Zum Jahresende 2006 hat die DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE unter dem Motto „Normung – mit Sicherheit in die Zukunft“ zur DKE-Tagung nach Frankfurt geladen. Zu dem Treffen der Mitglieder der DKE-Lenkungsgremien, Obleute der DKE-Arbeitsgremien, deutschen Vorsitzenden und Sekretäre von Komitees der IEC oder des CENELEC sowie Deutschen Sprecher in den Gremien der IEC und des CENELEC konnte der DKE-Vorsitzende Dipl.-Kfm. Dietmar Harting am 6. Dezember 2006 im Arabella Sheraton Hotel in Frankfurt am Main unter den etwa 130 Teilnehmern auch führende Persönlichkeiten befreundeter Normungsorganisationen aus Österreich, Polen und Slowenien begrüßen.
Die Vielfalt des Begriffs „Sicherheit“ – von der Sicherheit von Produkten und Anlagen, der Sicherheit für Leib und Leben über die Rechtssicherheit bis hin zur Investitionssicherheit – und ihre Bedeutung in der elektrotechnischen Normungsarbeit standen im Fokus der diesjährigen Tagung. In Vorträgen wurden die Aspekte aus Sicht der EU-Kommission durch Herrn Norbert Anselmann und aus der juristischen Sicht insbesondere des Produkt- und Vertragsrechts durch Professor Dr. Thomas Klindt dargelegt. Herr Christian Erbe ging anschließend auf die Aspekte des globalen Marktzuganges durch internationale Normen aus Sicht eine mittelständischen Unternehmens ein.
In der von Herrn Professor Dr. Hartwig Steusloff moderierten Podiumsdiskussion zum Abschluss der Veranstaltung diskutierten die Tagungsteilnehmer eine Reihe von Querschnittsthemen unter dem Motto „Normung – mit Sicherheit in die Zukunft“.
Zum zweiten Mal nach 2005 wurde in einem Festakt im Rahmen der DKE-Tagung die DKE-Nadel als Anerkennung und Würdigung besonderen Engagements ehrenamtlicher Experten in der Arbeit der DKE verliehen. Acht der zehn in diesem Jahr ausgezeichneten Experten konnten die Auszeichnung persönlich aus den Händen der DKE-Vorsitzenden und der DKE-Geschäftsführung entgegen nehmen. Dipl.-Kfm. Dietmar Harting würdigte bei der Übergabe der Auszeichnung die Leistungen aller zehn besonders aktiven Mitarbeiter in den Gremien der DKE bzw. deren Spiegelgremien bei IEC bzw. CENELEC. (siehe hierzu Beitrag „Verdienstvolle Mitarbeit in der elektrotechnischen Normung“)
Download der Tagesordnung
Begrüßung und Einführung durch den DKE-Vorsitzenden
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Dipl.-Kfm. Dietmar Harting, persönlich haftender Gesellschafter der HARTING KGaA, Espelkamp
Zur Eröffnung der Tagung begrüßte der DKE-Vorsitzende D. Harting besonders die Gäste aus Österreich, Polen und Slowenien, deren Teilnahme sichtbarer Ausdruck der guten Zusammenarbeit der nationalen Normungsorganisationen in Europa sei.
Er hob hervor, dass es die Frage der Sicherheit von Produkten und Anlagen sowie die Sicherheit der Anwendung des elektrischen Energie war, die vor 100 Jahren den Beginn der internationalen Normung begründete. In seinem Rückblick auf die 100-Jahrfeier der IEC, die dieses Jahr 2006 in Berlin im Rahmen der 70. IEC-Generalversammlung durch VDE und DKE ausgerichtet wurde, dankte er besonders Hr. Wolfgang Reichelt, dessen großes persönliches Engagement als mittelständischer Unternehmer in der elektrotechnischen Normungsarbeit durch die Auszeichnung mit dem IEC-Lord-Kelvin-Award geehrt worden ist. |
 Dipl.-Kfm. Dietmar Harting |
Herr Harting wies aber auch auf einen anderen Aspekt des Begriffs „Sicherheit“ hin, der für Unternehmen von großer Bedeutung ist: Investitionssicherheit und Rechtssicherheit sind in den zunehmend globalen Märkten der Elektro- und IT-Industrie unabdingbar für erfolgreiches unternehmerisches Handeln.
