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Mitteilungen der DKE-Geschäftsstelle 

DKE-Tagung 2008  

- elektrotechnische Normung zeigt beeindruckende Resonanz
„Normung ist Zukunft – Mit Energie zu mehr Effizienz“

24.04.2008 

 

Hinweise:
- Den Intro-Film zur Eröffnung der DKE-Tagung 2008 
  können Sie hier ansehen: Intro-Film
- Das Tagungsprogramm finden Sie hier
- Die Bildergalerie zur DKE-Tagung 2008
   finden Sie hier

 

Grußwort

Horst Schneider, Oberbürgermeister der Stadt Offenbach am Main, spannte in seinem einleitenden Grußwort am Beispiel des VDE den Bogen von der Wirtschaftskraft und kulturellen Bedeutung des Rhein-Main-Gebietes insgesamt zur besonderen Stellung der Stadt Offenbach in diesem Kontext: VDE / DKE mit Sitz in Frankfurt und dem VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut mit Standort in Offenbach. Hier wird bereits gelebt, was politisch mit Nachdruck betrieben wird, nämlich die Region Frankfurt Rhein-Main als attraktive Stadtregion in ihrer Gesamtheit zu begreifen.

  

Mit Blick auf den Tagungsort „Büsing Palais“ hob Horst Schneider die Bedeutung der Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart als Basis für die Gestaltung der Zukunft besonders hervor: „Ob bei dem wunderbaren Haus hier oder der DKE-Tagung 2008 – es geht um das Wissen um Tradition, Herkunft, Geschichte und um die aktive Auseinandersetzung mit der Gegenwart und mit den Zukunftsthemen. Das Thema der DKE-Tagung 2008 und 38 Jahre Wissen und Erfahrung der DKE spiegeln genau diese Herausforderungen wider.“

Abschließend wies Horst Schneider noch auf die für den Folgetag angebotene Exkursion zum VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut hin: „Bei der Besichtigung der VDE-Prüflaboratorien erhalten Sie einen Einblick in die Praxis der Prüfung und Zertifizierung von Produkten und Systemen und deren enge Verbindung mit der Normung – und Sie sehen auch, wie wir gemeinsam die Expansion des VDE in Offenbach umgesetzt haben.“

 

 

DKE. Wir schalten uns ein

„Normung ist Zukunft – Mit Energie zu mehr Effizienz“: Unter diesem Leitthema fand am 16. April die DKE-Tagung 2008 statt. Dietmar Harting, Vorsitzender der DKE / HARTING KGaA, begrüßte die rund 300 Experten aus der elektrotechnischen Normung sowie nationale und internationale Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft und Normungsorganisationen im Sheraton Offenbach Hotel – am Büsing Palais in Offenbach am Main.

  

Dietmar Harting machte zum Tagungsthema deutlich: „Normung ist Zukunft“ ist gelebte Überzeugung in der Normungsarbeit und bewährte unternehmerische Erfahrung.

Dies ist eine solide Basis zur erfolgreichen Bewältigung der Zukunftsaufgaben: Die Herausforderungen an die technologische Leistungsfähigkeit unseres Landes vor dem Hintergrund des sich verschärfenden Wettbewerbs in globalen Märkten sind gewaltig. So sind die Bollwerke „Made in Germany“ und „Exportweltmeister Deutschland“ mit den Ansprüchen der chinesischen Volkswirtschaft auf Übernahme der Technologieführerschaft konfrontiert. Auch wenn andere Einschätzungen bekannt sind: Es ist leichtsinnig, ja gefährlich, „Made in China“ auf ein Siegel für weniger wertvolle Waren zu reduzieren.

Und es gibt beunruhigende Zeichen: Die Gründungsdynamik in Europa ist zwischen 1976 bis 2000 fast zum Erliegen gekommen – es entstanden hier nur drei Unternehmen mit Weltgeltung, das liegt in der Größenordnung von nur 10 % der Entwicklung anderer Wirtschafträume.

