IEC-Passpartout
IEC
08.04.2021

IEC – Internationale Elektrotechnische Kommission

Als internationale Normungsorganisation ist die IEC zuständig für Normen im Bereich der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik. Sie vereint weltweit mehr als 170 Länder und bietet eine globale, neutrale und unabhängige Normungsplattform für 20.000 Experten.

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Christian Marian
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Allgemeines

Die International Electrotechnical Commission (IEC) ist eine im Jahre 1906 gegründete Non-Profit-Organisation, die auf internationaler Ebene elektrotechnische Standards erarbeitet.

Mit ihrer Arbeit unterstützt die IEC eine hochwertige Infrastruktur und den internationalen Handel mit elektrischen und elektronischen Gütern. Sie erleichtert damit technische Innovationen, erschwingliche Infrastrukturentwicklung, effizienten und nachhaltigen Zugang zu Energie, intelligente Urbanisierung und Transportsysteme, die Abschwächung des Klimawandels und erhöht die Sicherheit von Mensch und Umwelt.

Die IEC veröffentlicht etwa 10 000 internationale IEC-Normen, die zusammen mit der Konformitätsbewertung den technischen Rahmen bilden, der es Regierungen ermöglicht, eine nationale Qualitätsinfrastruktur aufzubauen. Unternehmen aller Größenordnungen in den meisten Ländern der Welt werden in die Lage versetzt, durchgängig sichere und zuverlässige Produkte zu kaufen und zu verkaufen. Die internationalen IEC-Normen dienen als Grundlage für das Risiko- und Qualitätsmanagement und werden bei Zertifizierungen eingesetzt, um zu überprüfen, ob die Versprechen der Hersteller eingehalten werden.

Zudem untermauert die Arbeit von IEC direkt die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals).

"Unsere Aufgabe ist es, die weltweite Anwendung der internationalen IEC-Normen und Konformitätsbewertungssysteme zu erreichen, um die Sicherheit, Effizienz, Zuverlässigkeit und Interoperabilität von elektrischen, elektronischen und Informationstechnologien zu gewährleisten, den internationalen Handel zu fördern, den breiten Zugang zu Elektrizität zu erleichtern und eine nachhaltigere Welt zu ermöglichen."

Struktur der IEC

Technische Komitees (TC; technical commitees), Unterkomitees (SC; subcommittees) und Arbeitsgruppen (WG; working groups) erarbeiten internationale Normen und Standards der Elektrotechnik. Geführt werden die Komitees durch den Managementausschuss für Normung (SMB; standardization management board), der auch über die Bildung neuer Technischer Komitees und deren Aufgabengebiete bestimmt. Für übergreifende Themenfelder, wie Sicherheit, Umweltaspekte oder elektromagnetische Verträglichkeit, hat sich das SMB Technische Beratungsausschüsse und anwendungsorientierte Sektorausschüsse eingerichtet.

Die Einschätzung aktueller und zukünftiger Technologieentwicklungen sowie der Markterfordernisse für die elektrotechnische Normungsarbeit werden in besonderen Arbeitsgruppen des Market Strategy Boards (MSB) der IEC vorgenommen. Der Konformitätsbewertungsausschuss (Conformity Assessment Board – CAB) koordiniert die Aktivitäten der vier IEC-Konformitätsbewertungssysteme IECEE, IECEx, IECQ und IECRE.


Konformitätsbewertung und Normung

Normen bilden die Basis für die Produktentwicklung und somit auch unmittelbar für den Konformitätsnachweis, insbesondere für EU-Konformitätserklärungen zu EU-Richtlinien.
Die Art des Konformitätsnachweises ist zumeist gesetzlich vorgegeben und Normen dürfen diesen Festlegungen nicht widersprechen. Die Normungsorganisationen IEC, CENELEC und DKE haben daher restriktive Regeln aufgestellt, die bei der Erstellung von Normen zu beachten sind. IEC bietet nicht nur die Plattform als internationale Normungsorganisation sondern auch für internationale Konformitätsbewertungssysteme auf Basis internationaler Normen.

DKE Web-Seminar zur Konformitätsbewertung

Die Rolle der DKE in der internationalen Normung

Die DKE repräsentiert in der IEC den deutschen elektrotechnischen Markt durch das sogenannte Delegationsprinzip. Hierbei werden technische Experten der DKE entsandt, um in enger Zusammenarbeit mit den Normungsorganisationen IEC, CENELEC und ETSI die international ausgerichtete Normungsarbeit bestmöglich zu fördern. Insgesamt begleiten mehr als 10.000 Expert*innen im Namen der DKE die Normungsarbeit dieser Organisationen, wobei von der DKE außerdem eine führende Anzahl von Vorsitzenden und Sekretären in IEC und CENELEC gestellt wird.

