DIN und DKE veranstalteten gemeinsam am 3. Mai 2011 in Berlin den Workshop „Nano-Normung – Erreichter Stand und aktuelle Herausforderungen“. Der Workshop traf mit knapp 90 Teilnehmern auf reges Interesse.
Im ersten Block des Workshops wurde in verschiedenen Beiträgen die aktuelle Situation der Nano-Normung beleuchtet und ein Ausblick auf die zukünftigen Perspektiven gegeben.
Im Eröffnungsbeitrag erläuterte der Vize-Präsident des DIN, Prof. Dr. Manfred Hennecke, die Bedeutung der Normung und Standardisierung in diesem Bereich am Beispiel der aktuellen Diskussion um den Begriff „Nanomaterial“ und der Vielzahl der kursierenden Definitionen.
Herr Prof. Knut Blind (Fraunhofer FOKUS) ging in seinem Vortrag „Geschäftserfolg dank Nano-Normung“ auf den allgemeinen Nutzen von Normung für die Industrie ein.
Dr. Steffi Friedrichs (NIA Nanotechnologies Industries Association) beleuchtete in ihrem Vortrag „Nano-Normung in Unterstützung der internationalen Nano-Industrien“ die Zusammenhänge zwischen Nanotechnologie, Standardisierung und Regulation aus Industriesicht.
Herr Dr. Stefan Engel (BASF) stellte danach in seinem Vortrag „Aktuelle Ergebnisse der Nano-Normung“ die Normung im ISO/TC 229 „Nanotechnologies“, im CEN/TC 352 „Nanotechnologies“ sowie dem DIN NA 062-08-17 AA „Nanotechnologien“ vor.
Herr Dr. Norbert Fabricius (KIT Karlsruher Institut für Technologie) berichtete in seinem Vortrag „Aktuelle Ergebnisse der Nano-Normung (IEC)“ über die Nanotechnologie-Normung im Bereich der Elektrotechnik auf internationaler Ebene bei IEC/TC 113 „Nanotechnology standardization for electrical and electronic products and systems“ und auf und nationaler Ebene im DKE/K 141 „Nanotechnologie“.
Herr Dr. Matthias Voetz (Bayer Technology Services) beschrieb in seinem Vortrag „Nano-Normung: Interessenvertretung der deutschen Industrie“ aus eigener Erfahrung anhand einiger Beispiele sehr plastisch, wie wichtig die aktive Mitarbeit für ein Industrieunternehmen in dem Normungsgremium zur Wahrung praktischer Geschäftsinteressen sein kann.
In dem abschließenden Vortrag von Herrn MinR Dr. Herbert Zeisel (Bundesministerium für Bildung und Forschung) „Bedeutung der Normungsaktivitäten aus Sicht des BMBF“ führte dieser die vom BMBF geförderten Forschungsprojekte auf und erläuterte die möglichen Verknüpfungen zur Nanotechnologienormung.
Der Nachmittag diente dazu, in vier parallelen Branchenworkshops (Chemie/Textil, Lebensmittel/Kosmetik/Medizin, Elektronik/Optik/Mess- und Prüftechnik, Maschienenbau/Verkehr/Energie) und einer anschließenden gemeinsamen Diskussion den aktuellen Normungsbedarf herauszuarbeiten. Hier wurde insbesondere der allgemeine Bedarf an einheitlichen Charakterisierungsmethoden deutlich. In der Elektronik wurde darüber hinaus ein Projekt über gedruckte Batterien angestoßen, das zu einem Normentwurf bei IEC/TC 113 führen kann.
Zusammenfassend wurde im Laufe des Workshops festgestellt, dass der allgemein anerkannten Bedeutung der Normung im Bereich der Nanotechnologie eine zu geringe aktive Beteiligung der betroffenen Industrie gegenübersteht. Dies stellt für die derzeit nicht beteiligten Firmen, aber auch für den Wirtschaftsstandort insgesamt, ein finanzielles Risiko dar.
Die einzelnen Vorträge finden Sie auf der Homepage des DIN (bitte anklicken).