Diese Entwicklung erfordert entschlossenes Handeln zur Sicherung unserer globalen Wettbewerbsfähigkeit – auf allen Ebenen, in der Normung, in der Wirtschaft und in der Politik:

  • Normung muss – als integraler Teil der Unternehmensstrategie – eng in die F&E-Prozesse der Unternehmen eingebunden und für die Experten attraktiv sein; die besten Experten müssen zur aktiven Mitarbeit motiviert werden.
  • Das Normungssystem in Europa ist hervorragend. Es muss mit Nachdruck und gemeinsam daran gearbeitet werden, unser System aus Europa heraus in Drittstaaten zu tragen.
  • Deutschland und Europa benötigen im globalen Wettbewerb international aufgestellte Unternehmen zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. Dies gilt insbesondere für die Bereiche der hochinnovativen und der neuen Technologien.
  • „Wir müssen unsere Prozesse mit „Energie zu mehr Effizienz“ führen“, forderte Dietmar Harting und schloss damit den Kreis zum Leitthema der DKE-Tagung 2008: „Normung ist Zukunft – Mit Energie zu mehr Effizienz“.

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Die anschließende Vortrags- und Diskussionsreihe zu den Fokus-Themen der Tagung war mit hochkarätigen Rednern besetzt.

Der sich verschärfende Wettbewerb in globalen Märkten ebenso wie der Klimawandel stehen im Mittelpunkt weltweiter Diskussionen. Dies stellt insbesondere auch die Normungsarbeit in den Bereichen Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik – und damit auch die Experten in der Normung – vor große Herausforderungen und bringt hohe Verantwortung.

Dabei bildet die Frage nach den Chancen und Wegen zur Konvergenz von Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit der elektrischen Energie unter Berücksichtigung regenerativer Energien ebenso ein Diskussionsschwerpunkt der Tagung, wie der Einsatz von Spitzentechnologien in Produkten und Systemen zur Sicherstellung der Energieeffizienz.

 

Energieversorgung – Herausforderung für die Zukunft

Professor Dr.-Ing. Wolfgang Schröppel, Universität Karlsruhe, zeigte den weltweiten Stand der Versorgung und Erzeugung elektrischer Energie auf und machte die erheblichen Herausforderungen an die Technik, die Wirtschaft und die Politik – die Optimierung des Dreiecks Ökologie, Ökonomie und Sicherheit – mit Projektion auf die nahe und ferne Zukunft deutlich.

Besonders untersucht wurde dabei auch die teils divergierende Ausrichtung der Energiepolitik in Europa, den USA und in China. Gerade aber vor dem Hintergrund des erkennbaren drastischen Anstiegs des weltweiten Energiebedarfs sind verlässliche Vorgaben der Politik als unabdingbar einzufordern.

  

Der VDE-Experte für Energieversorgung verdeutlichte die sensiblen Abhängigkeiten unserer Gesundheit, des Wohlstandes, der Wettbewerbsfähigkeit, der Sicherheit der Arbeitsplätze – und nicht zuletzt des Weltfriedens – von der Verfügbarkeit sauberer und noch bezahlbarer Energie. Sein Szenario machte deutlich: Wer zuerst die Antworten auf die brennenden Fragen findet und sich damit an den Knotenpunkten einer eng vernetzten Welt positionieren kann, sichert sich wichtige Spitzenpositionen – auch und besonders durch aktive Mitarbeit in der Normung.

Detaillierte Analysen zeigen: Die elektrische Energieversorgung – und damit auch die Basis der Wirtschaftskraft – ist verletzbar, mit allen Konsequenzen. Die „Liberalisierung“ der Energieversorgung hat die notwendigen Investitionen gebremst; es besteht damit die Gefahr weiterer „Blackouts“. Er forderte: „Die Ausgaben für die Energieforschung müssen von einem gegenwärtig historischen Minimum zwingend wieder angehoben werden.“

Detailliert ging Professor Schröppel auf die Rolle der erneuerbaren Energien ein und bewertete wesentliche Aspekte zur Nutzbarkeit der hydroelektrischen Stromerzeugung, der Geothermie, von Wind, Biomasse und der Sonnenenergie in Deutschland, Europa und weltweit. Auch stellte er die Szenarien durch den Einsatz modernster Technologien bei „emissionsfreien“ Kohlekraftwerken und bei der Kernenergie der 4. Generation dar.

Professor Schröppel schloss mit dem eindringlichen Appell: „Die Verknappung der Primärenergie wird zu harter Konkurrenz um die weltweiten Energieressourcen führen. Es muss daher jetzt gehandelt werden, wenn wir in zwei Jahrzehnten noch eine gesicherte Energieversorgung haben wollen. Dazu brauchen wir eine solide Strategie – ohne Vorurteile, auf allen Ebenen, über 4-Jahres-Fristen hinaus. Wir brauchen ein Apollo-Programm zur Energieversorgung!“.