Allgemein genießt die DKE als deutsches Komitee in der internationalen Normung ein hohes Ansehen, was nicht zuletzt in der jährlichen Verleihung der IEC Awards an deutsche Experten sichtbar wird.


Mehr zur hohen Bedeutung der Zusammenarbeit auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene erfahren Sie unter

Bedeutung der Normung

Dr. Junji Nomura und Dr. Bernard Thies

Dr. Junji Nomura und Dr. Bernard Thies

| DKE

Frankfurt Agreement stärkt Zusammenarbeit zwischen IEC und CENELEC

Mitte 2015 wurden die Arbeiten zum Frankfurt Agreement durch die DKE angestoßen und mit der Unterzeichnung der Präsidenten der IEC, Dr. Junji Nomura, und des CENELEC, Dr. Bernhard Thies, während der IEC-Generalversammlung 2016 in Frankfurt abgeschlossen.

Die Vereinbarung regelt die enge Zusammenarbeit zwischen der internationalen Normungsorganisation IEC und dem europäischen Pendant CENELEC. Das Frankfurt Agreement ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Harmonisierung von europäischen Normen mit der internationalen Welt und fördert die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie auf dem globalen Mark.

Mehr erfahren

IEC-GM-Festhalle-Frankfurt
Hannibal / VDE

Frankfurt Agenda

Eckpunkte für die Zukunft der Normung

Während der IEC-Generalversammlung 2016 entstand aus Diskussionsergebnissen die Frankfurt Agenda. Unter dem Motto „Connecting Communities – Reinvent Standardization“ will die Frankfurt Agenda einen Beitrag zur Gestaltung der Zukunft der Normung leisten.

Weiterführende Details zur Frankfurt Agenda

1. Erweiterung unserer Organisationsstruktur

Die IEC sollte offene Plattformen für die Netzwerkbildung interessierter Gruppen schaffen und die Zusammenarbeit mit anderen Standardisierungsorganisationen und Konsortien organisieren, um in der Normung von zukünftigen bereichsübergreifenden Themen eine führende Rolle spielen zu können.

Die IEC sollte offene Plattformen für die Netzwerkbildung interessierter Gruppen schaffen und die Zusammenarbeit mit anderen Standardisierungsorganisationen und Konsortien organisieren, um in der Normung von zukünftigen bereichsübergreifenden Themen eine führende Rolle spielen zu können.

Durch die fortschreitende Digitalisierung wird unsere Welt stets stärker vernetzt und verbunden. Dies führt zu einer größeren Konvergenz der Technologien in vielen unterschiedlichen Gebieten und Anwendungsbereichen. Technologien, die ursprünglich nicht in unserem Industriebereich lagen, werden für unsere Stakeholder immer wichtiger. Dies bedeutet auch, dass wir mit unseren Normungsaktivitäten verstärkt bereichs- und sektorübergreifend tätig werden müssen. Wir müssen mit neuen Gruppen von Stakeholdern kooperieren, mit denen wir noch nie zuvor zusammengearbeitet haben. Die IEC ist gegenwärtig weithin als eine internationale Normungsplattform anerkannt, die nahezu alle Stakeholder einbezieht. Nichtsdestotrotz müssen wir der Tatsache ins Auge sehen, dass für viele der Internettechnologien, die wir in der Zukunft erwarten, Standardisierungsaktivitäten häufig innerhalb Industrieforen und -konsortien durchgeführt werden. Damit wir weiterhin das Zuhause für unsere Industrie bleiben, müssen wir Wege finden, die Bedürfnisse unserer Stakeholder in diesen Organisationen widerzuspiegeln.

Darüber hinaus verfolgen viele der IEC/TC noch immer einen produktbezogenen Ansatz. Der Fokus der Hersteller liegt – sowohl heute als auch in der Zukunft – eher auf Systemen als auf Produkten und sie benötigen ein kohärentes Normenportfolio. Unterschiedliche Plattformen werden nicht nur unweigerlich zu einer Fragmentierung von Normen/Spezifikationen führen, sondern auch zu der großen Schwierigkeit, die durch die Systeme kreierte Komplexität zu verwalten. Um die Marktanforderungen erfüllen zu können, müssen produktorientierte IEC-Silos niedergerissen und alle IEC-Experten in neue Strukturen eingebunden werden, die einen Systemansatz unterstützen.

