Die Arbeitsgremien der DKE (Komitees, Unterkomitees und Arbeitskreise) mit ihren Technischen Experten spiegeln in der Regel die Arbeitsgremien der internationalen und regionalen Normungsorganisationen IEC, CENELEC und ETSI.
IEC (International Electrotechnical Commission) ist die internationale Organisation für die Erstellung von Sicherheitsnormen und anderen Normen im Bereich der Elektrotechnik. Es ist ein erklärtes Ziel in der elektrotechnischen Normung, den Schwerpunkt ihrer Aktivitäten international auszurichten. Deutlich über 50% der Produktion der Elektroindustrie in Deutschland werden exportiert - internationale Normung ist daher eine Basis für den wirtschaftlichen Erfolg.
CENELEC (Europäisches Komitee für Elektrotechnische Normung) Hauptaufgabe ist die Umsetzung von IEC-Normungsergebnissen in Europäische Normen: knapp 85% der Europäischen Normen basieren auf Arbeitsergebnissen der IEC oder sind mit ihnen identisch. Darüber hinaus erarbeitet CENELEC - mit dem Schwerpunkt im Hinblick auf europäische Anforderungen - eigene Europäische Normen. CENELEC stellt mit seinen Dienstleistungen eine Klammerfunktion zwischen Normung und Gesetzgebung dar - zum Wohle von Verbrauchern und Wirtschaft.
ETSI (Europäisches Institut für Telekommunikationsnormen) ist zuständig für die Schaffung der Normen einer integrierten europäischen Telekommunikationsinfrastruktur; dabei sind auch Themen angrenzender Gebiete, wie Rundfunk und Informationstechnik, eingeschlossen.
Durch den Einsatz ihrer Mitarbeiter in der internationalen und europäischen Normung trägt die deutsche elektrotechnische Wirtschaft maßgeblich zur Gestaltung eines global einheitlichen Normenwerks bei. Die von ihr entsandten Technischen Experten der DKE gestalten die Inhalte der Internationalen, Europäischen und nationalen Normen aktiv mit und legen so den anerkannten Stand der Technik fest. Dank der kompetenten Vertretung der deutschen Interessen genießt das Deutsche Komitee in IEC und CENELEC ein hohes Ansehen, wie etwa die Auszeichnungen für deutsche Experten mit dem IEC 1906 Award jedes Jahr zeigen.
Die DKE steht in der IEC mit 36 Vorsitzenden (vor USA mit 29 und Großbritannien mit 19) sowie 33 Sekretären (vor Frankreich mit 23 und USA mit 22) derzeit (Stand: November 2012) an erster Stelle und stellt bei CENELEC 17 TC/SC Vorsitzende sowie 25 Sekretäre. Insgesamt arbeiten in den Arbeitsgremien der IEC ca. 1.250 und bei CENELEC ca. 550 deutsche Experten mit.
Das frühzeitige Erkennen von Technologietrends und die Initiierung neuer Normungsprojekte ist ein wesentliches Element der DKE-Strategie zur Sicherung der Stellung Deutschlands als hoch-innovativer Industriestandort. So lag Deutschland im Jahr 2011 als erstes europäisches Land mit 33 Projektanträgen in der Spitzengruppe vor Japan (29) und China (18).
Die internationale, die regionale und die rein nationale Normungsarbeit - die letztere ist inzwischen auf einen Anteil von etwa 5% zugunsten internationaler Normung abgesunken - beginnt in der Regel mit einem Normungsantrag aus der Öffentlichkeit, den Fachkreisen oder den Komitees bzw. Unterkomitees. Nach Bestätigung der Normungswürdigkeit wird ein Vorschlag für eine zu schaffende Norm ausgearbeitet. Dieser Vorschlag wird als Norm-Entwurf zur Stellungnahme der Öffentlichkeit vorgelegt und entweder an die internationalen oder regionalen Fachgremien zur weiteren Beratung gegeben. Die nach positiver Entscheidung daraus entstehende Norm wird in das Deutsche Normenwerk und - wenn elektrotechnische Sicherheitsnormen betroffen sind - auch in das VDE-Vorschriftenwerk übernommen.
DIN-Normen mit VDE-Klassifikation enthalten Sicherheitsfestlegungen über die Abwendung von Gefahren für Menschen, Tiere und Sachen. Bei diesen Normen mit sicherheitstechnischen Festlegungen besteht eine tatsächliche Vermutung, daß sie "anerkannte Regeln der Technik" sind. Diese Normen bilden einen Maßstab für einwandfreies technisches Verhalten; dabei ist dieser Maßstab auch im Rahmen der Rechtsordnung von Bedeutung.
Die Regeln für die Normungsarbeit der DKE sind in der Normenreihe DIN 820 "Normungsarbeit" und in den Grundlagen für die Normungsarbeit der DKE - Sammlung DKE-GN (Blaue Mappe) - sowie in den CENELEC- und IEC-Regularien festgelegt.