den vergangenen Jahren große Erfolge verbuchen. Wer heute ein neues Elektrogerät kauft, kommt am Energielabel nicht vorbei. Hier wird das Thema Energieeffizienz für den Verbraucher am besten sichtbar – in Form einer Orientierungshilfe beim Kauf, die leicht eingängig und informativ gestaltet ist.

Die VDE|DKE Normunsg-Roadmap „Elektrische Energieeffizienz“ veranschaulicht, wie eindrucksvoll die erzielten Ergebnisse sind. Der durchschnittliche Energieverbrauch von Elektrogeräten, wie bspw. Kühl- oder Gefrierschränken (DKE/GUK 513.6), Geschirrspülern (DKE/UK 513.5) oder Waschmaschinen (DKE/UK 513.1), hat sich massiv verringert: in den vergangenen zwanzig Jahren um über 30 Prozent. Dies entspricht einer Energieersparnis von zehn Terawattstunden pro Jahr in Europa oder der Jahresenergie eines größeren Atomkraftwerks.


Die deutsche Normungs-Roadmap Elektrische Energieeffizienz

hat das Ziel, Potentiale im Bereich der Normung und Standardisierung zu erschließen. Erstmals wurde eine Normungs-Roadmap im Internet in Form eines Blogs erarbeitet. Dadurch war die Roadmap schon im frühen Stadium für die Öffentlichkeit sichtbar und konnte aktiv in Kommunikation und Beratung einbezogen werden. Außerdem wurden verschiedene Social-Media-Kanäle (XING, LinkedIn, Twitter) genutzt, um auch Personengruppen anzusprechen, die sich bislang noch nicht in der elektrotechnischen Normung engagieren.

Bei der Erarbeitung der Normungs-Roadmap Elektrische Energieeffizienz wurden folgende Aspekte beachtet:

  • Local Consumption
  • Local Transmission
  • Local Generation
  • Energiebeschaffung
Zur Normungs-Roadmap Elektrische Energieeffizienz

Durch die Energieverbrauchskennzeichnung wurde aber nicht nur erreicht, dass heutige Produkte weniger Energie zum Betrieb benötigen, sondern auch ein wertvoller Beitrag zum Ressourcenschutz geliefert. Moderne Waschmaschinen nach DIN EN 60456 (VDE 0705-456) beispielsweise benötigen bedeutend weniger Waschmittel und Wasser als noch vor zehn Jahren.

Elektrotechnische Normen fördern innovative Lösungen, die sich auf dem Weltmarkt mit hochwertigen, energieeffizienten Produkten durchsetzen. Ein besonders gutes Beispiel ist das Segment der Beleuchtung: Der zunächst vielfach betrauerte Abschied von der Glühlampe geriet schnell in Vergessenheit als, ausgelöst durch neue Vorschriften und Normen, zahlreiche Innovationen ihren Lauf nahmen. Heute hat sich die energieeffiziente LED (DKE/K 521) in vielfältigen Farben und Formen weitestgehend durchgesetzt.

Ein aktuelles Beispiel zeigt, in welchem Spannungsfeld sich Normung im Bereich der Energieeffizienz befindet: Staubsauger (DKE/UK 513.7) werden bis auf weiteres kein Energielabel tragen. Der Europäische Gerichtshof hat im November 2018 entschieden, dass die Energieeffizienz von Staubsaugern nicht mit leeren Staubbehältern getestet werden darf. Denn dies käme den echten Bedingungen nicht so nah wie möglich und erfülle damit nicht den Zweck der EU-Richtlinie, Verbraucher über die Energieeffizienz ihres Gerätes während des alltäglichen Gebrauchs zu informieren.

