Datenübertragung mit 40 Gbit/s über symmetrische Kupferverkabelung
Für Übertragungsraten > 40 Gbit/s existieren in IEEE 802.3ba bislang Spezifikationen, die mit 8- bzw. 20-paarigen Twinaxkabeln Strecken bis 7 m oder mit 8- bzw. 20-fasrigen OM3/OM4 LWL-Kabeln bis 100 m/150 m lange Strecken unterstützen.
Um die Vorteile symmetrischer Kupferverkabelung auch hier nutzen zu können, wurde anlässlich der 51. Sitzung des ISO/IEC JTC 1/SC25 WG3 „Customer premises cabling“ in Melbourne die Erarbeitung einer Spezifikation für symmetrische, 4-paarige Kupferverkabelungen mit einer Übertragungsrate von > 40 Gbit/s initiiert, die beispielsweise in Rechenzentren eingesetzt werden können.
Eine zu diesem Zweck eingesetzte Projektgruppe soll der Standardisierungsgruppe IEEE 802.3 die Möglichkeiten von Verkabelungsstrecken mit Komponenten der Kategorien 6A (500 MHz) bis 7A (1000 MHz) nach DIN EN 50173-1:2011-09 aufzeigen sowie Potentiale für künftige Entwicklungen ermitteln.
Hinweis zur Nutzung der Anwendung „Power-over-Ethernet plus (PoE+)"
In der Normenreihe DIN EN 50173 ist u. a. auch die Anwendung „PoE“ und „PoE+“ zur Übertragung über eine normgerechte anwendungsneutrale Verkabelung vorgesehen (siehe die in DIN EN 50173‑1:2011-09, Anhang F aufgeführten Tabellen der unterstützten Netzanwendungen).
Es werden Geräte mit Zusatzfunktionen, wie z. B. für Stromversorgung von Endgeräten, zusätzliche Signalübertragung, Extender für Medientechnik etc. angeboten, die höhere Spannungen und Ströme bereitstellen, als von der „PoE+“-Spezifikation IEEE 802.3at vorgesehen. Parameter dieser Anwendungen gehen zum Teil deutlich über den von DIN EN 50173 unterstützten Anwendungsbereich hinaus und können zu Schäden führen sowie ein Sicherheitsrisiko darstellen. Da manche dieser Geräte trotzdem mit der Bezeichnung „PoE“ oder „PoE+“ vertrieben werden, sieht sich das DKE/GUK 715.3 veranlasst, auf diese Problematik besonders hinzuweisen.
Die erwähnten Normen können im Beuth Verlag bezogen werden.