Die als Deutsche Vornorm veröffentlichte Technische Spezifikation der IEC
DIN IEC/TS 60479-1 (VDE V 0140-479-1):2007-05 „Wirkungen des elektrischen Stromes auf Menschen und Nutztiere – Teil 1: Allgemeine Aspekte“
enthält Informationen über die Körperimpedanz und Schwellenwerte für den Körperstrom für verschiedene physiologische Wirkungen. Diese Informationen können zusammenfassend benutzt werden, um Schätzungen für Schwellenwerte von Berührungsspannungen für Wechselstrom und Gleichstrom bei gewissen Stromwegen im Körper, den Feuchtigkeitszuständen von Kontaktflächen, sowie Kontaktflächen verschiedener Größe abzuleiten.
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Für einen gegebenen Stromweg durch den menschlichen Körper hängt die Gefahr für Personen hauptsächlich von der Größe und Dauer des Stromflusses ab. Jedoch sind die Zeit/Stromstärke-Bereiche, die in dieser Technischen Spezifikation angegeben sind, in der Praxis in vielen Fällen nicht direkt zur Bemessung des Schutzes gegen elektrischen Schlag anwendbar. Das notwendige Kriterium ist die zulässige Grenze der Berührungsspannung (d. h. das Produkt aus dem Wert des Stromes durch den Körper, dem sogenannten Berührungsstrom, und der Körperimpedanz) als eine Funktion der Zeit. Die Beziehung zwischen Strom und Spannung ist nicht linear, weil sich die Impedanz des menschlichen Körpers mit der Berührungsspannung ändert und daher Angaben über diese Beziehung erforderlich sind. Die verschiedenen Teile des menschlichen Körpers – so wie die Haut, Blut, Muskeln, anderes Gewebe und Gelenke – bieten dem elektrischen Strom eine gewisse Impedanz, bestehend aus ohmschen und kapazitiven Komponenten.
Die Werte dieser Impedanzen hängen von einer Anzahl von Einflüssen ab, insbesondere vom Stromweg, der Berührungsspannung, der Dauer des Stromflusses, der Frequenz, dem Grad der Feuchte der Haut, der Größe der Berührungsfläche, dem ausgeübten Druck und der Temperatur.
Die in dieser Vornorm angegebenen Impedanzwerte ergeben sich aus einer gründlichen Überprüfung der verfügbaren experimentellen Ergebnisse von Messungen an Leichen und an einigen Personen. |
 Quelle: Gemeinnützige Privatstiftung Elektroschutz (ESF-Vienna) * |
Diese Vornorm gilt für die Grenzen des Herzkammerflimmerns, das der Hauptgrund für den Tod durch elektrischen Strom ist. Zusammen mit der Analyse der Ergebnisse letzter Forschungsarbeiten über die Physiologie des Herzens und die Schwelle des Herzkammerflimmerns war es möglich, die Einflüsse der hauptsächlichen physikalischen Parameter und besonders die der Durchströmungsdauer besser zu beurteilen.
Zuständig ist das UK 221.1 „Schutz gegen elektrischen Schlag“ der DKE.
Die Vornorm DIN IEC/TS 60479-1 (VDE V 0140-479-1):2007-05 kann beim VDE VERLAG bezogen werden.
* Bereits in den 1980er Jahren hat Prof. G. Biegelmeier/Wien (im Bild) mit Selbstversuchen dazu beigetragen, anerkannte Erkenntnisse für die elektropathologischen Zusammenhänge der Wirkungen des elektrischen Stroms auf den Menschen zu gewinnen; siehe auch die technisch-wissenschaftlichen Veröffentlichungen der ESF-Vienna, Wien.