Elektrotechniker prüft Sicherungskasten
Andrey Popov / Fotolia
15.05.2018 Kurzinformation 744 0

Überarbeitung der Normen DIN VDE 0100-460 und DIN VDE 0100-530

Die Überarbeitung der Normen DIN VDE 0100-460:2002-08 und DIN VDE 0100-530:2011-06 ist mit den Neuausgaben der gleichnamigen Normen in 2018-06 abgeschlossen. Beide Normen sind für die Errichtung von Niederspannungsanlagen von hoher Bedeutung und sprechen mit Maßnahmen und Geräten zum Trennen und Schalten vor allem die Anwender im Elektrohandwerk an.

Kontakt

Dirk Barthel
Downloads + Links

Mit dem Beginn der Überarbeitung der DIN VDE 0100-530 wurde gleichzeitig die Chance genutzt, auch die DIN VDE 0100-460 inhaltlich auf einen aktuellen Stand zu bringen. Beide Normen stammen aus der 0100er Reihe und sind bei der Errichtung von Niederspannungsanlagen von hoher Bedeutung, um den Schutz von Personen, Nutztieren und Sachwerten vor Gefahr und Beschädigung sicherzustellen. Im Zuge der Überarbeitungen wurden beide Normen miteinander verbunden. Auf inhaltlicher Ebene ergibt sich jedoch eine klare Differenzierung:

Die DIN VDE 0100-460 enthält ausschließlich die Anforderungen an Maßnahmen zum Trennen und Schalten in Niederspannungsanlagen, um vorgegebene Schutzziele zu erreichen.

Die DIN VDE 0100-530 enthält hingegen die Anforderungen an die Auswahl der Geräte, wie Schütz, Relais, Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtung (AFDD), Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) und Leistungsschalter/Leitungsschutzschalter, und das Errichten von Einrichtungen zur Erfüllung der vorgegebenen Maßnahmen zum Trennen und Schalten.

Ein konkretes Beispiel zeigt sich bei den verschiedenen Begriffsverwendungen wie „Not-Aus“ und „Not-Halt“. Die DIN VDE 0100-460 legt erstmals fest, dass im Rahmen der 0100er Reihe nur noch der Begriff „Not-Aus“ verwendet wird. Bekannt ist bei Maschinen auch der Begriff „Not-Halt“, der eine Maschine aber lediglich stoppt und nicht komplett ausschaltet. Der Anwendungsbereich der Reihe DIN VDE 0100 behandelt somit lediglich „Not-Aus“. „Not-Halt“ kommt weiterhin in spezifischen Normen, wie z. B. für Maschinen in DIN EN 60204-1 (VDE 0113-1):2007-06, vor.

Das zufällige und erneute Einschalten abgeschalteter Anlagenteile wird durch Anforderungen an betriebsmäßiges Schalten vermieden.

Von den Überarbeitungen der beiden Normen können aber nicht nur Anwender aus dem Elektrohandwerk profitieren. Auch Planungsbüros, die elektrische Anlagen planen, Hersteller aus der Industrie, Versicherungsgesellschaften, Prüfgesellschaften wie der TÜV, Berufsgenossenschaften sowie der ZVEH und ZVEI gehören zu den angesprochenen Akteuren. Letztlich ist von den Norminhalten der DIN VDE 0100-460 und DIN VDE 0100-530 auch der Endverbraucher nicht nur als Häuslebauer oder als Mieter betroffen, sondern jeder Erwerber oder Betreiber einer elektrischen Anlage: Aktuelle Normen und Standards und gute Informationen als Hilfestellung für Normanwender führen so auch zu notwendiger Sicherheit.

Besonders hilfreich für den Normanwender ist die Aufnahme einer Übersicht der Geräte zum Trennen und Schalten. Dieser Übersicht kann die für das jeweilige Gerät geeignete Verwendung (Trennen, betriebsmäßiges Schalten und Steuern sowie Not-Ausschaltung) entnommen und somit die richtige Auswahl getroffen werden.

Relevante News und Verlautbarungen