Bühne VDE Tec Summit 2018 - Bild

Herzlich Willkommen auf dem VDE Tec Summit 2018

| DKE
23.11.2018 Veranstaltungsrückblick 1033 0

Digitalisierung gelingt nur mit Normen und Standards

Ein Erfahrungsbericht vom VDE Tec Summit 2018 in Berlin

Der VDE Tec Summit 2018 in Berlin wurde zahlreich besucht, “volle Hütte” in nahezu allen Sessions! Neben interessanten Themen und renommierten Experten waren auch die kreativen, interaktiven Formate der Sessions ausschlaggebend für die 1.800 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Forschung. Sie luden zum Mitmachen ein, sorgten für einen regen Austausch zwischen Referenten und Publikum und brachten sie uns zum Anfassen nahe – die Digitalisierung! Eine Entwicklung, die nur mit Normen und Standards gelingt.

Kontakt

DKE-Redaktion

Nehmen Sie Einblick in die Session-Formate

Unsere Vorbereitung auf den Tec Summit

DKE Vorbereitung Tec Summit 2018 - Bild

Vorbereitung der DKE-Redaktion

| DKE

Als Redaktionsteam haben wir uns sowohl inhaltlich als auch organisatorisch auf den Tec Summit vorbereitet. Unser Ziel war es, getreu dem Motto #wirmachenblau, auf Twitter und Facebook vom Tec Summit zu berichten. Neben unserer thematischen und redaktionellen Vorbereitung, haben wir live aus den Sessions informiert und Referenten anschließend im Rahmen von SpeedTalks interviewt. Wir standen während der Veranstaltung im ständigen Kontakt mit unseren Followern und den Teilnehmern. Auf diese Weise war es uns möglich, über unsere Kommunikationsplanung hinaus, Highlights aufzugreifen und aus erster Quelle darüber zu berichten. Am Ende haben wir so mehr als 100 Beiträge erarbeitet und über unsere Kanäle kommuniziert. So konnten wir mehr als 25.000 Impressionen und über 1.000 Interaktionen erzeugen. Freuen Sie sich auf unsere persönlichen Eindrücke vom VDE Tec Summit 2018 in Berlin!

DKE auf Social Media während dem Tec Summit - Grafik

Über 100 Beiträge, mehr als 25.000 Impressionen und über 1.000 Interaktionen auf unseren Kanälen.

| DKE

Dem Smart Grid gehört die Zukunft im Energiebereich

Das eigene Heim wird durch die private Erzeugung von Energie, beispielsweise durch Mini-PV-Anlagen, eine wesentliche Rolle einnehmen. Josef Baumeister, Geschäftsführer des EEBus-Initiative e.V., präsentierte anhand eines praktischen Beispiels (“Das energieautarke Haus”) eindrucksvoll den Stellenwert von Normen und Standards bei dieser Entwicklung. Energie intelligent, effizient und preiswert nutzen, von der Waschmaschine über die Heizung bis hin zur Ladesäule für das Elektroauto, unabhängig von Endgeräten und Herstellern, zugeschnitten auf den ganz persönlichen Tagesablauf. Den Proof-of-Concept liefern etwa ein Dutzend Pilotprojekte in sieben verschiedenen Ländern.

Intelligente Verteilnetze für eine erfolgreiche Energiewende

Die Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien ist nicht bedarfsorientiert – die gewonnene Energie ist volatil. Es kann sowohl Zeiten des Stromüberschusses als auch des -mangels geben. Die Stromerzeugung muss daher flexibel sein und auf Schwankungen stabil reagieren können. Wo wird der Strom aufgefangen, wenn er nicht verbraucht wird? Wie wird eine effiziente Verteilung der Energie möglich? Diese und andere Fragestellungen gilt es für eine gelungene Energiewende zu klären.
Verteilnetze werden bei der Energieübertragung immer wichtiger. Der Anschluss Erneuerbarer–Energien-Anlagen wird weiter steigen, was die Komplexität der Energienetze erhöht. Hildegard Müller, Vorstand Netz & Infrastruktur bei innogy, ist überzeugt, dass intelligente Verteilnetze die Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende sind. Sie verteilen den Strom dort, wo Bedarf besteht und speisen ihn dort ein, wo er im Überfluss vorhanden ist.
Intelligente Verteilnetze sorgen auf diese Weise für ein Gleichgewicht und vermeiden eine Überbelastung. Da der Strom durch Erneuerbare Energien nicht immer sofort verbraucht wird, muss auch die Frage der Speicherung geklärt werden. Hildegard Müller spricht an dieser Stelle von der Sektorenkopplung. Hierbei kann beispielsweise das Strom- und Gasnetz so gekoppelt werden, dass die vorhandene Erdgasinfrastruktur als enormer Akku genutzt wird. Die richtige Kommunikation ins Grid mittels Smart Meter ist an dieser Stelle ausschlaggebend. 2017 hat das bundesweite Smart-Meter-Rollout begonnen.

