Im Vorwort jedes Teils der DIN EN 61508 (VDE 0803)-Reihe befindet sich eine kurzgefasste Darstellung der Änderungen für den betreffenden Normteil (siehe den Text weiter unten auf dieser Seite.
Im IEC-Shop des VDE-VERLAG ist eine sogenannte Redline-Version der englischsprachigen IEC 61508-Reihe verfügbar, die alle Änderungen einzeln aufführt und kommentiert. Jedoch ist das Verfolgen aller Änderungen im Einzelnen mühsam und die Kommentierung gibt eine bestimmte technische Sicht wieder.
Die Änderungen von der ersten zur zweiten Ausgabe waren Thema der VDE/DKE-Tagung zur IEC 61508 Ende 2009. Im Archiv der Veranstaltungen können Sie sich die Folien hierzu herunterladen, darunter ist auch die Präsentation „Novel features of the second edition of IEC 61508“.
Die Änderungen der DIN EN 61508-1 (VDE 0803-1):2011-02 gegenüber der DIN EN 61508-1 (VDE 0803-1):2002-11:
a) Hinweis auf die IT-Sicherheit zum Erreichen der funktionalen Sicherheit im Rahmen der Gefährdungs- und Risikoanalyse;
b) Anhang B „Kompetenz von Personen“ wurde mit Änderungen in den Abschnitt 6 „Management der funktionalen Sicherheit“ verschoben;
c) Ersatz von „Sicherheitsbezogenes System anderer Technologie“ und „externe Einrichtung zur Risikominderung“ durch „andere risikoreduzierende Maßnahmen“;
d) Aufnahme der neuen Lebenszyklusphase „Spezifikation der Anforderungen an die Sicherheit des E/E/PE-Systems“;
e) Ausschluss von Medizingeräten (IEC 60601) im Anwendungsbereich (gilt für die Teile 1 bis 3).
Die Änderungen der DIN EN 61508-2 (VDE 0803-2):2011-02 gegenüber der DIN EN 61508-2 (VDE 0803-2):2002-12:
a) Um die Anwendbarkeit auf einzelne Geräte und Komponenten zu ermöglichen bzw. zu erleichtern, wurde:
- die ehemalige „Spezifikation der E/E/PES-Sicherheitsanforderungen“ in den Teil 1, Unterabschnitt 7.10 verschoben und wird dort als „Spezifikation der Anforderungen an die Sicherheit des E/E/PE-Systems“ bezeichnet. In der ersten Phase der Realisierung des Sicherheitslebenszyklus des E/E/PE-Systems entsteht daher nun gemäß Unterabschnitt 7.2 des vorliegenden Teils eine „Spezifikation der Anforderungen an den Entwurf des E/E/PE-Systems“;
- der Begriff „Element“ zur hierarchischen Gliederung eines E/E/PE-Systems unterhalb der Ebene von Teilsystemen eingeführt.
b) Bestimmung der systematischen Eignung bei Synthese von Elementen nach 7.4.3;
c) Einführung von Konformitätspfaden in 7.4.2.2, um die Übereinstimmung mit den Anforderungen zur systematischen Sicherheitsintegrität nachzuweisen;
d) Einführung von Konformitätspfaden in 7.4.4, um die Übereinstimmung mit den Anforderungen der Sicherheitsintegrität der Hardware nachzuweisen, darunter auch der neue Pfad 2H, basierend auf Bauteilzuverlässigkeitsdaten;
e) Behandlung der Entwicklung von ASICs (d. h. auch FPGA, PLD, CPLD) für den Einsatz in einem sicherheitsbezogenen System in Analogie zur Entwicklung sicherheitsbezogener Software mit Einführung eines V-Modells für den ASIC-Entwicklungslebenszyklus (siehe Bild 3). Zur Vermeidung von Ausfällen im Rahmen von Entwurf und Entwicklung digitaler ASICs erforderliche Maßnahmen sind im informativen Anhang F aufgeführt. Die Tabellen F.1 und F.2 bilden eine nach Sicherheits-Integritätsleveln abgestufte Auflistung von erforderlichen Verfahren und Maßnahmen;
f) Anhang D „Sicherheitshandbuch für konforme Objekte“ hinzugefügt, der alle Informationen enthält, die zur Integration eines Gegenstandes in ein sicherheitsbezogenes System erforderlich sind;
e) Einführung von Regeln, die die Integration von zwei oder mehr Kanälen sowie Überwachungseinrichtungen auf dem Substrat eines digitalen ASICs erlauben, siehe Anhang E.
