Nach 1970 und 1998 hatte das US-amerikanische Nationale Komitee erneut die Ausrichtung einer IEC-Generalversammlung übernommen; zur 74. Generalversammlung waren die Delegierten vom 11. bis 15. Oktober nach Seattle im Bundesstaat Washington eingeladen.
Insgesamt tagten 105 Technische Komitees und Unterkomitees sowie 237 Arbeitsgruppen mit 2835 Delegierten in über 400 Sitzungen; damit war diese Generalversammlung die größte in der Geschichte der IEC. Das Deutsche Komitee stellte mit 266 Teilnehmern nach den USA (480) und Japan (401) die dritt-stärkste Delegation. Von den 81 Mitgliedsländern der IEC (59 Vollmitglieder und 22 assoziierte Mitglieder) waren 64 auf der IEC-Generalversammlung vertreten.
Der Managementausschuss für Normung ist das höchste technische Lenkungsgremium der
IEC. Ihm gehören fünfzehn vom Rat gewählte Mitgliedsländer an, wobei Deutschland als eines der fünf so genannten „Gruppe A-Länder“ einen ständigen Sitz innehat. Das SMB tagt jährlich drei Mal.
Die Sitzungsleitung lag letztmals in den Händen des IEC-Vize-Präsidenten Frank Kitzantides (USA), der den SMB-Vorsitz nach zwei Amtsperioden satzungsgemäß abgeben muss. Die SMB-Mitglieder würdigten sein über 20-jähriges Engagement für die Normungsarbeit der IEC und insbesondere seine Leitung des SMB während der zurückliegenden sieben Jahre und verabschiedeten ihn mit den besten Wünschen für seinen Ruhestand.
Thomas A. Edison Award
Im Rahmen der SMB-Sitzung wurde erstmals der Thomas A. Edison an die folgenden Vorsitzenden und Sekretären Technischer Komitees als Auszeichnung für ihr herausragendes Engagement in der Normungsarbeit verliehen: Reinhard Pelta (DE), Sekretär TC 64, Al Brazauski (USA), Sekretär TC 108, Nic Maennling (CA), Sekretär TC 89, Ron Petersen (USA), Vorsitzender TC 106, Umberto Rossi (IT), Vorsitzender TC 86 und Hiroshi Sasaki (JP), Vorsitzender SC 61B.
Automotive Electrotechnics
Die Entwicklung des Elektroautos sowie der zugehörigen Ladeinfrastruktur erfordert eine enge Koordinierung und Abstimmung zwischen der elektrotechnischen Industrie incl. den Energieversorgern und der Automobilbranche. Daher sind IEC und ISO in Diskussionen über die zeitgemäße Anpassung der seit 1990 bestehenden Vereinbarung zur Zusammenarbeit auf diesem Gebiet. Der SMB-Vorsitzende forderte im Hinblick auf die Glaubwürdigkeit von IEC und ISO als die einzigen internationalen Normungsorganisationen, dem in mehreren Runden vereinbarten Vertragsentwurf nunmehr zu verabschieden. Deutschland vertrat nachdrücklich die Auffassung, dass eine konstruktive Zusammenarbeit nur in gemeinsamen Arbeitsgruppen im sogen. „Mode 5“ sinnvoll ist, wie sie in den deutschen Spiegelgremien auch ohne Vertrag praktiziert wird. Nach ausführlicher Beratung übernahm das SMB mit großer Mehrheit diese Sichtweise und beschloss zu diesem Zweck zwei letzte Textänderungen am MoU, das damit aus IEC-Sicht unterzeichnet werden kann.
