Autonom fahrendes Auto von innen
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26.01.2018 Kurzinformation 1108 0

Top Trends in der Elektromobilität 2018

Die e-diale Mobilität ist vernetzt, elektrisch, autonom. Die DKE bereitet ihr den Weg und verstärkt 2018 dazu wichtige Normungsaktivitäten. Denn Normen öffnen den Markt, sichern Interoperabilität, schaffen Investitionssicherheit für Unternehmen und stehen für Sicherheit, Qualität und effiziente Ressourcennutzung weltweit.

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Alexander Nollau

Die Mobilität der Zukunft: flexibel, ökologisch, effizient

Metropole Shanghai in der Abenddämmerung
chungking / Fotolia

Die Bedürfnisse und Ansprüche der Menschen an Mobilität verändern sich. Flexible multimodale Mobilität wird zunehmend wichtiger als der Besitz eines eigenen Autos. Dabei ist ein multimodaler Verkehr, die zeitlich abgestimmte Nutzung von verschiedenen Verkehrsmitteln. Zugleich wachsen die globalen Herausforderungen an die Mobilität der Zukunft. Klimaschutz, nachhaltige Energieversorgung und der Trend zur Urbanisierung erfordern umweltfreundliche und effiziente Lösungen. Kurz: eine neue smarte Mobilität ist gefragt.

Die Zukunftslösung: vernetzt, elektrisch, autonom

Getrieben wird die Mobilität der Zukunft durch den Trend zur Elektromobilität und die digitale Transformation. Sie stellt bisherige Konzepte, Prozesse und Geschäftsmodelle infrage und ermöglicht völlig neue. Ohne Elektromobilität ist das Ziel des EU Clean Energy Package, den CO2-Ausstoß von Neuwagen bis 2030 um 30 Prozent zu verringern, nicht zu erreichen. Car2Car- und Car2Infrastructure-Kommunikation bietet eine deutliche Steigerung der Verkehrseffizienz und Verkehrssicherheit, mehr Komfort und wertvolle Zusatznutzen. Und das Zusammenspiel von Automobilelektronik und digitaler Vernetzung ermöglicht Schritt für Schritt den Übergang von passiven Assistenzsystemen über das teilautonome Fahren bis hin zu fahrerlosen Systemen.

Killerkriterium: Easy to use

Das vielleicht entscheidende Kriterium für den Markterfolg von E-Mobility lautet allerdings: Easy to use. Nur wenn das Zugangsdesign einfach, intuitiv und normiert gestaltet wird und sich dem Kunden ein klarer Mehrwert bietet, wird aus E-Mobility eine Erfolgsstory. Wegbereiter dafür sind branchenübergreifende Kooperationen und die Normung. So stehen Automobilindustrie und IT-Branche aktuell in einem Kooperationswettbewerb, um gemeinsam nachhaltige Konzepte und Geschäftsmodelle mit Mehrwertdiensten für den Kunden voranzutreiben und gleichzeitig davon zu profitieren. Ein Beispiel dafür ist E-Roaming für Fahrer von Elektrofahrzeugen, die per Ladekarte oder -app öffentlich zugängliche Ladepunkte verschiedener Dienstleister ansteuern und nutzen können. Dazu ist ein standardisiertes Schnittstellendesign nötig. Hier kommt die Normung ins Spiel: Denn nur sie bietet eine breite neutrale Plattform für die Standardisierung mit europäischer und internationaler Perspektive.

Die aktuellen Top Trends: Urban, Smart & Shared Mobility

Elektroauto an einer Solarzapfsäule
Petair / Fotolia

Treiber der Community sind die aktuellen Zukunftstrends: urbane, smarte und geteilte Mobilität. Welche Mobilitätssysteme brauchen Smart Cities? Wie lassen sich Mobilitätsdaten und -konzepte, Fahrzeugfunktionen und neue Dienste zu smarten Mobilitätslösungen verbinden? Und wie sehen Transportkonzepte der Zukunft aus? Sicher ist: Eine Schlüsselrolle kommt einer effizienten, sicheren und komfortablen Ladeinfrastruktur und intelligenten Bezahllösungen zu – und damit Themen wie Lastmanagement von Ladeinfrastruktur, elektrischer ÖPNV und ultraschnelles Laden (High Power Charging), Plug-and-Charge und IT-Security in der Elektromobilität.

