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04.03.2021 Kurzinformation

Erfolgreicher Projektabschluss von EmoStar²K

Das Verbundprojekt „EmoStar²K – Förderung der Elektromobilität durch Standardisierung, Koordination und Stärkung der öffentlichen Wahrnehmung“ wurde nach vier Jahren erfolgreich abgeschlossen.

Mit dem vom BMWi geförderten Projekt haben DIN, DKE und VDA das Vorgängerprojekt Emo-Norm gemeinsam fortgesetzt. Es war ein weiterer Meilenstein auf dem Weg, Deutschland als Leitmarkt und Leitanbieter für Elektromobilität zu etablieren und die Vorreiterrolle Deutschlands beim Setzen von internationalen Normen und Standards in der Elektromobilität zu stärken.

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Ylber Azemi
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Wer war beteiligt?

Ziel von EmoStar2K war, die laufenden Aktivitäten zur Normung und Standardisierung in Deutschland zu bündeln und verschiedene Projekte zur Elektromobilität aktiv zu vernetzen. An der Zusammenarbeit beteiligt waren auf nationaler Ebene unter anderem

  • die Nationale Plattform Elektromobilität mit ihrer Arbeitsgruppe 4
  • die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität mit ihrer Arbeitsgruppe 6.

Zu den beteiligten internationalen Akteuren gehörten

  • die US-amerikanische Organisation für Mobilitätstechnologie (SAE)
  • die chinesische Normungsorganisation (SAC)
  • das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT)
  • die Deutsch-Chinesische Kommission Normung (DCKN)
  • das japanische Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI).

Wichtige Kooperationspartner waren zudem die europäischen und internationalen Normungsorganisationen CEN, CENELEC, ISO und IEC. Dadurch konnten Positionen frühzeitig abgestimmt und eine breite Basis für die Durchsetzung der nationalen Interessen gewährleistet werden. Die im Rahmen des Projekts geschaffenen Strukturen und Möglichkeiten zur Einbindung der deutschen Position im internationalen Kontext werden auch über das Projektende hinaus von Nutzen sein.

Was wurde erreicht?

Durch intensive projektbegleitende Öffentlichkeitsarbeit konnte das Projekt zudem in der Öffentlichkeit eine erhöhte Akzeptanz und Aufklärung bezüglich der Elektromobilität  erreichen – eine wichtige Hürde beim Hochlauf der Elektromobilität.

Daneben standen die Identifizierung des Normungs- und Standardisierungsbedarfs auf Basis der Nationalen Plattform Elektromobilität und die anschließende Umsetzung in neuen Normen und Spezifikationen auf nationaler, aber vor allem auch internationaler Ebene im Fokus. Zusätzlich wurden Resultate aus Forschungs- und Entwicklungsprojekten sowie aus der Begleit- und Wirkungsforschung in den Standardisierungs- bzw. Normungsprozess eingebunden. Unterstützt wurde die Standardisierungsarbeit durch begleitende Untersuchungen, die beispielsweise durch die Entwicklung und Validierung von Prüfspezifikationen zur Stärkung der nationalen Position im internationalen Kontext beitragen. Die Erfolgsaussichten der jeweiligen Projekte konnten dadurch deutlich gesteigert werden.

Dieses Ziel unterstützte die DKE mit ihrer Expertise im Feld elektrotechnische Normung und Standardisierung insbesondere in Bezug auf die Interoperabilität des Ladens sowie die Weiterentwicklung und das Setzen von Standards im Bereich der Energiespeicher. Die im Rahmen von EmoStar2K ausgewählten Standardisierungsprojekte basierten dabei auf der deutschen Normungsroadmap Elektromobilität sowie weiterer Erkenntnisse aus den Normungsgremien und dem Vorgängerprojekt „Emo-Norm“. Basierend auf dem Reifegrad der ausgewählten Themen wurden in eigens gegründeten Arbeitskreisen Use Cases erstellt, Workshops entwickelt, Spezifikationen, Leitfäden und Studien erarbeitet oder Normen- und Standardisierungsthemen initiiert und begleitet.

Projektergebnis Normen und Standards

DC-Laden mit hoher Ladeleistung

Durch die aktive Begleitung der zuständigen Arbeitskreise konnten so die Themen DC-Laden mit hoher Ladeleistung, Induktives Laden und Konduktives Laden vorangetrieben werden. In der VDE Anwendungsregel VDE-AR-E 2623-5-3 werden die technischen Aspekte des Ladens für Elektrostraßenfahrzeuge mit Hochstrom unter Verwendung des CCS-Ladesystems und den Steckvorrichtungen der Kombination 1 sowie 2 behandelt. Der Normenentwurf IEC 61851-23 beschreibt Anforderungen an DC-Ladestationen für Versorgungsspannungen bis 1.500 V (DC). Und liefert darüber hinaus Anforderungen an den bidirektionalen Stromfluss mit einer Rückwärtsausgangsspannung bis einschließlich 1.500 V (DC). Bezüglich induktivem Ladens sind in dem Entwurf IEC 61980-1 Anforderungen an drahtlose Energieübertragungssysteme für Elektrofahrzeuge definiert beziehungsweise erweitert worden. Die IEC 61980-2 beschreibt in diesem Kontext Besondere Anforderungen für die Kommunikation zwischen Elektrofahrzeugen und Infrastruktur. In der IEC 61980-3 sind zudem spezifische Anforderungen für die kontaktlosen Energieübertragungssysteme mit Magnetfeld erläutert.