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Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit – Chancen und Wege zur Konvergenz
 

Stephan Kohler, dena – Deutsche Energie-Agentur, zeigte die gravierenden Entwicklungen im globalen Wettbewerb um die Energieversorgung auf und machte den dringenden Handlungsbedarf aller Beteiligten für eine nachhaltige Energieversorgung und für klare, koordinierte energiepolitische Strategien deutlich – es ist höchste Zeit, die Chancen und Wege zur Konvergenz der Anforderungen zu definieren und zu nutzen.

Ausgehend von der Entwicklung des weltweiten Primärenergieverbrauchs und des erwarteten Stromzuwachses wurde die Realisierbarkeit unter Einbeziehung bestehender Rahmenbedingungen analysiert. Daraus ergeben sich Forderungen für eine nachhaltige Energieversorgung: Effiziente Wandlung von Primärenergie, rationelle Energienutzung und Ausbau regenerativer Energien. In diesem Szenario wurden berechnete Modelle für entsprechende Einsparpotentiale dargestellt: Danach ist es nicht ausreichend, Energie zu sparen, auch die Erzeugung muss hocheffizient sein – also Energieeffizienz entlang der gesamten Energiekette ist zu fordern. Als Beispiel dazu wurde auf Effizienzfaktoren unterschiedlicher Technologien bei der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) eingegangen.

  

„Ein Verzicht auf konventionelle Energieträger ist eine Illusion. Sie sichern den Grundbedarf und geben Versorgungssicherheit. Bereits verfügbare Technologien – so effiziente Kohlekraftwerke oder Verfahren zur CO2-Abscheidung und Speicherung – müssen weiter entwickelt und genutzt werden“, erklärt Stephan Kohler und fordert: „Dazu muss die Hürde der hohen Anfangsinvestitionen überwunden werden und einer Betrachtensweise über Jahrzehnte weichen.“

Große Chancen sieht Stephan Kohler beim Ausbau der Windenergie, insbesondere im Offshore-Bereich. Dabei kommt der Optimierung der Integration zentraler und dezentraler Stromerzeugungseinheiten in die Energieversorgungsnetze eine besondere Bedeutung zu. „Wir benötigen intelligente Systeme zur Beherrschung der Auswirkungen von Schwach- und Starkwindzeiten. Die Prognosegüte der Windenergieeinspeisung und des Stromverbrauchs, das Management der Stromnachfrage und die Entwicklung von Speichertechnologien stellen uns vor hohe Herausforderungen, auf die Deutschland mit seinen Spitzentechnologien aber hervorragend vorbereitet ist“, schloss Stephan Kohler seinen Vortrag.

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Mit High-Tech zu Energieeffizienz

Ralf de la Haye, Hanning Elektro-Werke GmbH & Co.KG, zeigte anhand konkreter Beispiele aus der Antriebstechnik Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung auf.

Dabei stellte er heraus: Kunde und Hersteller müssen lernen, im intensiven Dialog gemeinsam die – auch häufig kontroversen – Fragen zu High-Tech-Lösungen und gleichzeitiger Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit von Produkten und Systemen zu beherrschen. Nur gebündeltes Expertenwissen lässt optimale Ergebnisse in hochkomplexen Systemanwendungen erreichen. 

  

Er zeigte die zahlreichen Iterationsschritte auf dem diffizilen Weg auf, der begangen werden muss, um bei den in der Praxis auftretenden unterschiedlichsten Parametersätzen langfristig und gesichert ein Produkt oder ein System im Bereich des Effizienz-Optimums zu halten.

Dazu werden komplexe Simulationen mit praxisrelevanten Rechenmodellen eingesetzt, die neben der Wirkungsgradoptimierung auch Aussagen über die mechanischen Belastungen liefern, beispielsweise die Drehmomentwelligkeit oder die statische und dynamische Exzentrizität und die daraus resultierende Lagerbelastung. Dies gewinnt eine besondere Bedeutung bei Lebensdauerbetrachtungen und ist ebenso ein Element zum Umweltschutz durch reduzierte Geräuschemissionen.

Die vergleichenden Analysen zeigen, dass bei einer systembezogenen Gesamtoptimierung insbesondere auch die Aspekte zentraler oder dezentraler Antriebslösungen ein wichtiger Faktor sind.

