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Wir bitten um Ihr Verständnis.

 

Ihr
VDE/DKE WebTeam

Ladies and Gentlemen,

 

Our new website will be launched in a few days - with new and extended features, a modern design and exciting technology topics. Until then, we kindly ask for your patience as there will be a transition period from September 30 to October 3 during which our website will not be available.
We apologize for any inconvenience.

 

Sincerely,
VDE/DKE WebTeam

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Mitteilungen zur Normungsarbeit 

Gefahren durch Einspeisung in Endstromkreise 

Hinweise des DKE Normengremiums  UK 221.1 „Schutz gegen elektrischen Schlag“
Einspeisung elektrischer Energie in Endstromkreise von Kundenanlagen durch steckerfertige Erzeugungsanlagen

23.04.2013 

Bestehende Anlagen zur elektrischen Energieversorgung in Gebäuden sind auf eine zentrale Einspeisung elektrischer Energie über den Hausanschluss des zuständigen Netzbetreibers ausgelegt. Ausgehend von diesem Hausanschluss wird die Energie strahlenförmig über entsprechende Schutzeinrichtungen bis zu den Steckdosen für elektrische Verbrauchsgeräte verteilt. Dadurch ist der Energiefluss in einer vorgegebenen Richtung von der Einspeisung zum Verbraucher festgelegt, worauf die existierenden Schutzkonzepte beruhen (z.B. für Endstromkreise mit Steckdosen).

Zum Erreichen der elektrischen Sicherheit sind in jeder elektrischen Niederspannungsanlage nach den einschlägigen Sicherheitsnormen des VDE, z. B. der Normen der Reihe DIN VDE 0100 (VDE 0100),  folgende Maßnahmen gefordert:

    • Schutz gegen elektrischen Schlag
    • Schutz gegen thermische Auswirkungen
    • Schutz von Kabeln und Leitungen bei Überstrom
    • Schutz bei Fehlerströmen
    • Schutz bei Überspannungen
    • Schutz bei Unterbrechung der Stromversorgung

Die Wirksamkeit der vorgenannten Maßnahmen ist bei der parallelen Einspeisung elektrischer Energie über Steckdosen in bestehende Endstromkreise derzeit nicht sichergestellt.

In Deutschland ist nach DIN VDE 0100-551 (VDE 0100-551):2011-06, Abschnitt 551.7.1 für Anlagen, bei denen ein Parallelbetrieb der Stromerzeugungseinrichtung mit anderen Stromquellen einschließlich einem Stromverteilungsnetz erfolgt, eine Einspeisung in Endstromkreise nicht zulässig und nachfolgendes gefordert:

„Mit Ausnahme von unterbrechungsfreien Stromversorgungen, die zur Versorgung von bestimmten elektrischen Verbrauchsmitteln in einem Endstromkreis eingesetzt werden, müssen Stromerzeugungseinrichtungen auf der Versorgungsseite aller Schutzeinrichtungen der Endstromkreise angeschlossen werden.“

Weiterhin wird in Abschnitt 551.7.4 für den sicheren Betrieb gefordert:

„Mittel zur automatischen Abschaltung der Stromerzeugungseinrichtung vom Stromverteilungsnetz müssen vorgesehen werden, wenn die Versorgung unterbrochen ist oder die Spannung oder die Frequenz an den Anschlussklemmen von den zulässigen Werten, die für einen Normalbetrieb erforderlich sind, abweicht.

Die Art der Schutzeinrichtungen, die Empfindlichkeit und die Ansprechzeiten hängen von der Schutzmaßnahme des Stromverteilungsnetzes und der Zahl der angeschlossenen Stromerzeugungseinrichtungen ab und müssen vom Versorgungsunternehmen zugelassen sein.“

In der VDE-AR-N 4105:2011-08 in Abschnitt 5.5 wird ergänzend gefordert:

„Für die technische Ausführung des Anschlusses der Erzeugungsanlage bzw. der Kundenanlage mit einer Erzeugungsanlage sind die technischen Anschlussbedingungen des Netzbetreibers zu beachten. Der Anschluss an einen Endstromkreis ist vorläufig in keinem Fall zulässig. Der Anlagenerrichter muss dabei auch eine besondere Sorgfalt auf die Prüfung der Elektroinstallation hinsichtlich Leitungsdimensionierung und Schutz legen.“

Für Stromerzeuger, die parallel mit dem versorgenden Netz betrieben werden, sind die nachfolgenden Anforderungen zu erfüllen:

    • Stromerzeuger sind auf der Versorgungsseite aller Schutzeinrichtungen anzuschließen - niemals an Endstromkreisen.
    • Es darf durch den Betrieb von kundeneigenen Stromerzeugern nicht zu negativen Auswirkungen auf das Stromverteilungsnetz kommen.
    • Es müssen Mittel zur automatischen Trennung der Stromerzeuger vom öffentlichen Stromverteilungsnetz unter vorgegebenen Bedingungen vorgesehen werden.
    • Es sind Mittel vorzusehen, um die Verbindung von Stromerzeugern mit dem öffentlichen Stromverteilungsnetz zu verhindern, wenn die Versorgung unterbrochen ist oder die Spannung oder die Frequenz an den Anschlussklemmen von den zulässigen Werten, die für einen Normalbetrieb erforderlich sind, abweicht.
    • Es muss ein Trennen der Stromerzeuger vom öffentlichen Stromverteilungsnetz möglich sein. Die Zugänglichkeit dieser Trennein­richtungen muss den Anforderungen des Netzbetreibers entsprechen.
    • Stromerzeuger sind immer fest oder über eine besondere Steckvorrichtung anzuschließen - der Anschluss an eine handelsübliche Steckdose (insbesondere Schuko-Steckdose) eines beliebigen Stromkreises ist nicht zulässig.

Weitere Bedenken ergeben sich zurzeit bzgl. möglicher Gefährdung durch elektrischen Schlag, da die Kontaktstifte dieser Stecker berührbar sind und somit keine gefährliche Spannung annehmen dürfen, solange sie nicht berührungssicher mit dem Gegenstück (Kupplung, Steckdose) verbunden sind.

In DIN VDE 0100-550 (VDE 0100-550): 1988-04 wird gefordert:

„4.6 Steckdosen und Stecker müssen im Leitungszug in einer solchen Reihenfolge angebracht sein, dass die Steckerstifte in nicht gestecktem Zustand nicht unter Spannung stehen.“

Hinweis der DKE  Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE:

Der VDE Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik e.V. ist selbstverständlich daran interessiert, kurzfristig zukunftsträchtige sichere Lösungen auch für neue Möglichkeiten der Energieerzeugung, in diesem Fall für steckerfertige Erzeugungsanlagen, zu finden, um diese innovativen Produkte für den Verbraucher sicher auf den Markt zu bringen. Hierzu müssen jedoch Regelungen erarbeitet werden, die alle relevanten sicherheitsgefährdenden Aspekte berücksichtigen.

Die Bearbeitung eines solchen Regelwerks wird aktuell im VDE bzw. der DKE im Dialog mit Betroffenen angestrebt.

Zur Risikomeidung, insbesondere aus Gründen des Personen- und Sachschutzes, empfiehlt der VDE dringend, alle Elektroinstallationen ausschließlich durch fachkundige Elektroinstallateure durchführen zu lassen.

Kontakt

DKE  Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE
DKE/UK 221.1
Barthel, Dirk
Stresemannallee 15
60596 Frankfurt am Main
Tel.: +49 69 6308-278
Fax: +49 69 6308-9278
dirk.barthel@vde.com