Er forderte daher alle an der Normung beteiligten auf, selbstkritisch die Instrumente, Produkte und Prozesse der Normung zu überdenken, damit das Motto der Tagung auch zukünftig Bestand hat: Normung mit Sicherheit in die Zukunft.
Der DKE-Vorsitzende dankte allen Beteiligten an der elektrotechnischen Normungsarbeit in Deutschland für ihr Engagement, mit der sie die bisherige erfolgreiche Arbeit geleistet haben. Dies habe wesentlich dazu beigetragen das hervorragende Renommee der deutschen Normung in Europa und weltweit sicherzustellen.
Download der Eröffnungsrede
Zusammenspiel Normung/Regulierung
Norbert Anselmann, EU-Kommission, GD-Unternehmen & Industrie, Brüssel
In seinen Ausführungen ging Herr Anselmann ein auf den Beitrag der Normung zur Umsetzung der Lissabon-Agenda, gab einen Status-Bericht zur Anwendung der Normung im Bereich der EU-Gesetzgebung (Verweis des Gesetzgebers auf Normen) und die dadurch erzielte Staatsentlastung durch den freiwilligen Normungsprozess sowie einen Ausblick auf die Pläne zur Reform des neuen Ansatzes durch die EU-Kommission.
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Normung sei aus Sicht der Kommission ein wichtiges Instrument zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in Europa, wie die Beispiele Nanotechnologie, Raumfahrt, Dienstleistung und ECO-Design von Geräten zeigen. Harmonisierte Normen sind für Unternehmer verlässliche Wegweiser der Konformität und Hilfe zum Marktzugang auch auf den globalen Märkten. Während für die europäische Gesetzgebung früher überwiegend nur nationale Normen zur Verfügung standen, kann seit dem Beginn des New Approach heute weitgehend auf einheitliche Europäische Normen zur Erfüllung der Anforderungen des europäischen Gesetzgebers zurückgegriffen werden. |
 Norbert Anselmann |
Im europäischen Normungsprozess sei die Beteiligung aller Kreise, insbesondere auch aus dem öffentlichen Bereich sowie der kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) erforderlich, um eine wirkungsvolle Staatsentlastung zu erzielen. Die Aufnahme von Konfliktanforderungen in Europäische Normen, wie sie im Rahmen der „Global Relevance“-Diskussionen der Internationalen Normungsorganisationen zum Teil befürwortet werde, sei jedoch ein Hinderungsgrund zur Listung der Normen unter EU-Richtlinien.
Abschließend führte Herr Anselmann aus, dass Anfang 2007 nach über 20 Jahren erfolgreicher Umsetzung und Anwendung des „New Approach“ Vorschläge zur Überarbeitung der neuen Konzeption durch die EU-Kommission zur Diskussion gestellt werden.
Download des Vortrags von Hr. Anselmann
Wichtige Punkte der anschließenden Diskussionsrunde waren:
- Harmonisierte Normen bedürfen nicht nur des Engagements der herstellenden Industrie, alle Interessen müssen gewahrt werden.
- In der Elektrotechnik ist der weltweite Marktzugang erforderlich. Dazu ist eine gegenseitige Prüfzeichenanerkennung unabdingbar. Herr Anselmann verwies dazu auf die Bemühungen der EU mit der Entsendung eines Beraters nach China sowie die Kontakte zu Russland und anderen Regionen.
Haftungsrechtliche Bedeutung von Normen
Professor Dr. Thomas Klindt, Kanzlei NÖRR STIEFENHOFER LUTZ, München
In seinen sehr ansprechenden und lebendigen Ausführungen ging Prof. Klindt auf die Produktrechtlichen Aspekte der Normungsarbeit ein. Im Einzelnen sprach er die zivilrechtlichen Aspekte (Vertragsrecht und Produkthaftung), das Strafrecht und das behördliche Recht an.