Industriekonsortium zu LED-Spezifikationen
Anfang 2010 gründete sich das Konsortium Zhaga, um den dringenden Bedarf für die Spezifikation der elektrischen und mechanischen Schnittstellen sowie optischen Eigenschaften von LED-Einheiten zur Sicherstellung der Austauschbarkeit in Leuchten zu stillen; die Ergebnisse sollen anschließend im IEC/TC 34 „Lampen und Zubehör“ weiterbearbeitet werden. Das SMB bedauerte, dass diese Aktivität nicht von Anfang an in der IEC gestartet wurde, zum Beispiel als Industry Technology Agreement (ITA) oder als IEC/PAS, und forderte, dass die IEC neue Normungsthemen auch abseits von „Megatrends“ wie Smart Grid vor allem in der Initialphase schnell und flexibel – das heißt. proaktiv – aufgreift. Hierfür ist eine Zusammenarbeit mit dem Market Strategy Board nötig, das in seiner Arbeitsgruppe „Foren und Konsortien“ geeignete Maßnahmen und Angebote an die Industrie erarbeitet; die Vertreter aus Deutschland, Großbritannien, Japan und den Niederlanden werden das SMB in dieser MSB-Arbeitsgruppe vertreten.
Spannungsqualität und EMV
Das schwedische Komitee hatte beantragt, eine stringente Strategie zur künftigen Normung in diesem wichtigen Bereich zu entwickeln und insbesondere eine Harmonisierung der derzeit unterschiedlichen Terminologie in den verschiedenen Gremien anzustreben; dazu sollen Experten aus TC 8, TC 77, SC 77A und CISPR zusammenarbeiten. Da diese Gremien bereits im Advisory Committee on EMC vertreten sind, beauftragte das SMB das ACEC um eine Stellungnahme, bevor ein weitergehender SMB-Beschluss gefasst wird.
Normung im Bereich Energieeffizienz
Nach der Veröffentlichung des SMB-Weißbuchs „Coping with the energy challenge“ untersuchte eine SMB-Task Force die 16 Weißbuch-Empfehlungen auf Relevanz für das SMB. Das SMB nahm diejenigen Empfehlungen, die sich nicht konkret zu Normungsfragen äußern und die zum Beispiel in den Masterplan 2011 einfließen werden, zur Kenntnis; die übrigen Empfehlungen wurden aufgrund der späten Vorlage des Task-Force-Beitrages zur detaillierten Beratung auf die nächste Sitzung vertagt.
In einem Übersichtsvortrag stellte Dr. Richard Bradley das Potential der Normung im Zusammenhang mit Energieeffizienz aus Sicht der Internationalen Energieagentur (IEA) dar. Er betonte dabei unter anderem die Rolle von Normen zur Reduzierung des Energieverbrauchs bzw. Verbesserung der Energieeffizienz bei Consumerprodukten. Das schrittweise Verbot der klassischen Glühbirne sieht Bradley als die erfolgreichste IEA-Empfehlung der letzten Jahre an.
Das italienische Komitee hatte eine Beratung zur künftigen Beteiligung der IEC an der Normung von Energiemanagementsystemen sowie der Gründung eines ISO/IEC-Gemeinschaftsgremiums für derartige Themen beantragt. Hintergrund ist unter anderem die CEN/CENELEC-Norm EN 16001, die – initiiert von Brasilien und USA ‑ international in einem ISO-Projektkomitee als Vorhaben ISO 50001 behandelt wird und bereits das DIS-Stadium erreicht hat. Die Diskussion im SMB ergab noch keine abschließende Bewertung, daher wurde die Strategiegruppe 1 um weitere Beratung des Antrags gebeten. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass das ISO-Projektkomitee über seine mögliche Aufwertung in ein TC diskutiert.