Überprüfbare Messverfahren

Person mit Staubsauger beim Saugen
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Die Kritik ist nachvollziehbar. Prüfverfahren müssen das Verbraucherverhalten ausreichend wiedergeben. Was trivial klingt, ist in der Normungspraxis jedoch herausfordernd – nicht nur für DKE/K 513 und seine Unterkomitees. Für das Energielabel muss das Prüfverfahren in jedem Labor und in jedem Land der Welt gleichartig und nachvollziehbar funktionieren sowie nachprüfbar sein. Die Verfahren müssen korrekte Messungen und Ergebnisse innerhalb der definierten Klassen ermöglichen. Nicht zuletzt muss sichergestellt werden, dass die Standards nicht umgangen werden können, damit kein Verbraucher mit Fake-Messwerten irregeführt wird.

Beim Beispiel des Staubsaugers beginnt dies mit der Frage, wie ein voller Behälter überhaupt definiert wird und hört auf mit der Herausforderung, ein über alle Produktgruppen hinweg nachprüfbares Messverfahren zu entwickeln.

Durch das Gerichtsurteil zu den Testverfahren bei Staubsaugern ist nun auch der Verkauf von sehr ineffizienten Geräten wieder möglich. Zudem wird der Verbraucher verunsichert – also genau das Gegenteil von dem, was Normung erreichen möchte. Das Beispiel zeigt, dass eine sensible Abstimmung zwischen Gesetzgebung und Normung erfolgen muss. Feinheiten zu Prüfkriterien werden idealerweise in den zuständigen Normungsgremien unter Einbezug aller Experten diskutiert, um dann die Norm neuen Erfordernissen anzupassen.


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Am 8. Mai 2019 findet der DKE Innovation Campus erneut im Congress Park Hanau statt. Experten, Unternehmer, Politik und Young Professionals sind eingeladen, sich an den Vorträgen, Sessions und Diskussionen rund um die All Electric Society aktiv zu beteiligen. Wir freuen uns auf Sie!

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Übergang von der Produkt- zur Systemnormung

Die VDE|DKE Normungs-Roadmap Elektrische Energieeffizienz zeigt, dass weiterhin ein beträchtliches Potenzial zur Einsparung von Energie vorhanden ist. Während die elektrische Energieeffizienz bereits sehr umfänglich betrachtet und stark reguliert ist, haben andere Bereiche, wie etwa der Mobilitäts- und der Gebäudesektor sowie die Wärmenutzung, noch ein sehr großes Entwicklungspotenzial.

Mit der Sektorenkopplung wird versucht, durch Elektrifizierung auf Basis der erneuerbaren Energien auch die Wärmeversorgung und den Verkehrsbereich von fossilen Brennstoffen unabhängig zu machen. Energieerzeugung, -verteilung und -speicherung sowie der Verbrauch müssen dabei exakt aufeinander abgestimmt werden. Alle technischen Fortschritte im Zuge der stärker digitalisierten, smarten und sektorenübergreifenden Energiewirtschaft müssen energieeffizient sein. Dabei wird offensichtlich, dass es künftig nicht ausreicht, nur bestehende Normen anzupassen. Nur systemische Ansätze werden es erlauben, das komplette Effizienzpotenzial zu erschließen.

Ob Antriebe (DKE/K 226), Wechselrichter (DKE/K 331), Batteriespeicher (DKE/K 371), Wärmepumpe (DKE/UK 511.5) oder auch E-Mobility-Ladestation (DKE/K 431): In einem energieeffizienten Wirtschaftssystem langt es nicht, ausschließlich einzelne Komponenten zu bewerten, sondern es muss sich eine Aussage darüber treffen lassen, wie diese Komponenten optimal zusammenarbeiten. Nur mit dieser Gesamtschau lässt sich die Transformation des Energiesystems schnell bewältigen, ohne dabei die Kosten aus den Augen zu verlieren.

Redaktioneller Hinweis:

Die im Text aufgeführten Normen können Sie im VDE VERLAG erwerben.

