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Ereignisbaumanalyse (ETA) 

Neue Norm DIN EN 62502 (VDE 0050-3) "Verfahren zur Analyse der Zuverlässigkeit - Ereignisbaumanalyse (ETA)" im Juni 2011 erschienen

05.07.2011 

Diese neue Norm definiert die grundlegenden Verfahrensprinzipien und -prozeduren der als Ereignis­baumanalyse (ETA) bezeichneten Zuverlässigkeitsanalyse.

DIN EN 60300-3-1 führt die Ereignisbaumanalyse als geeignete Methode für generelle Zuverlässigkeits- sowie auch Risiko- und Sicherheitsanalysen explizit auf. Eine kurze Darstellung der Ereignisbaumanalyse findet sich auch in DIN EN 31010 (VDE 0050-1).

Die grundlegenden Prinzipien dieser Methodik sind seit der Konzeption dieses Verfahrens in den 60er-Jahren unverändert geblieben. Die Ereignisbaumanalyse wurde erstmals 1975 in der Nuklearindustrie in einer Studie der amerikanischen kerntechnischen Genehmigungsbehörde erfolgreich angewendet.

Im Laufe der folgenden Jahre gewann die Ereignisbaumanalyse weit verbreitete Akzeptanz als eine ausge­reifte Methodik für Zuverlässigkeits- und Risikoanalysen und findet Anwendung in so verschiedenen Industriebranchen wie der Luftfahrtindustrie, Kernkraftanlagen, der Autoindustrie, der chemischen Industrie, der Hoch­seeproduktion von Öl und Gas sowie der Verteidigungsindustrie und der Verkehrstechnik.

Im Gegensatz zu einigen anderen Zuverlässigkeitsverfahren wie dem Markov-Verfahren fußt die Ereignis­baumanalyse auf relativ elementaren mathematischen Prinzipien. Wie jedoch die DIN EN 60300-3-1 erwähnt, erfordert die korrekte Durchführung einer Ereignisbaumanalyse ein hohes Expertenwissen bezüglich der Anwen­dung dieses Verfahrens. Dies ist zum Teil darin begründet, dass die korrekte Behandlung von abhängigen Ereignissen besondere Sorgfalt erfordert. Darüber hinaus kann die enge Verbindung zwischen der Fehl­zustandsbaumanalyse (zum Teil auch als Fehlerbaumanalyse bezeichnet) und der qualitativen und quantita­tiven Analyse von Ereignisbäumen genutzt werden.

Diese Norm hat zum Ziel, die konsolidierten grundlegenden Prinzipien der Ereignisbaumanalyse zu definieren und die gegenwärtige Nutzung des Verfahrens als Hilfsmittel zur Bewertung von Zuverlässigkeits- und risikobezogenen Analysen für ein System darzustellen.

Im einzelnen behandelt die Norm folgende Themen bezüglich Ereignisbäumen:

    1. Definition der essentiellen Begriffe sowie Beschreibung der Verwendung von Formelzeichen und Arten der graphischen Darstellung;
    2. Spezifizierung der Verfahrensschritte für die Aufstellung eines Ereignisbaums;
    3. Ausarbeitung der Annahmen, Einschränkungen und Vorteile bei der Durchführung der Analyse;
    4. Ermittlung der Beziehungen zu anderen zuverlässigkeits- und risikobezogenen Verfahren sowie Erläuterung geeigneter Anwendungsgebiete;
    5. Bereitstellung von Leitlinien für die qualitativen und quantitativen Aspekte der Auswertung;
    6. Auflistung praktischer Beispiele.

Diese Norm kann in allen Industriezweigen angewendet werden, in denen zuverlässigkeits- und risikobezogene Maßzahlen für die Konsequenzen eines Startereignisses bewertet werden müssen.

Die genannten Normen können beim VDE VERLAG bezogen werden.

Kontakt

DKE  Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE
DKE/K 132
Brandner, Rudolf
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