Anlässlich der DKE-Tagung 2009 in Offenbach haben die DKE und das Polnische Normungsinstitut PKN ihr im Mai 2004 unterzeichnetes Memorandum of Understanding um weitere 5 Jahre verlängert. Seit der Aufnahme des PKN als Vollmitglied in das Europäische Komitee für Elektrotechnische Normung (CENELEC) Anfang 2004 arbeiten DKE und PKN intensiv zusammen. Ein wesentliches Element der Kooperation ist der regelmäßige Informationsaustausch z. B. im Rahmen der DKE-Tagungen, zu denen polnische Vertreter seither regelmäßig eingeladen werden.
„Die exzellente Unterstützung der DKE in allen Sach- und Fachfragen hat dem Polnischen Komitee die Integration in die CENELEC-Familie sehr erleichtert“, resümierte Dr. Tomasz Schweitzer, Präsident des PKN, während der Zeremonie zur Verlängerung des Abkommens am 28. April.
„Die polnische elektrotechnische Industrie nimmt im europäischen Markt und somit in der europäischen Normung eine wichtige Rolle ein, insbesondere als Bindeglied zu den aufstrebenden östlichen Volkswirtschaften wie Belarus und Ukraine“, charakterisierte Dr. Bernhard Thies, Sprecher der Geschäftsführung der DKE, die Bedeutung Polens.
Die künftige Zusammenarbeit zwischen DKE und PKN wird durch die gezielte Kooperation von Normungsexperten beider Länder in ausgewählten Technikgebieten geprägt sein. Ein derartiges zukunftsträchtiges Arbeitsgebiet mit einer Fülle hochinnovativer Technologien wird der Bereich „Ambient Assisted Living“ – intelligente Assistenzsysteme“ sein, waren sich die Vertreter von DKE und PKN bei ihren Gesprächen in Offenbach einig.
Im Mittelpunkt der DKE-Jahrestagung 2009 unter dem Motto "IMPULSE FÜR MORGEN – Normung & Standardisierung" stand die Anwendung intelligenter Assistenzsysteme für ein gesundes und sicheres Leben. Ihre Einsatzfelder sind die Unterstützung in den Bereichen Versorgung und Haushalt, Gesundheit und Homecare, Sicherheit und Privatsphäre sowie im sozialen Umfeld. Nach Einschätzung des VDE steht das Technologiefeld „Ambient Assisted Living“ vor einem rasanten Wachstum und kann zum Exportschlager „Made in Germany“ werden. Entlang seiner Wertschöpfungskette werden kontinuierlich neue Dienstleistungen und Lösungen entstehen, so die VDE-Prognose. Gleichzeitig steht das Technologie- und Geschäftsfeld aber noch vor großen Herausforderungen, darunter die Entwicklung von Standards und marktreifen Produkten.
Wie bedeutsam das Thema für die Bundesregierung ist, zeigt die Innovationspartnerschaft des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des VDE. Das AAL-Netzwerk aus Technik, Politik, Sozialwissenschaften und Pflege gibt Impulse für Markt, Technik und Gesellschaft und arbeitet intensiv an der konkreten Umsetzung bedarfsgerechter und marktfähiger Produkte und Dienstleistungen sowie Normungsempfehlungen. Zusätzlich erarbeitet die DKE Anwendungsregeln und Leitlinien zu Interoperabilitätsstandards für diese technologischen Assistenzsysteme. Die DKE wird die Ergebnisse dieser Standardisierungsprojekte zu gegebener Zeit als deutsche Normungsanträge in die internationale und europäische Normung von IEC und CENELEC einbringen.

Dr. Tomasz Schweitzer (PKN), links, und Dr. Bernhard Thies (DKE), rechts, unterzeichnen das MoU

Die Teilnehmer der Expertenrunde zwischen DKE und PKN (v.l.n.r.): Thomas H. Wegmann (DKE), Dr. Zygmunt Niechoda (PKN), Dr. Bernhard Thies (DKE), Dr. Tomasz Schweitzer (PKN), Michael Teigeler (DKE), Dr. Gerhard Dreger (DKE).