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Normen seine das mindeste, was durch einen Hersteller einzuhalten sei, Ihre Festlegungen können aber aus Sicht des Produkthaftungsrechts nicht ausreichend sein, da der geforderte Stand der Wissenschaft und Technik sich seit der Normveröffentlichung weiterentwickelt hat. Neben der bestimmungsgemäßen Verwendung der Produkte sei aus juristischer Sicht immer auch die vorhersehbare Fehlanwendung in der Risikobewertung zu beachten. Aus strafrechtlicher Sicht seien immer auch zusätzlich Marktbeobachtungen erforderlich, um die gebotene Sorgfaltspflicht als Hersteller einzuhalten. |
 Professor Dr. Thomas Klindt |
Abschließend ging Prof. Klindt ein auf die Besonderheiten der Vermutungswirkung harmonisierter Normen in Europa und nach dem neuen Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (GPSG). Danach geht eine Vermutungswirkung auch von den nationalen Normen aus, die vom Ausschuss technische Arbeitsmittel und Verbraucherprodukte (AtAV) anerkannt sind und im Bundesanzeiger entsprechend veröffentlicht werden.
Download des Vortrags von Prof. Dr. Klindt
Wichtige Punkte der anschließenden Diskussionsrunde waren:
- Aus juristischer Sicht gehören Wettbewerbs- und Umfeldbeobachtungen zu den durch einen Hersteller kritisch zu reflektierenden Hinweisen. Dabei sollte man auch die „ewigen Nörgler“ nicht unbeachtet lassen, um der gebotenen Sorgfaltspflicht zu entsprechen.
- Die Beachtung „vorhersehbarer Fehlanwendungen“ wird sich in vielen Fällen oft erst juristisch nach dem Eintritt eines Schadensfalles klären lassen.
Globaler Marktzugang durch internationale Normen und Konformitätsbewertungsverfahren
Christian Erbe, ERBE Elektromedizin GmbH, Tübingen
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Nach einer kurzen Vorstellung seines Unternehmens und des Marktes für elektromedizinische Geräte ging Herr Erbe ein auf die Rolle der Internationalen Normung bei der Konformitätsbewertung und dem damit verbundenen Zugang zu den internationalen Märkten.
Der Weltmark für Medizinprodukte hat ein Volumen von ca. 140 Mrd. €; davon entfallen ca. 25 Mrd. € auf die elektromedizinischen Geräte. Bei sehr guten Wachstumsraten ist der Markt sehr exportorientiert, wodurch den Internationalen Normen (hier insbesondere die weltweit akzeptierte Reihe IEC 60601) eine besondere Bedeutung sowohl bezüglich der Festlegungen zur Sicherheit als auch bezüglich der technischen Anforderungen erfährt. |
 Christian Erbe |
Internationale Normen helfen, Technologien am Markt zu etablieren, länderspezifische Varianten werden durch Internationale Normen vermieden. Sie geben Anwendern wie Herstellern Investitionssicherheit und sind eine Hilfe bei der Zulassung von Produkten in den globalen Märkten. Leider werden bei der Zulassung der Produkte durch die nationalen Behörden national unterschiedliche Konformitäts-Bewertungsverfahren angewandt. Diesbezügliche Bemühungen zur Vereinheitlichung werden gerade durch die beiden größten Märkte für die Elektromedizin USA und Japan nicht unterstützt.
Hr. Erbe begrüßte ausdrücklich die Beschlussvorlage aus Niedersachsen bei der Konferenz der Wirtschaftsminister der Länder, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in ihren Normungsaktivitäten zu unterstützen.
Eine engere Verzahnung von Normung und Konformitätsbewertung steigere aus seiner Sicht den Wert der Internationalen Normung. Eine einzige, international gültige Marktzulassung sei nur zu erreichen mit exzellenten Internationalen Normen.
Download des Vortrags von Hr. Erbe
Wichtige Punkte der anschließenden Diskussionsrunde waren:
- Betreiber (einschließlich der Gesetzgeber und Verwaltungen) sollten sich mehr in der Normung engagieren, dies verhindere Probleme mit der Zulassung von Produkten in den globalen Märkten.
- Normung stößt auf ihre Grenzen bei den gesetzlichen Regelungen zum Schutz von Märkten; hier ist die Politik gefordert.
- Hr. Anselmann stellte dar, wo und in welchem Umfang erste Schritte getan wurden, die Grenzen durch die Europäische Union auch global abzubauen. Dies erfordere aber Zeit, ähnlich wie eine gründliche Normung.