Neuordnung der technischen IEC-Aktivitäten
Der Generalsekretär hatte zwei Berater – den früheren kanadischen SMB-Vertreter T. Flood sowie J. Hill, Pennsylvania State University – mit einer Analyse der technischen Struktur der IEC im Hinblick auf mögliche bzw. nötige Optimierungen beauftragt. In einem kurzen Vortrag stellten beide Herren dem SMB ihre Vorgehensweise vor, ohne diese detailliert zu erläutern. Die zunehmende Komplexität der globalen Märkte erfordere nach Ansicht der Autoren eine Reorganisation der IEC-Strukturen; der Zugang der Marktteilnehmer zur IEC sei derzeit schwer. Querschnittsthemen sollten daher künftig in „Super-TCs“ aufgegriffen werden, in denen ständig der Marktbedarf analysiert und aufgegriffen werde. Auf Nachfrage Deutschlands wurde mitgeteilt, dass die SMB-Strategie- und Koordinierungsgruppen (die derartige Aufgaben seit 3 Jahren wahrnehmen) nicht in die Betrachtungen einbezogen wurden. Insgesamt blieben in der Diskussion sehr viele Fragen offen, und es bleibt abzuwarten, wie der neue SMB-Vorsitzende das Thema weiterverfolgen will.
Der Konformitätsbewertungsausschuss tagte unter dem Vorsitz von IEC-Vizepräsident Dr. Hiromichi Fujisawa (Japan).
Die IEC bietet folgende drei Konformitätsbewertungssysteme an, die sich alle hoher Akzeptanz im Markt erfreuen:
- IECEE-Verfahren: IEC-System für Konformitätsbewertungsverfahren elektrischer Betriebsmittel und Komponenten
- IECQ-System: IEC-Qualitätsbewertungssystem für Bauelemente der Elektronik
- IECEx: IEC-System zur Zertifizierung nach Nomen für Geräte zur Verwendung in explosionsgefährdeten Umgebungen.
IECEE-Verfahren: Insbesondere das IECEE-System unterstreicht seine Marktbedeutung mit allein im letzten Jahr erteilten 59 600 Zertifikaten und einer auf 54 teilnehmende Länder angewachsenen Mitgliedschaft. IECEE hat seine Dienstleistungen in verschiedenen Bereichen verstärkt, unter anderem bezüglich industrielle Automatisierung mit einem Schwerpunkt auf Produkte wie Industrieroboter sowie für funktionale Sicherheit (Hardware und Software).
IECQ-Verfahren: Derzeit umfasst das Verfahren 16 Mitglieder mit 27 Zertifizierungsstellen. Die Dienstleistungen des IECQ werden zunehmend von der Luft- und Raumfahrtindustrie in Anspruch genommen.
IECEx-Verfahren: Die Angebote des IECEx für explosionsgeschützte Betriebsmittel erfreuen sich nach wie vor sehr einer sehr guten Nachfrage durch die Marktteilnehmer. Derzeit umfasst IECEx 30 Mitglieder mit 50 Zertifizierungsstellen und 43 teilnehmenden Prüflaboratorien.
Nachdem das IECEx-Verfahren schon seit einiger Zeit von der UNECE als „Best Practice-Model“ für den Explosionsschutz anerkannt ist, wurde die Zusammenarbeit zwischen IEC und UNECE durch ein Memorandum of Understanding zwischen IEC und UNECE zur Anerkennung des IECEE-Systems ausgebaut.
Um die missbräuchliche Verwendung des IEC-Namen und IEC-Logo sowie der von den Konformitätsbewertungssystemen vergebenen Markenzeichen und Zertifikate im Markt verfolgen zu können, wurde ein geeignetes Berichtswesen eingeführt.
Sitzung des Ratsausschusses (Council Board - CB) am 13. Oktober 2010
Der Ratsausschuss umfasst den Präsidenten, die beiden Vizepräsidenten, den Schatzmeister, den Generalsekretär und fünfzehn Persönlichkeiten, die von den IEC-Mitgliedern vorgeschlagen werden, aber als unabhängige Funktionsträger und nicht als Vertreter ihrer Nationalen Komitees wirken. Der Ratsausschuss nimmt die Aufgaben des Rates im Zeitraum zwischen den jährlichen Ratstagungen wahr.
Das Council Board verabschiedete das im Market Strategy Board ausgearbeitete IEC White Paper „Coping with the Energy Challenge – IEC`s Role from 2010 to 2030“ einschließlich der darin genannten Empfehlungen. Der Managementausschuss für Normung wurde gebeten, das CB zur Umsetzung der Empfehlungen zu beraten.
