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24.06.2015 Veranstaltungsrückblick 147 0

Industrie 4.0 – DKE – international und national vernetzt

Wir treiben das Thema an vorderster Front voran!

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Dr. Jens Gayko
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DKE

Industrie 4.0 ist in aller Munde und wird branchenübergreifend nicht nur in Deutschland, sondern weltweit diskutiert. Kaum ein anderer Begriff wird derzeit häufiger mit neuen Technologien und grundlegenden Änderungen in Entwicklung, Produktion, Nutzung, Wartung und Recycling von Produkten und Produktionsanlagen in einer zunehmend vernetzten Welt in Verbindung gebracht.

Verschiedene Arbeiten und Programme laufen zu Industrie 4.0 im DKE-Lead.

Die Tagung „Normen für Industrie 4.0 – grundlegende Methoden und Konzepte“ im Februar 2015 war eine gemeinsame Veranstaltung der DKE und des BMWi1) in Kooperation mit der AG2/Plattform Industrie 4.0 und DIN2). Sie bot der Fachöffentlichkeit, den Experten und Normungsgremien sowie dem Forschungsumfeld von Industrie 4.0 die Möglichkeit, sich einen Überblick über bereits existierende Normen aus dem Bereich der Automatisierungs- und Informationstechnik zu verschaffen und sich auszutauschen. Den Tagungsband, die Präsentationen und Videos zur Tagung finden Sie bitte hier.
Auf dieser nationalen Grundlage wurde bei der Sitzung des China-Deutschland Joint Komitee für Normung und Standardisierung in Chengdu in der Provinz Sichuan im Mai 2015 eine neue Arbeitsgruppe für Industrie 4.0 (Intelligent Manufacturing) initialisiert. Die Vertragsunterzeichnung zwischen DKE und SAC3) fand am 28.05.2015 statt. Damit wurde eine solide Basis für die gemeinsame Zusammenarbeit geschaffen und die bilateralen Beziehungen zu China weiter gestärkt. Die Kooperationsarbeit wurde somit um den Bereich Industrie 4.0 erweitert und ist neben den bereits etablierten Bereichen wie E-Mobility und Smart Cities ein wichtiger Schritt in die Zukunft.

„Die gemeinsame Arbeitsgruppe für Industrie 4.0 ist auch eine Weiterentwicklung der Anforderungen der Bundesregierung zum Wirtschaftszweig 4.0. Sie stand im Zusammenhang mit den Regierungskonsultationen durch den chinesischen Premier Li Keqiang und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel vom Oktober 2014“, so Reinhold Pichler, Leiter des DKE ExcellenceCluster Industrie 4.0.
Der Trend zu Digitalisierung und intelligenter Fertigung beeinflusst Produktionsprozesse auf der ganzen Welt. Die Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland dient dazu, kommende Chancen frühzeitig zu erkennen und auf Win-win-Basis davon zu profitieren. Die Fertigungsindustrie ist einer der wichtigsten Pfeiler der chinesischen und deutschen Wirtschaft.
„Die Voraussetzung für die Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist ein aktives und langfristiges Engagement der Unternehmer auf beiden Seiten. Kleine und mittlere Unternehmen sind mit die wichtigsten Gestalter der Industrie 4.0 im technologischen Bereich. Mit der Gründung der deutsch-chinesischen Unterarbeitsgruppe „Intelligent Manufacturing/Industrie 4.0 Standardization“ wird die Zusammenarbeit und Umsetzung neuer Themen im Bereich Industrie 4.0 grundlegend definiert. Ein Hauptziel ist die gemeinsame Entwicklung und Definition von Normen und damit die Zusammenarbeit im Bereich Industrie 4.0 in den internationalen Normungsorganisationen ISO4) und IEC5). Folglich sollten entgegenstehende nationale Normen vermieden werden. Desweiteren sollen die beiden Länder internationale Normungsarbeit in diesem Bereich fördern und weiter ausbauen“, so Reinhold Pichler weiter.
Ein Beispiel für die erfolgreiche deutsch-chinesische Zusammenarbeit ist ein wichtiges Normungsprojekt aus dem Bereich Steckvorrichtungen für Batteriewechselsysteme. Das IEC-Projekt IEC/TS 60309-6 “Plugs and sockets for industrial purposes – Low-voltage docking connectors with pins and contact-tubes for mobile energy storage units” wurde vom deutschen Nationalen Komitee eingereicht und auf IEC-Ebene angenommen. Convenor/Obmann dieses Projektes ist der Deutsche Bernd Horrmeyer und Co-Convenor/stellv. Obmann der Chinese Ni Feng. „Nach Ansicht vieler Experten werden Batteriespeicher ein zentrales Element der Energiewende und für die Elektromobilität brauchen wir sie sowieso. Die deutsch-chinesische Projektspitze ist ein wichtiger Schritt für die Zusammenarbeit und Entwicklung in diesem Bereich“, so Dr. Jens Gayko, Fachbereichsleiter des Fachbereichs 2 der DKE.

1) Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
2) DIN Deutsches Institut für Normung e. V.
3) Standardization Administration of China
4) Internationale Organisation für Normung
5) International Electrotechnical Commission

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