Windrad in ländlicher Gegend
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07.03.2018 Kurzinformation

Windenergieanlagen: Hohe Bedeutung bei der Energiewende

Die Umsetzung europäischer Normen bei Windenergieanlagen soll zukünftig für ein gemeinsames Verständnis beim Daten- und Informationsaustausch sorgen. Hersteller und Betreiber profitieren gleichermaßen von dieser Entwicklung.

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Alexander Nollau
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Die Ziele sind ambitioniert: Treibhausgasemissionen sollen in Deutschland bis zum Jahr 2050 um mindestens 80 bis 95 % gegenüber 1990 reduziert werden – eine Treibhausgasneutralität wird angestrebt. Windenergie spielt als erneuerbare Energie in diesem Zusammenhang eine tragende Rolle. An Land und vor den Küsten sind in den vergangenen Jahren immer mehr Windenergieparks gebaut worden. So war 2017 das bisher stärkste Ausbaujahr für Windenergieanlagen an Land mit einer Steigerung um 15 % zum Vorjahr. Aber nicht nur durch den Ausbau neuer Windenergieanlagen (WEA) entsteht in der Summe ein deutlicher Zuwachs an Leistung – auch die WEA selbst verfügen über das Potenzial, durch eine verbesserte Kommunikation mehr Leistung zu erzeugen. Normen und Standards sind hierzu der Schlüssel, denn sie garantieren einheitliche Kommunikationsschnittstellen und verbessern damit den Informationsaustausch zwischen internen und externen Datennutzern.

Spezifikationen für zeit- und erzeugerbasierte Verfügbarkeiten

Die VDE V 0127-26-1 und VDE V 0127-26-2 befassen sich konkret mit der zeitbasierten und erzeugerbasierten Verfügbarkeit von WEA. Betreiber von WEA und Windenergieparks müssen wissen, wann die einzelnen Anlagen Strom produzieren können. Hierfür stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Die zeitbezogene und die erzeugerbasierte Verfügbarkeit. Während die zeitbezogene Verfügbarkeit eine Auskunft über den Zeitpunkt und die Menge der Leistung gibt, wann sie dem Netz zur Verfügung gestellt werden kann, orientiert sich die erzeugungsbasierte Variante an der Frage, welche Umweltbedingungen zu Grunde liegen müssen, um den erzeugten Strom ins Netz zu speisen. Erreichen WEA beispielsweise ihre Belastungsgrenzen bei sehr hohen Windgeschwindigkeiten, stehen sie dem Netz nicht mehr zur Verfügung und melden dies entsprechend. Gleiches gilt für eine optimale Auslastung: Steht der Wind in einem guten Korridor, meldet die WEA automatisch eine maximale Leistungserbringung über das standardisierte Informationsmodell.

Einheitlicher Datenaustausch auf europäischer Ebene

Den beiden Spezifikationen aus der Normreihe IEC 61400 kommt vor allem deshalb eine hohe Bedeutung zu, weil der Daten- bzw. Informationsaustausch zwischen internen und externen Datennutzern sichergestellt und abgebildet werden kann. Beide Seiten sind auf diese Weise in der Lage, auf einheitliche Modelle und Strukturen zurückzugreifen und sich somit einfacher über die produzierten Daten auszutauschen. Bisher waren die Spezifikationen nur auf internationaler Ebene erarbeitet, in ihrem ersten Stadium aber bereits in das Deutsche Normenwerk übertragen worden. Aufgrund der Verpflichtung, Europäische Normen in das nationale Normenwerk zu übernehmen, wird aus der IEC-Klassifizierung somit die CLC-Klassifizierung (DIN CLC). Zwar ergeben sich inhaltlich keine Veränderungen, allerdings bedeutet der Prozessschritt ein gemeinsames Verständnis über die Verfügbarkeiten von WEA in ganz Europa.

Gemeinsame Standards für geringeren Entwicklungsaufwand

Dateninteressenpartner für ein Windkraftwerk

Dateninteressenpartner für ein Windkraftwerk

| DIN IEC/TS 61400-26-3 (VDE V 0127-26-3):2017-07

Zielgruppen für die Spezifikationen finden sich auf beiden Seiten: Hersteller, die Datenmodelle implementieren müssen, um die von den WEA gewonnenen Daten einheitlich zur Verfügung stellen zu können; Betreiber von WEA auf der anderen Seite, die die gewonnenen Daten an das Netz weitergeben. Industrie und Betreiber profitieren also gleichermaßen von den Umsetzungen, denn ein gemeinsamer Standard reduziert zeitliche und finanzielle Ressourcen in Forschung und Entwicklung. Verbraucher profitieren von diesen Umsetzungen indirekt: Je genauer vorhergesagt werden kann, zu welchem Zeitpunkt WEA verfügbar sind, desto besser lassen sich erneuerbare Energien in das Stromnetz integrieren.

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Windrad Energieeffizienz
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Energieeffizienz ist eine Säule der globalen Entwicklungsziele. Die Anerkennung der Bedeutung der Energieeffizienz bei der Erreichung von Nachhaltigkeitszielen spiegelt einen Paradigmenwechsel wider, da sowohl die Versorgungs- als auch die Nachfrageseite gleichermaßen berücksichtigt werden. Energieeffizienz wird nicht mehr länger nur „gemessen und geschätzt als die negative Menge an nicht verwendeter Energie".

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