Automatisiertes Laden

Zum Thema automatisiertes Laden hat die DKE für Deutschland zwei neue Normvorschläge eingereicht. Der Schwerpunkt liegt auf Sicherheits- und Interoperabilitätsanforderungen für automatisierte Ladesysteme, die eine leitende Verbindung mit neuartigen Fahrzeugkupplungen am Unterboden eines Elektrofahrzeugs (IEC 61851-26) sowie mit den bekannten Fahrzeugkupplungen von der Seite (IEC 61851-27) ermöglichen.

Messsysteme für Ladeeinrichtungen

Besonders hervorzuheben ist die Erarbeitung der ersten VDE Anwendungsregel weltweit zum Thema Messsysteme für Ladeeinrichtungen. Die VDE-AR-E 2418-3-100 „Einheitliche Anforderungen für eichrechts-konforme Ladeeinrichtungen“ definiert Mindestanforderungen sowie Kriterien zur Bewertung von Messeinrichtungen und legt Begriffe, Piktogramme, Konfigurationen, Anforderungen und Prüfungen für die einheitlichen Prüfung von mess- und eichrechtskonformen AC- und DC-Ladeeinrichtungen fest.

Standby und Wirkungsgrad der Ladeinfrastruktur

Standby und Wirkungsgrad der Ladeinfrastruktur betreffende Aspekte fanden in der Normenreihe IEC 61851 „Konduktive Ladesysteme für Elektrofahrzeuge“ Berücksichtigung.

Second-Life-Nutzung

Zum Thema Second-Life-Nutzung wurden eine Studie und ein erstes Konzept für eine VDE Anwendungsregel bezüglich der Weiterverwendung von Batterien aus dem Fahrzeugbereich erarbeitet. In diesem Kontext wurde zudem die IEC 62902 zur Kennzeichnung von Sekundärbatterien fertig gestellt.

Batteriewechselsysteme für Elektrofahrzeuge

Anforderungen an Batteriewechselsysteme für Elektrofahrzeuge wurden in der Normenreihe IEC 62840 festgelegt. Darüber hinaus befindet sich eine VDE Anwendungsregel über die Anforderungen für den gesamten Recyclingprozess in Arbeit.

Redaktioneller Hinweis:

Die im Text aufgeführten Normen und Standards können Sie beim VDE VERLAG erwerben.

Zum VDE VERLAG

Netzmanagement und Sicherheit beim Laden

Mit dem Hochlauf der Elektromobilität und steigenden Anforderungen durch das Laden von Elektrofahrzeugen muss auch das Stromnetz angepasst werden. Hier zeigt die Erstellung der Normungsroadmap „Intelligentes Lastmanagement“ auf, wie durch Steuerung und Verteilung der Leistung einer Netzüberlastung vorgebeugt werden kann und welche Standards und Normen für eine flächendeckende und übergreifende Umsetzung notwendig sind.

Durch normenbegleitende Untersuchungen erarbeitete Kriterien für die Festlegung von Sicherheitsanforderungen in der Elektromobilität beim Laden im DC-Niederspannungsbereich dienten so als Grundlage für eine entsprechende VDE Anwendungsregel oder einen Normenentwurf. Auch für die Themen eichrechtskonforme Messverfahren in der Elektromobilität beim DC-Laden im Niederspannungsbereich und für Standardisierungsdefizite und -potentiale in der Elektromobilität bei der Weiterverwendung, Umnutzung sowie dem Recycling von Batterien erarbeitete die DKE entsprechende Kriterien für eine VDE Anwendungsregel.

Einen detaillierten Bericht über die Ergebnisse des Förderprojekts Emostar2K gibt der öffentlich zugängliche Schlussbericht des Projekts.

Ausblick

Einige der im Rahmen von EmoStar2K initiierten Normungs- und Standardisierungsprojekte befinden sich noch in der Bearbeitung. Sie werden über das Projektende hinaus in den Arbeitskreisen der DKE weiter fortgeführt und vorangetrieben. Dort werden auch die erarbeiteten Standardisierungsbedarfe und Ergebnisse der vorhabenbegleitenden Maßnahmen als Grundlage für fortlaufende Normungsarbeit im Bereich Elektromobilität dienen.

Normungsprojekt ELSTA - Logo
DIN DKE

Das Verbundprojekt ELSTA – Förderung der Elektromobilität durch Normung und Standardisierung hat zum Ziel durch Bündelung der Normungs- und Standardisierungsvorhaben sowie der aktiven Vernetzung der Projekte im Bereich Elektromobilität die Stellung Deutschlands als Leitmarkt und Anbieter für Elektromobilität weiter zu stärken. Dabei werden Normungs- und Standardisierungsprojekte verstärkt im Fokus stehen und von der DKE begleitet werden.

Zum Projekt ELSTA

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Die Elektromobilität ist eine Sprunginnovation, die ein neues, übergreifendes Systemdenken erfordert. Um die deutsche Wirtschaft erfolgreich im Bereich Mobility zu positionieren, ist es wichtig, die positiven Effekte von Normen und Standards von Beginn an in den Entwicklungsprozess einzubeziehen und damit voll auszuschöpfen. Gleiches gilt aber auch für die jüngsten Entwicklungen im Bereich der Mobilität – die Mikromobilität. Weitere Inhalte zu diesem Fachgebiet finden Sie im

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