Im Zusammenhang mit diesen Berechnungen machte Ralf de la Haye weiter deutlich: Im Sinne eines Gesamt-Optimums sollten die reinen Anschaffungskosten kein ausschließlicher Entscheidungsfaktor beim Kunden sein. Viel mehr sind die „Live Cycle Costs“ – also die Gesamtkosten über die volle Nutzungsdauer – als wesentliche Messgröße zu bewerten.

„In der Betrachtensweise über die „Live Cycle Costs“ liegen große Chancen für den Einsatz energieeffizienter Systeme. Wir sehen aber auch noch großen Informationsbedarf für diese Vorgehensweise, da sich Entscheidungsprozesse in den Unternehmen von einer kurzfristigen hin zu einer längerfristigen Betrachtensweise ändern müssen“, schloss Ralf de la Haye seinen Vortrag.

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Aktuelle Themen bei IEC und CENELEC

 

Thomas H. Wegmann, DKE, informierte im ersten Teil seiner Präsentation über die Fortschritte bei der Implementierung des IEC-Masterplan 2006.

Das IEC Market Strategy Board (IEC/MSB), besetzt mit hochrangigen Wirtschaftsvertretern, hat seine Arbeit aufgenommen. Convener ist Enno Liess in seiner Eigenschaft als IEC Vizepräsident, ehemaliger VDE-Vorstandsvorsitzender und zuvor DKE-Geschäftsführer. Die Analyse von Technologietrends, die Ermittlung von Marktanforderungen und die Prioritätensetzung normungsrelevanter Themenkomplexe sollen die IEC verstärkt in die Lage versetzen, aktiv, effizient und bereits in der Entstehungsphase die internationale Normung kundenorientiert zu positionieren.

  

Dazu gehören insbesondere auch die Bedarfsermittlung für Normungsprojekte mit einem eingeschränkten Konsensgrad sowie die Realisierung einer IEC-Plattform zur Umsetzung dieser Projekte. Eingebunden in den Scope ist auch die Behandlung von Aspekten zur Zertifizierung und Konformitätsbewertung.

„IEC-Global Reach“, so Thomas Wegmann zu seinem nächsten Themenpunkt, „verfolgt das strategische Ziel der breiteren Anwendung von IEC-Normen, hier durch Aufnahme der Essential Differences in Requirements (EDR) unter klaren Rahmenbedingungen, wie sie in der „Global Relevance Toolbox“ festgeschrieben sind.“ Die IEC wird ihre Global Relevance Strategy weiter entwickeln, ein Entwurf liegt zur Verabschiedung in Juni 2008 vor.

Zum Abschluss des IEC-Themenkomplexes zur Energieeffizienz wies er auf die Arbeiten der IEC SMB Strategy Group 1 „Energy efficiency and renewable resources“ (SMB/SG1) und deren enge Kooperation mit ISO, ITU, IEA und weiteren Organisationen hin. Als besondere Herausforderung wurde – neben der Ermittlung des generellen Handlungsbedarfs in diesem Segment – die Integration dezentraler Energieversorgungssysteme in die klassischen Netzstrukturen genannt.

Die aktuellen Arbeiten beim CENELEC und CEN am Beispiel des Sektorforum „Energy Management“ sowie Aktivitäten der ISO wurden kurz vorgestellt.

Unter dem Stichwort „Energy unlimited“ gab Thomas Wegmann einen Überblick über die von den EU-Regierungschefs im März 2007 vereinbarten konkreten Ziele: Steigerung der Energieeffizienz, verstärkter Einsatz erneuerbarer Energien und Reduktion der Treibhausgase.

Zum Abschluss der Präsentation hob Tomas Wegmann die besondere Bedeutung effizienter Arbeitsmittel in der Normung hervor. Dazu gehören besonders das von der IEC und des CENELEC gemeinsam entwickelte web-basierte Werkzeug „Collaboration Tools“ und das internationale elektrotechnische Wörterbuch der IEC, das online unter www.electropedia.org verfügbar ist. Die deutsche Version des IEV wird für das 2. Quartal 2008 erwartet.

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DKE-Nadel 2008

Es sind – so der Standpunkt der DKE – die Menschen, die Neues gestalten und den Weg zur Sicherung unserer Zukunft bereiten, mit Kompetenz und Engagement, oft mit Leidenschaft und hohem persönlichen Einsatz.

Als besondere Auszeichnung für herausragende Leistungen deutscher Experten in der elektrotechnischen Normung wurde, nun zum dritten Mal, die DKE-Nadel verliehen.