Auf ihrer Generalversammlung in Frankfurt wurde die IEC daher ermutigt, die zentrale Stelle für eine bereichsübergreifende Moderationsplattform zu werden, die all ihre internen und externen Experten mit Fachleuten von Foren, Konsortien und Forschungsinstituten zusammenbringt und auch außerhalb der Organisationsgrenzen der IEC in Standardisierungsorganisationen, Foren und Konsortien Normungsaktivitäten für unsere Stakeholder organisiert.

Offenkundig ist die zeitgerechte Markteinführung eine Kernforderung der Industrie, weshalb die anzuwendenden Normen bereits früh möglichst zur Verfügung gestellt werden müssen. Daher muss sich die IEC stets der neuesten Technologietrends bewusst sein und diese frühzeitig, systematisch identifizieren.

2. Weiterentwicklung unserer Werkzeuge und Prozesse

Als Zuhause der Industrie sollte die IEC zukunftsorientierte digitale Normungsprozesse und -werkzeuge zur Verfügung stellen.

Als Zuhause der Industrie sollte die IEC zukunftsorientierte digitale Normungsprozesse und -werkzeuge zur Verfügung stellen.

Wie wir bereits bei mehreren Gelegenheiten während der 80. IEC Generalversammlung vernommen haben, muss die Normung schneller werden beziehungsweise sogar in Echtzeit passieren. „Ein digitales Jahr sind nur 100 Tage“ lautete eine der Aussagen. Die Normung darf nicht nur ein Mitläufer, sondern muss der Innovationstreiber sein.

Analog zur Beschleunigung von Produktzyklen muss auch die Normung schneller werden. Da die Weiterentwicklung von Produkten ein kontinuierlicher Prozess ist, muss sich auch die Normung dahingehend weiterentwickeln, dass sie Echtzeitprozesse beinhaltet. Somit muss die Normung zu einem einzigen kontinuierlichen Prozess werden, anstatt weiterhin aus einer Vielzahl auf einander folgender einzelner Prozesse zu bestehen.

Zu diesem Zweck sollte die IEC offene Plattformen für die zeitnahe Erarbeitung digitaler Produkte wie Normen, Ergebnisberichte oder Tagesordnungen bereitstellen. Alle bestehenden Werkzeuge und Verfahren der IEC sollten in Frage gestellt und Folgendes von der IEC eingeführt werden:

  • • neue Werkzeuge für kollaboratives Onlinearbeiten und
  • • neue Kommunikationsformate wie Social Media.

Die rechtzeitige Markteinführung neuer Normen, die wirklich die Kundenerwartungen erfüllen, kann nur erzielt werden, wenn die normativen Anforderungen bereits während des Erarbeitungsprozesses der einzelnen Normen getestet werden.

Die IEC sollte daher parallel zur Erarbeitung von Normen eng mit externen Testplattformen (in Testzentren) als effiziente und zuverlässige Feedbackschleife zusammenarbeiten.

3. Innovation unseres Portfolios

Die IEC und ihre gesamte Community sollten sich weiterentwickeln, um der führende Anbieter von digitalen Normen und Dienstleistungen zu werden.

Die IEC und ihre gesamte Community sollten sich weiterentwickeln, um der führende Anbieter von digitalen Normen und Dienstleistungen zu werden.

Wir benötigen Strategien, um Normen zu digitalen Normen und Dienstleistungen zu wandeln. Noch heute schreiben wir Normen auf die gleiche Weise wie im Jahr 1906. Die einzigen Änderungen waren, dass Papier durch Textverarbeitungsprogramme und PDF sowie Schreibmaschinen durch Laptops ersetzt wurden. Gleichzeitig können wir in unserem alltäglichen privaten als auch beruflichen Umfeld beobachten, wie traditionelle Arbeitsweisen von einem Tag auf den anderen durch neue, disruptive Geschäftsmodelle ersetzt werden können. Der Erfolg neuer Geschäftsmodelle basiert hauptsächlich auf den folgenden zwei Kerneigenschaften:

  • eine konsistente digitale Transformation, die komplett neue Herangehensweisen ermöglicht und
  • die konsistente Entwicklung digitaler Dienstleistungen aus der Sicht des Kunden.

Die Anpassung an Kundenbedürfnisse wird durch eine einfache Anforderung an die Normung deutlich, die während der Frankfurter IEC-Generalversammlung 2016 im Reinvention Laboratory ausgesprochen wurde: „Ich möchte eine Norm herunterladen.“ Das Ziel ist es daher, Normeninhalte direkt anwendbar zu machen – z. B. in Entwicklungswerkzeugen oder Prüfständen.

