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22.05.2012 Fachbeitrag 261 0

Verlautbarung zu DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410):2007-06

411.3.2 Automatische Abschaltung im Fehlerfall Hinweise zu Abschaltzeiten in Verteilungsnetzen außerhalb von Gebäuden und für die Auslegung von Verteilungsstromkreisen in Gebäuden für Hauptstromver-sorgungssysteme sowie für Verteilungsstromkreise, die an einer Unterverteilung enden.

Das für die Norm DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410):2007-06 „Errichten von Nieder­spannungsanlagen -Teil 4-41: Schutzmaßnahmen - Schutz gegen elektrischen Schlag (IEC 60364-4-41:2005, modifiziert); Deutsche Übernahme HD 60364-4-41:2007“ zuständige DKE/UK221.1 „Schutz gegen elektrischen Schlag“ gibt als Hilfe für die Anwender folgende Hinweise zur Norm.

Verteilungsnetze außerhalb von Gebäuden

Abweichend von den Abschaltzeiten nach 411.3.2 ist in Verteilungsnetzen, die als Freileitungen oder als im Erdreich verlegte Kabel ausgeführt sind, ausreichend, wenn am Anfang des zu schützenden Leitungsabschnittes eine Überstrom-Schutzeinrichtung vorhanden ist und wenn im Fehlerfall mindestens der Strom zum Fließen kommt, der eine Auslösung der Schutzeinrichtung unter den in der Gerätebestimmung für den Überlastbereich festgelegten Bedingungen (großer Prüfstrom) bewirkt.

Verteilungsstromkreise in Gebäuden

Für

  • Verteilungsstromkreise, die Bestandteil eines Hauptstromversorgungssystems nach DIN 18015-1 sind,
  • sowie Verteilungsstromkreise, die an einer Unterverteilung enden,

darf die Schutzmaßnahme „Doppelte oder verstärkte Isolierung“ nach 412 angewendet werden, wenn am Anfang des zu schützenden Leitungsabschnittes eine Überstrom-Schutzeinrichtung vorhanden ist, und wenn im Fall eines Kurzschlusses mindestens der Strom zum Fließen kommt, der eine Auslösung der Schutzeinrichtung unter den in der Gerätebestimmung für den Überlastbereich festgelegten Bedingungen (großer Prüfstrom) bewirkt.

Diese Schutzmaßnahme darf in den aufgeführten Verteilungsstromkreisen nicht angewendet werden wenn davon auszugehen ist, dass ein Anwender ohne Berechtigung gemäß NAV §13 Betriebsmittel oder Teile von Betriebsmitteln der Schutzklasse II durch solche der Schutzklasse I ersetzen kann und damit die Wirksamkeit dieser Maßnahme aufgehoben wird.

Diese Schutzmaßnahme darf ebenfalls nicht alleine angewendet werden für Endstromkreise, die fest angeschlossene elektrische Verbrauchsmittel oder Steckdosen enthalten.

Die in 412.1.3 geforderte wirksame Überwachung für Stromkreise oder Teile der elektri­schen Anlage im normalen Betrieb darf unter den oben genannten Voraussetzungen als erfüllt angesehen werden.

Die vorgenannten Erläuterungen schließen nicht die Notwendigkeit aus, die Stromversorgung aus anderen Gründen abzuschalten, z. B. aus Gründen des Brandschutzes, der thermischen Überbeanspruchung eines Betriebsmittels usw.

 Zusätzliche Anforderungen können für besondere Bereiche (siehe den entsprechenden Teil 7 der Gruppe 700 der Normen der Reihe DIN VDE 0100 (VDE 0100)), Normen der Reihe DIN VDE 0165 (VDE 0165) oder DIN VDE 0100-482 (VDE 0100-482) notwendig sein.

 Verantwortlich zeichnet das DKE/UK 221.1. Die genannten Normen können im VDE VERLAG bezogen werden.

Kontakt

Dirk Barthel
Zuständiges Gremium