Zum VDE VERLAG

Übersicht der im Artikel aufgeführten Normen

Norm Titel
DIN EN 60456 (VDE 0705-456):2017-05 Waschmaschinen für den Hausgebrauch - Verfahren zur Messung der Gebrauchseigenschaften

Auswahl beteiligter DKE-Gremien an Energieeffizienz

Gremium Bezeichnung
DKE/K 226 Ausrüstung von Starkstromgeräten und -anlagen mit elektronischen Betriebsmitteln
DKE/K 331 Leistungselektronik
DKE/K 371 Akkumulatoren
DKE/K 431 Niederspannungsschaltgeräte und -kombinationen
DKE/UK 511.5 Geräte mit kältetechnischen Systemen
DKE/K 513 Hausgeräte, Gebrauchseigenschaften
DKE/UK 513.1 Wäschepflegegeräte
DKE/UK 513.5 Geschirrspülmaschinen
DKE/GUK 513.6 Kühl- und Gefriergeräte
DKE/UK 513.7 Geräte zur Oberflächenreinigung
DKE/K 521 Leuchten, Lichtquellen und Zubehör

Interview mit Jens Mühlhaus

Jens Mühlhaus, Vorstand des Münchner Verkehrs- und Energiewendeunternehmens Green City AG, spricht im Interview mit Frank Steinmüller von der DKE über Akzeptanzprobleme beim Windkraftausbau, die Klimaprotest-Bewegung #FridaysForFuture und welche Rahmenbedingung er für den schnellen Ausbau der Erneuerbaren als notwendig erachtet.

Jens Mühlhaus

Jens Mühlhaus

| Dominik Parzinger

Steinmüller: Was ist ihr persönlicher Eindruck: Wie wird das Thema „Energiewende“ bislang von den deutschen Bürgerinnen und Bürgern wahrgenommen?

Mühlhaus: Das ist zum Teil widersprüchlich. In Umfragen findet der Bürger die Erneuerbaren in aller Regel super, die Zustimmungswerte, insbesondere für die Solarenergie, sind enorm. 93 Prozent der Bürger sprechen sich für einen Ausbau der Erneuerbaren Energien aus. Wenn man dann direkt in die Regionen schaut, ist das Bild natürlich differenzierter. Vor allem bei der Windkraft, die für die Energieversorgung extrem notwendig ist, gibt es erhebliche Akzeptanzprobleme. Das ist teilweise auch verständlich, weil ein Windpark optisch womöglich die Landschaft verändert.

Das grundlegende Problem ist aber wohl, dass Veränderung – auch wenn sie im Grunde gewünscht ist und als notwendig erachtet wird – Stress für Menschen bedeutet. Wenn Veränderung dann im eigenen Job, im eigenen Umfeld stattfindet, wird das manchmal ungern oder gar als Bedrohung gesehen. Das führt momentan zu erheblichen Schwierigkeiten.

Steinmüller: Wie könnte man Ihrer Ansicht nach die Akzeptanz erhöhen?

Mühlhaus: Ich glaube, ganz wesentlich wäre eine politische Führung mit eindeutiger Haltung und Vision. Also eine Bundesregierung, die den Menschen klar sagt, dass sie die Energiewende durchzieht, dass eine Versorgung aus 100 Prozent Erneuerbaren zwingend notwendig ist und dass wir das gemeinsam hinbekommen. Das würde aber auch bedeuten, dass die Regierung richtig Geld in die Hand nimmt, um dort, wo die anstehenden Veränderungen besonders schmerzhaft sein werden, Linderung zu verschaffen – zum Beispiel durch einen Solidaritätsfond oder ähnliches.

Nehmen wir als Beispiel den Kohleausstieg: Dass jetzt seit Monaten um über 20.000 Arbeitsplätze in der Braunkohle so ein Tamtam gemacht wird, während gleichzeitig in den letzten Jahren in der Windbranche durch das Zaudern der Regierung mindestens ebenso viele Arbeitsplätze längst wieder verloren gegangen sind, ist mit Logik nicht zu erklären. Was oft und gerne vergessen wird: Seit 2011 sind in der deutschen Solarbranche 100.000 Arbeitsplätze mit Zukunftsperspektive vernichtet worden. Eine klare Haltung zur Energiewende ist in der Politik aber seit Jahren nicht zu erkennen und das hat auch die Bevölkerung verunsichert.