Die IEC muss sich bei der Entwicklung einer Norm auf Kundenbedürfnisse konzentrieren. Daher muss die IEC effiziente und zeitgemäße digitale Produkte und Dienstleistungen mit einem hohen praktischen Wert entwickeln, die für unsere Normenanwender einfacher zu finden, lesen und anzuwenden sind.

Um dies zu erreichen, muss die IEC einen Weg finden, datenbankorientierte und Code-basierte Normen zu entwickeln. Weiterhin muss die IEC Open-Source- und Open-Community-Ansätze einbringen, um nicht nur menschenlesbare, sondern auch „Fast-to-use“-Normen bereitzustellen, in Form von Referenzsoftware oder formal beschriebenen und maschinenlesbaren Normen.

4. Entwicklung unserer Geschäftsmodelle

Die IEC sollte eng mit ihren Nationalen Komitees zusammenarbeiten, um gemeinsam neue Geschäftsmodelle für die profitable Vermarktung von digitalen Normen und Dienstleistungen zu entwickeln.

Die IEC sollte eng mit ihren Nationalen Komitees zusammenarbeiten, um gemeinsam neue Geschäftsmodelle für die profitable Vermarktung von digitalen Normen und Dienstleistungen zu entwickeln.

Unterschiedliche Nutzer haben auch unterschiedliche Anforderungen an Normen. Flexible und modulare Normeninhalte können entsprechend den aktuellen Kundenbedürfnissen digital in unterschiedlichen Normenprodukten geliefert werden. Zahlreiche Beispiele wie maschinenlesbare Normen und „Requirements Engineering“, Dienstleistungen wie Referenzsoftware für sofortige Tests bereits während der Entwicklung (ähnlich zum Open-Source-Ansatz) oder eine Leitlinie durch die Normungswelt wurden im Reinvention Laboratory vorgestellt.

Diese Ideen können auch als „Normen als Dienstleistung“ bezeichnet werden, analog „Software als Dienstleistung“. Sie liefern einen Einblick in die zukünftige Entwicklung unserer Produkte und Dienstleistungen, die im Gegenzug neue Geschäftsmodelle erfordern – genauso, wie wir es derzeit in zahlreichen Fällen der digitalen Transformation erleben.

Daher sollte die IEC zusammen mit ihren Nationalen Komitees neue, profitable Geschäftsmodelle erarbeiten, um die Weiterentwicklung der Normung fortzuführen und zur Finanzierung der Erstellung von im Konsens festgelegten Normen beizutragen.

5. Stärkung unserer Konformitätsbewertungsdienstleistungen

Die IEC sollte in enger Zusammenarbeit mit internationalen und regionalen Regulierern wie der WTO, UNECE, der EU-Kommission und weiteren, ihre Plattform für weltweit anerkannte Konformitätsbewertungssysteme ausbauen.

Die IEC sollte in enger Zusammenarbeit mit internationalen und regionalen Regulierern wie der WTO, UNECE, der EU-Kommission und weiteren, ihre Plattform für weltweit anerkannte Konformitätsbewertungssysteme ausbauen.

Die IEC beheimatet sowohl die elektrotechnische Normung als auch die Konformitätsbewertung. Dies sind zwei miteinander verbundene Säulen, die den Forderungen der Industrie gerecht werden. Die IEC betreibt bereits vier anerkannte Konformitätsbewertungssysteme, die international anerkannte Zertifikate für Produkte, Personal und Dienstleistungen anbieten, die auf internationalen Normen (hauptsächlich IEC-Normen) basieren.

Auf der IEC Generalversammlung in Frankfurt waren sich alle einig, dass die IEC ihre Plattform für weltweit anerkannte Konformitätsbewertungssysteme ausweitet.

Zur Erreichung dieses Ziels sollte die IEC-Gemeinschaft folgende Maßnahmen ergreifen:

1) Kooperation mit Regulierern

Am effizientesten können Hersteller die Einhaltung von Gesetzen/Vorschriften nachweisen, indem sie Konformitätsbewertungsverfahren nutzen, die auf internationalen Normen basieren, die von nationalen Regulierern anerkannt sind. Das Ziel ist: „Eine Norm, eine Prüfung, überall anerkannt“. Um dieses Ziel zu erreichen, sollten Regulierer ermutigt werden, ihre nationalen Gesetze/Vorschriften soweit wie möglich sowohl auf IEC-Normen als auch auf den IEC-Konformitätsbewertungssystemen basieren zu lassen. Daher sollte die IEC ihre Zusammenarbeit mit internationalen und regionalen Regulierern wie der WTO, UNECE und der EU-Kommission vertiefen. Des Weiteren sollten sich die Nationalen Komitees an ihre nationalen Regulierer wenden, um diesen Dialog zu unterstützen.