Mobilität 4.0 geht weiter voran

Während des Tec Summit wurde im DKE-Lenkungsausschuss das neue Komitee verkündet, das sich Klein-Elektrofahrzeugen (Scooter, Hoverboards, Segways) und deren Sicherheit widmet.
Elektrofahrzeuge sind aber nur ein Teil der Lösung für eine lebenswerte Stadt, denn sie benötigen Platz – und genau das ist in unseren Städten ein zentrales Problem. Das Herzstück einer lebenswerten Stadt ist und bleibt daher der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV).
Auch Autonomie ist ein Thema. So äußert sich Referentin Dr. Jutta Schneider von Daimler zum autonomen Fahren: "Wir bewegen uns auch in der Automobilindustrie hin zu einer softwaregetriebenen Welt. Eine Herausforderung liegt darin, die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Infrastruktur sicherzustellen (autonomes Fahren)."
Für eine moderne Stadt müssen ebenfalls ethische Aspekte in der Technik berücksichtigt werden. Wie muss sich eine KI bei einem autonom fahrenden Fahrzeug an einer roten Ampel verhalten? Bei der Klärung solcher Fragen helfen Normen und Standards maßgeblich.

Leistungsstarke Verfahren für eine standhafte Mobilität

Rechtsnormen für die Ladeinfrastruktur - Bild

Rechtsnormen für die Ladeinfrastruktur

| DKE

Bezüglich des Ökosystems Ladeinfrastruktur ist die Herausforderung nicht die Energie, sondern die Leistung. Was passiert, wenn mehrere Kunden gleichzeitig an einem Ladepunkt ihr Fahrzeug laden? Wie müssen die Ladezeiten definiert werden? Es gilt, umfassend zu überlegen, wie Ladeplattformen aufgebaut werden sollen. Hierbei sind standardisierte Schnittstellen notwendig. Um Elektromobilität in die Netze zu integrieren, brauchen wir außerdem ein Verfahren, das festlegt, wie Informationen an Akteure verteilt werden. Nur so kann im Smart Grid die Energie intelligent und effizient verteilt werden. Mit der Norm DIN EN ISO 15118 steht das notwendige Protokoll zwischen Infrastruktur und Fahrzeug zur Verfügung. Sie findet Anwendung beim sogenannten Smart Charging. Die Norm regelt beim Laden die Aufnahme des Stroms und passt den Vorgang entsprechend an, falls die Gefahr einer Netzüberlastung entsteht. So kann der überwiegende Anteil der potentiellen Netzausbaukosten vermieden werden.

Allgemein kann sich die Elektromobilität erst dann dauerhaft etablieren, wenn sie mit Hilfe standardisierter IT-Sicherheit nachhaltig und investitionssicher wird. Die Ladesäule für ein Elektrofahrzeug ist in einer vernetzten Welt potenziell anfällig für Angriffe von außen. Was passiert, wenn eine Ladesäule gehackt und das Fahrzeug auf Rechnung anderer geladen wird? PKI (Public Key Infrastructure) oder Plug’n Charge (DIN EN ISO 15118) können in Bezug auf sicheres Laden Abhilfe schaffen. Beim Laden werden ebenfalls viele Daten gesammelt, beispielsweise wann und wo das Fahrzeug geladen wurde. Diese Datensammlung kann das Vertrauen in solche Technologien hemmen und Skepsis hervorrufen. Die Lösungen hierfür können Transparency Enhancing Technologies und Privacy Enhancing Technologies sein, die den Anwendern mehr Transparenz entgegenbringen. Um sich in dem gesamten Dschungel der Ladeinfrastruktur zurechtzufinden, helfen außerdem Rechtsnormen. Damit beispielsweise das Mess- und Eichrecht eingehalten wird und mess- und eichrechtskonforme AC- und DC-Ladeeinrichtungen entwickelt und einheitlich geprüft werden, gibt es einen entsprechenden Entwurf einer Anwendungsregel: Die E-VDE-AR-E 2418-3-100 "Einheitliche Anforderungen für eichrechtskonforme Ladeeinrichtungen". Die VDE-Anwendungsregel legt Herstellern, Konformitätsbewertungsstellen und Verwendungsüberwachern Begriffe, Piktogramme, Konfigurationen, Anforderungen sowie Prüfungen fest und definiert Mindestanforderungen und Kriterien zur Bewertung von Messeinrichtungen.

