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Nanomaterialien finden dabei vielfältige Anwendungen bei der Konversion von Sonnenlicht in elektrischen Strom, zur Erhöhung der Konversionseffizienz, beim Abtransport der Ladungsträger, als Grenzschichten und für Schutzschichten. Bei den meisten Anwendungen kommt es letzten Endes darauf an, welche Gesamtenergie eine Photovoltaik-Zelle im Laufe ihrer Nutzungsdauer erzeugen kann. Neben der Energie-Umwandlungs-Effizienz ist daher die Gesamtlebensdauer der Zellen von ausschlaggebender Bedeutung für den kommerziellen Erfolg der Photovoltaik. Das gilt insbesondere für die organische Photovoltaik, für die eine Betriebsdauer von 25 Jahren heute noch nicht garantiert werden kann.
Es wird erwartet, dass neue Materialentwicklungen in der Nanotechnologie bereits mittelfristig zu großen Fortschritten führen werden. Dabei handelt es sich einerseits um inkrementelle Verbesserungen durch systematische Optimierung von bekannten Materialsystemen als auch um sprunghafte Verbesserungen durch völlig neue und innovative Materialien. In beiden Fällen ist die Bewertung des Entwicklungsfortschritts nur dann möglich, wenn geeignete Kriterien zur Beurteilung der Lebensdauer der Zellen zur Verfügung stehen. Das beantragte Projekt soll dazu beitragen, ein Konzept zur quantitativen Beurteilung der Lebensdauer von organischen Photovoltaik-Elementen zu entwickeln, die unter Verwendung von Nanomaterialien hergestellt wurden. Dieses Konzept soll in einen Normenentwurf münden, der beim IEC/TC 113 als deutsches „New Work Item Proposal“ (NWIP) eingereicht werden soll, um dort unter deutscher Leitung zum IEC-Standard weiterentwickelt zu werden.
In Abgrenzung zu den Aktivitäten des IEC/TC 82 „Solar photovoltaic energy systems“ soll der Schwerpunkt der Arbeit bei IEC/TC 113 bei nanotechnologischen Fragestellungen liegen. Dazu gehören z. B. neue Fehlermechanismen, wie sie möglicherweise bei der Verwendung von Nanomaterialien entstehen können.
Die angestrebte Norm wird einheitliche Testbedingungen und eine transparente Darstellung der Testergebnisse festlegen und darüber hinaus Modelle zur quantitativen Bestimmung der Lebensdauer bereitstellen. Auf diese Weise wird die Norm dazu beitragen, die Entwicklung langzeitstabiler organischer Photovoltaikelemente zu fördern. Ein wichtiger beabsichtigter Effekt ist der Schutz privater und kommerzieller Betreiber von Photovoltaikanlagen vor dem Kauf qualitativ minderwertiger Zellen. Installateure von Photovoltaikanlagen, das sind oft kleine und mittelständische Unternehmen, können die Norm nutzen, ihr Garantierisiko durch Einkauf langzeitstabiler Zellen zu minimieren. In diesem Sinne wird die Norm die nachhaltige Entwicklung regenerativer Energiequellen fördern und zum wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands beitragen. |