Zur Neufassung des IEC Masterplan, der bei der Generalversammlung 2011 verabschiedet werden wird, wurden im Ratsausschuss erste ausführliche Beratungen aufgenommen, die durch Beiträge aus dem Managementausschuss für Normung sowie dem Konformitätsbewertungsausschuss ergänzt wurden. Der IEC-Präsident, der gewählte Präsident und der Generalsekretär haben dazu intensive Gespräche mit den Nationalen Komitees, Industrievertretern und anderen Marktführern sowie Vertretern des öffentlichen Bereiches geführt.
Nach der Ankündigung des Generalsekretärs, Anfang 2013 in den Ruhestand treten zu wollen, bilden der neue IEC-Präsident Dr. Wucherer, sein Vorgänger Régis sowie zur regionalen Ausgewogenheit der frühere japanische IEC-Präsident Dr. Takayanagi das Auswahlkomitee zur Bestellung eines Nachfolgers; dieser soll ab 2012 als stellvertretender Generalsekretär seine Tätigkeit aufnehmen.
Sitzung des Rates (Council - C) am 15. Oktober 2010
Der Rat ist das höchste Gremium der IEC, in ihm haben alle Vollmitglieder gleichen Sitz und
Stimme. Im Mittelpunkt der Sitzungen des Rates stehen die Wahlen wichtiger Funktionsträger sowie Fragen der Mitgliedschaft, der Statuten, der Finanzen und der Beziehungen zu anderen Normungsorganisationen. Traditionell nehmen auch die Präsidenten und Generalsekretäre der ISO und des CENELEC als Gäste an den Tagungen des IEC-Rates teil.
Die Ratssitzung wurde letztmals vom IEC-Präsidenten Jaques Régis (CA) geleitet, der sein Amt zum Jahresende an den vormaligen Vorsitzenden des Deutschen Komitees der IEC, Prof. Dr. Klaus Wucherer, übergibt.
Das Deutsche Komitee der IEC war durch den Delegationsleiter Roland Bent (Phoenix Contact), sowie Dr. Bernhard Thies (Sekretär des Deutschen Komitees), Dr. Gerhard Dreger (DKE), Michael Teigeler (DKE) und Thomas H. Wegmann (DKE) vertreten.
Mitgliedschaft
Durch die Aufnahme von Chile, dem Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten als Vollmitglieder sowie Georgien, Jordanien und Marokko als assoziiertes Mitglied zählt die IEC jetzt 59 Vollmitglieder und 22 assoziierte Mitglieder. Weitere 81 Länder nehmen an dem im Jahr 2001 ins Leben gerufenen sogen. „Affiliate Country Programme“ teil. Nach dem Bericht der Weltbank 2006 bestreiten die IEC-Mitgliedsländer 91 % und die Affiliates 4% des Welthandels an elektrotechnischen und elektronischen Erzeugnissen. Die IEC ist somit weltumfassend, allerdings bestehen hinsichtlich der aktiven Mitarbeit naturgemäß erhebliche Unterschiede zwischen den Vollmitgliedern und den anderen Mitgliedern.
Wahlen
Als neuen Vorsitzenden des Managementausschusses für Normung und IEC-Vizepräsidenten ernannte der Rat den US-Amerikaner James Edgar Matthews III, der als einziger Kandidat für dieses Amt nominiert worden war, für eine erste Amtsperiode von 2011 bis 2013. Matthews war bisher der amerikanische Vertreter im Ratsausschuss und verfügt als Sekretär des Technischen Komitees 86 „Fibre optics“ über Erfahrungen in der praktischen Normungsarbeit.
Im Ratsausschuss (CB) wurden die Kandidaten der fünf Gruppe-A-Mitglieder aus Deutschland, Roland Bent, Frankreich, Eric Jourde, Japan, Dr. Shigenori Yagi, dem Vereinigten Königreich, Geoffrey Young und den Vereinigten Staaten, Philip M. Piqueira, für weitere drei Jahre bestätigt. Damit ist Europa in diesem Gremium mit sechs Ländern repräsentiert.
