Leistungsschalter mit Drähten
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10.12.2018 Kurzinformation 593 0

Sicherheitsgrundnorm für den Schutz gegen elektrischen Schlag überarbeitet

Die Überarbeitung der DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410) ist abgeschlossen. Seit Oktober 2018 wird sie im VDE-Verlag angeboten und enthält zahlreiche Änderungen zu ihrer Vorgängernorm. Dazu zählen u. a. Änderungen bei Abschaltzeiten in Endstromkreisen und ein zusätzlicher Schutz durch RCD in Beleuchtungsstromkreisen. Elektriker, Planer, Sachverständige und auch Gutachter haben mit DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410):2018-10 wieder ein aktuelles Dokument an der Hand.

Kontakt

Dirk Barthel
Zuständiges Gremium

 

DIN VDE 0100-410 (VDE0100-410):2018-10 gehört zu den wichtigsten Normen für das Elektrohandwerk und enthält – als Norm mit Gruppenfunktion für die Errichtung – wesentliche Anforderungen für den Schutz gegen elektrischen Schlag, einschließlich Basisschutz und Fehlerschutz von Personen und Nutztieren.

Basisschutz + Fehlerschutz = Schutzmaßnahme

Konzept des Schutzes von Personen nach DIN VDE 0100-410

Konzept des Schutzes von Personen nach DIN VDE 0100-410

| DKE

Eine Schutzmaßnahme setzt sich grundsätzlich aus zwei unabhängigen Komponenten zusammen – der Schutzvorkehrung für den Basisschutz und der Schutzvorkehrung für den Fehlerschutz oder einer verstärkten Schutzvorkehrung, die beides bewirkt. Die resultierende Schutzmaßnahme kann durch einen zusätzlichen Schutz ergänzt werden.

Die Schutzvorkehrung für den Basisschutz, beispielsweise eine Isolierung, verhindert das direkte Berühren unter Spannung stehender (aktiver) Teile der elektrischen Anlage. Die Schutzvorkehrung für den Fehlerschutz verhindert, dass im Fehlerfall bei Versagen der Schutzvorkehrung für den Basisschutz eine gefährliche Berührungsspannung auftritt bzw. an leitfähigen Teilen bestehen bleiben kann, zum Beispiel durch automatische Abschaltung der Stromversorgung.

Zusätzlicher Schutz bietet zusätzlichen Schutz bei Versagen der Schutzvorkehrung für den Basisschutz und/oder bei Versagen der Schutzvorkehrung für den Fehlerschutz. Darüber hinaus ist der Einsatz von zusätzlichem Schutz auch bei besonderer Personengefährdung durch spezielle Bedingungen von äußeren Einflüssen sinnvoll. Ein klassisches Beispiel hierfür ist der Einsatz von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) mit einem Bemessungsdifferenzstrom nicht größer als 30 mA.

Schutzmaßnahme zum Schutz gegen elektrischen Schlag nach DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410):2018-10:

  • Abschnitt 411: Automatische Abschaltung der Stromversorgung
  • Abschnitt 412: Doppelte oder verstärkte Isolierung
  • Abschnitt 413: Schutztrennung
  • Abschnitt 414: Kleinspannung SELV oder PELV

Ersatz- und Änderungsvermerk

Mit dieser neuen Ausgabe wurden insbesondere die Anforderungen an die Schutzmaßnahmen "Automatische Abschaltung der Stromversorgung" und „Doppelte oder verstärkte Isolierung" überarbeitet.

DIN VDE 0100-410 (VDE0100-410):2018-10 ersetzt

  • DIN VDE 0100-410 VDE 0100-410:2007-06
  • DIN VDE 0100-739 VDE 0100-739:1989-06

Gegenüber DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410):2007-06 und DIN VDE 0100-739 (VDE 0100-739):1989-06 wurden folgende wesentliche Änderungen vorgenommen:

  • die Abschaltzeiten nach 411.3.2.2, Tabelle 41.1, gelten nun für Endstromkreise mit Steckdosen mit einem Bemessungsstrom bis einschließlich 63 A
  • für Beleuchtungsstromkreise eines TN- oder TT-Systems in Wohnungen wird in 411.3.4 ein zusätzlicher Schutz mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) mit einem Bemessungsdifferenzstrom nicht größer als 30 mA gefordert

Bei den hier aufgeführten Änderungen handelt es sich nur um einen kleinen Auszug. Eine umfangreichere Auflistung der Änderungen finden Sie im Ersatz-/Änderungsvermerk auf der Produktseite zur DIN VDE 0100-410 (VDE0100-410):2018-10 im VDE-Verlag.

Redaktioneller Hinweis:

Die im Text aufgeführten Normen können Sie im VDE-Verlag erwerben.

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