Aktuelle Themen bei IEC und CENELEC
Thomas H. Wegmann, DKE
Herr Wegmann ging in seinem Vortrag auf übergreifende Aspekte der internationalen und regionalen Normungsarbeit ein, die von allgemeiner Bedeutung für alle Bereiche der elektrotechnischen Normung in ihrem internationalen Umfeld sind. Zunächst ging er auf „Global Relevance“, die weltweite Anwendbarkeit der Internationalen Normen ein und gab einen Statusbericht zum aktuellen Stand der EDR-Diskussion in der IEC (EDR – Essential Differences in Requirements), die das Deutsche Komitee der IEC von Anfang an sehr kritisch begleitet hat. Nachdem es in der bisherigen Versuchsphase nicht gelungen war, auch nur eine IEC-Norm gemäß dem EDR-Prozess abzuschließen, beschloss die IEC nun die grundlegende Überarbeitung ihrer „Global-Relevance“-Politik. Bezüglich der Berücksichtigung fundamental unterschiedlicher regionaler Anforderungen („EDR“) in IEC-Normen, die in der Regel bereits heute gut funktioniert, soll eine Toolbox mit verschiedenen Methoden erstellt werden, die dies ermöglichen (z. B. „in some countries“-Formulierungen, Klimaklassen u. ä. Optionen, normative und informative Anhänge).
Danach zeigte Herr Wegmann die neuste Entwicklung bei den „horizontals standards“ auf und stellte die Neufassung des in diesem Jahr erschienenen IEC-Guide 108 vor, indem nun festgelegt ist, dass einzelne Normen durch eine entsprechende Bevollmächtigung im SMB zur Horizontal-Norm werden. Gremien mit einer „General-Vollmacht“ zur Erstellung von Horizontal-Normen gibt es nicht mehr. Für die Pilotnormen zur Sicherheit und EMV sind nach wie vor die IEC-Guides 104 und 107 maßgebend.
Abschließend wurde die neue CLC-Umweltdatenbank auf der Hompage des CLC vorgestellt (siehe auch Menü „Search-Standards-Environmental aspects auf der CENELEC-Webseite: http://www.cenelec.eu/Cenelec/Code/Frameset.aspx). Sie wurde sowohl für Normen-Ersteller wie auch für Normenanwender geschaffen und bietet umfangreiche Suchkriterien zum Auffinden umweltrelevanter Festlegungen in elektrotechnischen Normen, die beispielsweise im Zusammenhang mit den EU-Richtlinien RoHS und REACH benötigt werden. Da CENELEC ca. 75 % seines Normenwerkes aus den Internationalen Normen der IEC übernimmt, enthält die Datenbank zugleich auch die Fundstellen in allen wesentlichen IEC-Normen.
Download des Vortrags von Hr. Wegmann
Informationen über das Polnische Normungsinstitut (PKN)
Dr. Zygmunt Niechoda, Polish Committee for Standardization (PKN), Warschau
In einer Grußbotschaft berichtete Dr. Niechoda über die neuesten Entwicklungen bei der polnischen Normungsorganisation. Diese werde nun auch in einen privatrechtlichen Verein umgewandelt. Er gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Kooperation zwischen PKN und DKE bzw. DIN, die sehr hilfreich für den Aufbau der Normungsorganisation in Polen gewesen sei, sich zukünftig nicht nur auf die hauptamtlichen Organisationsmitarbeiter beschränke, sondern auch im Kreis der technischen Experten auf internationaler und europäischer Ebene gelebt wird.
Podiumsdiskussion: „Normung – mit Sicherheit in die Zukunft“
Moderation: Prof. Dr. rer. nat. Hartwig Steusloff, Fraunhofer-Institut IITB, Karlsruhe
Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren der Vorsitzende des IEC/ACOS, Friedrich Harleß, Dr. Horst Gerlach vom ZVEI sowie Hr. Erbe und Hr. Anselmann als Vortragende vom Vormittag.
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- Hr. Harleß gab zu Beginn eine kurze Einführung zur Rolle des IEC-ACOS und erläuterte das entscheidende Werkzeug für eine einheitliche Sicherheitsnormung in der Elektrotechnik, den IEC-Guide 104. Als aktuelle Themen stehen bei IEC/ACOS neben der funktionalen Sicherheit auch die Security im Fokus, die bei der zunehmenden Automation und Informationsvernetzung an Bedeutung gewinne.