Steinmüller: Aber es gab ja die Klima-Beschlüsse von Meseberg und Deutschland hat auch das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet.

Mühlhaus: Ja, aber es wird halt nicht gehandelt. So ein Klimaschutz-Beschluss ist leicht gefasst, weil das nichts kostet. Gleichzeitig wird aber seit Jahren nicht gesagt, wie es jetzt mit dem Ausbau der Wind- und Solarenergie weitergehen soll und der Kohleausstieg wird verzettelt. Da passiert überhaupt nichts, außer dass Arbeitskreise gebildet werden. So werden wir der Klimakrise nicht Herr und verspielen gleichzeitig die Zukunftsperspektive der jungen Generation.


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Das Jahreshighlight der elektrochnischen Community

Am 8. Mai 2019 findet der DKE Innovation Campus erneut im Congress Park Hanau statt. Experten, Unternehmer, Politik und Young Professionals sind eingeladen, sich an den Vorträgen, Sessions und Diskussionen rund um die All Electric Society aktiv zu beteiligen. Wir freuen uns auf Sie!

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Steinmüller: Glauben Sie, dass durch die aktuellen Klimaproteste wie #fridaysforfuture grundsätzlich etwas in Bewegung kommt?

Mühlhaus: Das ist tatsächlich ein Momentum. Gleichzeitig habe ich die Befürchtung, dass dieser Spirit wie gewohnt von den „Profis“ gekonnt ausgebremst wird, wie das in den vergangenen Jahren schon viele Male passiert ist.

Dass etwas in Bewegung gekommen ist, spüre ich aber nicht nur bei den Jugendlichen. Wir merken als Energie- und Verkehrswendeunternehmen sehr deutlich, dass auch die Finanzwirtschaft mit ganzer Kraft versucht sich umzuorientieren. Die Entscheider, beispielsweise von Pensionskassen, hinterfragen ihre bisherigen Investments und wollen wirklich ihr Geld in saubere Technologien fließen lassen. Da ist sicher der soziale Druck, der beim Abendbrot entsteht, wenn die eigenen Kinder fragen: „Papa, du hast doch die Möglichkeit, Dinge zu verändern. Was machst Du eigentlich?“ von Bedeutung. Das spüre ich selber übrigens auch.

Und dann spielt natürlich die Sorge aller ordentlichen Kaufleute eine große Rolle, die anfangen sich zu fragen, ob sie im Jahr 2019 mit einer Investition in Kohle nicht auf das falsche Pferd setzen und im wahrsten Sinne des Wortes Geld verbrennen. Über solche Fehlentscheidungen muss ein Vorstand Rechenschaft ablegen. Auch in der Automobilindustrie ist das ja gerade sehr gut zu beobachten.

Energiepolitik

Steinmüller: Wie dezentral ist die Energiewende bislang?

Mühlhaus: Sehr! Die ersten zehn Jahre war die Energiewende sogar ausschließlich dezentral; da waren größere Strukturen überhaupt nicht beteiligt. Im Gegenteil, sie haben versucht, sie zu verhindern. Angefangen hat die Energiewende als Kampf gegen Konzerne, die alles blockiert haben. Wenn beispielsweise RWE heute noch um die Abholzung des Hambacher Forst kämpft, dann sind das Abwehrkämpfe; dem Unternehmen drohen weiter signifikante Anteile am Energiemarkt verloren zu gehen. Das Thema ist aber im Grunde schon fast durch. Das sieht man schon daran, wer in Erneuerbare investiert und Projekte umsetzt. Es gibt die Häuslebauer, die eine kleine Anlage fürs Dach kaufen, Bürgergesellschaften, wie wir sie organisieren, die Windparks bauen, Stadtwerke oder Utilities, bis hin zu großen Investmentfonds, Pensionskassen, Versicherungen, die ganze Parks finanzieren. Damit hat ein Strukturwandel weg von den wenigen Energiekonzernen hin zu einer Vielzahl an Beteiligten und Akteuren stattgefunden. Ich glaube, das wird auch so bleiben.

