Schaltkabel und Netzwerkschalter
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01.10.2018 Hinweis zur Norm

Mitteilung des GUK 715.3 - Normen für Anwendungsneutrale Kommunikationskabelanlagen runderneuert (10/2018)

Das GUK 715.3 ist Spiegelgremium zu ISO/IEC JTC 1/SC 25 WG 3 „Customer premises cabling“ und zu CENELEC/TC 215 „Elektrotechnische Aspekte von Telekommunikationseinrichtungen“ (WG 1 und WG 2)

Kontakt

Thomas H. Wegmann
Zuständiges Gremium

Mit der Veröffentlichung der Normenreihe DIN EN 50173 (VDE 0800-173) zum 01.10.2018 wurde die Anpassung der sechs Normen an den Stand der Technik abgeschlossen. Eine wesentliche Änderung gegenüber DIN EN 50173-1 (Ausgabe 2011) besteht in der Spezifikation der neuen Übertragungsstreckenklasse I und II sowie der zugehörigen Komponentenkategorien 8.1 und 8.2 zur Unterstützung von z. B. 25GBASE-T und 40GBASE-T über symmetrische Kupferverkabelung über 30 m. Diese Datenraten werden derzeit insbesondere für Hochgeschwindigkeitsanforderungen in Rechenzentren und ähnlichen Einsatzbereichen benötigt. Die übrigen Normen der Reihe wurden um entsprechende Angaben bez. dieser neuen Verkabelungsstreckenklassen ergänzt.

Eine weitere wesentliche Änderung gegenüber DIN EN 50173-1:2011 ist die ersatzlose Streichung der optischen Übertragungsstreckenklassen, die gegen die deutsche Stimme mit großer Mehrheit beschlossen wurde. Um die so entstandene Lücke zu schließen, hat das GUK 715.3 einen neuen Vorschlag erarbeitet, der im August 2018 als Normentwurf E DIN VDE 0800-173-100 (VDE 0800-173-100) veröffentlicht wurde. Es ist vorgesehen, den Vorschlag nach Abschluss des nationalen Einspruchsverfahrens in den internationalen und europäischen Arbeitsgruppen vorzustellen.

Für LWL-Verkabelung wurden die neuen Kategorien OM5 für Kabel mit Mehrmoden-Lichtwellenleitern und OS1a für Einmoden-LWL eingeführt. Anforderungen für Plastikfasern wurden gestrichen, da mit diesen keine anwendungsneutrale Verkabelung realisiert werden kann.

Daneben wurden diverse redaktionelle Änderungen vorgenommen, die u. a. die Angleichung der Dokumentenstruktur über alle Normen der Reihe zum Ziel hatten.

Die wesentlichen technischen Änderungen sind mit der im Oktober 2017 erstmals als Normenreihe ISO/IEC 11801 veröffentlichten internationalen Verkabelungsnormen harmonisiert, die bisher unter den Nummern ISO/IEC 11801, ISO/IEC 15018, ISO/IEC 24702 und ISO/IEC 24764 veröffentlicht waren. Trotzdem existieren kleinere technische Unterschiede zwischen den Europäischen Normen und ihren internationalen Entsprechungen.

Weiterhin sind zum 01.10.2018 die Normen DIN EN 50174-1 (VDE 0800-174-1) und DIN EN 50174-2 (VDE 0800-174-2) neu erschienen. Eine wesentliche technische Neuerung ergibt sich aus dem zunehmenden Bedarf der Fernspeisung von Endgeräten mit Verfahren z. B. nach IEEE 802.bt mit Leistungen bis zu 90 W. Aufgrund der Kabelerwärmung, die bei derart hohen Leistungen eintritt, nimmt auch die Kabeldämpfung zu, sodass die nach DIN EN 50173-1 (VDE 0800-173-1) bestimmten Übertragungsstreckenlängen nicht mehr erreicht werden. In Abhängigkeit von der leistungsabhängigen Temperaturerhöhung im Betrieb verkürzen sich die maximalen Kabellängen. Hierzu nennt insbesondere DIN EN 50174-2 (VDE 0800-174-2) die erforderlichen Anforderungen zur Bestimmung der maximalen Streckenlängen, die bei der Planung der Verkabelung zu berücksichtigen sind.

Redaktioneller Hinweis:

Die im Text aufgeführten Normen können Sie beim VDE VERLAG erwerben.

Zum VDE VERLAG

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