Zunächst bestätigte der Rat die Kandidaten der sechs automatischen Mitglieder Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Vereinigtes Königreich und Vereinigte Staaten von Amerika für den Zeitraum 2011 bis 2013. Für die frei werdenden drei Sitze im Managementausschuss für Normung (SMB) bewarben sich sechs Länder. Die bisherigen Mitglieder Brasilien und Niederlande wurden für weitere drei Jahre bestätigt, während an Stelle von Dänemark erstmals Mexico in das SMB gewählt wurde. Damit stellt Europa künftig nur noch sieben der 15 SMB-Mitglieder.
Im Konformitätsbewertungsausschuss waren vier der zwölf Sitze neu zu besetzen, um die sich acht Kandidaten bewarben. In geheimer Wahl wurden Australien, Frankreich, Russland und die USA für die Jahre 2011 bis 2013 (wieder)gewählt.
Bericht des Generalsekretärs an den Rat
Der ausführliche Bericht von Generalsekretär Aharon Amit an den Rat über die seit der letzten Generalversammlung erzielten Ergebnisse gibt durch eine Vielzahl von Zahlen und Fakten eine sehr gute Übersicht über den aktuellen Leistungsstand der IEC für den Zeitraum Oktober 2009 bis September 2010.
Die Anzahl der neu veröffentlichten Publikationen liegt mit 490 rund 10 % unter dem Niveau des Vorjahres. Die durchschnittliche Bearbeitungszeit von IEC-Normen konnte mit 30 Monaten erneut leicht gesenkt werden; dabei wurden 36 % der Normen in weniger als zwei Jahren erstellt (das sind 8 Prozentpunkte mehr als 2009), und weitere 34 % in weniger als drei Jahren. Bei 46 % der Normen handelt es sich um Erstausgaben, während der Anteil der Fortentwicklung bestehender Publikationen zur Anpassung an den Stand der Technik 54 % beträgt.
Die drei aktivsten Technischen Komitees der IEC waren im Berichtszeitraum das TC 65 „Industrial-process measurement, control and automation“ mit 82, das TC 86 „Fibre optics“ mit 35 sowie das TC 48 „Electromechanical components and mechanical structures for electronic equipment“ mit 28 veröffentlichten Normen.
Das Deutsche Komitee nimmt im Management der Technischen Komitees und Unterkomitees weiterhin eine Spitzenstellung ein. Deutschland stellte im Jahr 2010 33 Vorsitzende und liegt damit vor USA (29), Großbritannien (23) und Frankreich (19) an der Spitze. Bei der Sekretariatsverantwortung liegt die deutsche Wirtschaft mit 36 Sekretariaten deutlich vor den USA (25), Frankreich (25) und Großbritannien (18) ebenfalls auf Platz 1.
Die Anzahl der eingereichten neuen Normvorhaben ist einer der Indikatoren für den Innovationsgrad einer Volkswirtschaft. Bei insgesamt 117 von den Nationalen Komitees eingereichten Erstanträgen folgt Deutschland mit 14 Vorschlägen als erstes europäisches Land Korea (23), China (22), USA (19) und Japan (16).
Finanzen
Die Beiträge der fünf großen Mitgliedsländer (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan, USA) bilden den wesentlichen Grundstock für den IEC-Haushalt.
Dank umsichtiger Vorsorge und konservativer Haushaltsführung ergaben sich aus der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise trotz eines Rückganges der Verkaufserlöse für Normen keine nachteiligen Effekte für die IEC.
Die Summe der Mitgliedsbeiträge steigt in 2011 aufgrund der größeren Mitgliederzahl leicht über das Vorjahresniveau. Für kleinere Mitglieder können sich aufgrund geänderter Wirtschaftsdaten, die in die sogenannten Dünner-Formel einfließen, moderate Beitragsänderungen ergeben.