Steinmüller: Warum ist „Dezentralität“ überhaupt wünschenswert?

Mühlhaus: Wenn Anlagen dezentral sind, muss deren Betrieb und Instandhaltung vor Ort geschehen. Das schafft regional für viele Menschen Arbeit. Kapital, das ansonsten in eine Dividendenstruktur mit wenigen Arbeitsplätzen oder in Energieeinkäufe aus dem Ausland geflossen wäre – wie das ja bei Kohle und Öl fast immer der Fall ist – bleibt vor Ort. Die vielen Milliarden fließen nicht zu irgendeinem Scheich, stattdessen erfolgt die Wertschöpfung in der Region und fließt in Form von direkten Einnahmen und Steuern wieder ins Gemeinwesen, womit Infrastruktur und Bildung finanziert werden können. Ich glaube, dass durch den dezentralen Ausbau der Erneuerbaren eine sehr gesunde Wirtschaft und Wohlstand entstehen kann. Und das ist ja schlussendlich was die Menschen interessiert: dass sie in ihrer Heimat gut leben können.

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Otmar Smit / Fotolia

Steinmüller: Was sind für Sie die wichtigsten Stellschrauben, an denen gedreht werden muss, damit sich der Ausbau der Erneuerbaren beschleunigt?

Mühlhaus: Wir brauchen eine Gesetzgebung, die mittel- und langfristig verlässlich ist. Als Unternehmen hoffen wir gerade auf eine Energiegesetzgebung, die die langwierigen und kapitalintensiven Projektentwicklungen verlässlich absichert. Es muss einfach klar sein, dass es sich lohnt zu investieren. Damit meine ich nicht nur das Kapital, sondern auch, dass, zum Beispiel Bürgermeister, sich guten Gewissens dafür einsetzen können, ohne bei der nächsten Wahl abgestraft zu werden oder dass ein Landwirt weiß, dass es sich lohnt, sich mit den Baugenehmigungen rumzuschlagen. Es ist wichtig zu wissen, dass all diese Arbeit, die in der Vorbereitung steckt, nicht sinnlos verpufft.

Im Moment wird mit vielen Projekten gar nicht erst begonnen – egal ob kleine PV-Aufdachanlage oder großer Windpark – weil es den Anschein hat, dass die Politik das eigentlich nicht will. Ich will keine Goldgräberstimmung – natürlich muss der Ausbau festen Regeln folgen. Aber es muss klar sein, dass die Energiewende von Seiten der Politik vorbehaltlos unterstützt wird. Bislang fehlt die entsprechende Motivation, damit sich deutlich mehr Menschen als bislang auf den Weg machen.

Steinmüller: Viele Ökonomen fordern inzwischen eine CO2-Abgabe, damit der wahre Preis fossiler Energieprodukte sichtbar wird. Was halten Sie davon?

Mühlhaus: Das ist für mich das zentrale Instrument, damit sich die Erneuerbaren schnell durchsetzen. Ich glaube, wenn man eine solche Steuer oder Abgabe konsequent einführen würde, könnte man sich viele andere Gesetzgebungen oder Förderungen komplett sparen.


Interessiert an Energieeffizienz?

Windrad Energieeffizienz
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Energieeffizienz ist eine Säule der globalen Entwicklungsziele. Die Anerkennung der Bedeutung der Energieeffizienz bei der Erreichung von Nachhaltigkeitszielen spiegelt einen Paradigmenwechsel wider, da sowohl die Versorgungs- als auch die Nachfrageseite gleichermaßen berücksichtigt werden. Energieeffizienz wird nicht mehr länger nur „gemessen und geschätzt als die negative Menge an nicht verwendeter Energie".

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