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10.11.2017 Verlautbarung 259 0

Kontaminiert?

Radioaktive Kontamination entsteht durch die Freisetzung radioaktiver Stoffe in die Umgebung. In den meisten Fällen ist die Freisetzung unbeabsichtigt, sie kann aber auch in bestimmten Situationen absichtlich erfolgen. Zum Schutze der Gesundheit der Bevölkerung bzw. der Beschäftigten ist die Feststellung, ob eine Oberfläche kontaminiert ist, von wesentlicher Bedeutung.

Eine Mitteilung des DKE/GK 851 „Aktivitätsmessgeräte für den Strahlenschutz“ der DKE, Gemeinschaftsgremium mit dem DIN-Normenausschuss Radiologie (NAR).

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Georg Vogel

Die zum 1. Dezember 2017 erscheinenden Neuausgaben der Normen der Reihe DIN ISO 7503 (VDE 0493-2) behandeln die Messung und Bewertung der Oberflächenkontamination.

Die Reihe besteht aus folgenden Teilen:

  • Teil 1: Allgemeine Grundlagen
  • Teil 2: Wischtest
  • Teil 3: Gerätekalibrierung

Teil 1 behandelt die Grundlagen der Bestimmung der Oberflächenkontamination durch direkte Messung mit einem kalibrierten Oberflächenkontaminationsmessgerät sowie der indirekten Messung mittels Wischtests. Er behandelt primär die direkte Überwachung, gibt praktische Anleitungen für die Durchführung der Messungen und beschreibt Prinzipien für die Sicherstellung der Einsatzbereitschaft des Messgeräts. Verständnis und Anwendung der Norm werden durch eine Reihe Nationaler Fußnoten sowie die neu aufgenommenen Nationalen Anhänge NC „Informationen zur Bestimmung der Messunsicherheit“ und ND „Beispiele für die Bestimmung der Oberflächenkontamination“ unterstützt.

Teil 2 behandelt die Bestimmung einer Oberflächenkontamination durch indirekte Messung mit Hilfe eines Wischtests. Dieses Verfahren bringt eine zusätzliche Unsicherheit mit sich, da die Methode auf der Einschätzung des Entnahmefaktors der Aktivität beruht.

Teil 3 behandelt die Anforderungen an die Kalibrierung der Messgeräte. Im Mittelpunkt steht die detaillierte Entwicklung einer nuklidspezifischen Kalibriermethodik unter Berücksichtigung der unbedingt erforderlichen Gesamtkorrektur. In den Anhängen dieses Teils sind Kalibrierverfahren beschrieben, die zwar vereinfacht sind, aber konservative Werte im Sinne der Anforderungen des Strahlenschutzes liefern.

Die Güte der Kalibrierung muss sicherstellen, dass keine zu niedrigen Messwerte ermittelt werden, die fälschlicherweise eine Einhaltung der gegebenen Richt- oder Grenzwerte für Oberflächenkontaminationen suggerieren. Die Bestimmung einer Oberflächenkontamination, die durch ein Gemisch aus Radionukliden mit bekannten Anteilen hervorgerufen wird, macht die Verwendung entsprechender Kalibrierfaktoren erforderlich.

DIN ISO 7503-3 (VDE 0493-2-5033) gilt auch für

  • Kalibrierlabore oder Institutionen, die sich mit Radionukliden mit komplexer Emissionscharakteristik oder mit Radionukliden, für die keine für Kalibrierzwecke bestimmten Referenzstrahler verfügbar sind, beschäftigen,
  • Institutionen, die die Aufgabe haben, Oberflächenkontaminationen zu bestimmen, die sich aus einem Radionuklidgemisch zusammensetzen,
  • Institutionen/Behörden, die den Transport von nuklearem Material oder die Entsorgung von Materialien/Geräten gemäß den nationalen gesetzlichen Bestimmungen und international vereinbarten Grenzwerten überwachen.

Zuständig ist das DKE/GK 851 „Aktivitätsmessgeräte für den Strahlenschutz“ der DKE, Gemeinschaftsgremium mit dem DIN-Normenausschuss Radiologie (NAR).

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