  

Acht der zehn in diesem Jahr ausgezeichneten Experten konnten die DKE-Nadel persönlich aus den Händen von Dietmar Harting und Dr. Bernhard Thies entgegennehmen. Dietmar Harting würdigte bei der Übergabe individuell deren besondere Leistungen in den Gremien der DKE sowie in der europäischen und internationalen Normungsarbeit bei der IEC und beim CENELEC.

Die DKE ist überzeugt: Die globalen Herausforderungen können nur durch aktive engagierte Mitarbeit aller Beteiligten gelöst werden.

Der schnelle Austausch von Information und Wissen ist dabei ein wesentliches Element zur Sicherstellung einer effizienten und bedarfsorientierten Normungsarbeit. In diesem Bewusstsein hatte die DKE erstmals den Teilnehmerkreis der DKE-Tagung 2008 auf alle berufenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Komitees und Unterkomitees der DKE erweitert.

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FLES – Europäische Normung fit für die Zukunft

In seinem Vortrag wies Dr. Bernhard Thies, DKE-Geschäftsführer, einleitend auf den besonderen Stellenwert der Deutschen Normungsstrategie (DNS) hin. Mit ihrer Vision und den fünf Kernzielen ist sie ein wesentliches Element, mit dem die herausragende Bedeutung der Normung – insbesondere auch in der Politik – stärker bewusst gemacht werden konnte. „Diese Erfolgsgeschichte werden wir weiter schreiben und die neuen Anforderungen der Zukunft mit einbeziehen“, betonte er. (Informationen zur DNS finden Sie hier).

Die Märkte, der globale Wettbewerb ebenso wie die Strukturen von Politik und Gesellschaft sind in einem sich beschleunigenden Wandel. Hier bestehen, gerade auch für die Normung in Europa, hohe Herausforderungen – aber auch große Chancen. „Die Initiative Future Landscape for European Standardization (FLES) ist die Antwort darauf“, erklärte Dr. Bernhard Thies.

  

Die neue Normungslandschaft in Europa findet ihre Basis in dem vom CENELEC und CEN in 2006 gemeinsam erarbeiteten und zwischenzeitlich aktualisierten „Weißbuch“. Bei den Generalversammlungen des CENELEC und CEN im Juni 2007 auf Zypern wurde der gemeinsame Entschluss gefasst, die Werte und Prinzipien der Europäischen Normung zu stärken, ein Europäisches Normungs-System zu bilden, das offen, flexibel, dynamisch und somit in der Lage ist, den Herausforderungen zukünftiger Technologien in einer zunehmend globalen Welt zu begegnen.

An der Umsetzung dieser Ziele wird gegenwärtig intensiv gearbeitet. Dr. Bernhard Thies erläuterte an einem Modell ausführlich die mögliche Architektur einer neuen europäischen Normungslandschaft: „Die europäische Normung arbeitet auf einer hervorragenden Grundlage, wie das der New Approach als Beispiel zeigt. Die Herausforderungen lassen sich aber nicht durch einfaches Auflösen oder Neugründen von Organisationen lösen.

Wir wollen daher Entscheidungsstrukturen schaffen, die übergreifend, sachorientiert und effektiv die Anforderungen der Zukunft mit ihren konvergierenden Technologien erfüllen – bis hin zum „Außenminister“ für Nomungsangelegenheiten, um das Modell der europäischen Normung präsent zu machen und damit Plätze zu besetzen. Dabei ist auch die Frage nach der Einbindung von Konsortien und Foren auf dieser europäischen Plattform zu stellen, mit dem Ziel, sehr schnell und im bereits frühen Stadium der Entwicklung neuer Technologien Normungs-Produkte anbieten zu können, die nicht konsensbasiert sein müssen und keine Sicherheitsfestlegungen enthalten.“

Zum Abschluss erläuterte Dr. Bernhard Thies die Zielsetzungen und laufenden Arbeiten der FLES-Arbeitsgruppe „Branding & Marketing“, deren Leitung er innehat: „Wir wollen das europäische Normungssystem zu internationaler Anerkennung führen, Europa nimmt seine Position als Technologieführer durch Normung wahr.“

 „Die Vision „The dawn of a new era for European Standardization“, wie sie auf Zypern formuliert wurde, muss Wirklichkeit werden”, so der Geschäftsführer der DKE.