Beispiel Lastmanagement: Die intelligente Verteilung von Strom ist eine unverzichtbare Voraussetzung, um etwa in der Tiefgarage einer Wohnanlage eine Vielzahl von Elektroautos mit Strom zu betanken – ohne dabei das Stromnetz zu überlasten. Das erfordert standardisierte Lösungen. Beispiel elektrischer ÖPNV: Von der Einführung der Elektromobilität im Linienbusbetrieb können viele Menschen – vor allem in Städten mit hoher Feinstaubbelastung oder Lärmbelästigung – von der Elektromobilität profitieren. Dass das ökonomisch optimierte Laden von Elektrobussen technisch machbar ist, zeigen Städten wie Berlin und Hamburg. Für eine breite und nachhaltige Markteinführung ist aber die Etablierung eines internationalen und europäischen  Standards nötig.

Engagement für die e-diale Mobilität: Normungsoffensive 2018

Die VDE|DKE (Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE) nimmt diese Herausforderungen an. So wollen wir uns beim Thema ISO 15118 international stärker einbringen. Der Kommunikationsstandard ISO 15118 ermöglicht einen automatisierten und nutzerfreundlichen Lade- und Abrechnungsvorgang geladener Energie von Elektrofahrzeugen, spezifiziert jedoch nur die Schnittstelle zwischen E-Fahrzeug und Ladestation. Für die Interaktion mit den weiteren wichtigen Akteuren im E-Mobilitätsmarkt bestehen noch Spezifikationslücken. Mit der neuen VDE-Anwendungsregel „Zertifikats-Handhabung für E-Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur und Backend-Systeme im Rahmen der Nutzung von ISO 15118“ (VDE-AR-E 2802-100-1) werden diese geschlossen. Für den Datenaustausch kommen Public-Key-Infrastrukturen (PKI) zum Einsatz, deren Verwendung die neue VDE-Anwendungsregel genau spezifiziert. Sie zeigt mögliche technische Alternativen zur Installation eines Vertragszertifikats in das Fahrzeug sowie die nötigen Prozesse für die Bereitstellung und das Zurückziehen der Vertragszertifikate. Dadurch steigt die IT-Sicherheit deutlich. Die Standardisierung der IT-Sicherheit wiederum leistet einen wichtigen Beitrag zur Investitionssicherheit aller beteiligten Akteure. Nun gilt es, die bestehenden Spezifikationslücken auch auf internationaler Ebene zu schließen.

Eine weitere Aufgabe: Mit der fortschreitenden Energiewende sowie der wachsenden Nutzung der Elektromobilität und weiteren steuerbaren Verbrauchern ändert sich das Lastprofil in der Verteilnetzebene. Auf Lastschwankungen müssen Netzbetreiber dynamisch reagieren können, um kritische Netzzustände zu vermeiden. Normierte intelligente Lastmanagementlösungen können dazu beitragen, den damit verbundenen teuren Netzausbau zu vermeiden. Deshalb haben wir gemeinsam mit ZVEI, ZVEH, BDEW, BDE, FNN und VDA im Gremium DKE/K 353 für „Elektrostraßenfahrzeuge“ eine interdisziplinäre und branchenübergreifende Arbeitsgruppe mit über 50 Experten zusammengeführt. Deren Ziel: ein Konzept für nachhaltige Lastmanagementlösungen mit einem möglichst hohen Grad an Eigenstromnutzung. Zentraler Erfolgsfaktor: Vernetzung.

Junge Expertenmeinung ist gefragt!

Junge Leute im Gespräch
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Vernetzung ist generell ein wichtiger Schlüssel für die Mobilitätslösungen der Zukunft – und für Normungslösungen. Dabei sind besonders junge Experten gefragt. Denn schließlich sind sie es, die kommende Mobilitätskonzepte entwickeln und nutzen werden. Ihr seid herzlich eingeladen, in unserer „Next Generation DKE“ innovative Lösungen mitzugestalten.

Welche Trends zur Mobility sehen Sie? Welche Wünsche und Ideen würden Sie gerne weiterentwickeln? Wir freuen uns auf Ihre Ideen.

Ihr Alexander Nollau
Head of Energy & Mobility

Interessiert an Mobility?

Hybrid-Sportwagen nachts
Gunnar Assmy / Fotolia

Die Elektromobilität ist eine Sprunginnovation, die ein neues, übergreifendes Systemdenken erfordert. Um die deutsche Wirtschaft erfolgreich im Bereich Mobility zu positionieren, ist es wichtig, die positiven Effekte von Normen und Standards von Beginn an in den Entwicklungsprozess miteinzubeziehen und damit voll auszuschöpfen.

Weitere Inhalte zu diesem Fachgebiet finden Sie auf unserer

DKE-Themenseite Mobility

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