Deutschland nimmt auf dem Gebiet der Nanotechnologie weltweit eine führende Position in der Forschung und Entwicklung nanotechnologischer Anwendungsfelder ein. Diesen Spitzenplatz gilt es durch die Sicherstellung des Markterfolges auszubauen. Normung und Standardisierung können als Türöffner in den globalen Märkten dienen und so dieser innovativen Technologie den Weg aus den Entwicklungs-Laboratorien zur weltweiten Anwendung verhelfen.
Bei einem von DKE (Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE) und DIN (Deutsches Institut für Normung e.V.) gemeinsam veranstalteten Workshop zum Thema "Standardisierungsbedarf in der Nanotechnologie" kamen am 23. Juni 2005 in der Jahrhunderthalle Frankfurt a.M. rund 140 Teilnehmern aus Industrie, Wissenschaft, Verbänden und Normungsorganisationen zusammen, um auf einer gesicherten Basis eine gemeinsame deutsche Position zu erarbeiten.
Nach den einführenden Vorträgen
wurde in den sechs anwendungsspezifischen Workshops
- Medizin/Pharma/Kosmetik/Toxikologie
- Automobil/Luftfahrt/Raumfahrt
- Elektronik/Optik
- Werkstoffe
- Sensorik
- Messtechnik/Prüftechnik
detailliert über die sektorspezifischen Bedürfnisse diskutiert.
Die Diskussion der Ergebnisse zeigte, dass in den meisten Anwendungsfeldern bereits heute Standardisierungsbedarf auf den Gebieten Terminologie, Messtechnik/ Prüftechnik und auch Sicherheit beim Umgang mit Nano-Partikeln besteht. Hervorzuheben ist dabei die Bereitschaft von mehreren Teilnehmern quer durch alle sechs Workshops, in bereits bestehenden bzw. neu zu gründenden internationalen, europäischen und nationalen Gremien aktiv mitzuarbeiten. Dabei bestand Einigkeit, dass auf Grund der globalen Ausrichtung der Forschungsarbeiten den Aktivitäten der internationalen Normungsorganisationen IEC und ISO Vorrang einzuräumen ist.
Zur Koordinierung des weiteren Vorgehens und der Beteiligung an den internationalen Aktivitäten bei IEC und ISO haben DKE und DIN einen gemeinsamen Koordinierungsausschuss unter Leitung von Dr. N. Fabricius (Forschungszentrum Karlsruhe) gebildet. Dieses Gremium wird die Ergebnisse der Workshops aufgreifen, als deutsche Position in die beginnenden Aktivitäten auf internationaler Ebene einbringen und bedarfsorientiert über den Aufbau sowie die Struktur nationaler Spiegelgremien entscheiden.