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Mitteilungen zur Normungsarbeit 

Elektrische Mess-, Steuer-, Regel- und Laborgeräte    

Neue Sicherheitsbestimmungen: Die Norm DIN EN 61010-1 (VDE 0411-1) ist im Juli erschienen

01.08.2011 

Teil 1 der Normenreihe DIN EN 61010 legt die allgemeinen Sicherheitsanforderungen für elektrische Mess-, Steuer-, Regel- und Laborgeräte und deren Zubehör fest, gleichgültig, wo die Benutzung der Geräte beabsichtigt ist.

Die Anforderungen in dieser Norm dienen dazu, Gefährdungen des Anwenders und des Umgebungsbereichs auf ein vertretbares Maß zu reduzieren.

Anforderungen für den Schutz gegen besondere Arten von Gefährdungen sind in den Abschnitten 6 bis 13 beschrieben:

    • elektrischen Schlag oder Verbrennungen (Abschnitt 6),
    • mechanische Gefährdungen (Abschnitte 7 und 8),
    • Ausbreitung von Feuer aus dem Gerät (Abschnitt 9),
    • übermäßige Temperatur (Abschnitt 10),
    • Wirkung von Flüssigkeiten und Flüssigkeitsdruck (Abschnitt 11),
    •  Wirkung von Strahlung, einschließlich Laserstrahlungsquellen, sowie Schall- und Ultraschalldruck (Abschnitt 12),
    • freiwerdende Gase, Explosion und Implosion (Abschnitt 13).

Darüber hinaus sind Anforderungen zum Schutz vor Gefährdungen bei vernünftigerweise vorhersehbarem Missbrauch sowie ergonomische Faktoren in Abschnitt 16 festgelegt. Eine Risikobeurteilung für Gefährdungen oder Umgebungen wird in Abschnitt 17 behandelt.

Gegenüber der Vorgängerausgabe DIN EN 61010-1 (VDE 0411-1):2002-08 wurden folgende Änderungen vorgenommen:

a) Der Anwendungsbereich der Norm wurde auf alle Bereiche, in denen die Produkte benutzt werden dürfen, ausgeweitet, so dass jetzt sowohl Produkte für gewerbliche Zwecke als auch Produkte für private Zwecke im Anwendungsbereich der Norm enthalten sind.

b) Die Anforderungen an Prüf- und Messstromkreise (bisher in verschiedenen Abschnitten und gesamt in Abschnitt 16) wurden in die spezifische Norm DIN EN 61010-2-030 (VDE 0411-2-030):2011-07 ausgelagert.

c) Die Isolationsanforderungen (6.7) wurden komplett neu geschrieben.

d) Spezifische Anforderungen für feste Isolierung und Isolierungen mit dünnen Schichten wurden hinzugefügt.

e) Unterabschnitt 6.7 beinhaltet nur noch die Isolationsanforderungen für Netzstromkreise der Überspannungskategorie II bis 300 V und für Sekundärstromkreise.

f) Die Isolationsanforderungen für alle anderen Stromkreise sind in den neuen Anhang K verschoben worden.

g) Zusätzliche Anforderungen zum Schutz gegen mechanische Gefährdungen (Abschnitt 7) wurden hinzugefügt.

h) Die Grenzwerte für Oberflächentemperaturen (Abschnitt 10) wurden geändert, um sie in Überein­stimmung mit den in EN 563 genannten Grenzwerten zu bringen.

i) Anforderungen an Geräte, die mit ionisierender Strahlung arbeiten (Abschnitt 12), wurden geändert und berücksichtigen nun den Unterschied zwischen beabsichtigter und unbeabsichtigter Ausstrahlung.

j) Anforderungen hinsichtlich vernünftigerweise vorhersehbarer Fehlanwendung und ergonomische Aspekte wurden hinzugefügt (Abschnitt 16).

k) Ein neuer Abschnitt (Abschnitt 17) über Gefährdungen und Umgebungen, die nicht von der Norm abgedeckt werden, sowie ein neuer informativer Anhang (Anhang J), der sich mit Risikobeurteilung befasst, wurden hinzugefügt.

l) In einem neuen informativen Anhang (Anhang E) werden Methoden zur Verminderung des Verschmutzungsgrads von Mikroumgebungen behandelt.

m) Für die Qualifizierung von Beschichtungen von Leiterplatten zum Schutz vor Ver­schmutzung wurden Anforderungen hinzugefügt (Anhang H).

n) Ein neuer informativer Anhang (Anhang I) wurde hinzugefügt, um zu erklären, wie die Arbeitsspannung eines Netzstromkreises bestimmt wird.

Zuständig ist das DKE/K 911. Die genannten Normen können im VDE VERLAG bezogen werden.

Kontakt

DKE  Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE
DKE/K 911
Adler, Thomas
Stresemannallee 15
60596 Frankfurt am Main
Tel.: +49 69 6308-221
Fax: +49 69 6308-9221
thomas.adler@vde.com