DKE
DKE
20.02.2008 Kurzinfo 89 0

Weiterbetrieb von explosionsgeschützten 380 V-Motoren

am 400 V-Netz nach den Bestimmungen der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)

Im Zuge der Bearbeitung der Technischen Regeln zur Betriebssicherheitsverordnung wurde erneut die Frage des Weiterbetriebs von explosionsgeschützten 380 V-Motoren am 400 V-Netz aufgeworfen. Das K 235 „Errichten elektrischer Anlagen in explosions­gefährdeten Bereichen“ der DKE hat sich erneut damit befasst und folgende Empfehlung verabschiedet:

  • Zu den rechtlichen Konsequenzen der Umstellung von 380 V auf die neue Normspannung 400 V wurde vom damaligen Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung am 22. März 1995 (Az.: III b 6-35472 vom 22.3.1995) ein klarstellendes Schreiben an die Auf­sichts­behörden der Länder, den Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften und dem „Deutschen Ausschuss für explosionsgeschützte elektrische Anlagen“ (DExA) gerichtet; der Inhalt dieser Empfehlung basierte auf dem Ergebnis der Beratungen des DExA. Dort wurde in einem speziell zu diesem Thema ins Leben gerufenen Arbeitskreis folgendes Ergebnis erarbeitet:
    Mit der Umstellung der Normspannung nach DIN IEC 38 [jetzt DIN IEC 60038 (VDE 0175)] können im Geltungsbereich der Verordnung über elektrische Anlagen in explosions­gefährdeten Bereichen (ElexV) sicherheitstechnische Bedenken auftreten. Die Norm­spannungsumstellung hat hinsichtlich des elektrischen Explosionsschutzes vor allem für Elektromotoren der Zündschutzart „e“ Bedeutung.
    Die aufgrund der Normspannungsänderung für Elektromotoren der Zündschutzart „Erhöhte Sicherheit ‚e’ “ geschilderten Konsequenzen waren auf die damals geltende ElexV gestützt. Da diese inzwischen außer Kraft gesetzt wurde, gilt für die jetzt noch durchzuführende Betriebsspannungsänderung auf die neue Normspannung die BetrSichV.
  • Motoren, die in explosionsgefährdeten Bereichen betrieben werden, sind überwachungs­bedürftige Anlagen im Sinne des § 1 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 der Betriebssicherheitsverordnung. Der Betreiber hat daher im Rahmen einer sicherheitstechnischen Bewertung zu ermitteln, welche Maßnahmen notwendig sind.
  • Für die sicherheitstechnische Bewertung empfiehlt es sich, grundsätzlich den Hersteller ein­zuschalten und entsprechende Unterlagen heranzuziehen.
  • Wenn das Ergebnis der sicherheitstechnischen Bewertung ergibt, dass der Motor mit 400 V weiterbetrieben werden kann, ist die Umstellung problemlos möglich.
  • Wenn der Weiterbetrieb nach der Umstellung nicht möglich ist und eine Umwicklung auf die neue, nicht zugelassene Bemessungsspannung 400 V vorgenommen werden soll, liegt eine erhebliche Modifikation im Sinne der Richtlinie 94/9/EG vor. In diesem Fall wäre die 11. Ver­ordnung zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (11. GPSGV) anzuwenden.
  • Zeitpunkt: Die vorgenannte sicherheitstechnische Bewertung muss vor der Betriebs­spannungs­änderung auf die neue Normspannung erfolgen.

Kontakt

Peter Haß