IT-Sicherheit ist die Grundvoraussetzung für alles

Eine heutige Herausforderung: Der Einsatz von Technik, die nie unter dem Gesichtspunkt der IT-Sicherheit entwickelt wurde und daher kaum Maßnahmen des Schutzes bietet. Der Schutz kritischer Infrastrukturen wird zwar gefordert, doch bestehende Protokolle enthalten häufig keine ausreichenden Sicherheitsmechanismen. So werden ergänzende Normen benötigt, die sichere Strukturen für Kommunikationssysteme und Infrastrukturen schaffen. Ein wichtiges Hilfsmittel hierfür ist die Norm DIN EN IEC 62351: Sie befasst sich vor allem damit, wie bestehende Sicherheitsprotokolle – etwa TLS, RFC 8446 – korrekt angewendet werden. Darüber hinaus definiert sie eine Ende-zu-Ende Absicherung der Kommunikation für kritische Infrastrukturen und bietet einen umfassenden, technischen Sicherheitsbaukasten. Mit einem Augenmerk auf Authentizität, Integrität und Vertraulichkeit behandelt die DIN EN IEC 62351 wichtige Sicherheitsfunktionen. Einsatzszenarios sind beispielsweise Leit- und Fernwirktechniksysteme oder Störfallaufzeichnungen und deren sichere Fernwartung. Das nationale Gremium DKE/AK 952.0.15 – Spiegelgremium von IEC TC 57 – ist zuständig für die Norm.

Normen und Standards nehmen alle Hürden

Tweet Normung für Ethik - Bild

Es wird in allen Fällen deutlich: Wir brauchen Interoperabilität, Akzeptanz, Vertrauen und eine flächendeckende Anwendung der neuen Technologien. Normen und Standards stellen die interoperable, reibungslose und herstellerunabhängige Kommunikation und Interaktion an den entstehenden Schnittstellen sicher, die beispielsweise für ein intelligentes Energiemanagement und folglich für die Energiewende der Zukunft so wichtig sind. Normen und Standards stellen Regeln und Leitlinien für den Umgang mit Technologien und deren Organisation auf und schaffen hierdurch eine Struktur. Bei der Erarbeitung von Normen und Standards werden alle Meinungen aufgegriffen und berücksichtigt. Jede Person kann sich beteiligen, wodurch Akzeptanz und Vertrauen erzeugt werden. Diese Eigenschaft fördert den Austausch und Dialog und erzeugt einen Konsens, der eine weitreichende Anwendung der Technologien auch über Ländergrenzen hinweg ermöglicht.
Normen und Standards seien durch diesen Konsens außerdem „…ein geeigneter Mechanismus, um Ethik in die Technik zu bringen.“ (siehe Abbildung links). Das zeigten die Referenten der entsprechenden Tec Summit Session zum Thema Ethik in der Normung. Sie machten deutlich, dass Entscheidungen, die unter Einigkeit zwischen Experten erarbeitet werden, zu konkreten Vorgaben und Leitlinien umformuliert werden können. Diese können Betroffene und Entwickler dann nutzen, um Systeme so zu entwickeln, dass sie gemeinschaftliche Akzeptanz und Anwendung finden.

Unser Fazit

DKE-Redaktionsteam auf dem Tec Summit 2018 - Bild

Wir – die DKE-Redaktion – sagen Danke!

| DKE

Wir als Redaktionsteam wollen Danke sagen! Wir bedanken uns beim VDE für seine Arbeit und sein Engagement, ohne die diese Veranstaltung nicht hätte stattfinden können. Auch sagen wir Danke an alle, die unsere Arbeit während dem Tec Summit verfolgt und so toll unterstützt haben – so macht Arbeiten doch gleich noch mehr Spaß! Auch wenn es zwischendurch mal hektisch war, war der VDE Tec Summit 2018 für uns ein voller Erfolg und hat unsere Erwartungen sogar noch übertroffen! Durch Gespräche und Interviews mit renommierten Experten und den Input aus anregenden Vorträgen konnten wir sie erleben – die Digitalisierung zum Anfassen – und neue Kenntnisse sammeln. Die Veranstaltung hat uns näher an die Themen unserer täglichen Arbeit herangebracht und war nebenher auch eine willkommene Abwechslung. So war die Abendveranstaltung des ersten Tages anlässlich des 125. Geburtstages des VDE eine gute Gelegenheit für Networking in entspannter Atmosphäre. Bei guter Musik, leckerem Essen und Drinks konnten alle Teilnehmer Kontakte knüpfen, sich austauschen und Spaß haben. Eine kleine Zusammenfassung hat Ihnen der VDE noch einmal in einem kurzen Video bereitgestellt, um Ihnen einen Eindruck des Abends zu vermitteln.

Allgemein sind Veranstaltungen wie der Tec Summit hervorragend geeignet für Wissensgenerierung und -erweiterung, Networking, Dialog und Austausch. Es lohnt sich in jedem Fall, solche Angebote wahrzunehmen und für sich zu nutzen. Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste große Event und anlässlich des dort gefeierten 125. Geburtstages des VDE auf noch viele weitere gemeinsame Jahre!

Unsere Impressionen vom VDE Tec Summit 2018

Bleiben Sie immer informiert ...

Newsletter in Tablet liegt auf einer Tastatur
Coloures-Pic / stock.adobe.com

Mit dem DKE-Newsletter sind Sie immer am Puls der Zeit!

In einer monatlichen Zusammenfassung unserer News informieren wir Sie über nationale und internationale Neuigkeiten aus der Normung, Veranstaltungen mit unseren Experten oder innovative Themen, die wir in die Normung überführen.

Jetzt anmelden!