Klassisches Typenschild

Klassisches Typenschild

| Michael Rudschuck
22.11.2019 Kurzinformation 1163 0

Digitales Typenschild: Grundlage für Industrie 4.0

Analoge Typenschilder gehören bald der Vergangenheit an. Vorbei sein werden die Zeiten, in denen sich Techniker damit abmühen mussten, unlesbare Typenschilder zu entziffern. Digitale Typenschilder sind auf dem Vormarsch: So arbeitet der ZVEI zusammen mit Herstellern aus der Industrie an der praktischen Umsetzung und die Normungsexperten bei der DKE haben eine Vornorm erarbeitet, um einen Standard für die Industrie 4.0 zu schaffen.

Das Digitale Typenschild 4.0 ist ein Projekt des ZVEI und der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg. Die beiden Projektpartner arbeiten seit Ende 2018 gemeinsam mit Herstellern der Automatisierungsbranche an der Umsetzung.

Die Projektziele:

  • Vollständige Digitalisierung des althergebrachten Typenschilds
  • Abschaffung der produktbegleitenden Papierdokumentation
  • Beleg für die Umsetzbarkeit der Verwaltungsschale

Weitere Informationen zum ZVEI-Projekt: Das Digitale Typenschild 4.0

Zum Demonstrator Digitales Typenschild

Kontakt

Dr. Michael Rudschuck
Zuständiges Gremium

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Was sind die Herausforderungen und Ziele bei digitalen Typenschildern?

Digitales Typenschild: Grundlage für Industrie 4.0

Das digitale Typenschild: Grundlage für Industrie 4.0

| VDE|DKE

Die Deklaration von Produktzulassungen hat heute einen Umfang angenommen, der es sehr schwer macht, alle erforderlichen Informationen auf einem Typenschild abzubilden.

Im Zeitalter von Industrie 4.0 sollten jedoch alle relevanten Informationen papierlos in digitaler Form bereitgestellt werden und dabei von überall verfügbar sein. Die Nutzung einer vernetzten Informations- und Kommunikationsinfrastruktur im Rahmen der Industrie 4.0 ist bei den Typenschildern bislang jedoch noch nicht angekommen. Die Menge der Kennzeichnungen passt aus diesem Grund oft nicht mehr auf ein klassisches Typenschild.

Ein wesentliches Ziel von digitalen Typenschildern ist es, gesetzliche Gerätekennzeichnungen in elektronisch lesbarer Form verfügbar machen. Langfristig sollen klassische Typenschildern durch eine elektronische Kennzeichnung ersetzt werden. Darüber hinaus besteht der Bedarf, weitere Geräteinformationen unter Verwendung moderner Informationskonzepte, wie der Verwaltungsschale aus der Industrie 4.0, bereitzustellen.

Vergleich von klassischen und digitalen Typenschildern

Klassische TypenschilderDigitale Typenschilder
Auf Geräteinformationen kann nur lokal zugegriffen werdenAuf Geräteinformationen kann global zugegriffen werden

Informationen können visuell nur aus der Nähe betrachtet werden

Informationen können visuell auf jedem Display betrachtet werden

Die Informationsmenge ist über die Größe des Typenschilds limitiertDie Informationsmenge ist digital und somit praktisch unlimitiert
Informationen sind statisch und können bei Bedarf nicht angepasst werdenInformationen sind dynamisch und können bei Bedarf angepasst werden
Aufwendige Dokumentation des Lebenslaufs einzelner KomponentenVereinfachte Dokumentation des Lebenslaufs einzelner Komponenten

Vornorm für digitale Typenschilder veröffentlicht

Die Digitalisierung schreitet mit großen Schritten voran. Vor allem im industriellen Umfeld haben in den letzten Jahren große Veränderungen stattgefunden: Der Maschinen- und Anlagenbau ist stark vernetzt, hergestellt wird zunehmend autonom und KI hält ebenfalls Einzug in die digitalen Produktionshallen.

