Normung und Standardisierung sind heute aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Weder im privaten noch im industriellen Bereich kann auf sie verzichtet werden. Häufig werden Normen und Spezifikationen von Menschen genutzt, ohne zu wissen was sich dahinter verbirgt, denn sie sind zu einer Selbstverständlichkeit des Alltags geworden.
Im Bereich der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik ist die DKE für die Erarbeitung aller Normen und Spezifikationen verantwortlich. Thematisch sind die Aufgaben der Normung neun Fachbereichen zugeordnet. Der Bereich Standardisierung bündelt alle über die Normung in den bestehenden Normungsgremien hinausgehenden Standardisierungsaktivitäten und unterstützt damit die neun Fachbereiche bereits im Vorfeld der Normung.
Grundlegendes Ziel ist es, ausgehend von der Forschung und Entwicklung sowie von hochinnovativen Technologiegebieten neue Trends für den Normungs- und Standardisierungsbedarf zu erkennen und aufzugreifen. Die zeitnahe Umsetzung der dort gefundenen Ergebnisse ist notwendig, um den Wissens- und Technologietransfer zwischen den beteiligten Kreisen zu fördern und zu beschleunigen sowie die effiziente Nutzung von Ressourcen (z. B. Technische Experten, Informationen und Arbeitsabläufe) zu ermöglichen. Die Standardisierung leistet hierfür wertvolle Beiträge durch das Bereitstellen von Spezifikationen (Leitfäden und VDE-Anwendungsregeln), die strukturiert und nach definierten Regeln erarbeitet werden.
So werden nicht nur die neun Fachbereiche der DKE, sondern auch die Fachgesellschaften des VDE bei der Veröffentlichung von Spezifikationen zentral durch den Bereich Standardisierung unterstützt.
Die wesentlichen Angebote des Bereichs Standardisierung sind:
- Identifizierung und Evaluierung innovativer Themen, um diese rechtzeitig in die DKE einzubinden
- Erarbeiten von Spezifikationen, die sich später unter der Einbeziehung aller interessierten Kreise und der Öffentlichkeit konsensbasiert in Normen überführen lassen.
- Beratung und Bereitstellung der Dienstleistung und Infrastrukturen zu Standardisierungsarbeiten, z. B. bei der Auswahl der geeigneten Veröffentlichungsform.
- Vom BMWI geförderte INS-Projekte (Innovation mit Normen und Standards) sollen den Normungstransfer in die Wissenschaft ermöglichen. Sie werden angeregt, initiiert und koordiniert.
- Beteiligung an öffentlich geförderten Forschungs- und Entwicklungsprojekten als Projektpartner oder Koordinator, z. B. Erarbeiten und Einreichen von Forschungsanträgen.
- Unterstützung bei Einbringung von Spezifikationen auf nationaler, europäischer oder internationaler Ebene.
Vorteile von Normen und Spezifikationen:
- Definieren einheitlicher Schnittstellen, die die Austauschbarkeit und Zusammenarbeit verschiedener Komponenten garantieren.
- Legen Mindestanforderungen an Sicherheit fest und garantieren somit die Sicherheit von elektronischen Produkten und Anlagen.
- Anpassung an die Anforderungen einer sich wandelnden Umwelt (Stillstand ist Rückschritt).
- Ermöglichen den Vergleich zwischen Dienstleistungsangeboten.
- Dienen nicht dem Vorteil eines Einzelnen (herstellerunabhängig).
- Dienen als neutraler Maßstab für Leistungen und Angebote unterschiedlicher Hersteller bzw. Anbieter (können auch vor Gericht relevant sein).
- Stärken die Position des Nutzers gegenüber dem Anbieter.
- Vereinheitlichen die Kommunikation zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
- Definieren festgelegte Leistungen zu angemessenen und anerkannten Konditionen.
- Die breite Nutzung verbessert die Marktposition gegenüber vielen inkompatiblen Einzellösungen.
- Bewirken eine Qualitätssteigerung.
- Europäische und internationale Normung fördert den Abbau von Handelshemmnissen.