 

Podiumsdiskussion: „Normung ist Zukunft – Mit Energie zu mehr Effizienz“

Die kompetent besetzte Podiumsdiskussion zum Leitthema der DKE-Tagung 2008 „Normung ist Zukunft – Mit Energie zu mehr Effizienz“ unter der Moderation von Dr. Markus Lemmens setzte am Nachmittag der Tagung einen weiteren Höhepunkt. Fundiert eingestimmt durch die Redner der Vortragsreihe entwickelte sich – insbesondere auch zwischen dem Podium und dem Plenum – eine auf hohem Niveau geführte mehr als einstündige engagierte und teilweise auch leidenschaftliche Diskussion.

Die Botschaft zum Leitthema der DKE-Tagung 2008 war bei den Teilnehmern angekommen: Wir alle müssen gemeinsam Handeln im Bewusstsein unserer Verantwortung, zum Schutz von Mensch und Umwelt, zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Innovationen, für die Zukunft unserer Kinder und Enkel, weltweit!

Es zeigte sich die hohe Bandbreite der erforderlichen Maßnahmen zur Sicherung des Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland.

Auch wurde nachdrücklich unterstrichen: Normung hat insbesondere auch eine mittel- und langfristige Wirkung, ebenso wie innovative Technologien zur Steigerung der Energieeffizienz. Die strategische Ausrichtung in Unternehmen muss sich damit ebenfalls verstärkt längerfristig orientieren – also über Jahresbilanzen hinaus denken können und Managern durch längerfristig orientierte persönliche Messgrößen die erforderlichen neuen Entscheidungswege öffnen.

Mehr „Awareness“ der Normung in den Unternehmen ist erforderlich, um die Bedeutung und wirtschaftliche Relevanz der Normungsarbeit noch stärker in den Unternehmensstrategien zu verankern und auch im operativen Geschäft mit Leben zu erfüllen: Business-Controlling muss bei der Kostenbewertung für Produkt- und System-Live-Cycle die positive Bedeutung der Normung erkennen lernen und deren mittel- und längerfristig vorhandenen Erfolgsfaktor für die Unternehmen berücksichtigen.

  

   Teilnehmer v.l.n.r.:

  • Dr. Horst Gerlach (ZVEI)
  • Dr. Ralph Sporer (Siemens AG)
  • Professor Dr.-Ing. Wolfgang Schröppel
    (Universität Karlsruhe)
  • Dr. Markus Lemmens
    (Moderation, Lemmens Medien GmbH)
  • Dietmar Harting
    (Vorsitzender der DKE / HARTING KGaA)
  • Dr.-Ing. Hans Heinz Zimmer
    (VDE-Vorstandsvorsitzender)

 

   

Normung ist Marktzugangs-Management. Dazu muss Normung auch entsprechend verstanden werden: In der Ausbildung und im Studium muss die Funktion und Bedeutung der Normung stärker verankert werden – das nicht nur in den technischen Berufen sondern mit Schwerpunkt gerade auch in den kaufmännischen Bereichen. So muss ein Controller die langfristige Wirkung der Normung verstehen und sie zu einem festen Bestandteil in Business-Plänen machen.

Dies zu realisieren wird als gemeinsame Aktion der Beteiligten gefordert. Dabei ist wichtig, dass insbesondere auch die KMU die für sie so wesentlichen Vorteile einer direkten Mitarbeit in der Normung noch besser erkennen und die Chancen der Anbindung an den weltweiten Technologiestand nutzen.

Aber auch im privaten Bereich, beim Verbraucher, ist die Auswirkung und Allgegenwärtigkeit der Normung stärker zu verdeutlichen, um die Einsparpotenziale energieeffizienter Geräte bewusster und in zukünftigen Premium-Produktgruppen zur wichtigen Kaufentscheidung zu machen – wie das bei den Energie-Labeln der Hausgeräte bereits erfolgreich praktiziert wird.

Mit Nachdruck eingefordert wurde von der Politik die Sicherstellung einheitlicher und ausgewogener Marktzugangs- und Zulassungssysteme, so besonders in den USA und in China. Nur durch den Abbau offener oder verdeckter Beschränkungen in den Marktzugängen ist eine Chancengleichheit zu erreichen.

Das in der Diskussion als hervorragend eingeschätzte europäische Normungssystem muss weltweit wesentlich schneller, progressiver und auf breiter Front promotet werden, damit nicht Normungssysteme aus anderen Wirtschaftsregionen, wie aus den USA, hier wichtige Plätze besetzen und damit Fakten schaffen.

