Blick auf das Taj Mahal in Agra, Indien
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13.08.2019 Kurzinformation 447 0

Ausbau der deutsch-indischen Kooperation und Austausch über zukünftige Normungsthemen

Vom 9. bis 12. Juli waren das BMWi, DIN und die DKE gemeinsam in Neu-Delhi zu Gast. Während der Delegationsreise fanden Gespräche mit Vertretern der IEEMA, Experten-Workshops und das erste deutsch-indische Standardisierungsforum statt. Ergebnisse der Delegationsreise sollen in die nächste Jahrestagung der deutsch-indischen Arbeitsgruppe mit einfließen.

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Philipp Saueracker
Delegationsreise nach Neu-Delhi

Delegationsreise nach Neu-Delhi

| GIZ

Vom 9. bis 12. Juli 2019 fand eine Delegationsreise nach Neu-Delhi statt. Zur dreiköpfigen Delegation gehörten Gerhild Roth vom BMWI, Sieglinde Kaiser von DIN und Philipp Saueracker von der DKE. Die Delegationsreise fand im Rahmen der deutsch-indischen Arbeitsgruppe für Qualitätsinfrastruktur zwischen dem BMWi und dem indischen Ministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und öffentliche Verwaltung (MoCAF&PD) statt.

Organisiert und durchgeführt wurde der Besuch der indischen Hauptstadt durch das Globalprojekt Qualitätsinfrastruktur (GPQI), das von der GIZ im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie durchgeführt wird. Der Besuch setzte die Umsetzung der bilateralen Kooperationsthemen im Bereich der Normung fort, wie sie bereits im Arbeitsplan 2019 vereinbart und am 18. Januar 2019 im Rahmen der 6. Jahrestagung der Arbeitsgruppe in Berlin unterzeichnet wurden.

Während der Delegationsreise fanden Meetings und Gespräche mit Ministeriumsvertretern, Verbänden und deutschen Unternehmen vor Ort statt. Dabei ging es insbesondere um den aktuellen Stand der laufenden Kooperationsprojekte sowie um weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit und die Markteintrittsbarrieren deutscher Unternehmen in Indien. Darüber hinaus fanden ein Experten-Workshop zum Thema „Standardisierung im Bereich Elektromobilität“ und das erste deutsch-indische Standardisierungsforum statt.

Von besonderer Bedeutung für die DKE war das Gespräch mit Vertretern von IEEMA, dem indischen Pendant zum VDE. Beide Seiten waren an einer starken Zusammenarbeit interessiert und sprachen über die Möglichkeit, eine Kooperation zwischen beiden Organisationen mittels Absichtserklärung zu untermauern. IEEMA zeigte weiterhin Interesse daran, sich verstärkt in die deutsch-indische Arbeitsgruppe einzubringen.

Auf dem Experten-Workshop zu „Standards für die Elektromobilität“ wurde der Fokus seitens Indiens auf zwei- und dreirädrige Elektrofahrzeuge gelegt. Die Ergebnisse der IEC-Ad-hoc-Gruppe 81 zum Thema „Elektrofahrzeuge und Ladeinfrastruktur“ wurden einleitend präsentiert. Anschließend folgte der deutsche Beitrag für die Bereiche „Batterieentwicklung“ und „Ladeinfrastruktur“. Es wurde deutlich, dass ein gezielterer technischer Austausch in kleinen Gruppen mit indischen Regulierungsbehörden und deutschen Normungsexperten erforderlich sein wird.


DKE

Die deutsche Normungs-Roadmap Elektromobilität 2020

stellt die bisherigen Normungsaktivitäten im Bereich Elektromobilität dar und fasst den aktuellen Stand vor allem bei Anforderungen zur Sicherheit, Fahrzeugtechnik und zu Ladeschnittstellen zusammen.

•  Kabelgebundenes Laden
•  Laden mit höheren Ladeleistungen
•  Kabelloses Laden von Elektrofahrzeugen
•  Informations- und Kommunikationstechnologien
•  Empfehlungen für die Zukunft

Zur Normungs-Roadmap Elektromobilität 2020

Beim ersten deutsch-indischen Standardisierungsforum wurden in mehreren Workshop-Gruppen neue Kooperationsmöglichkeiten und aktuelle Themen in der Normung diskutiert. Beschlossen wurde, die Zusammenarbeit auf internationaler Ebene durch Partnerschaftsvereinbarungen und frühzeitigen Austausch über neue Normungsvorhaben beider Seiten zu stärken. Darüber hinaus wurde erörtert, wie die Zusammenarbeit bei Ansätzen zur Sensibilisierung für die Normung, vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen, ausgeweitet werden könnte.

Durch die Interaktionen mit den Interessengruppen und insbesondere der deutschen Wirtschaft konnte die Zusammenstellung und Priorisierung von relevanten Kooperationsthemen der Arbeitsgruppe überarbeitet werden. Es wurde außerdem erneut bestätigt, dass vor allem Elektromobilität, Automotive, Industrie 4.0, Datenschutz, Cybersicherheit und Elektrogeräte als Themen für beide Seiten von großem Interesse sind. Die Einbeziehung neuer Themen, wie beispielsweise Künstliche Intelligenz, intelligente Landwirtschaft, intelligente Verkehrssysteme und Kreislaufwirtschaft, wird vom GPQI Indien untersucht und bis Anfang 2020 mit deutschen Experten diskutiert – dann nämlich findet die 7. Jahrestagung der deutsch-indischen Arbeitsgruppe statt.

Der Delegationsbesuch hat gezeigt, dass die Umsetzung des Arbeitsplanes 2019 programmgemäß verläuft und dass das Projekt über ein etabliertes Netzwerk aus Politik und Wirtschaft beider Länder verfügt, um weiterhin konkrete Ergebnisse erzielen zu können. Darüber hinaus wurde deutlich, dass Workshops und kleinere Austauschprogramme wie Roundtables eine geeignete Methode sind, um den interaktiven Austausch zwischen beiden Seiten anzuregen und somit aufrechtzuerhalten. Aus diesem Grund wurde beschlossen, sektorspezifische Workshops und Austauschmaßnahmen im Rahmen der nächsten Jahrestagung der Arbeitsgruppe zu organisieren.

Impressionen von der Delegationsreise nach Indien


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