Gerade der letzte ACOS-Workshop war besonders gut in Asien lokalisiert, um dort vor Ort das europäische System der direkten Anerkennung von IEC-Normen als Europäische Normen vorzustellen.
- Dr. Gerlach erklärte, dass es aus Sicht der gesamten Elektroindustrie unabdingbar sei, die Sicherheitsnormung in der IEC einheitlich und klar zu fassen. Die vorhandenen Werkzeuge und Regeln bei IEC zeigen schon, dass global anwendbare Normen auch bisher durch die IEC geschaffen wurden.
Europa müsse darauf Wert legen, Vereinbarungen zu schaffen, mit denen die gegenseitige Anerkennung der Marktaufsicht global erreicht werden könne.
- Die Durchsetzung des „New Approach“ sei nur über Marktaufsicht zu gewährleisten, erläuterte Herr Anselmann. Dies spiegele sich auch in den Vorschlägen der Kommission zur Überarbeitung des „New Approach“ in 2007 wieder. Die Durchsetzung und Markrüberwachung bleibe aber eine nationale Aufgabe.
Obwohl in der Elektrotechnik mit der Niederspannungsrichtlinie ein gut funktionierendes System (quasi als Generalmandat) bestehe, sei es für bestimmte aufgaben erforderlich, Mandate an die Normungsinstitute zu erteilen.
- Dr. Gerlach wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die EU-Kommission im Rahmen dieses „Generalmandats“ die finanzielle Förderung bedenken möge. Dieser Hinweis wurde von den Tagungsteilnehmern insbesondere im Hinblick auf die Förderung der KMU-Normungsaktivitäten unterstützt.
- Normung ist in Europa, gerade durch ihre besondere Beziehung zur Regulierung nicht eine Angelegenheit der Industrie alleine, daher fördert die EU-Kommission die Zusammenarbeit mit Organisationen wie z. B. ANEC, welche die europäische Normungsarbeit begleiten und dabei die öffentliche Anwenderinteressen einbringen.
- Das Manko der fehlenden gegenseitigen Anerkennung der Marktzulassungen auf dem Weltmarkt wurde durch die Tagungsteilnehmer bekräftigt. Diesbezüglich seien die von den USA geprägten Märkte, trotz ihres Einflusses auf IEC-Normen und die Bestrebungen bei der „Global-Relevance“ ein entscheidender Hinderungsfaktor.
- Bei der Erstellung von Normen der Elektrotechnik ist die Berücksichtigung der Systemaspekte ein gravierender Faktor. Die bei der IEC hierzu gegründete Arbeitsgruppe hilft bei der Zusammenarbeit zwischen den TC der IEC, Schulungen werden durchgeführt und die TC zukünftig müssen dem SMB berichten über die Systemeinbettung ihrer Arbeiten. Dadurch soll isoliertes Denken aufgebrochen werden. Die Durchsetzung des Systemgedankens kann nicht durch Regulierung geschehen, sondern muss durch Einsicht erfolgen.
Prof. Steusloff stellte zum Ende der Podiumsdiskussion fest, dass eine ganze Reihe von Querschnittsthemen angesprochen werden konnten. Er bedankte sich für die vielen Fragen und Stellungnahmen aus dem Publikum, die auch einige Anregungen für die weitere Arbeit der DKE enthielten.
Schlusswort des DKE-Vorsitzenden
Zum Abschluss der DKE-Tagung 2006 spiegelte Hr. Harting das Motto und die Diskussionspunkte der Tagung mit den fünf Zielen der Deutschen Normungsstrategie, in der die diversen Aspekte der Sicherheit an herausragender Stelle aufgeführt seien. Somit sei Sicherheit die zentrale Aufgabenstellung für alle an der Normung Beteiligten.
Herr Harting bedankte sich bei den Referenten für ihre interessanten und aufschlussreichen Vorträge, bei den Tagungs-Teilnehmern für die rege Beteiligung und die guten Diskussionsbeiträge. Ebenso bedankte er sich für die Organisation der Tagung bei den zuständigen Mitarbeitern in der DKE-Geschäftsstelle und wünschte Allen ein gesegnete Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes, erfolgreiches Neues Jahr 2007.