Bei der Bewertung der Position Deutschlands ergab sich: Deutschland hat eine führende Stellung in den Technologiefeldern zur Energieeffizienzsteigerung. Investitionen rechnen sich in der Zukunft in diesen Geschäftsfeldern. Dazu muss die Politik aber die verlässlichen Rahmenbedingungen schaffen – und dies über die Grenzen Deutschlands hinaus, weltweit.

Dietmar Harting hat seine Einleitung „DKE. Wir schalten uns ein“ sehr bewusst als Aufgabe und Herausforderung an das „Netzwerk Normung“ gewählt, für das die DKE die Diskussionsplattform bildet. Die Ergebnisse der Podiumsdiskussion zeigen – dieser Meilenstein auf einem insgesamt noch langen Weg konnte erreicht werden.

 

DKE-Tagung 2008 – der Abschluss

In seinem Schlusswort fasste Dietmar Harting noch einmal kurz zusammen: Die in der Tagung thematisierten gewaltigen Herausforderungen sind nur durch weltweit konzertiertes Handeln von Politik, Wirtschaft, Forschung und Verbrauchern zu meistern – die Zeit für Lösungen ist knapp. Die Tagung hatte deutlich aufgezeigt, dass die Steigerung der Energieeffizienz zur Lösung der Probleme nicht alleine ausreichen wird, ein weiterer zwingender Faktor ist das Einsparen von Energie.

Der Normung kommt in diesem Szenario eine ganz besondere Bedeutung und eine hohe Verantwortung zu. Dabei erwartet Dietmar Harting starke zusätzliche Impulse von dem neu gegründeten IEC Market Strategy Board (IEC/MSB) und der IEC SMB Strategy Group 1 (SMB/SG1), die die bisher schon erfolgreichen IEC-Arbeiten in den Bereichen der Energieeffizienzsteigerung von Produkten und Systemen erweitern werden. „Auch auf diesen Gebieten wird das Dresdener Abkommen seine besondere Bedeutung für eine international ausgerichtete Normungsarbeit in Europa wieder unter Beweis stellen“, fügte der DKE-Vorsitzende an.

„Deutschland ist im Bereich der Spitzentechnologien in einer hervorragenden Ausgangsposition, um die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen zu meistern – aber es müssen alle Betroffenen mit Blick auf das nur gemeinsam erreichbare Ziel handeln“, so der Appell von Dietmar Harting an die Verantwortlichen.

Mit einem herzlichen Dank an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die Redner und die DKE für die Organisation der Tagung beendete Dietmar Harting die DKE-Tagung 2008 mit dem Wunsch: „Hoffentlich mit einem Wiedersehen bei der nächsten DKE-Tagung.“

 

DKE-Tagung 2008 – oder von der Leichtigkeit der Normung

Gelegentlich ist zu hören: Normung ist die Domäne des Ingenieurs und selten der Ingenieurin, des technischen Spezialisten, rein sachlich orientiert, immer präzise bis in die hohen Nachkommastellen, akribisch recherchiert, mit einem eigenen Sprachraum, schwer verständlich – und kein Thema für Konversation und Feingeister.

Wirklich? Die DKE zeigt auch eine andere Seite der Normung – mit dem Intro-Film zur Eröffnung der DKE-Tagung 2008.

Mit bewegten und bewegenden Bildern kommunizieren wir die Themen dieser DKE-Tagung, beflügelt durch die Klänge der Tschaikowsky-Serenade, mit Emotionen – und auch deswegen mit sehr klaren Aussagen.

Wir haben den Intro-Film als „Streaming Video“ für Sie hier bereitgestellt – klicken und genießen Sie:

Bitte beachten Sie: Die erforderliche starke Komprimierung des Original-Datenvolumens des Films als Streaming Video führt zu merklichen Einbußen in der Bild- und Tonqualität.

Wenn Sie Interesse an der Zusendung einer DVD mit dem Intro-Film in voller Qualität haben, nehmen Sie bitte Kontakt mit Frau Götz-Gellermann auf (siehe weiter unten unter „Kontakt“).

 

DKE-Tagung 2008 – Sie wollen uns kontaktieren?

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Anja Götz-Gellermann (Sekretärin von Dr. Bernhard Thies)
Telefon: +49 69 6308-241
Fax: +49 69 6308-9241
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