Die Änderungen der DIN EN 61508-3 (VDE 0803-3):2011-02 gegenüber der DIN EN 61508-3 (VDE 0803-3):2002-12:
a) Einführung des Begriffs „Element“, dieser Begriff löst die „Komponente“ ab;
b) Einführung eines neuen Anhangs C „Eigenschaften der systematischen Sicherheitsintegrität der Software („Properties“). Hierin werden Akzeptanzkriterien für Eigenschaften von Verfahren dargelegt, die im Lebenszyklus Verwendung finden;
c) Einführung eines neuen Anhangs G „Datengesteuerte Systeme“. Über die Funktion und Konfigurierbarkeit wird auf den Komplexitätsgrad des Systems geschlossen. Es werden sechs Kategorien eingeführt, die über abnehmende Einschränkung der Beeinflussung des Systems durch die Konfiguration und die Funktionalität unterschieden werden;
d) Die Architektur und das Design objektorientierter Software wurde erstmalig erwähnt;
e) Einführung eines neuen Anhangs D „Sicherheitshandbuch“, um wiederverwendbare Software zu nutzen;
f) Einführung eines neuen Anhangs F „Techniken für die Nicht-Beeinflussung von Software-Elementen auf einem Rechner“, um die Unabhängigkeit von Software-Elementen nachzuweisen.
Die Änderungen der DIN EN 61508-4 (VDE 0803-4):2011-02 gegenüber der DIN EN 61508-4 (VDE 0803-4):2002-11:
a) Aufnahme von Begriffen, die für die Behandlung der ASICs nach DIN EN 61508-2 (VDE 0803-2) erforderlich sind;
b) Hinzufügung von Begriffen zur systematischen Eignung von Software nach DIN EN 61508-3 (VDE 0803-3);
c) neue Begriffe und neue Definitionen für vorhandene Begriffe zur Klarstellung der vorhandenen Anforderungen, wie z. B. systematische Eignung, Gesamtsicherheitsfunktionen, Ausfall eines unbeteiligten Bauteils und Ausfall ohne Auswirkung.
Die Änderungen der DIN EN 61508-5 (VDE 0803-5):2011-02 gegenüber der DIN EN 61508-5 (VDE 0803-5):2002-11:
a) vertiefte Diskussion der Risiken in Anhang A;
b) Hinzufügung eines neuen Anhanges B zur Auswahl der Methoden zur Bestimmung der Sicherheits-Integritätslevel;
c) Aufnahme der Beschreibung der Methode der Analyse der Schutzebenen (LOPA).
Die Änderungen der DIN EN 61508-6 (VDE 0803-6):2011-02 gegenüber der DIN EN 61508-6 (VDE 0803-6):2003-06:
a) vollständige Überarbeitung des Anhangs B;
b) vollständige Überarbeitung des Anhangs D.
Die Änderungen der DIN EN 61508-7 (VDE 0803-7):2011-02 gegenüber der DIN EN 61508-7 (VDE 0803-7):2003-06:
a) Beschreibung der Verfahren und Maßnahmen an den Stand der Technik angepasst;
b) Hinzufügung des Anhangs E „Überblick über Verfahren und Maßnahmen für den Entwurf von ASICs“;
c) Hinzufügung des Anhangs F „Definitionen der Eigenschaften der Software-Lebenszyklusphasen“;
d) Hinzufügung des Anhangs G „Anleitung zur Entwicklung von sicherheitsbezogener objektorientierter Software“.
Die genannten Normen können im VDE VERLAG bezogen werden.