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DKE-Jahresbericht 2010 

Vorwort 

 

 

Dr. Dietmar Harting
Vorsitzender der DKE

Energie ist elementar für den Menschen. Eine regelmäßige und ausgewogene Energiezufuhr ist notwendig, um Körper und Geist in Bewegung zu halten. Weiterhin sind viele alltägliche Verrichtungen und Abläufe ohne Energie kaum noch zu bewerkstelligen. Ob der duftende Kaffee am Morgen oder das Telefonat mit der Familie und Freunden: Die dahinterstehenden Geräte benötigen elektrische Energie, um verlässlich zu funktionieren.

Während lange Zeit die Nutzung fossiler Energiequellen wie Erdöl, Erdgas oder Kohle für die Energiegewinnung unumstritten war, führen deren Endlichkeit sowie der steigende Energiebedarf zu einer höheren Nachfrage nach regenerativen Energiequellen. Heute stehen Sonne, Wind und Wasser im Mittelpunkt des Interesses, um durch Photovoltaik-, Onshore- und Offshore-Anlagen Energie zu gewinnen. Dieser Wandel in der Energieerzeugung trifft fast zeitgleich auf eine epochale Veränderung deren Nutzung: Denn mit dem intelligenten Stromnetz – Smart Grid – wachsen Energiesysteme sowie Informations- und Telekommunikationssysteme zusammen. Auf dieser Basis können individualisierte Wünsche in der Erzeugung und Nutzung von Energie realisiert werden.

Eine besondere Bedeutung nehmen die intelligenten Energienetze in der Elektromobilität ein. Hier können zukünftig die Batterien von Elektrofahrzeugen gezielt als Zwischenspeicher fungieren: Bei einem Überangebot an elektrischer Energie im Netz werden die zu diesem Zeitpunkt nicht benutzten Elektroautos aufgeladen; bei steigendem Energiebedarf kann diese elektrische Energie wieder ins Netz abgegeben werden. Voraussetzung dafür bilden jedoch einheitliche Standards – sowohl im Stromnetz als auch beim Übergang, das heißt beim Aufladen des Elektroautomobils. Das ist ein wesentliches Anliegen der Normung, durch das Setzen von richtigen Standards positive Energie freizusetzen. Wichtig ist hierbei, dass die konventionellen Grenzen zwischen Branchen verschwinden und erst interdisziplinäres Denken und Handeln zum Erfolg führen wird. Diesen Weg gilt es auch in der Normung durch gemeinsame Ansätze immer weiter zu verstärken.

Positive Energie wird übrigens immer dann freigesetzt, wenn sich Menschen gemeinsam für neue Ideen und Handlungen begeistern bzw. begeistern lassen. Und das geschieht in der Regel dann, wenn der berühmte Funke überspringt und durch Veränderungen Begeisterung entfacht wird. In der Normung wird diese positive Energie freigesetzt, da alle interessierten Kreise zusammentreffen, um eine Norm im Konsens zu verabschieden. Das ist im Einzelfall nicht immer einfach, aber der Weg ist das Ziel, und so können Normen anschließend den Ansprüchen aller gesellschaftlichen Gruppen gerecht werden. Mit dieser Zielsetzung, nämlich mehr als nur Einzelinteressen durchzusetzen, gibt die Normung auch wesentliche Antworten, gesellschaftlichen Wandel zu gestalten.

Der Funke der Normung ist bei mir als Unternehmer schon früh übergesprungen – er hatte es auch wahrlich leicht: Normung hat einen entscheidenden Beitrag zur Verbreiterung unseres Marktportfolios sowie unseres Markterfolgs geleistet und damit unseren Unternehmenserfolg wesentlich beeinflusst.

In mir persönlich hat Normung positive Energien entfacht: nämlich durch Normen Märkte zu bereiten und erfolgreich zu erschließen. Daher war es mir in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit immer sehr wichtig, die strategische und regionale Dimension der Normung Dritten gegenüber zu verdeutlichen und verbunden mit der technologischen und strategischen Dimension zu einem eigenständigen Wert unserer Wirtschaft und Gesellschaft werden zu lassen.

Positive Energie versprühen für mich Menschen wie Sie, die sich in der Normung engagieren, ob als ehrenamtliche oder hauptamtliche Mitarbeiter. Mit Ihrem Tatendrang und Ihren exzellenten Ideen gestalten Sie nicht nur die deutsche elektrotechnische Normung, sondern auch die europäische und internationale Normung.

Gerne möchte ich mich bei Ihnen bedanken, dass Sie mich auf meinem Weg in der DKE begleitet und unterstützt haben. Sie haben mir unvergesslich schöne Jahre mit der Normung bereitet.

Ihr Dr. Dietmar Harting

 

>> DKE Ehrenvorsitzender Dr. Dietmar Harting