1. Nach DIN 820-1 und VDE 0022 "Satzung für das Vorschriftenwerk des VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V." werden die von der DKE erarbeiteten sicherheitsrelevanten DIN-Normen zugleich ins VDE-Vorschriftenwerk aufgenommen, ohne als solche nochmals separat veröffentlicht zu werden.
Die 1993 oder später erschienenen DIN-Normen mit VDE-Klassifikation tragen neben der als "VDE-Klassifikation" separat angegebenen VDE-Benummerung die den internationalen Konsensgrad kennzeichnende DIN-, DIN-EN, DIN-ETS, DIN-IEC bzw. DIN-ISO-Nummer. Dem Anwender ist somit freigestellt, wie er das Dokument anspricht (sowohl die DIN- als auch die VDE-Nummer mit Teileangabe identifiziert ein Dokument eindeutig).
Die VDE-Klassifikation aus Hauptnummer (welche das Themengebiet anspricht) und Teilenummer (welche bei mehreren Normen eines Themengebietes das einzelne Dokument eindeutig identifiziert) ordnen dabei die zu einem Themengebiet gehörigen DIN-Normen mit VDE-Klassifikation zusammen, gleich welche DIN-Nummer sich für die einzelnen Dokumente aus der fortlaufenden Benummerung der ISO, IEC und EN ergibt.
Hierdurch wird auch eine Nachverfolgung von Erst- und Neuausgaben der Normen leichter möglich als in der DIN-Nummer, welche z. B. bei einer ursprünglich rein nationalen Norm und DIN-Nummer zu einer ggf. zunächst auf rein europäischer Ebene erarbeiteten DIN-EN-Nummer und schließlich zu einer Übernahme einer auch international abgestimmten und dann als Europäische Norm angenommenen ISO- oder IEC-Publikation mit wiederum anderer DIN-EN-Nummer "springt".
Vor 1993 erschienene DIN-Normen mit VDE-Klassifikation trugen lediglich eine DIN-VDE-Nummer (bzw. noch ältere Dokumente 57000er DIN-Nummern). Deren internationaler Konsensgrad ist nur im Untertitel erkennbar: "Identisch mit IEC .....", "IEC ...., modifiziert", "Deutsche Fassung EN ....").
Erscheinen Änderungsausgaben mit aktueller Benummerung zu vor 1993 noch nach alter Benummerung erschienenen DIN-Normen mit VDE-Klassifikation, so tritt in der DIN-Nummer ein Sprung auf, in der VDE-Nummer ist der Zusammenhang jedoch gewahrt. Aufgrund der Entscheidung der DKE, ab dem Jahr 2000 grundsätzlich anstelle von Änderungsausgaben nur noch "konsolidierte Fassungen" der Normen zu veröffentlichen (also sämtliche Änderungen eingearbeitet und gekennzeichnet), wird sich dieses Problem künftig so nicht mehr stellen.
Für die VDE-Abonnements sind damit jedoch keine entsprechenden Mehrkosten verbunden (siehe "degressive Preisbildung").
2. Die Bestimmung der DIN-Nummer ergibt sich somit seit 1993 für DIN-Normen mit und ohne VDE-Klassifikation einheitlich (früher erschienene Normen werden nur dafür aber nicht neu herausgegeben, sondern werden bei einer Neuausgabe entsprechend neu benummert):
- rein national erarbeitete Normen erhalten eine rein nationale DIN-Nummer; bei Normen mit VDE-Klassifikation ist die DIN-Nummer entsprechend der VDE-Klassifikation; z. B. DIN VDE 0412-1 (VDE 0412-1) [Ausgabe vor 2005-04: DIN VDE 0412-1 (VDE 0412 Teil 1)];
- identische Übernahmen von international erarbeiteten Normen, welche nicht als Europäische Normen (EN) angenommen wurden, erhalten die entsprechende Nummer
DIN IEC ..... oder DIN ISO ..... oder DIN ISO/IEC ....; z. B. DIN IEC 61453 ist identisch mit der zugrundeliegenden Ausgabe der IEC 61453 - lediglich auf das Ausgabejahr der übernommenen IEC- oder ISO-Publikation ist zu achten, welches im Untertitel in Klammern mit angegeben ist;
