Elektroniker montiert Schaltschrank
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24.07.2009 Kurzinfo 557 0

Elektrofachkraft und EUP

EUP = elektrotechnische unterwiesene Person

Die Frage nach der Qualifikation, die erforderlich ist, um als Elekrofachkraft benannt werden zu können, wird häufig gestellt. Diese Frage lässt sich aus den Festlegungen der DIN VDE 1000-10 (VDE 1000 Teil 10):2009-01 beantworten.

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Dominik Nied

Elektrofachkraft: Person, die aufgrund ihrer fachlichen Ausbildung, Kenntnisse und Erfahrungen sowie Kenntnis der einschlägigen Normen die ihr übertragenen Arbeiten beurteilen und mögliche Gefahren erkennen kann.
ANMERKUNG - Zur Beurteilung der fachlichen Ausbildung kann auch eine mehrjährige Tätigkeit auf dem betreffenden Arbeitsgebiet herangezogen werden.*

Dabei bleibt festzustellen: „Die Elektrofachkraft“ gibt es nicht. Mit einer abgeschlossenen Lehre/Meisterprüfung/Studium usw. ist man nur Elektrofachkraft auf dem ausgebildeten Gebiet. Ein Nachrichtentechniker kann nicht als Elektrofachkraft für eine Hausinstallation angesehen werden (und umgekehrt!).

Der Begriff Elektrofachkraft ist im Normenwerk wiederholt definiert. Die ausführlichste Darlegung ist in DIN VDE 1000-10 (VDE 1000 Teil 10):2009-01 enthalten.

Rechtswirksam maßgebend sind im Allgemeinen aber zunächst die gesetzlichen Vorschriften u. ä. Verordnungen. So sind die Betriebssicherheitsverordnung (Betr.SichV) sowie die TRBS 1203 Teil 3 „Befähigte Personen – Besondere Anforderungen – Elektrische Gefährdungen“, die die Anforderungen der Betr.SichV konkretisiert zu beachten.

Die Berufsgenossenschaftliche Unfallverhütungsvorschrift BGV A3 (früher VBG 4) ist im Sinne des Arbeitsrechts verbindlich und enthält die gleiche Definition wie das VDE-Vorschriftenwerk.

Die Gesamtverantwortung für die Personalauswahl trägt nach dem Arbeitsschutzrecht in jedem Fall der Unternehmer. Er muss im Rahmen einer Risikobewertung entscheiden, ob die von ihm hierfür vorgesehene Person die o. g. Anforderungen an eine Elektrofachkraft erfüllt.

Eine weitere häufig gestellte Frage lautet: Wer darf sich eine elektrotechnisch unterwiesene Person (EuP) nennen?

elektrotechnische unterwiesene Person (EuP): Person, die durch eine Elektrofachkraft über die ihr übertragenen Aufgaben und die möglichen Gefahren bei unsachgemäßem Verhalten unterrichtet und erforderlichenfalls angelernt sowie über die notwendigen Schutzeinrichtungen, persönlichen Schutzausrüstung und Schutzmaßnahmen unterwiesen wurde. **

Die elektrotechnisch unterwiesene Person (EuP) wird also von einer Elektrofachkraft eingewiesen und erhält eine ganz konkrete Aufgabe. Daher kann als EuP niemals eine allgemein angelernte Person gelten.

Elektrotechnisch unterwiesene Personen sind definiert in 3.3 von DIN VDE 1000-10 (VDE 1000 Teil 10):2009-01 und in DIN VDE 0105-100 (VDE 0105 Teil 100):2005-06.

Nach dieser Definition müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein, um als elektrotechnisch unterwiesene Person tätig werden zu können:

Unterrichtung durch eine Elektrofachkraft,
Unterrichtung für die übertragenen Aufgaben,
Unterrichtung über mögliche Gefahren bei unsachgemäßem Verhalten,
Information über notwendige Schutzeinrichtungen und Schutzmaßnahmen,
Anlernen, soweit erforderlich.

Die Inhalte der Unterrichtungen sind in jedem Fall aufgabenbezogen, sodass eine allgemeine Festlegung nicht gegeben werden kann.


Die genannten Normen können beim VDE VERLAG bezogen werden.

* Quelle: 3.2 in DIN VDE 1000-10 (VDE 1000 Teil 10):2009-01
** Quelle: 3.3 in DIN VDE 1000-10 (VDE 1000 Teil 10):2009-01

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