2) Internationale Zusammenarbeit

2.1 Da Konformitätsbewertungssysteme der IEC auf IEC-Normen basieren, sollten alle nur möglichen Bemühungen unternommen werden, um sicherzustellen, dass IEC-Normen auch für Konformitätsbewertungssysteme geeignet sind. Derzeit gibt es viele Konformitätsbewertungsdokumente, die IEC-Normen ergänzen. Daher sollte die IEC zwischen ihren zwei Säulen der Normung und der Konformitätsbewertung enge Verbindungen und entsprechende Verfahren für eine engere Zusammenarbeit etablieren, um die Konformitätsbewertungsdokumente auf ein Minimum zu reduzieren.

2.2 Die zeitgerechte Produkteinführung ist eines der Kernthemen für die Industrie.
Effiziente und ressourcensparende Prüfverfahren können durch einheitliche (grundlegende) Prüfungen unterstützt werden. Dies würde verhindern, dass mehrere Prüfungen für den gleichen Sachverhalt nach verschiedenen IEC-Normen durchgeführt werden müssen. Die IEC sollte ihre Technischen Komitees ermutigen, einen Werkzeugkasten für grundlegende Prüfungen zu schaffen, die dann direkt in den IEC-Normen angewendet werden können.

2.3 Derzeit werden IEC-Normen manuell in Prüfverfahren übertragen. Um die Zeit zur Produkteinführung zu reduzieren, sollte die IEC (zusätzlich zu menschenlesbaren Normen) maschinenlesbare Normen anbieten, die direkt in die Prüfausrüstung integriert werden können. Ein erster vielversprechender Ansatz hierfür wurde mit dem „Digitalen Zwilling“ im Reinvention Laboratory vorgestellt.

6. Erhaltung unserer Grundwerte

Die Digitalisierung wird die traditionellen Werte der Normung nicht in Frage stellen. Die Erstellung internationaler Sicherheitsnormen ist eine Kernaufgabe der IEC und wird es auch zukünftig bleiben.

Die Digitalisierung wird die traditionellen Werte der Normung nicht in Frage stellen. Die Erstellung internationaler Sicherheitsnormen ist eine Kernaufgabe der IEC und wird es auch zukünftig bleiben.

Eine vollständige Digitalisierung ist unentbehrlich, wenn die IEC weiterhin bestehen und die Erwartungen ihrer Stakeholder erfüllen soll.

Dennoch sollte die IEC nicht ihre Geschichte und ihre Kernaufgabe vergessen, die ihren weltweiten Ruf und die Akzeptanz unter ihren Stakeholdern, insbesondere den Regulierern, sichern. Sicherheitsnormen waren einer der Grundsteine der IEC und werden es auch in Zukunft bleiben.

Sicherheitsnormen können nicht im „Schnellverfahren“ erarbeitet werden, sondern müssen auf der Einbindung aller betroffenen Kreise basieren. Zu diesem Zweck müssen das Nationale Delegationsprinzip eingehalten und die Sicherheitsnormen im vollständigen Konsens erarbeitet und angenommen werden.


Nachhaltigkeitsregeln – ein wichtiges Thema auch in der IEC

Vereinte Nationen: 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung

Die Nachhaltigskeitsziele der Vereinten Nationen (UN) sind ein Aufruf an alle Länder, den Wohlstand zu fördern und gleichzeitig den Planeten zu schützen.

Die Sustainable Development Goals (SDGs) erkennen an, dass die Beendigung der Armut Hand in Hand gehen muss mit Strategien, die das Wirtschaftswachstum fördern und eine Reihe sozialer Bedürfnisse abdecken. Hierzu gehören Bildung, Gesundheit, Sozialschutz und Beschäftigungsmöglichkeiten. Gleichzeitig müssen Klimawandel und Umweltschutz angegangen werden.

Mehr Informationen: https://sustainabledevelopment.un.org/


Internationale Normungsorganisationen im Web


Die INTEC-Initiative

Weltkugel Illustration Internetverbindungen
Julien Eichinger / Fotolia
01.10.2020

Parallel zu unserer internationalen Normungsarbeit bauen wir mit der Initiative INTEC (International Technology Cooperation) unsere bilateralen Beziehungen weiter aus.

Mehr Infos zu INTEC

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