Was aber auffällt: Klassische Typenschilder haben noch nicht ausgedient. Sie sind noch immer und überall auf Bauteilen, Komponenten und Anlagen zu finden. Im Zuge der Digitalisierung ist es jedoch dringend erforderlich, Typenschilder in digitaler und maschinenlesbarer Form bereitzustellen – hinter dem eigentlich simplen Konzept des digitalen Typenschildes steckt nämlich das oben erwähnte und tiefgreifende Digitalisierungskonzept, das die Grundlage für die Industrie 4.0 bildet.


Ziegelsteinmauer mit Warnzeichen Warnung vor explosionsfähiger Atmosphäre Graffiti
pixs:sell / stock.adobe.com

Expertengremium DKE/K 241 Schlagwetter- und explosionsgeschützte elektrische Betriebsmittel

Das Expertengremium DKE/K 241 mit seinen Arbeitskreisen beschäftigt sich mit dem Erarbeiten der Bestimmungen und Richtlinien für die Ausführung von Betriebsmitteln für den Einsatz in ExI und ExII-gefährdeten Bereichen für alle Zündschutzarten.

Die normungstechnischen Arbeiten gliedern sich in einen allgemeinen Teil sowie in Zusatzteile entsprechend den einzelnen Zündschutzarten.

Zum Expertengremium DKE/K 241

Der Einsatz von digitalen Typenschildern im Explosionsschutz

Klassisches Typenschild

Klassisches Typenschild

| DIN VDE V 0170-100

Angestoßen durch Hersteller von explosionsgeschützten Betriebsmitteln und Betreibern von elektrischen Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen wurde das Projekt „Digitales Typenschild“ gestartet. Von der einen Seite mit dem Wunsch, die zunehmende Kennzeichnung noch auf dem Betriebsmittel unterbringen zu können, da insbesondere im Explosionsschutz sehr umfangreiche Angaben erforderlich sind. Von der anderen Seite, die zu den Betriebsmitteln gehörenden Informationen elektronisch verwalten zu können.

Ziel der Normung ist es, digitale Lösungen als Alternative zur bisherigen Klartextkennzeichnung auf dem Typenschild bzw. der Verpackung von Produkten aufzuzeigen. Eine maschinenlesbare Kennzeichnung kann beim Gerätehersteller im Fertigungsprozess zum automatischen Steuern des Materialflusses verwendet werden, was heute schon häufig durch einen Barcode erfolgt. Beim Export können beispielweise Zollbehörden das Produkt elektronisch überprüfen. Der Betreiber kann bereits im Wareneingang das Produkt eindeutig identifizieren. Im Betrieb ist der Servicetechniker oder eine zuständige Behörde in der Lage, das Produkt für den zulässigen Einsatzbereich ebenfalls elektronisch zu überprüfen. Die Daten aus dem maschinenlesbaren Typenschild können für eine fehlerfreie Bestandserfassung direkt in ein ERP-System übertragen werden. Damit stehen dem Betreiber alle Gerätedaten digital zur Verfügung.

Langfristig soll das klassische Typenschild durch ein digitales Typenschild weitestgehend ersetzt werden. Hierbei sollte gerade auch die gesetzlich erforderliche Kennzeichnung berücksichtigt werden. Für eine höhere Akzeptanz muss eine Mindestkennzeichnung im Klartext am Gerät vorhanden sein.

Im Explosionsschutz sind die strengsten, gesetzlichen Auflagen zu erfüllen. Aus diesem Grund wurde seitens der DKE die Normung für ein elektronisches Typenschild im Expertengremium DKE/K 241 (Schlagwetter- und explosionsgeschützte elektrische Betriebsmittel) als Pilotprojekt vorangetrieben. Aber auch wenn die Normung aus diesem Bereich getrieben wird, so sind die erarbeiteten Konzepte universell anwendbar und lassen sich daher auf praktisch alle Industriezweige übertragen und erweitern.

Als Ergebnis der Normungsarbeit im Expertengremium DKE/K241 ist die Vornorm DIN VDE V 0170-100 entstanden. Die Einspruchsfrist läuft noch bis Ende November 2019. Die Veröffentlichung der Norm erfolgt voraussichtlich im ersten Quartal 2020. Zudem ist geplant, die Norm international bei IEC einzureichen.

Redaktioneller Hinweis:

Die im Text aufgeführten Normen können Sie beim VDE VERLAG erwerben.

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