- Übernahmen von international erarbeiteten Normen, welche Änderungen gegenüber der zugrundeliegenden IEC- oder ISO-Publikation enthalten, die nicht als EN angenommen wurden, oder als "Harmonisierungsdokumente" angenommene Europäische Arbeitsergebnisse, die nicht eine IEC- oder ISO-Publikation unverändert übernehmen, werden wie rein nationale Normen benummert (Angabe "Deutsche Fassung HD ..." bzw. "(IEC ....:..., mod.)" im Untertitel);
- die Deutsche Fassung einer EN wird stets als DIN EN ..... veröffentlicht. Hierbei ergibt sich aus Benummerung und Untertitel eine weitere Information:
- elektrotechnische Normen, die eine IEC-Publikation als EN übernehmen, erhalten eine 60000er EN-Nummer - im Untertitel wird ersichtlich, ob die IEC-Publikation unverändert übernommen ist (früher stand im Untertitel "Identisch mit IEC ....:19..", heute "(IEC ....:19..)") oder mit gemeinsamen europäischen Abänderungen (dann steht hinter der Angabe des Ausgabejahrs der entsprechenden IEC-Publikation "mod." bzw. "modifiziert");
Nach der neuen Benummerung der IEC-Publikationen ist die EN-Nummer dann identisch mit der IEC-Nummer: in Abstimmung mit ISO hat IEC zu seinen Publikationsnummern die Zahl 60000 hinzuaddiert, womit sich künftig erscheinende ISO- und IEC-Publikationen in unterschiedlichen Nummernbereichen bewegen werden. Damit ist sichergestellt, dass die Angabe DIN EN mit 60000er Nummer präzise auf eine bestimmte IEC-Publikation verweist.
In den Datenbanken von DIN/DITR etc. sind auch ältere IEC-Publikationen und DIN-IEC-Normen nach der neuen Benummerung gelistet, wenngleich auf den ausgedruckten Exemplaren noch die alte IEC-Nummer (nicht 60000er Nummernbereich) angegeben ist;
- EN, die IEC/CISPR-Publikationen übernehmen (einige EMV-Grundnormen) erhalten zur CISPR-Nummer 55000 hinzuaddiert und sind dann EN im 55000er Nummernbereich;
- EN, die im Rahmen von CENELEC rein europäisch erarbeitet wurden, liegen im 50000er Nummernbereich - EN für elektrotechnische Bauelemente (ehemalige CECC-Spezifikation) im 100000er Nummernbereich;
- EN, die zusammen von CENELEC und CEN erarbeitet wurden, liegen im 45000er Nummernbereich,
- EN mit kleineren Nummern wurden bei CEN erarbeitet bzw. CEN hat ISO-Publikationen als EN angenommen, jedoch nicht nach seiner neueren EN-ISO-Benummerung benummert;
- EN, die als Europäische Telekommunikationsnormen bei ETSI erarbeitet wurden, liegen im 300000er Nummernbereich (frühere Bezeichnung: DIN ETS mit 300000er Nummern);
- EN, die ISO-Publikationen übernehmen, werden als EN ISO .... benummert, früher wurden diese von CEN mit eigenen EN-Nummern versehen.
3. Bei Norm-Entwürfen trägt ein auf einem internationalen oder europäischen Norm-Entwurf basierender DIN-Norm-Entwurf die zukünftige IEC- bzw. CENELEC-Normnummer des zugrunde liegenden Dokuments. Die zugehörige Dokumentnummer ist am Schluss des Titels in Klammern angegeben (Bei älteren Entwürfen ist die Dokumentnummer des IEC-Ursprungsdokumentes als Bestandteil der DIN-Normnummer verwendet worden).
Beispiel für die aktuelle Systematik:
Beispiel für die frühere Systematik:
Aufgrund des Dresdener Abkommens zwischen IEC und CENELEC werden die meisten IEC-CDV bereits als prEN zur Kommentierung und danach die IEC-FDIS als prEN zur Abstimmung gestellt (ohne dass diese als prEN separat erstellt oder verteilt werden). Wird ein IEC-Entwurf erst zum Zeitpunkt der Parallelen Umfrage oder Abstimmung als DIN-Norm-Entwurf veröffentlicht, erhalten die DIN-Norm-Entwürfe die entsprechende DIN-EN-Nummer. Um eine frühzeitige Einbindung der Fachöffentlichkeit sicher zu stellen, werden aber grundsätzlich bereits die IEC-CD als Norm-Entwürfe des DIN zur Kommentierung gestellt. Diese sind jedoch in diesem Stadium noch kein Projekt bei CENELEC und können daher nicht mit einer EN-Nummer versehen werden.