Lord-Kelvin-Award 2010
Der Rat der IEC zeichnete in diesem Jahr drei Persönlichkeiten für ihre Verdienste um die elektrotechnische Normung mit der höchsten Auszeichnung der IEC für Normungsexperten aus, dem „Lord-Kelvin-Award".
Der US-Amerikaner und Vorsitzende des TC 76 „Optical radiation safety and laser equipment“ Jerome E. Dennis wird für seine Verdienste zur Erarbeitung internationaler Normen auf dem Gebiet der optischen Strahlungssicherheit ausgezeichnet.
Der Franzose Bernard Dumortier wird für seine mehr als 25-jährigen Beiträge zur Normung im Bereich der industriellen Automatisierung einschließlich seines Engagements im Management des TC 65 und seiner Unterkomitees als Sekretär von SC 65C und TC 65 ausgezeichnet.
Der Schwede Gösta Fredriksson erhält die Auszeichnung in Würdigung seines umfangreichen Engagements bei den Konformitätsbewertungsaktivitäten der IEC, insbesondere als Vorsitzender des IECEE, dessen erfolgreiche Entwicklung und hohe Akzeptanz in der Industrie seit 2004 auf sein umsichtiges Wirken zurückgeht.
Zukünftige IEC-Generalversammlungen
Zur 75. Generalversammlung, die vom 24. bis 28. Oktober 2011 geplant ist, sprach Else Shepherd, Vorsitzende des Australischen Komitees der IEC, eine herzliche Einladung an alle Delegierten nach Melbourne aus.
Als Ausrichter der IEC-Generalversammlungen 2012 und 2013 wurden Norwegen bzw. Indien bestätigt.
Das Market Strategy Board hat derzeit vier Arbeitsgruppen, die über ihre Tätigkeit berichteten.
Die Arbeitsgruppe „System Level Conformity Assessment (SLCA)“ unter der Leitung von Dr. Chand, (Rockwell Automation) diskutiert die Schaffung von Rahmenbedingungen für die Erstellung system-relevanter Normen und korrespondierende Dienstleistungen zur Konformitätsbewertung der betreffenden Systeme. Das MSB empfiehlt die Einsetzung einer SMB/CAB-Arbeitsgruppe, welche eine „System Approach“-Politik formuliert, eine „System-Richtlinie“ formuliert und entsprechende Regeln für die Konformitätsbewertungsverfahren entwickelt. Ein erster Bericht soll zur Generalversammlung 2011 vorgelegt werden.
Die Arbeitsgruppe „Technology and Market Watch“ unter der Leitung von Prof. Tomita (Tokyo University) empfahl die Gründung eines Road-Mapping-Projektes für die Speicherung elektrischer Energie, die Einsetzung eines professionellen „Technology and Market Watch“-Teams sowie eine Priorisierung der Themen, die von IEC behandelt werden sollen.
Die Arbeitsgruppe „Positioning“ unter der Leitung von L. Jonsson (Eaton Electric) erarbeitete Empfehlungen zur Positionierung der IEC bezüglich der Verbesserung der öffentlichen Wahrnehmung der IEC in den Medien sowie der Intensivierung der Kontakte zu Schlüsselpartnern wie der Internationalen Energieagentur, dem World Energy Congress und den Regulierern, aber auch Hochschulen und Forschungseinrichtungen.
Die Arbeitsgruppe „Outreach to fora and consortia“ hatte unter der Leitung von Dr. D. Deutsch (Oracle) ein erstes Gespräch mit Vertretern von Adobe, Apple, Fujitsu, IBM, Lexmark, Microsoft und Oracle, um die Vorteile und Nachteile der Standardisierung in Konsortien zu diskutieren. Dabei wurde deutlich, dass die IT-Industrie mit der Diversität der Normungslandschaft zufrieden ist, es wurde jedoch vorgeschlagen, dass die IEC einen Prozess zur Überführung konsortialer Spezifikationen in Internationale Normen bereitstellen sollte.
Das MSB forderte alle Gruppen auf, ihre Arbeiten wie beschrieben fortzusetzen.